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	<title>Frosch-Blog Reiseberichte Sportreisen und Skiurlaub &#187; Oman</title>
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	<description>Reiseberichte über Sportreisen, Singlereisen, Eltern-Kind-Reisen und Wintersport</description>
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		<title>Asalam Aleikum Gunni &#8211; Reisebericht Oman</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 09:42:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fernreisen]]></category>
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		<description><![CDATA[“Asalam Aleikum Gunni”, so werde ich von Yaser begr&#252;sst, als ich zu meinem zweit&#228;gigen W&#252;stentrek im “1000 Night Camp” ankomme. “Friede auch mit Dir”, “Aleikum Salam” antworte ich ihm und er l&#228;chelt mich freundlich an, als ich ihm mit meinem deutschen Akzent antworte. Durch die Wahiba Sands soll es gehen, einer Sandw&#252;ste s&#252;dlich von Muscat gelegen, der Hauptstadt Omans. Yaser ist Beduine, hat eine Frau mit zwei Kindern und English in der Schule und bei der Arbeit mit den Touristen gelernt [...]
<p><img src="http://www.frosch-blog.de/wp-content/uploads/2007/10/Bergoasen.jpg" alt="Oman" width="448" height="300" class="centered" /></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Reisebericht von Gunni Pfaff (Reiseleiterin vor Ort)<br />
FROSCH Reiseziel <a href="http://www.frosch-sportreisen.de/fernreisen/rundreise-oman.asp">Oman &#8211; Aktiv </a></strong></p>
<p>“Asalam Aleikum Gunni”, so werde ich von Yaser begr&#252;sst, als ich zu meinem zweit&#228;gigen W&#252;stentrek im “1000 Night Camp” ankomme. “Friede auch mit Dir”, “Aleikum Salam” antworte ich ihm und er l&#228;chelt mich freundlich an, als ich ihm mit meinem deutschen Akzent antworte. Durch die Wahiba Sands soll es gehen, einer Sandw&#252;ste s&#252;dlich von Muscat gelegen, der Hauptstadt Omans. Yaser ist Beduine, hat eine Frau mit zwei Kindern und English in der Schule und bei der Arbeit mit den Touristen gelernt.</p>
<p>Wir verschn&#252;ren mein Gep&#228;ck, die Schlafdecken und die Leinens&#228;cke mit den Lebensmitteln auf den beiden Kameldamen Sheila und Eila. “Keine Zelte?”, frage ich Yaser ungl&#228;ubig ”Brauchen wir nicht“, sagt er. Und dann h&#228;lt er mir ein kleines P&#228;ckchen hin, “for you, desertsocks from the Bedus”. Ich &#246;ffne es  und halte ein paar nach Ziegenhaar riechende, eng gestrickte Socken in der Hand. Wir verabschieden uns vom Camp und dann geht es endlich los. Yaser geht mit seinem Dromedar an der Hand voraus. Trotz des weichen Sandes und vereinzelter trockender, dorniger Str&#228;ucher kommen wir ohne gepiekt zu werden und zu tief einzusinken wunderbar voran. Die neuen W&#252;stenschuhe zahlen sich schon aus.</p>
<div style="text-align: center"><img alt="Oman" id="image1363" src="http://www.frosch-blog.de/wp-content/uploads/2007/10/Bergoasen.jpg" /></div>
<p>Schon bald ist das Camp nur noch in der Ferne zu sehen und hoch auf der ersten D&#252;ne angekommen breitet sich die klare Weite der W&#252;ste vor uns aus. Ein unendliches Meer aus feinsten, vielfarbigen Sandk&#246;rnern, die aus verschiedenen Gebirgen der arabischen Halbinsel &#252;ber hunderte von Kilometern von gleichm&#228;&#223;igen Winden hierhin transportiert worden sind. Ich frage Yaser wohin wir gehen und er antwortet, dass wir heute Mittag zu Gast bei Beduinen sein werden. Wir gehen immer tiefer in die Wahiba