23. August 2005

Reisebericht La Gomera Activ + Fun (16.- 30.10.04)

Reisebericht von Kirsten Thormann (kirsten.thormann at t-online.de)
FROSCH Reiseziel La Gomera – Aktiv & Fun

Als Frosch und Activida-Neuling war ich gespannt, was mich erwartet. Aber ich hatte immer das Gefühl, es wird ein toller Urlaub – und so war’s auch. Es stimmte einfach alles: Die Insel abwechslungsreich, die Gruppe passte prima zusammen, Melanie, unsere Reiseleiterin, super sympathisch, Unterkunft und Essen einfach nur gut. Es war die perfekte Mischung zwischen Aktivität und Faulenzen.

La Gomera

Der Anfang
Unser Flug ging morgens um 4 Uhr!! nach Teneriffa. Dort haben wir dann einen großen Teil der Gruppe schon kennen gelernt, auch die Leute, die die Trecking-Reise gebucht hatten.
Weiter ging es mit dem Schnellboot nach San Sebastian. Und dann mit einem kleinen Bus quer über die Insel. Obwohl es Luftlinie nur 20 km sind, braucht man locker 1 – 1,5 h um erst die Serpentinen rauf und dann wieder runter zu kommen.
Wir von der Activ+Fun-Gruppe waren alles Singles zwischen 25 und 41 Jahren, 4 Männer und 9 Frauen. Die Stimmung war entspannt, es gab immer Platz für eigene Aktivitäten wenn man wollte und nie hatte jemand das Gefühl irgendeinem Gruppenzwang unterworfen zu sein.

Unser Unterkunft
La GomeraDas Valle Gran Rey besteht aus mehreren kleineren Dörfern, keine größeren Hotels und dazwischen gibt es noch Bananenplantagen.
Conchis Hotel liegt in Calera. Wir hatten es fast für uns alleine und sie hat uns liebevoll umsorgt.
Das Frühstück wurde angereichert um Avocados, Bananen und Mangos aus Conchis Garten.
Zu den beiden Stränden sind es gut 10 –20 min. Fußweg. Aber gerade der Playa de Ingles mit seinem schwarzen Strand und den grandiosen Wellen entschädigt allemal.

Im Valle gibt es immer noch viele Aussteiger und (Ex-)Hippies. Auch einer der Gründe, warum alles völlig entspannt und stressfrei abläuft. Die meisten Touristen sind Deutsche, viele Wanderer.
Um ein bisschen vom Flair einzufangen und viel zum Lachen zu haben, unbedingt den Valle-Boten kaufen! Leider wird im Valle ein großer Fähranleger gebaut. Drum seht zu, dass Ihr noch dieses oder nächstes Jahr dort hin kommt. Danach wird das Valle wohl seine Ruhe und Gemütlichkeit verlieren.

Die Wanderungen
Gleich am Sonntag haben wir eine Inselrundfahrt mit zwei Wanderungen gemacht. Als erstes sind wir auf die Fontaleza geklettert und haben den fantastischen Ausblick rund um die Insel genossen.
Die Wanderung zum Wasserfall am Montag ist auf Grund des schlechten Wetters ausgefallen, aber einige von uns haben sie später nachgeholt. Erst ist es ganz karg, im Tal dann ganz grün.

Am Mittwoch sind wir vom Laguna Grande losgewandert (ab da war dann auch das Wetter wieder gut bis zum Ende der Reise), bis nach Imada. Auf allen Touren hat uns Melanie mit viel Wissen über Landschaft, Flora und Fauna (ich sag nur: „endemisch“) versorgt. Aber auch mit vielen Geschichten und Legenden von und über Gomera. Natürlich die Story von Gara und Jornay, aber auch einige die in keinem Reiseführer zu finden sind. Abends haben wir in der örtlichen Kneipe gegessen, mit Mojo, Gofio, und den selbst gesammelten Kastanien in Anis geröstet. Später gesellten sich die Herren des Ortes hinzu um irgendein spanisches Ligaspiel im Fernsehen anzusehen. Nach gemeinsamen Sternegucken haben wir versucht in und außerhalb der Zelte zu übernachten. Die örtlichen Hähne und Schnarcher aus unserer Gruppe (wer war’s?) machten das Ganze etwas schwierig. Aber am nächsten Tag ging es dann nur bergab, bis Santiago.

La Gomera

In der zweiten Woche stand noch eine Wanderung im Valle an. Aber wir hatten irgendwie nicht mehr so die Lust auf große Anstrengungen und haben Melanie überredet wo anders zu laufen. Sie hat eine wunderbare Tour durch den Lorbeerwald gefunden, bis zu den Chorros de Epina. Wenn man nach bestimmtem Ritual von den Quellen trinkt, und in der drauffolgenden Nacht von jemanden träumt, ist das der Partner für’s Leben. Ob’s hilft? Jedenfalls haben sich alle mit ihren Träumen bedeckt gehalten…

La Gomera

Manche von uns hatten Lust noch weitere Wanderungen zu unternehmen. Falls Ihr das mal tut, nehmt immer Taschenlampe und Handy mit! Zwei aus unserer Gruppe haben es jedenfalls gerade noch so geschafft mit dem letzten Hauch von Tageslicht ins Hotel zu kommen. Die Wanderung war es aber wohl wert.

