9. März 2006
Ein schwedischer Wintertraum – Aktivcamp Idre vom 24.02.-05.03.06
Zum Frosch Reiseziel Aktivcamp Idre in Schweden
von Carola Gygli-Spannagel
Nach vielen Skiurlauben in den Alpenländern, auch oft als treuer Froschreisegast, führte mich mein diesjähriger Urlaub nach Schweden. In meinen Gedanken war es auch nie der Skiurlaub, sondern immer die Winterreise die ich plante. Das Abfahrtsskifahren sollte dieses Jahr nicht das Wichtigste sein. In Schweden gibt es vieles anderes zu erleben.
Es beginnt schon bei der Anreise. 1200 km Busfahrt ab Hamburg liegen vor uns. Das klingt viel, gestaltet sich aber abwechslungsreich. Das Busunternehmen „Mittermayer“ startet um 17 Uhr ab Hamburg. Da es keine weiteren Sammelpunkte mehr gibt, erreichen wir schnell Reisegeschwindigkeit und 2 Stunden später gibt es schon die erste Seereise.
In Puttgarden schluckt die große Fähre nicht nur Motorfahrzeuge, sondern eine Gleisanlage im Laderaum macht es möglich, dass neben uns ein Personenzug steht. Nach 45 Minuten erreichen wir Dänemark. Entlang der Vogelfluglinie geht es nach Helsingör, dort nehmen wir die 2. Fährverbindung um nach Schweden überzusetzen.
Ab Göteborg ist das gesamte Land mit Schnee überzogen, der sich immer weiter Richtung Norden in eine dicke Schnee- und Eisdecke verwandelt. Pünktlich um 9 Uhr erreichen wir „Idre“ ein kleines Dorf (1300 Einwohner) nur wenige Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt in der mittelschwedischen Provinz Dalarna.
Etwas verschlagen und fröstelnd steigen wir aus dem Bus. Doch uns erwartet schon ein Frühstück und die ersten Informationen von Thomas unserem Teamer. Die Gruppe vor uns hat die Zimmer geräumt und geputzt. Dadurch kommt es gleich zum Check-In.
Wie in allen Wintersportferien geht es gleich am Samstag in das örtliche Sportgeschäft zur Ausleihe und eine kleine Langlaufeinweisung findet an der Hausloipe statt.
Die Provinz Dalarna ist von November bis April tief verschneit. Dementsprechend ruhig und verträumt wirkt die Landschaft. Auf unsere Gruppe aus Deutschland, überträgt sich diese Lebensweise schnell und man war bald eingenommen und runter gefahren in dieser unendlichen winterlichen Weite und Wildnis.

Am Sonntagabend kommt Spannung und Unruhe auf, als Thomas das Wochenprogramm bekannt gibt. Die Hundeschlittentagestour und die Schneeschuhwanderungen waren Programmpunkte die schnell die max. Teilnehmerzahl erreichten. Wobei sich im Laufe der Woche auch noch wieder freie Kapazitäten ergaben.
Am Sonntag geht es gleich mit einer geführten Runde in das wunderschöne Langlaufgebiet am Idrefjäll. Dort befindet sich auch das alpine Abfahrtsskigebiet der Region. Unsere Teamer sind jeden Tag bereit den Transfer von 6 km mit ihren 2 Bullis zu übernehmen. So gelangen Langläufer und Skifahrer immer problemlos zu ihren Gebieten.
So kommen wir uns manchmal auf den Schneeschuhwanderungen einsam und von dieser riesig weiten Landschaft fast verschluckt vor. Doch in unserem Camp Idre Stugor werden wir jeden Abend wieder neu verwöhnt von Figge, unserem Koch, und dem Team aus Thomas, Moritz und Niko, die mit Ruhe und Geduld jedes kleine und größere Problem lösen.
Die gemütlichen schwedischen Holzhäuser mit der falunroten Farbe, in denen wir untergebracht sind, haben alles was man benötigt um sich wohl zu fühlen.
Eine Tagestour führt uns zum „Njupeskär“, Schwedens höchstem Wasserfall. Er stürzt 125 m, davon 97 m im freien Fall, in ein Flussbett. Er ist nun vollständig vereist und bietet jetzt die Möglichkeit zum Eisklettern. Durch unsere Ausrüstung mit den Schneeschuhen können wir problemlos den vereisten Weg bis zum Wasserfall wandern.

Am Mittwochabend kommen die Teilnehmer zurück in unser Camp , die auf einer 3 tägigen Huskytour unterwegs waren.
Der Abend ist ausgefüllt mit spannenden Erlebnissen: Das Steuern und Lenken eines Gespanns mit 6 Hunden braucht schon etwas Kraft und Geschick. Schließlich haben wir es mit muskelstarken Tieren zu tun, die bei Minustemperaturen noch mehr Kraft und Ausdauer besitzen. Der ein oder andere Schlitten verliert schon mal in einer scharfen Kurve oder gleich am Start seinen Schlittenführer.

Die Woche ist noch mit weiteren Events gespickt . Z. B. Die Tageswanderung mit Schneeschuhen oder Tourenski zum 1131 m hoch gelegenen Städjan. Wie ein Vulkan erhebt sich dieser Berg. Die Baumgrenze liegt in Mittelschweden auf 800 m . Die Anstrengung und Kälte wird durch den imposanten Fernblick über die unendliche Weite Schwedens völlig entschädigt.

Am Freitag gibt es noch die Möglichkeit ein neues Langlaufgebiet in Grövelsjan kennen zu lernen. Auch in diesem Gebiet werden wir durch unser Teamer begleitet. Durch den Neuschnee der letzten Tage finden wir eine traumhaft verschneite Landschaft vor. Es handelt sich bei dieser Tour mehr um eine Skiwanderung mit Aufstiegen und leichten Abfahrten. Die Abfahrten mit den langen dünnen Langlaufski können sogar einem geübten Abfahrtsskifahrer noch Schwierigkeiten bereiten.
Die Reisegäste die nach Schweden fahren , sind nicht die Partygäste, sondern suchen die Natur und Ruhe. Trotzdem haben wir viel Spaß und gute Gespräche in der Gruppe und auch einen Abschiedsabend mit Musik und Tanz.
Ich bin beeindruckt und es steht fest Schwedenurlaub ist etwas ganz anderes als Urlaub in den Alpenländer. Ich bin mir sicher Schweden werde ich wieder einmal als ein besonderes Reiseziel aussuchen.
