4. Juli 2006

Boot & Bike an der Südtürkischen Küste – Reisetagebuch Juni 2006

Zum Frosch Reiseziel Boot & Bike Südtürkische Küste

Spontan gebucht war die Vorfreude auf den Urlaub am Meer groß und um es gleich vorweg zu nehmen die Erwartungen wurden (fast) voll erfüllt. An- und Abreise jedoch gestalteten sich mit Hindernissen: geplanter Abflug in Düsseldorf war 6 Uhr also geht es früh los um mit öffentlichen Verkehrsmitteln rechtzeitig da zu sein und schon der erste Zug hat 40 Minuten Verspätung und will nicht kommen – Gott sei dank hat auch der IC Verspätung, so dass ich es gerade noch schaffe rechtzeitig am Flughafen zu sein (morgens um halb drei sind die Alternativen nicht so groß).

Am Flughafen in Dalyan erwartet uns der Transferbus in den Frosch Sportclub „Holiday Calbis“ da es erst abends weiter zum Schiff gehen soll. Auf Grund der frühen Ankunft können wir den zusätzlichen Tag nutzen und am Frosch eigenen Pool (der Sportclub hat gleich zwei davon) zu relaxen und die Mitreisenden zu beschnuppern. Von anderen Gästen bekommen wir schon einen ersten Eindruck was uns in der kommenden Woche erwarten wird. Den Nachmittag nutzen wir für einen Bummel durch Dalyan, genießen den ersten tollen türkischen Salat (was für Tomaten) und können einen Blick auf die Felsengräber werfen. Schließlich ist es soweit und gegen 19:30 Uhr bringt uns der Transferbus zur Unterkunft für die nächste Woche, dem Zweimast-Motorsegler „Taner 3“.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Ich bin erstaunt wie groß das Schiff doch ist und bin sicher hier lässt es sich aushalten. Nach einem Blick auf die vorne auf dem Schiff montierten Mountainbikes gibt es dann Abendbrot und ein erstes Kennenlernen der kompletten Reisegruppe, der Schiffscrew und natürlich der Frosch Teamerin. Da das ganze aber ein langer Tag war ziehen wir uns bald zurück – einige in Ihre Kajüten andere an Deck unter freien Himmel.

Dienstag
Um 8 Uhr gibt es Frühstück, dass bis auf das übliche Weißbrot ganz prima ist und dann geht es gleich los. Die Bikes werden an Land gebracht und zusammengebaut da für den Transport an Bord die Vorderräder ausgebaut werden müssen – eine Prozedur die wir in den nächsten Tagen regelmäßig wiederholen dürfen. Nach der Zuteilung der Bikes starten wir von Göcek aus zur Sarsala Bucht wo uns das Schiff wieder aufgabeln wird. Dazu geht es über den schon am Vortag mit dem Auto überquerten 345m hohen Pass – man weiß also, was auf einen zukommt 😉

Boot & Bike Südtürkische Küste

Aber die Mühen werden belohnt und es folgt eine flotte Abfahrt auf der anderen Seite, wobei wir auf halber Höhe die Autostraße verlassen und über felsige Feldwege und nur selten Schatten spendende Wälder fahren. Nach einem letzten heftigen Anstieg an einem Friedhof vorbei geht es hinunter in die Bucht wo zuerst wir und dann die Mountainbikes mit dem Beiboot übergesetzt werden.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Endlich ist Zeit für das erste Baden im Meer; gleich vom Schiff aus ist das schon was anderes als vom Strand aus. Der Schiffskoch zaubert ein (zu zahlendes) Mittagsmahl für die hungrigen Mägen und anschließend gibt es türkischen Kaffee oder çay (Tee). Den Rest des Tages verbringen wir mit Baden und Relaxen. Einige setzen mit dem Beiboot über an den Strand um Fußball zu schauen – es ist schließlich WM…