Mountainbike-Touren
Oh weh… das wird bestimmt nicht mein Hobby. Schon gar nicht, wenn man sich der Peinlichkeit hergeben muss, angeschoben zu werden *hüstel*. Für alle anderen mit besserer Kondition ist Gomera mit dem Rad ein riesen Spaß. Das absolute Highlight ist die Abfahrt runter ins Valle!
Dafür muss man durch zwei längere Tunnels. Auf der ersten Tour hing der Nebel so tief, dass wir den ersten nur zu Fuß durchgehen konnten. Erst haben wir uns über Stefans Vorsichtigkeit gewundert – nach 10 Metern wussten wir warum. Selbst unser Vordermann war nur noch schemenhaft zu sehen. Von hinten hat uns ein Auto etwas Licht gegeben. Die Autos von vorne waren nur als gespenstisches Leuchtgewabe auszumachen.
Bei der zweiten Tour gab es leider zwei Stürze, die dicken blauen Flecken und Schürfwunden gab’s als Erinnerung gratis.

Venga, Martin! oder der Versuch Salsa zu tanzen
Unsere Tanzlehrerin war Kubanerin und hat nicht aufgegeben uns steifen Deutschen ein paar Schritte und Drehungen sowie ein bisschen Rhythmusgefühl beizubringen. Ich jedenfalls habe meinen Spaß am Salsa-Tanzen wiedergefunden.
Jungs, wenn Ihr bei den Mädels punkten wollt, tanzt mit!

Am, im und auf dem Wasser
Am Freitag Nachmittag sind wir mit einem kleinen Boot zur Wal- und Delphinfahrt raus auf den Atlantik. Nur ein Delphin, aber später fast 20 Grindwale. Unser Bootsführer hat sie liebevoll wie alte Bekannte begrüßt. Sie schliefen, und nachdem wir erst wie verrückt Fotos gemacht haben, haben wir später nur noch in aller Ruhe dieses Schauspiel auf uns wirken lassen.
Der Segel-Törn fast eine Woche später war für mich dann eher weniger erfreulich. Das Meer war so aufgewühlt, wir haben jede Welle in jeder Richtung mitgenommen. Da es nicht nur mir so ging, haben wir die 2 Fremden auf dem Boot überredet, den Törn abzubrechen. Die Übelkeit war gar nicht so schlimm – nicht wegzukönnen und noch Stunden aushalten zu müssen, war nicht zu ertragen.
Auf das Tauchen musste ich leider verzichten, aber das war wohl für jeden aus der Gruppe eine, wenn auch eine unterschiedliche, besondere Erfahrung.

Und abends?
In den ersten Abenden haben wir den Sonnenuntergang von unserer Terrasse aus mit Wein begrüßt.
Später haben wir uns zu den vielen anderen unten am Strand vor Marias Bar gesellt und den Jongleuren und Didjeriduspielern zugehört. Das hat wirklich eine ganz eigene Atmosphäre und erinnert an (halb) vergangene Hippie-Zeiten.
Zum Essen sind wir anschließend zu Xavier geschlendert und haben uns von seiner schmackhaften spanischen Küche verwöhnen lassen. Vorab gab es immer Mojo, aber Vorsicht, die Rote ist extrem scharf. Nie gab es das gleiche zu essen und wenn wir Wünsche hatte, hat sie uns Xavier mit Freude erfüllt.
Im Laufe der 2 Wochen wurden wir zu Stammgästen in der Taska-Bar – Cocktails trinken, Salsa tanzen und Jenga spielen. Und oft haben wir danach noch die eine oder andere Flasche Rotwein auf der Terrasse getrunken und über das Leben philosophiert.

Tipp für die Rückfahrt…
Wenn Ihr schon am Tag vorher nach Teneriffa zurück müsst, deckt Euch reichlich mit Wein ein. Denn nach 2 Wochen entspannter und persönlicher Atmosphäre ist das hektische Teneriffa und das schreckliche Hotel sowie das Hotelessen kaum zu ertragen. Der Strand ist noch ganz nett. Darum: kollektives Niedermachen der letzten Gomera-Weinflaschen ist das Einzige was gegen den Frust etwas hilft.

Was bleibt?
Die Erinnerung an einen der schönsten Urlaube. Das Wissen, dass das nicht zu wiederholen ist. Die Begeisterung für Mana – MTV unplugged (hat Carlos, unser Taxifahrer, immer gespielt). Die Erkenntnis, dass spanische Küche mehr leckere Sachen zu bieten hat als Tapas und Paella. Und das viele von uns immer noch, nach fast einem Jahr, Kontakt zueinander haben.

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