1. August 2008

Naturschönheit Mljet – ein kleines Paradies ohne Massentourismus

Reisebericht von Nina (on_the_road at gmx.com)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Odisej, Süddalmatien – Insel Mljet

Die Insel Mljet ist ein kleines Naturparadies und war für mich eine echte Entdeckung. Kroatien kannte ich bisher nicht und war fast überrascht, dass mir diese Schönheit bisher entgangen war. Eine Mitreisende formulierte es so: „Als der liebe Gott Mljet geschaffen hat, muss er einen verdammt guten Tag gehabt haben.“ Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen. Wahrscheinlich hat der liebe Gott an diesem Tag ein Gläschen dalmatinischen Wein getrunken und dann kräftig im Farbtopf mit den Grün- und Blautönen gerührt und dieses unglaubliche Wasser gemalt, das je nach Tageszeit dunkelblau, hellblau oder türkis leuchtet und so kristallklar ist, das man überall auf den Grund gucken kann. Dann hat er noch eine Handvoll Zikaden auf die Insel geworfen, die für einen konstanten mediterranen Klangteppich sorgen und das Ganze mit einem köstlichen Duft von Macchia und wilden Kräutern parfümiert.

Kroatien

Kroatien

Für eine Woche Mljet hatte ich – unnötigerweise – drei Bücher eingepackt, da ich vermutet hatte, dass es auf dieser ruhigen Insel langweilig werden könnte. Weit gefehlt. An der Natur konnte ich mich kaum sattsehen, daher interessierte mich keine Lektüre. Außerdem war das Programm der Teamer so abwechslungsreich und interessant, dass ich nur jedem raten kann, sich mit schweren Büchern auf dieser Reise nicht zu belasten.
Apropos Teamer: Bea und Uli waren super. Beide stets hilfsbereit, gut drauf und kompetent. Nicht nur, dass sie uns mit ihren Angeboten in Entscheidungsnot brachten, sie sorgten außerdem für gute Laune und immer wieder für nette Extras (Stichwort Tischdeko).

Kroatien

Programm

Geboten wurden geführte Wanderungen und Biketouren. Beides leicht bis mittelschwer, für jeden halbwegs sportlichen Menschen zu schaffen.
Die Wanderungen mit Teamerin Bea führten uns durch die dichten Kiefern- und Pinienwälder bergauf und bergab, sowie an den Klippen und Felsen der Küste entlang. Hier waren einige Überraschungen eingebaut, wie z.B. der Badestopp an einer „Naturrutsche“ oder Klippenspringen (was bei uns wegen starker Brandung leider ausfiel).
Diese Einlagen waren geplant, ungeplant und unvorhersehbar waren die „natürlichen“
Überraschungen, wie dicke Spinnennetze mit fetten Achtbeinern oder tief fliegende Zikaden, die uns um die Ohren brummten oder direkt an den Kopf flogen (was sich ungefähr so anfühlt, als würde man von einem Mini-Hubschrauber gerammt). Aber keine Angst, die Spinnennetze werden von Bea sorgfältig aus dem Weg geräumt und Zikaden beißen nicht, die sind nur laut.

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Zu den Biketouren kann ich nicht viel sagen, da ich nach der Bike-Schnuppertour aufs Wandern umgestiegen bin. Alle Biker waren allerdings begeistert und sahen nach den Touren erschöpft aber sehr glücklich aus.

Abgesehen vom froschüblichen Sportprogramm waren die Highlights dieser Woche:
*Nächtliches Mondschein-Baden im kleinen Salzsee (Mali jezero)
Hier sollten wir eigentlich ein seltenes Naturphänomen beobachten, was allerdings aufgrund der Lichtverhältnisse nicht möglich war (ich verrate an dieser Stelle nix, es soll ja eine Überraschung sein). Trotzdem haben wir das Schwimmen im badewannenwarmen See sehr genossen und anschließend andächtig und weintrinkend auf die spiegelglatte Oberfläche geschaut und in die zikadenfreie nächtliche Stille gelauscht.

