18. April 2017

Sri Lanka Radtrekking 18.3.- 1.4.17

Reisebericht von Katja
FORSCH Reiseziel Sri Lanka Radtrekking

Im Rausch der Sinne – eine Reise mit reichlich Realität auf allen Ebenen

Vorweg sei gesagt: Wer sich ein intensives Reiseerlebnis wünscht, mit ordentlich Bewegung und Komfort sowie vielschichtigen Eindrücken aus den unterschiedlichen Bereichen singhalesischer Kultur, Lebensweise und Natur, dem sei diese Reise ans Herz gelegt.

 

Das Radtrekking
Ja, ich gebe zu, dass ich die sportlichen Anforderungen aus der Reisebeschreibung zu meinen Gunsten ausgelegt hatte, um buchen zu können. Frosch hatte mich bei meiner Rückfrage darin bestärkt, dass ich das schaffen würde … Radtrekking ist meine Leidenschaft, das hatte ich schon häufig unternommen, allerdings als Flachländerin meist mit wenig Steigung, dafür aber lange Strecken und mit Gepäck. Mountainbike war ich auch schon gefahren, über Stock und Stein, Sand, Matsch, Geröll und Schotterpiste.

Dass mich allerdings die Realität mit einem stellenweise mittelschweren Mountainbiking (ein Teil der Gruppe lacht jetzt vielleicht laut auf) mit etlichen Steigungen einholen würde, war einerseits eine schöne Herausforderung und es hat viel Spaß gemacht, sich daran auszuprobieren. Andererseits war nach den ersten beiden als leicht eingestuften Touren klar, dass ich die folgenden „Bergetappen“ konditionell nicht schaffen würde … schon gar nicht bei der Hitze. Und damit war ich nicht allein: Fünf von 14 Mitreisenden waren froh, noch nachträglich ein E-Bike buchen zu können und konnten so die Touren mitfahren und in vollen Zügen genießen. Ich hab das E-Bike nur an Anstiegen in den untersten Eco-Modus angestellt und bin alles, so gut es ging, ohne Unterstützung gefahren. Geschwitzt habe ich trotzdem wie verrückt, gestrampelt auch. Schließlich ist jede Bewegung in dem Klima eine Herausforderung, langes Akklimatisieren war vor der ersten Fahrt nicht möglich. Das E-Bike war die Rettung und die Reiseleitung hat das unkompliziert möglich gemacht, obwohl wir längst nicht mehr am Startpunkt waren.

 

Kultur, Natur, Land und Leute
Dieser spannenden Kultur und für mich gänzlich neuen Religionen zu begegnen, war vor, nach und während der Fahrradtouren eine sehr schöne Erfahrung. Etliches wurde erklärt, auf Nachfrage auch im Detail. Wer nur schauen wollte und einfach eintauchen, wurde nicht überfrachtet mit Informationen. Die vielen sichtbaren Rituale und der Zauber der Skulpturen und Gebäude wirken auch ohne große Erklärungen. Die Stationen an kulturhistorischen Stätten und die Städte waren schön und eine gute Abwechslung zu den Pisten, Landstraßen und Dörfern. Tempel, Märkte und Basare, Tuk Tuks und Restaurants, all das ließ sich auch leicht allein entdecken, wenn es Freizeit gab. Die Menschen sind uns allerorts sehr freundlich begegnet, ich vermisse ihr Lächeln sehr und die eleganten Saris und Sarongs in allen Farben.

 

Überwältigend war die Natur: Auf unserer Reise sind wir durch unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen geradelt. Meine Wünsche würden erfüllt, ich habe Regenwald gesehen und Teeplantagen und so viele Pflanzen, dass ich von den Eindrücken noch lange zehren werde: Kakaobäume am Straßenrand, Pfeffersträucher in Gärten, Mango, Kokos, Tee, Cashews und viele mir unbekannte Früchte und Gemüsesorten.

 

Die Tiere
Nicht nur auf der Safari gab es hinreichend Eindrücke aus der Tierwelt, sondern auch auf den Fahrradtouren verschiedene Begegnungen am Straßenrand. Das ein oder andre Mal hätte ich gern genauer geschaut, was da im Baum sitzt, aber dann wollte ich nicht den nächsten Abzweig verpassen. Die Leoparden haben sich übrigens nicht gezeigt, die Elefanten schon.

