4. Juli 2012

Mellow Yellow: Acht Jahre Korfu und noch mehr

Reisebericht von Susanne W.
FROSCH Reiseziel Sportclub Korfu, Griechenland

Vor Jahren habe ich Touristen belächelt, die Jahr für Jahr dieselbe Bucht auf Mallorca oder in Dänemark ansteuerten. Heute und mit gehobenen Alter werde ich von anderen belächelt: denn immer mal wieder – aber natürlich nicht ausschließlich – zieht es mich mit Frosch in den Südwesten auf Korfu.

Vieles hat sich geändert , aber – zum Glück- nicht Alles.

Bis 2004 stand für Frösche – neben einzelnen über Mitbewerber zu buchenden Zimmern im Sporthotel- einzig und allein nur das Dio zur Verfügung. Wer zum Meer mal die Swimmingpool-Alternative brauchte- den es bekanntlich im Dio nicht gibt – schlappte 50m weiter ins kleine Nachbarhotel zu Niko, der sich über durstige und Mythos bestellende Frösche und unter diesen besonders die weiblichen Exemplare mit langen blonden Haaren freute.

Dafür stellte er sein warmes Swimmingpool-Wasser, die von seinen überwiegend englischen Gästen liebevoll und intensiv angewärmten Liegen wie auch die 60er Jahre -Hintergrundmusik kostenlos zur Verfügung.

Abends aß der Dio – Froschgast im selben Etablissement wie heute: nur dass es damals nicht „Mango“, sondern „Charisma“ hieß, an der Straßenterrasse Hängematten zum Verweilen und Entspannen vor oder nach dem Essen einluden und von der Strandterrasse eine Treppe zum Strand führte, die ebenfalls vor und nach dem Essen zum appetitanregenden oder fettabbauenden Strandgang initiierte.

Kalorien abbauen konnte man zusätzlich abtanzend und zwar sonntags (Begrüßungs- und Kennenlernparty), mittwochs (Mottoparty) und freitags (Abschieds und Chlomos-Siegerehrungsparty). Die Musik wechselte von Anastasia, Nickelback und Robbie Williams  über Marquez’ „Lied mit Pfeifton“ zu einer sehr abgewöhnungsbedürftigen Abba-Revival Phase zu Charlie Winston, den Amys und Adele. Und zum Glück war

die Musik nur im Ausnahmefall wie in diesem Vorsommer so disjockeytechnisch so schlecht choreografiert, dass auf der Tanzfläche mehr gestanden als getanzt wurde…

Die Partys in der mango-bar sind geblieben, Hängematten und Strandtreppe verschwunden und haben einer wunderschönen lounge – Landschaft Platz gemacht, von der man früher wie heute korfiotische Sonnenuntergänge bewundern kann.

Teamer waren – da noch nicht mit einem farbeinheitliches Frosch-T-Shirt bekleidet- nicht immer von Gästen zu unterschieden, und der Frosch-Shop-Verkauf fand, wenn überhaupt, aus einem kaum gefüllten Pappkarton statt.

Auch waren die Gästebegrüßungsansprachen noch nicht professionell standardisiert, aber nicht weniger lustig als heute.

2005 kam der erste Umbruch: das Sporthotel wurde nun nicht mehr alljährlich ausgeschrieben und war dann mal in der Hand des Kölner Clubs, bei SFI oder Frosch, sondern nur noch bei den grünen Amphibien. Und die scheinen irgendetwas besser gemacht zu haben, denn bekannterweise gibt’s die Erstgenannten schon lange nicht mehr. Und so war ab diesem Jahr auch das Sporthotel fest in Frosch-Hand und wurde seinerzeit ebenso liebevoll wie kompetent geleitet von Jenny.

Für mich als überzeugte Dio-Bucherin hieß das: der Weg zum Pool war (und ist) fast genauso kurz wie zuvor zu Niko, der Pool jedoch größer , tiefer und in einem wunderschönen Garten gelegen, in dem man sich ab 17 Uhr auch  außerhalb des Wassers bewegen konnte. Was früher BOP, Stretching oder Aerobic hieß, ist heute Bodytonic, Pump und Summerworkout  .

Und nach zum Glück nur einer Saison (2007), in der Jungfamilien Pool, Garten und Restaurant bevölkerten und belärmten, fand man hier auf der Hotelwiese selbst in der Hochsaison idyllische Ruhe in der Hängematte oder Liege.

Und da die Mangobar nun weitaus mehr Gäste unterbringen musste, gab’ s dafür hier keine Hängematten mehr, dafür mehr und viel dichter gestellte Tische sowohl zur Straße als auch zum Meer.

Angesichts des eher hässlichen und nicht wirklich vorhandenen Straßenortes Agios Georgious erstaunlich, aber wahr: Korfu war zunehmend einer der Buchungsrenner geworden! Offenkundig verstehen es die Hotelwirte hier besser als in Sarti, Froschgäste zumindest überwiegend zufrieden zu stellen und anzulocken.

