22. August 2008

Ägäisches Paradies oder Sappho lässt grüßen

Reisebericht von Susanne Wondollek
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Aphrodite, Lesbos – Griechenland

Bei gefühlten 12, laut Wettervorhersage 16 Grad und Nieselregen in Deutschland macht es besonders viel Freude, mit FROSCH in den Süden zu reisen. Nach Chalkidiki, Kreta und Korfu sollte es diesmal Lesbos sein – trotz des aufwändigen, weil über Nürnberg gegabelten und dadurch langen Fluges.
Ob sich dieser lohnen sollte?
Die Antwort lautet ganz eindeutig: ja!

Bereits aus der Vogelperspektive wird deutlich, dass sich auf der drittgrößten griechischen Insel der Tourismus in überschaubaren Grenzen hält. Dies bestätigt sich während der heißen und wenig klimatisierten Busfahrt zum Hotel: kein einziger Hotelklotz, kein griechischer Ballermann und keine Ansammlung britisch frequentierter fish und chips – Buden ist zu entdecken. Stattdessen strahlt die Insel vom ersten Moment an Ruhe und Gelassenheit aus.

„Cigar, cigar“ scheint hier gefühltes und gelebtes Lebensmotto zu sein. Dies beweist auch der Busfahrer, der mit bewundernswerter Geduld und Fahrkompetenz jede Haarnadelkurve millimetergenau nimmt und nicht schneller als 30km/h fährt, wenn mal wieder ein nicht frisiertes Moped, ein Trecker oder ein huttragender Mittwochsfahrer vor uns nicht überholt werden darf. Die von Frosch geschätzte Transferzeit von 90 Minuten erweist sich somit als optimistisch und übermütig, zumal die Gäste von Jahn, Attika, IST usw. alle vor uns „ausgesetzt“ werden.

Aber irgendwann ist das Ziel erreicht, und das Hotel Aphrodite mit seinen ca. 70 Zimmern entpuppt sich als beschaulich und ruhig. Zwar gehörten wir nicht zu den privilegierten Frühbuchern der Strandappartements (seid herzlich gegrüßt! Es war euch gegönnt!), aber auch die „normalen“ Zimmer sind trotz der größeren Entfernung zum Meer nicht zu verachten. Auf den Fernseher hätten wir jetzt, nach Ende der EM, gut verzichten können, die harten Matratzen und der Kühlschrank waren dagegen das Gold wert, das die deutsche Mannschaft trotz aller schwarz-rot-goldenen Fähnchen (zu Recht!) nicht errungen hat.

Hinsichtlich des Essens kann ich mich der vorherigen Lesbos-Reiseberichtschreiberin nur anschließen. Von ihr bekamen wir auch am ersten Abend den Tipp, den Essensschwerpunkt auf die leckeren Vorspeisen zu setzen, was sich als gut und richtig erweisen sollte. Dass das Hauptgericht laut erfahrener Frösche in der vorangegangenen Woche noch schlechter gewesen sein soll, hat uns doch überrascht. Der Koch nahm sich offenkundig nicht allzu sehr zu Herzen, dass sein Pastitio von nahezu allen Gästen in der Menge nur geringfügig reduziert in die Küche zurückkehrte. Kurzzeitig kamen meinerseits melancholische Erinnerungen an Thorstens und Svens Kochkünste auf Korfu auf…
Schade, dass FROSCH nicht überall eigene Leute als Küchenchefs einsetzen kann!
Der nachdrückliche Einsatz von Jeanette brachte jedoch im Lauf der Woche eine kleine Besserung und vor allem häufiger Obst zum Nachtisch, das man auch problemloser zum Sonnenuntergang mit in die Taverne nehmen konnte. Und übrig gebliebene Kirschen nahm Denis jederzeit gern ab.
Das Frühstück war für griechische Verhältnisse „in unserer Woche“ top. Niemand musste sich um ein Absinken seines Cholesterinspiegels Gedanken machen, denn Eier gab es wechselweise in gespiegelter, gerührter und gekochter Form. Schön wäre gewesen, hätte es den griechischen Sahnejoghurt täglich gegeben, aber vielleicht hat man sich Sorgen um unseren Kalorienpegel gemacht.
Das eine oder andere auf dem Frühstücksteller war mit Wespen und Meisen zu teilen(letztgenannte waren uns wesentlich sympathischer!), aber Tiere wollen schließlich auch (gut) leben.

Nein, wir sind nicht nur zum Essen nach Lesbos gefahren! Sondern zum Schwimmen, Biken, Wandern, Volleyballspielen, kurzum: um einen froschtypischen, also aktiven und sportlichen Urlaub zu erleben. Beginnen wir also mit dem Chillen. Letzteres kann man am Strand trotz der unbequemen Liegen, die mit unserer Abreise ausgewechselt wurden (siehe Reisebericht von Susanne) wunderbar. Bis in die Mittagstunden spenden Pinien Schatten, wem es dann zu heiß wird, sollte sich entweder ins Meer oder in die direkt hinter dem Strand gelegene Taverne begeben. Wunderschön hier wie am Swimmingpool und auf der Hotelterrasse: nirgendwo wurden wir von Musik dauerbeschallt! Hoffentlich bleibt das so!