Sands hinein, die D&#252;nenformen ver&#228;ndern sich st&#228;ndig, mal in regelm&#228;ssigen Wellen, mal sichelartig, mal mit dornigen Str&#228;uchern bestanden. Wir kommen gut voran, die Sonne steigt immer h&#246;her am Himmel. Yaser schlingt kunstvoll mein mitgebrachtes, gro&#223;es Tuch zu einem bequemen Turban auf meinen Kopf. Nach ca. zwei Stunden halten wir an zur “ Qahwa-Pause”. Wir binden Sheila und Eila die Vorderbeine zusammen und mit einem klaren “Schsch”-Laut l&#228;&#223;t Yaser die beiden niederknien. Holz f&#252;r ein Feuer zu finden ist kein Problem, &#252;berall finden wir trockene &#196;ste der vereinzelt, h&#252;fthohen B&#228;ume und Str&#228;ucher. Aus der gusseisernen Kaffekanne zischt es bald wohlduftend. Der warme, leicht bittere Kaffee mit Kardamon gew&#252;rzt und zuckerfrei schmeckte erstaunlich gut.</p>
<div style="text-align: center"><img alt="Oman" id="image1362" src="http://www.frosch-blog.de/wp-content/uploads/2007/10/Begegnungen.jpg" /></div>
<p>In den n&#228;chsten zwei Stunden wird es deutlich w&#228;rmer, wir reiten nun auf den R&#252;cken der Kamele durch die Sandd&#252;nen. Das herunterh&#228;ngende Stoffteil des Turbans habe ich mir l&#228;ngst vor mein Gesicht gebunden, ist die Luft jetzt doch auf gute 45 Grad erhitzt. Pl&#246;tzlich erh&#246;hen unsere Kamele ihren so angenehm sanften, leicht schaukelnden Schritt und traben durch den tiefen Sand. Nach der n&#228;chsten D&#252;ne ist mir auch klar warum; in 200m Entfernung sehen wir zwei Kamele stehen und eine niedrige Behausung. Es ist schon Mittag und die Beduinenfamilie erwartet uns bereits. Die drei M&#228;nner begr&#252;&#223;en Yaser mit dem “Nasenkuss” der Bedus, die in Schwarz gekleidete Frau mit der Burak, der traditionellen Gesichtsmaske, hei&#223;t uns mit Handschlag und dem so famili&#228;ren “Asalam Aleikum” willkommen. Wir werden gebeten vor ihrem aus einfachen Palmenzweigen und Stoffbahnen gest&#252;tzt von “modernen” Eisenstangen gebauten Unterschlupf die Schuhe auszuziehen, wir betreten schlie&#223;lich ein arabisches Haus!</p>
<p>Wir setzen uns unter das sch&#252;tzende Dach auf einen persischen Teppich und sogleich werden aus der K&#252;che nebenan getrocknete Datteln und Qahwa gebracht. Wir st&#228;rken uns und w&#228;hrend des Austauschs von Neuigkeiten aus den Oasen zwischen Yaser, den drei Jungen und ihrer Mutter wird viel gelacht. Auf meine Frage, ob das die ganze Familie sei, die hier 45km von der n&#228;chsten Oase entfernt lebt, antwortet die Mutter, dass sie noch eine Tochter hat. Ich bin sehr erstaunt, hatte ich bis jetzt doch keine andere Menschenseele gesehen noch geh&#246;rt. Ich bitte zu ihr gehen zu d&#252;rfen, um sie zu begr&#252;&#223;en.Einer der Br&#252;der f&#252;hrt mich um die Ecke in die sogenannte K&#252;che, wo zwei tiefbraune Augen umh&#252;llt von einem Kopftuch  mich fr&#246;hlich anl&#228;cheln. Rachmer hat alles von unserer Unterhaltung geh&#246;rt und nun freuen wir uns beide. Ich setze mich zu ihr, wir halten uns wie alte Freundinnen an den H&#228;nden, wenn wir sie nicht gerade zur Verst&#228;ndigung ben&#246;tigen. In einem Gemisch aus Englisch, Arabisch und Gesten erfahre ich, dass sie vierzehn ist, unverheiratet und das dies der Grund ist, warum sie sich meinem F&#252;hrer Yaser, der nicht zu ihrer Familie geh&#246;rt, nicht zeigen darf. Eine gewisse Zeit hat Sie schon im M&#228;dcheninternat von Ibra verbracht und flei&#223;ig gelernt, aber der Weg war immer so weit, dass