Mittwoch
Früh morgens um 6 Uhr startet der Kapitän zum Gemiler-Beach, da die Überfahrt über offenes Meer früh morgens ruhiger ist und schneller geht. Dort angekommen gibt es erst mal Frühstück und wir starten zu unserer Radtour nach Kaya-Köyü. Dieser bis 1923 von Griechen bewohnte Ort wurde nach deren Umsiedelung von den Türken nicht weiter bewohnt, so dass die annähernd 3000 Häuser langsam verfallen und den Eindruck einer Geisterstadt entstehen lassen. Auf dem Weg dorthin machen wir nach dem ersten Anstieg einen Getränke Stop und essen nach Besichtigung der Ruinen in Kaya-Köyü Mittag. Mit voll geschlagenem Bauch geht es über einen weiteren ordentlichen Anstieg dann über tolle Abfahrten nach Fethiye.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Ein Teil der Gruppe fährt noch einen kleinen Umweg auf der Küstenstraße mit tollen Ausblicken auf das Meer, die anderen radeln gleich zurück zum Schiff. Da dieses im Hafen liegt fällt das Schwimmen im Meer leider aus, dafür kann man in Fethiye bummeln und einkaufen gehen. Nach dem Abendessen brechen wir gemeinsam ins Nachtleben der Stadt auf und ich versuche meine erste Wasserpfeife – von den Cocktails sollte man aber lieber die Finger lassen.

Donnerstag
Weil die Temperaturen inzwischen doch 35 Grad im Schatten angenommen haben hat die Teamerin beschlossen das Wochenprogramm ein wenig umzugestalten und so legen wir heute einen Fahrrad Ruhetag ein. Nach dem Frühstück fahren wir mit einem gecharterten Dolmus zur Saklikent Schlucht und können dort durch den von einem Fluss durchströmten Canyon klettern.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Mit Hilfe von Ali (einem kaum abzuschüttelnden einheimischen Jungen) kommen wir ganz schön voran und wenn wir nicht zum Mittag verabredet wären würden wir sicher noch weiter wandern. Der Canyon hat so als Abwechslung richtig Spaß gemacht und da die Sonne kaum bis tief hinein scheint sollte man alle Ausrüstung im Bus lassen, da diese eher hinderlich ist und außer zwei freien Händen braucht man eigentlich nichts. Badehose/-anzug und evtl. T-Shirt sind vollkommen ausreichend. Hin und wieder lassen sich zwar ein paar schöne Fotos machen, aber beim nächsten Mal würde ich auch die Kamera draußen lassen. Nach dem Mittagessen direkt am Fluss geht es mit dem Dolmus zurück nach Fethiye und dann mit dem Schiff zur nächsten Bucht wo wir endlich wieder im Meer schwimmen können.

Freitag
Wieder sehr früh am morgen (diesmal schon um 5 Uhr) startet der Kapitän die Überfahrt zurück in die Bucht von Dalyan aber die meisten können wieder einschlafen. Frühstück gibt es nach der Ankunft und anschließend geht es mit einem kleineren Boot zusammen mit den Bikes den Meeresarm hinauf zu der im Landesinneren gelegenen Stadt. Dort haben wir drei Stunden Aufenthalt, können uns noch mal Dalyan anschauen oder einen Blick in den Frosch Sportclub werfen (einige Gäste sind auch direkt vom Flugzeug zum Schiff gebracht worden).

Boot & Bike Südtürkische Küste

Mir ist die Pause zu lang bis es dann nach einem Mittagssnack endlich wieder mit dem Bike losgeht zu einer Tour entlang eines Binnenmeeres und dann über einen fast 500m hohen Pass nach Ekincik. Nach den Erfahrungen vom ersten Tag nimmt die halbe Gruppe lieber einen Dolmus bis nach oben obwohl ich überzeugt bin, dass alle den Berg gepackt hätten. Gemeinsam rasen wir dann den Berg wieder hinunter und lassen uns per Beiboot zum Schiff zurück bringen, dass schon in der nächsten Bucht auf uns wartet. Es bleibt noch ein wenig Zeit zum Baden bevor wieder ein leckeres Abendessen auf dem Tisch steht (hier noch mal ein explizites Lob an den Koch, was der alles so in der kleinen Kombüse und auf dem Schiffseigenen Grill gezaubert hat – Respekt!).