Während der immer freundliche, auch bei hohem Andrang nie hektische Costas Mythos, Tsaziki, Salat, Zuccini – Pie und Keftedes serviert, findet man grundsätzlich die eine oder andere Frosch-Runde, zu der man sich gesellt, um die Windverhältnisse (ab Mittag fast immer gut bis sehr gut) vor-, die Wanderungen und Biketouren nachzubesprechen, grundsätzliche philosophische und sonstige Lebensfragen zu klären und Fröschen bei ihren ersten Surfversuchen oder dem Versuch, ins Meer zu kommen, zuzugucken.
Letzteres ist wirklich alles andere als einfach. Aber: wäre es das, wäre der Strand auch in der Hauptsaison nicht so beschaulich und ruhig. Und netterweise hat Denis besonders für alle surfenden aber auch die sonstigen Frösche einen Weg ins Meer freigeschaufelt, auf dem einen die größeren Steine erst mit einem Meter Verspätung ins Straucheln bringen. Ausdrücklich weist Denis in seiner Antrittsrede auch darauf hin, dass surfende und nicht surfende Frösche bei der Nutzung dieses liebevoll angelegten Weges aufeinander achten sollten, da durch das Surfbrettmesser hervorgerufene Eiterwunden besonders schlecht heilten. Aber: alles halb so schlimm und unseres Wissens hat sich niemand ernsthaft verletzt, weder beim ins Meer gehen noch bei dem Begegnung mit einem Surfer noch auf dem Volleyballfeld, was wirklich verwunderlich ist. Info an Susanne: es gibt tatsächlich noch schlechtere, z.B. den in Montaione, was ansonsten ebenfalls ein Traumreiseziel ist.

Nachdem wir bei diesem aktiven Power – Chill – Programm am Anreisetag bereits den einen oder anderen Frosch kennen gelernt hatte, erschien das abendliche Kennenlern- bzw. Zusammenführungsspiel von Alt – und Neufröschen fast als überflüssig. Man erfuhr jedoch hier so lebenswichtige Vokabeln wie „Kiriaki“ (Sonntag) und „frutta“ (Obst: wer hätte das gedacht??), dass einzelne Lehrerinnen ihren Beruf verleugnen und sich als Stewardess ausgeben und es selbsternannte Schimmelfrösche gibt, die bereits 13mal mit dieser von Herrn Frost und Herrn Schweins ins Leben gerufenen Reiseorganisation unterwegs waren.
Ein Hilferuf an die Beiden oder wer immer zuständig ist: Nach Definition eben dieser Stammfröschin wäre ich auch schimmelig, möchte es aber nicht sein. Gibt es ein touristisches FROSCH – Dasein nach Erreichen des Gold – Status? Wie sieht es aus?? Schimmelig????

Was Frosch / Fröschin auf Lesbos unbedingt tun sollte, ist:

  • sich Kajaks leihen, zu den blauen Grotten (gibt es die eigentlich überall??) paddeln und sich in einer wie in Hitchcocks „Vögel“ zu fühlen,
  • sich während der nicht ganz billigen Bootstour zu den Rabbits Island den Wind um die Nase wehen zu lassen, beim Schnorcheln im Meer kleine Oktapusse und Tigerfische zu entdecken, leckere Grillspieße zum gekühlten Weißwein zu essen und den unvergesslichen Blick auf das Lichtermeer von Molyvos in der Dämmerung zu genießen,
  • mit Denis einen Ouzo an der Surfbretttheke zu trinken, einen oder mehrere Musikwünsche erfüllt zu bekommen und Wetten abzuschließen, ob er im nächsten Sommer wirklich nicht mehr bei FROSCH ist und eine (neue) Traumfrau gefunden haben wird,
  • ab mittäglichem Windaufkommen eine CAT-Segelfahrt zu buchen, jede Welle zu spüren und zu riechen,
  • entweder den „Chlomos“ (ist 200m höher als der Hausberg von Korfu!) von Lesbos geschmeidig und gemütlich zu errollen oder die Bergwanderung nach Vofios mitzumachen und in beiden Fällen traumhafte Ausblicke zu haben,
  • in der Congas – Bar mit Blick auf das Meer und den Sternenhimmel abzutanzen,
  • den Sonnenuntergang mehrfach (!) bei mitgebrachten und zuvor im Kühlschrank gekühlten Mythos, Wein oder Ouzo auch auf die Gefahr hin mitzuerleben, dass man den Nachtisch versäumt: es lohnt sich und ist tatsächlich jeden Abend anders!

Was Frosch / Fröschin auf Lesbos unterlassen sollte

  • Im Schatten unter Pinien einzuschlafen und zu vergessen, dass sich die Erde um die Sonne dreht und somit die Licht- /Schattenverhältnisse wechseln: Akute Sonnenbrandgefahr!
  • Mit allen Sitznachbarn beim Frühstück gemeinsam zum Bufett zu gehen und sich in Abwesenheit das Brot von den Meisen klauen zu lassen
  • Mit dem Fahrrad nach Molyvos zu fahren und sich nicht genau zu merken, in welcher der vielen entzückenden schmalen Gassen man es abgestellt hat,
  • das gemeinsame Abendessen außer Haus, falls es im selben Lokal stattfinden sollte wie im Juli 2008: ein äußerst überschaubares, wenig von der Hauptgerichtqualität des Hotels abweichendes Mahl zu überhöhten Preisen, allerdings mit schönem Ausblick
  • Michel zu fragen, ob man als Schimmelfrosch ein Bike mit mehrfach verinnerlichter und auswendig gelernter MB- Einweisung vor offizieller Erhörung derselben für eine kurze Fahrt auf eigenes Risiko nutzen kann,

Fazit: Eine wunderschöne griechische Urlaubsalternative zu den Jungfroschdestinationen Sarti, Fourka und Korfu, geeignet für alle, die auf Party, Sandstrand verzichten können, das Fehlen lukullischer highlights mit Humor nehmen, die Ruhe genießen und mindestens zwei Wochen Zeit haben: für eine Woche ist die Anreise zu aufwendig!

PS. Danke an Jeanette, Denis und Michel: es war eine tolle Woche. Alles Gute für euch!
PSS. Danke an Susanne Wolber-Sauer für die Zur-Verfügung-Stellung einzelner Fotos!

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