sie in die W&#252;ste zur Familie zur&#252;ckgegangen ist. Au&#223;erdem hat die Familie stolze 150 Ziegen zu h&#252;ten und Rachmer beaufsichtigt sie an ihren Weidepl&#228;tzen. Eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, denn f&#252;r eine Ziege erh&#228;lt man bis zu 90 €uro auf den Wochenm&#228;rkten Omans. Die anderen rufen mich und ich muss Rachmer verlassen, allerdings nicht ohne von ihr ein Foto zu machen und dem Versprechen, es ihr beim n&#228;chsten Mal mitzubringen. Als ich wieder zu den anderen zur&#252;ckkomme, ist schon ein schwerer Kessel bis zur H&#228;lfte im Sand vergraben. Darin befindet sich weicher, gut klebriger Reis und frisches Lammfleisch. Mir wird sofort klar, dass es eine gro&#223;e Ehre ist zu einem solchen kostspieligen Mittagessen eingeladen zu sein! Doch zun&#228;chst m&#252;ssen das feine Lammfleisch und der Reis miteinander zu einer dicken, gut mit den H&#228;nden formbaren Masse vermischt werden, wozu mir ein langes St&#252;ck Holz gereicht wird. Ganz sch&#246;n anstrengend ist das Verr&#252;hren und Stampfen. Auf einer gro&#223;en Platte serviert, und wir im Kreis darum sitzend, formen wir Aprikosengro&#223;e B&#228;llchen, die wir uns dann gen&#252;sslich in den Mund schieben.<br />
Nach diesem Festmahl hei&#223;t es Abschied nehmen. Bis auf Houssin, den j&#252;ngsten Bruder, fahren alle mit dem 20 Jahre alten Pickup nach Minthirib, auch Rachmer, um am n&#228;chsten Tag auf dem Ziegenmarkt zwei Ziegen zu verkaufen. Wir w&#252;nschen uns gegenseitig „Gute Reise“, Yaser und ich nehmen unsere Kamele an die Hand und laufen wieder hinein in die endlose Weite der Wahiba Sands.</p>
<div style="text-align: center"><img alt="Oman" id="image1360" src="http://www.frosch-blog.de/wp-content/uploads/2007/10/Bedouin.jpg" /></div>
<p>Die Sonne geht in Oman fr&#252;h am n&#246;rdlichen Wendekreis des Krebses unter und so bleiben uns noch zwei Stunden bis zu unserem angepeilten Nachtlager. Endlich angekommen auf dem Kamm einer hohen D&#252;ne, suchen wir uns eine windgesch&#252;tzte Mulde.  Ich will gerade meine „W&#252;stenschuhe“ ausziehen, als Yaser still den Kopf sch&#252;ttelt und erkl&#228;rt, in den k&#252;hlen Stunden des Tages kommen die Skorpione heraus und da sind die dicht gestrickten Socken genau das Richtige. Wir breiten die mitgebrachten Decken aus, die uns als S&#228;ttel gedient haben, z&#252;nden ein Feuer an und setzen uns an den Rand des hohen D&#252;nenkamms, um in der uns seit Stunden einh&#252;llenden Stille der W&#252;ste das wechselnde Farbenspiel der untergehenden Sonne anzuschauen. Yaser dr&#252;ckt den starken Tabak in seine kleine Pfeife, zieht  zweimal und klopft sie aus. Ich lasse meine Augen die entspannte Wirkung des milden Abendlichtes genie&#223;en. Schnell geht sie unter, und wir machen uns daran in der heruntergebrannten, hei&#223;en Asche Wasser f&#252;r den Reis aufzusetzen. Ich bin schon wieder hungrig und das einfache Reisgericht mit frischen Karotten, Zwiebeln, Kardamon und Nelken schmeckt vom Holzfeuer einfach hervorragend. Mit dem Sand reinigen wir den Topf und die gro&#223;e Platte. Ich lege mich in den Sand und staune die Milchstra&#223;e an. Mitten in der Nacht werde ich geweckt, ich habe mehrere Tropfen abbekommen, f&#252;hle meine Decke, die schon ganz nass ist, und verkrieche mich ganz unter ihr. „Mitten in der W&#252;ste Regen, das gibt’s doch nicht!“, denke ich und schlafe wieder ein. Am n&#228;chsten Morgen trocknen die ersten Sonnenstrahlen unsere nass gewordene Ausr&#252;stung innerhalb einer halben Stunde. Yaser, der irgendwo bei den Kamelen geschlafen hat, hat vom Regen der  Nacht nichts mitbekommen.<br />