Boot & Bike Südtürkische Küste

Samstag
Heute ist Relaxen angesagt. Nach erneut früher Schiffstour (wieder 5 Uhr) gibt es erst um halb zehn Frühstück. Die Zeit nutzen wir um schon vorher ein erstes Mal ins kühle Nass zu springen – so schön ist die Bucht in der unser Kapitän Anker geworfen hat. Nach weiterem Baden geht es gegen Mittag zur Wasseraufnahme des Schiffes in die nächste Bucht wo wir die Zeit zu einem Landgang nutzen und versuchen uns einen Weg durch die Vegetation zu bahnen. Wer will hat erneut die Möglichkeit ein köstliches (kostenpflichtiges) Mittagsmahl zu sich zu nehmen bevor wir Richtung Göcek aufbrechen und mit tollem Blick auf die Stadt in einer Bucht landen. Auch hier können wir noch mal schwimmen, die Seele baumeln lassen und außerdem spielt Deutschland im Achtelfinale – es ist immer noch WM.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Sonntag
Heute machen wir eine (sehr) kleine Mountainbiketour rund um Göcek und besuchen auf dem Weg einen türkischen Markt, der sich in Obst und Gemüse sowie Klamotten und Gebrauchsgegenstände teilt. Gegen Mittag kehren wir zurück zum Schiff und können das letzte Mal im Meer baden bevor wir in den Hafen von Göcek einlaufen (ansonsten sind wohl keine Liegplätze im Hafen mehr zu bekommen). Nach einem abspritzen der Bikes machen wir uns in kleiner Gruppe noch mal auf eigene Faust auf mit den Bikes einen Strand zu suchen und finden (hinter dem nächsten Berg) eine Bucht in der nur Einheimische ausspannen – wir sind die einzigen Touristen. Hier werden Klischees wahr: 8 Leute steigen aus einem kleinen Auto, statt Strandmatte wird der Teppich ausgerollt, der Grill wird aufgestellt und alles was dazugehört. Dabei sind die Leute sehr gastfreundlich und wir werden gleich auf einen kalten(!) Becher Cola eingeladen.
Zurück beim Schiff lassen wir den Abend nach dem letzten Abendessen an Bord gemeinsam in Göcek ausklingen.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Montag
Für die Gäste nach Frankfurt geht der Flieger schon gegen halb zehn, so dass wir gemeinsam um 7 Uhr frühstücken und uns verabschieden. Die restlichen Gäste haben Ihren Abflug erst gegen 20 Uhr so dass wir noch mal in den Sportclub nach Dalyan gebracht werden. Einige bleiben auch noch für eine weitere Woche hier im Sportclub, haben Glück und können gleich Ihre Zimmer beziehen.
Zu fünft leihen wir uns (nicht ganz so gute) Bikes (wie auf dem Schiff) aus und machen eine Tour zum 12km entfernten Iztuzu-Strand an dem Meeresschildkröten ihre Eier ablegen weshalb man bestimmte Bereiche nicht zum sonnenbaden nutzen darf – dafür ist es aber sowieso zu warm und wir sind froh über den Schatten unter den Bäumen. Auf dem Rückweg ins Hotel machen wir am Straßenrand halt und essen noch einen leckeren Pancake.
Die restliche Zeit bis zum Abflug vergeht schnell am Pool.
Aber dann endet der Urlaub wie er angefangen hat mit ein wenig Stress: nach(!) dem einchecken erfahren wir dass der Flieger etwa 6 Stunden später abfliegen wird. Condor organisiert allerdings einen Transfer zu einem Flughafenhotel wo es ein kostenloses Abendessen und zwei Freigetränke gibt – dann heißt es abwarten bis der Rücktransfer gegen 1 Uhr zurück zum Flughafen erfolgt. Um 3 Uhr starten wir dann endlich Richtung Düsseldorf und müssen hier lange auf unsere Koffer warten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich erst um halb zehn zu Hause und verschlafe den restlichen Tag.

Boot & Bike Südtürkische Küste

Fazit
Abgesehen von An- und Abreise bin ich auch bei meiner vierten Frosch-Reise nicht enttäuscht worden. Ich persönlich hätte gerne noch ein wenig mehr von der türkischen Küste Richtung Kas gesehen statt den Abstecher nach Dalyan zu machen und auch der Fahrradfreie Relax-Tag hätte für mich nicht sein müssen – es war ja jedem freigestellt auf dem Schiff zu bleiben statt mitzuradeln. Aber zugegeben, es war ziemlich heiß und die Touren wie im Katalog beschrieben wären so nicht machbar gewesen. Ich habe mich sehr gut erholt, nette Leute kennen gelernt und der Urlaub war wie so oft viel zu schnell vorbei. Die Alternative Schiff zum Hotel fand ich klasse und das Essen war sehr lecker. Ihr verpasst was, wenn Ihr es nicht selbst mal ausprobiert.

Ich bin sicher, das war nicht meine letzte Reise mit Frosch!

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