1. November 2013

Alles und noch viel mehr, Sportwoche auf Kreta

Reisebericht von Andreas Bermel (w58453 at o2online.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Dimitra in Almyrida, Griechenland

Eine Woche Erholung, sportliche Abwechslung und gutes Wetter im Oktober, das war mein Ziel als ich den Urlaub im Sportclub Dimitra auf Kreta gebucht habe. Bekommen habe ich alles und noch viel mehr, Erdbeben inklusive.

Der Flug, leider mit Zwischenstopp in Wien, wollte einfach nicht enden. Aber nach der Landung auf dem Flughafen von Chania ging es ganz schnell. Der Transfer, einmal rund um die Bucht von Souda, dauerte auch dank der Fahrweise von Theo kaum mehr als 30 Minuten. Neben einigen Kilometern Autobahn geht die Fahrt über Landstraßen und durch kleine Orte. Hinter Kalives dann noch kurz über die Berge (welche wir später als Radfahrer auch noch ‚kennen’ lernen sollten) nach Almyrida.

Der erste Eindruck von diesem Touristenort war ziemlich ernüchternd. Eine Ansammlung von Hotels, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen rund um den halbrunden Strand. Der Ort entspricht nicht einmal der, laut Wanderguide Johanna notwendigen Voraussetzung für einen griechischen Ort. Nämlich einem zentralen Platz mit Kirche, Denkmal und Taverne. Hier ist die Apotheke der Mittelpunkt in deren Nähe sich auch die Bushaltestelle und der Geldautomat befindet, wie uns Mary die Hausleiterin einmal erklärte. Aber schon nach kurzer Zeit fühlt man sich hier trotzdem heimisch da alles übersichtlich, ruhig und freundlich ist (zumindest in der Nachsaison). Am Strand können Liegen gemietet oder einfach auf dem Boden Platz genommen werden. Das Wasser ist nicht sehr tief, um wirklich schwimmen zu können muss man schon einige Meter ins Meer hinauslaufen.

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Das Hotel Dimitra selbst liegt im hinteren Teil des Ortes aber auch nur ein paar Meter vom Strand und den Tavernen entfernt. Es macht einen individuellen und großzügigen Eindruck. Ein Speisesaal, der bei schlechtem Wetter zum Essen genutzt werden kann, eine Rezeption sowie einfache aber großzügig geschnittene Zimmer (mit kleinem TV, Klimaanlage gegen Gebühr, kein Föhn) genügen wohl den Anforderungen eines jeden Frosch-Reisegastes. Im Bereich der Rezeption ist sowohl kostenloser WLAN-Zugang als auch Fernsehen auf einem großen LCD-TV möglich. Um den Pool herum stehen Liegen und Sonnenschirme bereit, Badehandtücher können gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. Die nahe Poolbar bietet Getränke mit 24-Stunden-Service an (wenn Barmann Florian mal nicht da war übernahmen ein SB-Kühlschrank und eine Kaffemaschine meist klaglos seine Aufgaben) und im Palmengarten findet man immer ein schattiges Plätzchen.

Zurzeit wird das Hotel ausschließlich von Frosch genutzt und auch selbst geführt. Ein engagiertes und jederzeit hilfsbereites Team sorgte für das schmackhafteste und abwechslungsreichste Essen was ich in einem Frosch-Sportclub jemals erlebt habe. Es sorgte für vielfältige Getränke an der Bar und die reibungslose Organisation der Transfers. Zum Sportprogramm gehören vor allem Wander- und Biketouren für die jeweils ein eigener Guide zur Verfügung stand. Außerdem wurde einmal eine Tour mit dem Seekajak um die dem Strand vorgelagerte Insel Karga angeboten. Die meisten Touren fanden im Umfeld des Hotels statt. Zu einigen war ein Transfer notwendig der dann extra zu zahlen war. Aus der Vielzahl der möglichen Touren, die in einer Tourenmappe an der Rezeption eingesehen werden konnte, werden wöchentlich wechselnde Angebote zusammengestellt. Für Bikeguide Mike war ein pünktliches ‚durchstarten’ ein Muss. Dann aber waren auch kurzfristige Anpassungen an die Wünsche der Teilnehmer jederzeit möglich. Wohl wegen der zwei An-/Abreisetage pro Woche war eine langsame Steigerung der Schwierigkeitsgrade nicht immer möglich. Gleichwohl waren die Touren für jeden ‚Frosch’ machbar. Neben den Wander- und Bikeangeboten wird einmal wöchentlich eine Bustour nach Chania oder Rethymnon angeboten wo Zeit für Stadtbesichtigungen, zum Shoppen und Essen gehen besteht. Im Hotel selber gab es hin und wieder Fitnessangebote sowie Abendunterhaltung in Form z.B. eines Musikquiz mit Barkeeper Florian. In meiner Woche hat es Sebastian fast alleine bestritten weil er scheinbar jede Fernsehserie und jeden Kinofilm an den ersten drei Tönen der zugehörigen Filmmusik erkannte und damit seiner Gruppe ein Freigetränk an der Bar sicherte.