 

Das Essen
Die singhalesische Küche hat mich begeistert und nur enttäuscht, wenn sie zu sehr für Touristen abgemildert war … zum Glück kam dies nicht so häufig vor. In vielfältigen Currys in Gemüse- und Fischvarianten haben wir geschwelgt, auch die Fleischesser kamen auf ihre Kosten. Wenn es mal eher europäisches Buffet im Hotel gab, war das auch ok und eine Abwechslung (und für einige eine Erlösung). Die Frühstücksvarianten haben mir extrem gut gefallen und ich hab alles ausprobiert, von „warmem grünem Kräuter-Smoothie“ über Daal und Roti, Egghoppern, köstlichen Obstvariationen bis zu europäisch/englischen Eiern und Brot. Und natürlich Wasserbüffeljoghurt mit Honig, mmmh!

 

Die Reiseleitung und das Team
Upendra hat mit Herz und Seele seine Kultur vermittelt und uns vieles gezeigt und erklärt. Er hat versucht allen Wünschen nachzukommen und die Reise entsprechend spontan anzupassen, mitunter war er natürlich den Gegebenheiten unterworfen. Ich fand die Organisation umwerfend, ich weiß nicht wie man das so leger hinbekommen kann, ich würde wahnsinnig werden … er hingegen strahlte Gelassenheit aus fand eine Lösung für so gut wie alles. Upendra, ich danke dir dafür, dass du uns eine so schöne Zeit ermöglicht hast! Das Team war auch sehr nett und hilfsbereit, immer zur Stelle, wenn es ein Fahrradproblem oder Durst/ Hunger gab. Upendra ist es wichtig, seinen Gästen auch die Probleme des Landes, die sozialen Missstände und Nöte der Menschen zu zeigen. Ich fand das sehr erhellend. Gern hätte ich hier und da eine spontane Müllsammelaktion gestartet, aber da es kein entsprechendes Entsorgungssystem zu geben scheint, hätte ich auch nicht gewusst, wohin damit.

Der Komfort
Die Unterkünfte waren unterschiedlich ausgesucht, von einfacheren Gästehäusern bis zu Luxushotels. Ich hatte, bis auf einmal, immer ein sehr schönes großes und komfortables Einzelzimmer, teils mit wunderschöner Ausstattung. Das Moskitonetz habe ich nicht gebraucht, den Seidenschlafsack auch nicht, alles war picobello. Ein Bad teilte ich mir mit einem kleinen Frosch – wie passend. Herrliche Anlagen mit Pools und Gärten, tolle Terrassen und Ausblicke.

Und sonst:
Für eine erste Ayurveda-Massage ist es nie zu spät, das war sehr schön und erholsam. Die Zugfahrten waren super, zuhause weiß ich die DB nun mehr zu schätzen. Der Indische Ozean stand leider zum Ende der Saison auf roter Flagge, aber sah trotzdem gut aus. An frühes Aufstehen gewöhnt man sich, wenn klar ist, dass man dann der Mittagshitze entgehen kann. Das zweiwöchige Schwitzen verschafft eine durch und durch gereinigte Haut. Ich bin sehr glücklich, dass ich dabei war! Auf Wiedersehen Sri Lanka!

Ein Gedanke zu „Sri Lanka Radtrekking 18.3.- 1.4.17

  1. Yvonne Willers

    Hallo, Du hast einen sehr schönen Reisebericht geschrieben, der mich hoffen lässt auf das was kommt. Mit meinem Sohn habe ich Sri Lanka für Mitte Juli gebucht, auch eine Rundreise, teilweise mit Fahrrad. Wir freuen uns schon lange darauf, doch seit der Monsunkatastrophe habe ich auch ein ungutes Gefühl entwickelt. Es ist sowieso schon eine abenteuerliche Reise, aber in ein Katastrophengebiet möchte ich nicht unbedingt reisen. Tausende auf der Flucht, in Notunterkünften, Wasserreinigungstabletten werden von der Uno bereitgestellt, Schlammlawinen in Bergdörfern, steigende Gefahr von Denguefieber….
    und dann kommen wir und werden vermutlich gut versorgt, das fühlt sich auch nicht gut an.

    Meine Frage an Dich wäre, was hast Du oder die anderen für den Mückenschutz getan? Morgens und abends DEET, oder sogar mückendichte bzw. mückenimprägnierende Kleidung? Das ist meine größte Sorge, besonders für meinen Sohn. Tollwut- und andere Impfungen die möglich sind nehmen wir war. Vielleicht könntest Du aus Erfahrung bzgl. Reisegepäck etwas schildern?

    Freue mich über eine Antwort, Danke!
    Liebe Grüße
    Yvonne

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