21. März 2006
Familienreise nach Saalbach in den Sportclub König vom 4. – 12. 03.06
von Christian Knop
Plumps. Tom ist umgefallen. Keine Regung mehr. Der Blick geht gen Himmel, die Arme liegen abgespreizt auf dem Boden, die Skier stehen in die Luft. . Schneeflocken tanzen durch den Wind und landen sanft auf seinem Gesicht. „Isabella“, schreit Lina Marie, „Isabella! Komm schnell. Tom hat sich einfach hingelegt und will nicht mehr aufstehen.“ Ein paar Augenblicke später ist Isabella da. „Bist du müde, Tom?“, fragt sie. Tom nickt. Isabella fummelt ein Handy aus der Jackentasche, wählt eine Nummer und sagt: „Elisabeth, könntest du bitte den Papa von Tom benachrichtigen, dass sein Sohn nicht mehr kann.“ Keine zwei Minuten nach dem Gespräch ist Toms Papa da, schultert seinen Jungen und schleppt ihn zum nahen Haus. Zehn Meter vor dem Eingang ist der Vierjährige eingeschlafen.
Es ist kurz nach halb drei am Mittwoch, und Isabella von der ansässigen Snow Academy widmet sich nach Abtransport des Jüngsten wieder dem Rest ihrer Gruppe – den Mini-Fröschen, die gerade den vierten Tag auf den rutschigen Brettern stehen. Lina Marie, Mauri, Zoe, Leonard, Charlotte, Jette und Helene sind dem von einem Förderband durchschnittenen sanften Hügel unterhalb der Ski-Schule von Saalbach längst entwachsen. Am Ende sind sie fit und sicher genug, die Familienabfahrt am Kohlmais herunterzufahren. Jetzt üben sie gerade am Anfängerhügel, an dessen Ausläufer die Basisstation steht: Der Sportclub König.

Das Hotel wird in dieser Woche Anfang März bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich von Familien bevölkert. Auch an diesem Nachmittag ist wieder für alles gesorgt. Drinnen können die Kinder mit den eigens von Frosch mitgebrachten Betreuerinnen nach Ende der Ski-Schule bis 18 Uhr spielen, basteln, toben. Draußen können die Eltern Würstchen vom Grill futtern, Bier trinken und dummes Zeug erzählen. Typisches Frosch-Leben eben. Was sie nicht wissen: Die Zeit wird zu schnell vergehen.
Dass die Hinfahrt im Schlafbus von Köln aus 20 Stunden wegen Schnee-Chaos auf den Autobahnen dauert – vergessen. Dass die Feten nicht so ausufernd sind wie in früheren Frosch-Urlauben – geschenkt. Dass Petrus nur einmal die Sonne rauslässt und damit die Sicht auf die Berge freigibt – schade. Der Nachwuchs zahlt’s doppelt zurück.

Da bleibt der Ausflug zum Märchenwald in Erinnerung, den die Teamer Susen und Jens mit Kinderpunsch, Glühwein und einem Marsch über perfekt ausgetretene Serpentinen zu einem lustig, rutschigen Erlebnis machten. Da ist das Verputzen von österreichischen Spezialitäten auf der Jausern-Hütte mit anschließendem Sing-Spielchen und einer fetzigen Schneeballschlacht vor der Tür. Da ist das abschließende Rennen der Mini-Frösche, das Jan Eric knapp vor Anna gewinnt und dem sich Lina Marie verweigert, indem sie die Stangen ignoriert und zum Vergnügen der Erwachsenen mit einem verächtlichen Blick geradeaus den Hügel herabschießt. Da ist am Abschlusstag die erste Abfahrt mit Lina Marie von der Mittelstation des Kohlmais im Schneegestöber. Da bleibt dann aber auch vor allem das Gefühl, dass die Jüngsten bei den Fröschen gut aufgehoben sind und Mama und Papa ohne Sorge zu ihrem eigenen Ski-Kurs gehen oder ihre Pistenkilometer auf eigene Faust abreißen können. Und wenn mal ein Kind müde in den Schnee sinkt, lässt Isabella über die Hotel-Leiterin Elisabeth eben die Eltern anrufen. Wie bei Tom. Plumps.
Zum Frosch Reiseziel Sportclub König in Saalbach-Hinterglemm