So wurde 2011 mit dem „Paradise“, unmittelbar hinter dem Dio, ein weiteres Hotel unter Vertrag genommen und zur Single- und/oder Family-Residenz erklärt.

Nunmehr hat der Frosch die Qual der Wahl zwischen der Rundumversorgung im Sporthotel mit „Jeden-Abend-Essen in der Mangobar“, „dreimal essen, dreimal frei wählen“ im Dio oder dem „fünfmal Mango“ beim 10 Tage – Aufenthalt im Paradise (Anm.: nur in der Vor- und Nachsaison. In der Hauptsaison bleibt die Paradisegäste allerdings nur essenstechnisch unter sich), zwischen einem fast-Groß-Hotel mit 70 Zimmern (San Georgio) mit größerem Pool am Haus,  dem mittel-Groß-Hotel Paradise mit kleinem, aber feinen Pool ebenfalls vorm Haus und dem poollosen, aber unbedingt kuscheligeren 24- Zimmerhaus Dio.

Die Vielzahl der Gäste (ca. 160) bringt zumindest in der Hauptsaison ein riesiges Angebot an alternativen bike-Touren, Wanderungen und Fitness-Angeboten mit sich, die unabhängig von Hotelzugehörigkeit von allen genutzt werden können. Aufgrund der häufiger wechselnden Konstellationen bedeutet das allerdings, sich deutlich mehr konzentrieren zu müssen, um sich Gesichter und Namen zu merken … Die peergrup-Fixierung ist –zumindest außerhalb des Paradise- schwieriger geworden.

Beruhigend  ist, dass trotz der Aufstockung der Destinationen und der wechselnden Teamer an vielen Ritualen und Traditionen festgehalten wird: sei es das am Freitag stattfindende Chlomosrennen, für das immer wieder einzelne Frösche mehrfach täglich auch bei heißesten Hochsommertemperaturen heimlich trainieren, oder das  köstliche griechische Menue für die Nicht-rundum-versorgten Frösche bei Anita in der Harley- Bar am Ankunftstag, der zeitgleich stattfindende Grillabend in den Hotelgärten mit Lampions und Glühwürmchen (im Mai).

Und wer, wie ich, des Öfteren kommt, freut sich

  • dass sich alljährlich im Frosch- Chat die Diskussionen um der Mückenintensität auf Korfu wiederholen
  • dass das Essen in der Mangobar trotz wechselnder Köche so gut geblieben ist
  • es Lokale wie das Kafesas, Malibu und die Harley – Bar immer noch gibt
  • immer wieder und größtenteils vergeblich Muscheln an wunderschönen  Stränden und Buchten zu suchen
  • auch bei der 5. Bootstour nach Paxos und Antipaxos noch auf Delfine zu hoffen
  • auf das spezielle „Choco-Magnum“, das es so nur in Griechenland und immer seltener gibt
  • lieb gewonnene Teamer wie Steffi, Josie, Nadja, Sven und Hunde (Athos) immer mal wieder auf Korfu anzutreffen
  • den einen oder anderen Hund (z.B. über www.flugpatenschaft.com) retten zu helfen. (Aktuell freut sich übrigens Sommie  neben dem Dio
  • über Spazierbegleitung wie Streicheleinheiten)

Und Nikos mit mittlerweile ergrauten Haaren winkt und freut sich, wenn man –ob blond oder grau- bei ihm ein Mythos trinkt und bei dem einen oder anderen Fußballspiel an seinem Flachbildschirm für Stimmung sorgt. Wo sonst, wenn nicht hier, hört man Oldies, die man fast vergessen zu haben glaubte: mellow – yellow….

Kalimera Korfu: trotz Griechenlandkrise, der Animationsgeräuschkulisse eines all-inclusive-Hotels, der grundsätzlich und zu jeder Zeit offen stehenden Mülltonnen

und der Busfahrer, die unverändert bis heute ihren Motor bei Benzinpreisen von knapp 2€ 15 Minuten laufen lassen, während sie auf ihre Gäste warten:

Ich komme wieder!

2 Gedanken zu „Mellow Yellow: Acht Jahre Korfu und noch mehr

  1. Anja

    Hallo Susanne,

    super toller Bericht!! Vielen Dank dafür!! J
    Deine kleine „Veränderungsstory“ erinnerte mich sehr an meine Eindrücke aus Sarti und die (landschaftlichen) Veränderungen dort in den Jahren 2005 bis 2009. Alles hat seine Vor- und Nachteile, gell. J
    Nach div. Frosch-Reisen zieht es mich nun auch mal nach Korfu. Freu mich wie Bolle – jetzt erst recht!

    LG Anja

  2. Michael

    Jassu Susanne,
    Dein Reisebericht ist Dir super gelungen.
    War auch schon sehr oft auf Korfu ( habe den Virus in mir) und
    werden auch dieses Jahr wieder dorthin fahren.
    Freue mich wie jeck.
    Gruss Michael

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