Ich nehme meinen Waschbeutel und eine Plastikflasche mit Wasser und gehe zu meiner Morgentoilette. Herrlich das k&#252;hle Wasser im Gesicht. &#220;berall sind die frischen Spuren der zahlreichen nachtaktiven Tiere zu sehen und kleine, getrocknete „Einschlagkrater“ der n&#228;chtlichen Regentropfen.</p>
<p>Nach dem Fr&#252;hst&#252;ck,bestehend aus schwarzem Tee mit Zucker und Datteln, brechen wir auf und gehen auf dem hohen D&#252;nenkamm entlang nach Norden. Einhundert Meter unter uns eines der zahlreichen L&#228;ngst&#228;ler der Wahiba Sands, durch die alleine man die W&#252;ste vollst&#228;ndig von Norden nach S&#252;den durchqueren kann. Yaser dreht sich zu mir um, ich sollt mein Gewicht nach hinten verlagern: „Wir werden jetzt ´sandgliden und zwar die D&#252;nen runter“. Zun&#228;chst probieren wir kleine D&#252;nen auf dem R&#252;cken der tiefeinsinkenden Kamele aus. Volles Vertrauen muss man haben, um nicht dann doch abzusteigen und lieber das ganze zu Fu&#223; zu machen. Aber dann macht es Riesenspa&#223;. Bald aber erreichen wir den Rand des gro&#223;en D&#252;nenkammes. Hier l&#228;&#223;t mich Yaser nun doch absteigen, er wolle nichts riskieren, und das bedeutet, mit den Kamelen am Seil die D&#252;ne hinunter zu gleiten. Ich stelle mich oberhalb von Sheila in Position und dann laufen wir gemeinsam die gro&#223;e D&#252;ne hinab. Ich muss aufpassen, dass sie mich nicht &#252;berholt mit ihren langen Beinen wohlm&#246;glich auf den Fu&#223; tritt  oder mich an die Seite dr&#252;ckt. Es geht alles gut, Yaser schie&#223;t von unten Photos, zeigt sie mir grinsend und gibt  mir begl&#252;ckw&#252;nschend die Hand. Ich habe wohl so etwas wie eine „Kamelf&#252;hrerinpr&#252;fung“ bestanden.</p>
<div style="text-align: center"><img alt="Oman" id="image1361" src="http://www.frosch-blog.de/wp-content/uploads/2007/10/Begegnungen-2.jpg" /></div>
<p>Auf dem harten, windgepressten Boden des L&#228;ngstales geht es z&#252;gig weiter. Wir passieren eine von Beduinen angelegte Wasserstelle mit Dieselmotor, waschen uns die Gesichter und gehen nach einer kurzen, nat&#252;rlich Qahwa-Pause, unter einem Ghaf-Baum weiter. Hunger habe ich keinen. Wir finden jetzt viele dieser Trockenheit resistenten B&#228;ume. Ein Zeichen, dass hier in bis zu 40m Tiefe fossiles Grundwasser vorhanden ist, welches sich in feuchteren Klimaperioden vor Millionen von Jahren angesammelt hat. Aber mir wird auch klar, dass wir uns jetzt immer mehr dem Basiscamp n&#228;hern und mein zweit&#228;giger W&#252;stentrek sich dem Ende neigt.  Nat&#252;rlich werde ich wiederkommen, „Inshallah“, aber es f&#228;llt mir schwer die Weite der W&#252;ste zu verlassen. Wir werden schon von Binod erwartet. Er fragt mich, wie es mir gefallen hat und ich l&#228;chle einfach nur. Er sieht  mich an und versteht. Nachdem wir die Sheila und Eila abgeladen haben, danken wir ihnen mit Wasser und lassen sie auf dem Campgel&#228;nde frei. Ich verabschiede mich von Yaser, er kann nicht mehr zum Barbecue bleiben, sondern will nach Hause zur Familie, die er jetzt schon zwei Wochen lang nicht gesehen hat.<br />
Ich beziehe mein festes Zelt, nehme  eine noch warme Dusche und gehe mit einem sehns&#252;chtigen Herzen zu den anderen Campg&#228;sten.</p>
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