15. September 2012

Aller guten Dinge sind drei… Samos im Mai 2012

Reisebericht von Petra  Dockweiler [Dockweiler at gmx.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Helen Yolanda, Samos – Griechenland

Genau genommen vier. 2003 war ich zum ersten mal auf Samos, allerdings mit einem anderen Reiseveranstalter. Schon damals hatte mir die Insel sehr gut gefallen. Ich hatte mir an einem wanderfreien Tag ein Rad geliehen und bin von Karlovassi, wo unser Hotel war, nach Kokkari gefahren. Direkt am Helen Yolanda vorbei, noch nichts vom Reiseveranstalter Frosch wissend, der zu dieser Zeit auch noch in der Nähe von Samos-Stadt seine Unterkunft hatte.

Zwei Jahre später stieß ich dann auf Froschsportreisen und bin dem froschtypischen Charm augenblicklich erlegen. Die erste Reise ging nach Kreta, damals noch Agia Galini. Sizilien, Korfu, Sardinien, Kampanien und Lesbos folgten. Samos schloss ich erst einmal aus, kannte ich ja schließlich schon. 2008 dann, die Auswahl der für mich in Frage kommenden Reiseziele wurde langsam kleiner, wollte ich es wissen: hat Samos noch mehr zu bieten, als das, was ich schon kannte? Um es kurz zu machen ja. Und zwar so viel, dass ich nach 2008 und 2009 auch dieses Jahr wieder dort war.

Gleich zu Saisonstart ging es los. Abflug ist immer montags, das hat den Vorteil, dass man ein ganzes Wochenende lang in Ruhe vorbereiten und packen kann, aber auch den Nachteil, dass man mehr Urlaubstage braucht. Am Flughafen in Pythagorio angekommen, wurden wir gleich zu unserem Bus geleitet und nach wenigen Minuten Wartezeit ging es los. Nach ca. 40 Minuten und vier kurzen Abstechern zu anderen Hotels kamen wir im Hotel Yolanda an. Dort empfing uns Birgit, die Teamerin für Wanderungen und Fitness. Zimmervergabe, Auspacken und dann ging es gleich zum Lemonakia-Beach (ca. 5-7 Minuten zu Fuß). Dort gibt es viele Liegen und Schirme gegen Gebühr, doch in der ersten Woche war so wenig los, dass noch nicht abkassiert wurde. Auch die Taverne von Dimitri war noch geschlossen und hat erst in der zweiten Woche aufgemacht. Geöffnet war aber die Taverne „Andreas“ am Ende der Bucht.

Abendessen gibt es um 19.00 Uhr in dem zum Hotel gehörenden, wenige Schritte entfernten Restaurant „Garden“. Als Vorspeise täglich wechselnde gemischte Salate, dazu Tsatsiki oder Auberginencreme. Die Hauptspeise wählte man jeweils am Abend zuvor, ein Fleischgericht oder vegetarisch (des öfteren Fisch). Zur traditionellen griechischen Küche gehörten hier u.a. Briam, Bifteki, Pastizio, Moussaka, Stifado, gefüllte Tomaten und Paprika, gefüllter Kalmar und verschiedener Fisch. Einmal die Woche wurde gegrillt: Fleisch, Würstchen, Souflakispieße, Zucchini und Auberginen. Dazu Salat, Tsatsiki und Kartoffeln. Wer danach noch etwas Luft hatte, für den gab es als Nachspeise Obst, Eis, Joghurt mit Honig oder Schokoladenkuchen. Ich fand das Essen richtig gut und sehr abwechslungsreich und war froh, dass auch sehr viel sportliche Aktivitäten auf dem Programm standen. (-:

Kokkari bei Nacht

 

Dieses Jahr haben wir ein Doppelzimmer der Kat. A gebucht, mit Dachterrasse. Das Zimmer selbst ist nur minimal größer als die im ersten Stock, doch die große Dachterrasse hat natürlich ihren Reiz. Und da es oben nur vier Zimmer gibt, die man rückwärtig von außen betritt, war es deutlich ruhiger als auf den anderen Stockwerken. Kein Ratschen auf dem Gang und keine zufallenden Türen. Am ruhigsten sind allerdings die landseitigen Zimmer. Mit einer Einschränkung: egal wo man residierte, den Hahn, der vorzugsweise zwischen zwei und drei Uhr nachts den vermeintlichen Morgen begrüßte, konnte man nirgendwo überhören. Beim Frühstück wurden dann auch allerhand Rachepläne geschmiedet. Täglich gab es Kaffee und Tee, helles und „dunkles“ Brot, Käse, Wurst, verschiedene Marmeladen, Honig, Müsli, Cornflakes und Obst. Zusätzlich wechselnde Tagesspecials wie griechischen Joghurt, Frühstückseier, Kuchen, Spiegeleier mit Speck und Crepes.