*Abendessen in Soline
Kroatien Eine willkommene Abwechslung zum Hotelbuffet war dieser Ausflug zu einem familien-geführten kleinen Restaurant am großen See in Soline. Dorthin geschippert wurden wir vom Juniorchef des Hauses in seinem kleinen Motorbötchen und durften zur Begrüßung gleich den selbstgebrauten Grappa kosten und dabei zusehen, wie Cheffe noch schnell einen Octopus erlegte. Dieser hatte sich ungeschickterweise ein Plätzchen in Reichweite des Ufers gesucht, von wo ihn bequem der Dreizack erreichen konnte. Der Anblick des toten Tieres konnte unserem Appetit allerdings nichts anhaben, eine Mitreisende bestellte sogar prompt den Octopus-Salat. Frischer geht’s ja nun mal nicht.
Serviert wurden uns außerdem große Platten mit gegrillten Fischen, inklusive Gemüse, Salat und Kartoffeln. Dazu Unmengen leckeren dalmatinischen Weins. Nachdem wir uns satt und zufrieden gegessen hatten, wurden wir im Bötchen wieder zurückgefahren. Nicht ohne uns vorher noch vom stolzen und stark grappagetränkten Kapitän erklären zu lassen, dass der Zweitakt-Volvo-Motor seit 1974 tadellos funktioniert und das Boot seinen Weg quasi alleine findet. Auf der Rückfahrt wurden wir vom Vollmond beschienen und mitten auf dem See sangen wir ‚Happy birthday’ für eine Mitreisende, die das Glück hatte, in diesem Moment in ihren Geburtstag zu feiern. Schön war’s

*Bootsausflug
Ich gebe zu, ich bin kein großer Fan vom Bootfahren weil mit geradezu hypochondrischer Angst vor Seekrankheit ausgestattet, aber dieser Ausflug hat sich gelohnt. Wir schipperten um die Insel, hielten ein paar Mal in einsamen Buchten zum Badestopp und bekamen zum Mittagessen frisch gegrillte Makrelen, leckeren Kartoffelsalat und Wein en masse vom Kapitän serviert. Ich weiß nicht, ob es am Wein oder am Bootfahren lag, dass der Boden noch Stunden später unter den Füssen schwankte. Seekrankheit blieb jedenfalls aus, dafür setzte großer Spaß ein.

*Prozura
Kein Frosch-Programmpunkt, aber auch ein schönes Ausflugsziel. Dieser Mini-Ort liegt in einer der malerischen Buchten und besteht aus einer Handvoll Häusern und einem sensationellen Restaurant (den Namen habe ich vergessen, aber es gibt ohnehin nur das eine). Neben dem Restaurant in Soline war dies mein kulinarisches Highlight. Meine Empfehlung: direkt vorm Hotel einen Roller mieten, ein bisschen um die Insel cruisen und dort zum Mittag den gegrillten Octopus essen.

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Im Hotel Odisej erwarten Euch saubere und geräumige Zimmer (Kategorie A), ein reichhaltiges Buffet, ein spektakulärer Blick auf den Sonnenuntergang beim Abendessen und ein stimmgewaltiger Alleinunterhalter, der sich auf dalmatinische Schlager spezialisiert hat, aber durchaus auch Pop- und Rocksongs auf seinem Synthi hinbekommt. (Ich vermutete, dass er wahrscheinlich auch „Nothing else matters“ verschnulzen könnte.)
Im Ort gibt es einen kleinen Supermarkt, ein paar Restaurants und die Beach Bar, in der sich das „Nachtleben“ von Pomena abspielt. Besonders unterhaltsam war eine Kombo von Inselbewohnern, die sich dort zu uns an den Tisch setzte und ein kleines kroatisches Schlagerpotpourri zum Besten gab. Wir tauften sie liebevoll die ‚Beach Boys’ und freuten uns über das musikalische Lokalkolorit.

Kroatien

Nach Kroatien werde ich bestimmt wieder fahren und wenn ich ehrlich bin, könnte ich mich direkt wieder in Flieger setzen. Allen Mljet-Reisenden wünsche ich eine schöne Zeit dort

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