28. September 2007
Kärnten, Forellenhof 28.07. bis 4.08.2007
Reisebericht von Carsten Jost (jost.carsten at googlemail.com)
FROSCH Reiseziel Ferienanlage Forellenhof in Kärnten, Österreich
Als eingefleischter Froschgast (u.a. 6 mal Crans Montana) wollte ich im diesjährigen Sommerurlaub mal ein neues Reiseziel ausprobieren und dabei ist meine Wahl auf Kärnten gefallen. Ich bevorzuge bei meinen Urlaubsaktivitäten eine Mischung aus Biken, Wandern, ein wenig Funsport und wann immer möglich Klettern. Der in der Nähe liegende Kanzianiberg war dann auch der Ausschlag gebende Punkt für den Forellenhof. Wegen der doch recht weiten Anreise aus Karlsruhe habe ich dann noch meinen Arbeitskollegen Iwan motiviert mitzukommen damit man sich beim Fahren abwechseln kann und nun hieß es schnell buchen, da das Hotel schon fast ausgebucht war.

Einen Tag vor der Abfahrt habe ich mit Schrecken realisiert, dass an diesem Wochenende Ferienbeginn in Baden-Württemberg und Bayern war und bei der ursprünglich geplanten Abfahrt um 10 Uhr morgens über A8 und Tauernautobahn mit geradezu gewaltigen Staus zu rechnen war. Also haben wir kurzerhand umdisponiert und sind um 3 Uhr Nachts und über den Felbertauern gefahren. Außer einem kleineren Stau auf dem Münchner Ring und etwas Gegurke auf österreichischen Landstraßen sind wir sehr gut durchgekommen. Und die Gegend entschädigt dafür bei Weitem, die Vorbeifahrt am Wilden Kaiser ist alleine schon den Umweg wert. An der Verzweigung Villach sollte man sich wirklich genau an die Wegbeschreibung halten und Richtung Slowenien fahren. Es sei denn, man möchte wie wir jetzt schon ein wenig die Gegend erkunden, dann kann man auch Richtung Faaker See abbiegen und ihn erstmal komplett umrunden.
Wir sind schließlich bei strahlendem Sonnenschein am frühen Nachmittag angekommen und nach der netten Begrüßung ging es auf das erfreulicherweise schon bezugsfertige Zimmer. Es enthielt neben dem großen Bad ein Doppelbett und ein Stockbett sowie endlich mal ausreichend Stauraum in Form einer großen Kommode und eines Schrankes. Einziger Wermutstropfen war der fehlende Balkon, aber man konnte seine Schuhe auf dem Dach vor dem Fenster auslüften…
Zum Relaxen ging es dann an den hauseigenen Badesee, der von einer Wiese mit Liegestühlen und Sonnenschirmen umgeben ist. Allerdings darf man sich hier nicht zu viel vorstellen. Zum Schwimmen ist der See nicht wirklich geeignet da er doch sehr klein ist und mehr von den Kindern als Spielplatz benutzt wurde. Es gibt eine künstliche Insel, ein Schlauchboot und mehrere Surfboards, so dass der Spielspaß nicht zu kurz kommt. Apropos Kinder: Leider ging aus dem Froschkatalog nicht hervor, dass die Anlage in Ferienzeiten fast ausschließlich von Familien belegt ist. Mein Kollege und ich waren die einzigen ohne Nachwuchs und auch in der Vorwoche gab es nur ein kinderloses Pärchen. Man sollte sich also darauf einrichten dass es am See oder beim Essen schon mal sehr laut werden kann und dass die geführten Bike- und Wandertouren absolut familientauglich sind. Auch das sonst übliche Frosch Partylife findet eher weniger statt.