Jede Woche gab es drei Bike- und drei Wandertouren. Etwas schade fand ich, dass diese immer gleichzeitig stattfanden. Doch dank der guten Tourenbeschreibungen von Mario konnte jeder auch alleine oder in Grüppchen losfahren. Beim Wandern auf eigene Faust hat uns der Rother Wanderführer gute Dienste geleistet. Dazu eine Übersichtskarte von Samos, die zwar alle nicht sehr genau sind, aber doch eine grobe Orientierung geben. Die Wanderwege im Ambelosgebirge direkt hinter Kokkari sind für griechische Verhältnisse überraschend gut ausgeschildert und sehr vielfältig.

Auf der Südschleifen-Tour

Die Touren werden im zweiwöchigen Rhythmus angeboten, wohl dem, der 14 Tage gebucht hat!

Mein persönliches Highlight ist die Seitanibeach-Wanderung. Sollte sie in die andere Woche fallen, unbedingt selbstorganisiert machen! Entweder man nimmt den Bus (2,40 €) nach Karlovassi, dann ein Taxi zum Ausgangspunkt der Wanderung (Potamibeach, ca. 4km), ist aber auf dem Rückweg auf einem bestimmten Bus angewiesen. Oder man nimmt sich zu mehreren ein Mietauto (im Mai für 35,- €, inkl. Froschrabatt), fährt an der Hafenstraße von Karlovassi am Supermarkt vorbei, kauft sich Brot, Käse, Tomaten, Oliven, Salami u.v.m. für ein Picknick am Megalo Seitani. Man kann direkt zum Ausgangspunkt fahren, ist zeitlich unabhängig und kann auf der Rückfahrt, so man die Tour am Tag mit freiem Essen gewählt hat, noch in einem der Bergdörfchen einkehren. Das Auto mussten wir erst am nächsten Tag (vor 9 Uhr!) vollgetankt abgeben.

Unterwegs zum Megalo Seitani

Am Ende des Potamibeaches gibt es eine gute Parkmöglichkeit, von dort geht es zuerst auf einer steilen Betonpiste bergauf, dann auf Schotter . Theoretisch könnte man hier noch mit dem Auto fahren, aber wir sind ja schließlich auf einer Sportreise. Kurze Zeit später zweigt rechts ein Fußweg ab (ausgeschildert), der sich unter Olivenbäumen und durch blühende Wiesen hoch über der Küste entlang schlängelt, mit wunderschönen Ausblicken aufs Meer. Zwischendurch kann man immer wieder einen Blick auf das Ziel der Wanderung erhaschen, den Megalo Seitani. Warum dieser traumhafte Strand „großer Teufel“ heißt, hat sich uns nicht erschlossen.

Am Mikro Seitani

Zuvor erreicht man aber nach ca. 45 Minuten den Mikro Seitani, einen Kiesstrand, eingerahmt von Felsen, mit seinem glasklaren Wasser. Von dort ist es ungefähr nochmals so weit, bis man schließlich vom höchsten Punkt (knapp 100 m) der Wanderung zum Megalo Seitani absteigt.

Zu Beginn der Saison ist dieser lange Sandstrand fast noch menschenleer, da er nur zu Fuß erreichbar ist. Später fahren Ausflugsboote, dann ist es mit der Einsamkeit wahrscheinlich vorbei. Reine Gehzeit für diese Tour sind ca. 3 Stunden, doch mit Picknick, Baden, Sonnen und Fotografieren wird daraus eine Tagesunternehmung.

Der Megalo Seitani

Zurück geht es auf demselben Weg. Durch die relativ wenigen Höhenmeter ist die Tour auch für wenig Trainierte geeignet, allerdings sollte man schon etwas trittsicher sein (loses Geröll, kurze steile An- und Abstiege) und festes Schuhwerk tragen. Und genügend Wasser mitnehmen, da es keine Einkehrmöglichkeit und keine Brunnen gibt.