Das Essen im Hotel war sehr gut, es gibt das übliche Salatbuffet und ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Hauptbuffet. Zu Beachten ist, dass es nur an 5 Abenden Essen gibt, man aber vor Ort noch ein ausgesprochen leckeres Grillbuffet mit Fleisch oder Forelle dazubuchen kann. Bleibt also noch ein Tag an dem man auswärtig essen muss. Das Frühstück ist mit Kaffee, Tee, Milch, Brötchen, Marmelade, Käse, Wurst, Müsli und Obst absolut in Ordnung. Allerdings kann man sich für tagsüber nichts mitnehmen.
Wir haben dann sonntags die Einführungs-Biketour mitgemacht obwohl ich wegen der „Familientauglichkeit“ doch etwas skeptisch war. Oft gibt es dann übermäßig viele Pausen oder die Länge rechtfertigt kaum ein Umziehen. Allerdings sind diese Einführungsveranstaltungen doch immer sehr nett, um die Leute mit denen man die Woche zusammen ist kennen zu lernen. Und die Tour war auch sehr schön ein Stück an der Drau entlang und hatte mit dem Schlussanstieg hoch zum Forellenhof sogar ein recht anspruchsvolles Teilstück (das man aber auch mit dem Shuttle bewältigen konnte). Trotzdem kann man anschließend noch gut Joggen gehen. Wer vor hat, etwas sportlicher Rad zu fahren, sollte in jedem Fall sein eigenes Rad mitnehmen, da die Hoefer Räder nicht mit denen aus einer Frosch Bikestation zu vergleichen sind und auch extra gemietet werden müssen.
Die sportlicheren Gäste waren meistens beim Frühsport unterwegs. Hier wurde Joggen und Biken angeboten, allerdings war mir die Startzeit von 7:30 (wegen der Hitze) doch etwas früh. Trotzdem waren beide Runden immer recht gut besucht, die Jogger sind dabei zum Faaker See und zurück gelaufen (wobei jederzeit die Gelegenheit bestand vorher umzukehren), die Radler waren ca. 1 Stunde auf wechselnden Strecken unterwegs.
Schon vor dem Urlaub hatte ich mir vorgenommen, die im Katalog angepriesene Wanderung zum Mittagskogel zu machen. Diese wird zwar nicht als geführte Tour angeboten, aber es war kein Problem Leute dafür zu finden. So haben wir uns recht früh auf den Weg gemacht, um zuerst auf den kleinen Mittagskogel, dann über den Grat auf den großen Mittagskogel aufzusteigen. Die Wanderung ist mit ca. 1200 hm und 2 _ h Aufstiegszeit schon recht anspruchsvoll und erfordert auch eine gewisse Trittsicherheit. Man braucht vor dem Grat aber keine wirklich Angst zu haben, die einzige schwierigere Stelle zieht sich gerade einmal über 5 m hin. Da waren ein paar Stellen beim Abstieg aus meiner Sicht schwieriger. Dafür ist die Tour als Ganzes wunderschön und der Ausblick am Gipfel einfach toll. Wenn man die richtigen Klamotten dabei hat (leicht und luftig für den schweißtreibenden Aufstieg, warm und winddicht am stürmischen Gipfel) steht einem tollen Tag in den Bergen nichts entgegen. Von den angebotenen Wanderungen (z.B. ins Karawankengebirge mit anschließender Besichtigungstour) haben wir keine mitgemacht, da uns diese wieder zu „familientauglich“ waren.
Besonderen Anklang fanden auch die abendlichen Beachvolleyball Spiele. Immer ab 17 Uhr haben sich die Leute versammelt, um vor dem Abendessen noch mal so richtig im Sand zu baden. Hier waren auch alle Spielklassen versammelt, vom Bewegungslegastheniker bis zum Könner. Trotzdem kamen meistens richtig gute Spiele zu Stande. Beim wöchentlichen Turnier mussten die Teamer auch ihre erste Niederlage einstecken.
Das sportliche Highlight der Woche war schließlich ein Minitriathlon: Zwei Runden Schwimmen im Haussee, Radfahren zum Faaker See und zurück und abschließend zwei Runden um die Hotelanlage laufen. Bei dieser hochkarätig besetzten Konkurrenz konnte sich mein Kollege Iwan überlegen durchsetzen. Neben dem Erwachsenentriathlon gab es auch noch eine Kinderversion und die Kleinen hatten besonders viel Spaß dabei.
Zusammenfassend kann man sagen dass der Urlaub auf dem Forellenhof sehr schön war. Allerdings unterscheidet er sich in seiner Art doch deutlich vom üblichen Froschaufenthalt und ist aus meiner Sicht in der Ferienzeit für Alleinreisende und Nicht-Familien weniger zu empfehlen. Dafür ist er ein ideales Familienreiseziel und in der Nebensaison sicher auch für alle sehr lohnenswert und abwechslungsreich.

Am 5. Oktober 2007 um 11:15 Uhr
Als eingefleischte Kärtnen-Urlauber ist und das Hotel Forellenhof natürlich ein Begriff… Auch die Familientauglichkeit kann ich durchaus bestätigen – sehr kinderfreundlich. Dass es da bei kinderlosen Pärchen zu Störfaktoren kommen kann, ist aber auch verständlich!
Aber Kärnten hat für alle was zu bieten