Außer den Bike- und Wandertouren gibt es noch einige Ausflugsmöglichkeiten: die Jeeptour mit Mario (nicht billig, aber einmal sollte man sie mitgemacht haben, man sieht einiges von der Insel), die Bootstour von Pythagorio auf die Insel Samiopoula (hab ich zweimal mitgemacht, im dritten Urlaub war an diesem Tag das Wetter zu schlecht). Auch hier bietet es sich an, wenn genügend Leute zusammenkommen, statt einem Taxi ein Mietauto zu nehmen. So kann man anschließend noch etwas in Pythagorio bummeln gehen oder bei einem Getränk dem wuseligen Treiben am Hafen zusehen.

Ein weiteres Ausflugsziel kann auch Ephesus in der Türkei sein, für Kulturinteressierte sicher ein lohnendes Ziel (Ganztagsunternehmung).

Unwegsame und wilde Lanschaften auf dem Weg zum höchsten Gipfel der Insel

Für geübte Wanderer ist die Besteigung der Vigla, mit 1433 Metern der höchste Punkt im Kerkismassiv und der ganzen Insel, ein weiterer Höhepunkt (Besteigung auf eigene Faust). Von Votsalakia an der Südküste startet der einfachste Weg, aber auch der mit den meisten Höhenmetern, da man quasi auf Meereshöhe losgeht. Wir wählten den Weg von Kosmadei, hier startet man auf 620 m, allerdings hat man viele Gegenanstiege, so dass sich die Höhenmeter auf deutlich über 1200 summierten. Außerdem verlangt dieser häufig weglos verlaufende Anstieg eine gute Orientierungsgabe und absolute Trittsicherheit. Da dies eine alpine Unternehmung ist, sollte man nur bei sehr gutem Wetter starten und trotzdem warme Kleidung mitnehmen, da es auch bei Hitze an der Küste am Gipfel heftig wehen und sehr kühl werden kann. Brauche wohl nicht zu betonen, dass man oben angekommen einen gigantischen Blick auf ganz Samos, das türkische Festland, die benachbarten Fourni-Inseln, bis hin zu Patmos und Lipsi hat.

Blick vom Gipfel auf die Fourni-Inseln

Zusammenfassend kann man sagen, dass Samos eine wunderschöne, grüne Insel ist und für Sportbegeisterte sehr viel bietet. Für Gelegenheitsbiker zwei einfache Touren an der Küste entlang, mit nur wenigen Höhenmetern. Die restlichen angebotenen Touren sind mit mittlerer Kondition gut zu meistern, für Ambitionierte gibt es nach oben keine Grenzen (das Hotel liegt am Fuße des Ambelosgebirges mit mehreren Gipfeln über 1000m, Schotterpisten führen teilweise bis zum Gipfel). Ebenso ist auch für die Wanderer von kurz und einfach bis lange und steil alles dabei. Gut, dass man sich bei Frosch nicht auf eine Sportart festlegen muss. Während ich bei anderen Destinationen eher den Bikern zuzuordnen bin, bin ich auf Samos genauso oft zu Fuß unterwegs gewesen.

Das Hotel Helen Yolanda ist einfach und zweckmäßig eingerichtet, besticht aber durch seine gute Lage. Ruhig, vom Hahn einmal abgesehen, das Örtchen Kokkari und der Strand Lemonakia nur einige Gehminuten entfernt.

Eine Partydestination ist Samos ganz sicher nicht. Mein Bericht ist nicht deshalb so sportlastig, weil ich vergessen habe, die abendlichen Partys zu erwähnen. Die Abende verbrachten wir größtenteils in verschiedenen Bars im Ort, ein bis zweimal pro Woche legte Mario zum „Popowackeln“ in der Sailingbar oder im Odysee auf. Das war es dann auch schon. Bin mir aber sicher, dass man bei Bedarf Gelegenheiten im Ort zum Abtanzen finden kann.

Großen Dank an die Teamer Birgit und Mario für ihr großes Engagement und für zwei wunderschöne Wochen. Und um nochmals zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: man kann Samos mehrfach besuchen und entdeckt immer wieder Neues oder liebgewordenes Altes!

2 Gedanken zu „Aller guten Dinge sind drei… Samos im Mai 2012

  1. Schmitz

    Dem kann ich nur zustimmen. Wir waren im Juni 2012 das erste Mal mit Frosch unterwegs und ich fühlte mich gut umsorgt.

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