Als zusätzliche, nicht angekündigte, ‚Attraktion‘ gab es ein Erdbeben am Samstagnachmittag dessen größte Auswirkung wir erst 2 Tage später merkten. Die geplante Wanderung durch die Samariaschlucht musste nämlich um einen Tag verschoben werden weil die Schlucht wegen möglicher Nachbeben für 48 Stunden gesperrt war. Ansonsten wurde das Beben von den einzelnen Teilnehmern unterschiedlich stark wahrgenommen, je nachdem wo man sich gerade befand. Im Pool war davon nichts zu merken, an der Hotelrezeption soll es ganz schön gewackelt haben und ich habe in einer Strandbar sitzend nur kurz überlegt, was wohl in meinem Frappe neben dem Kaffee noch drin gewesen kein könnte.

Ich möchte an dieser Stelle zwei der Touren ‚meiner‘ Woche herausheben weil sie mir besonders gut gefallen haben. Da ist zum einen das ‚Highlight der Woche‘, die Wanderung durch die Samariaschlucht. Sie wird jede Woche angeboten. Nach einem Transfer zum Einstiegspunkt in ca. 1200 Meter Höhe hat man für den Abstieg durch die mit ca. 13 km längste begehbare Schlucht Europas über zu großen Teilen aus groben Steinen bestehende Pfade ca. 6 Stunden Zeit. Insgesamt nicht sehr schwierig, aber am nächsten Tag merkt man doch die ungewohnte Belastung der Ober- und Unterschenkel. Zunächst steigt man durch Kiefernwälder über Serpentinen in den Talkessel hinab. Schattige Kiefern begleiten auch später den Weg entlang des größtenteils trockenen Bachbettes. Dann erscheinen irgendwann die Schilder ‚Great Danger – Walk Quickly’ und man findet sich zwischen mehrere Hundert Meter hohen Felswänden wieder. Ein etwas mulmiges Gefühl wegen des erst seit 48 Stunden vergangenen Erdbebens. Aber auf jeden Fall sehr beeindruckend! Vom Endpunkt der Schlucht aus fährt man dann nach einem Badeaufenthalt zunächst noch 1 Stunde mit der Fähre durchs Libysche Meer an der steilen und felsigen Südküste Kretas entlang bevor der Bustransfer zurück zum Hotel startet. Auch dieser Teil des Ausflugs ist äußerst sehenswert.

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Die zweite Tour die ich hervorheben will ist eine außergewöhnliche kombinierte Wander- und Biketour. Nach einem kurzen Transfer wandert bzw. klettert man die ca. 8 Kilometer lange Diktamos-Schlucht hinauf. Hier sind es nicht die steilen Felswände die einen beeindrucken, sondern der Weg durch das trockene Bachbett selbst wo man über Felsen steigen und über Hindernisse klettern muss um das Ziel zu erreichen. Zwischendurch kreuzen auch schon mal Ziegenherden unter lautem Glockengeläut den Weg. Am Ende der Schlucht angekommen kann man sich in einer Taverne stärken bevor es mit den bereitstehenden Rädern 30 Kilometer zurück bis zum Hotel geht. Dass es hier vornehmlich bergab geht ist nach der anstrengenden Kletterei vorher ganz angenehm. Dabei bieten sich viele Ausblicke über die ‚Weißen Berge‘, die Hochebenen sowie die Küste bei Chania.

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Fazit: Kreta und der Sportclub Dimitra sind auf jeden Fall eine Reise wert. Das Wetter war für die Jahreszeit überragend gut. Das ganze Frosch-Team trotz des nahen Saisonendes motiviert und jederzeit hilfsbereit. Das Essen, bei sportlichen Höchstleitungen natürlich besonders wichtig, war hervorragend. Zwar kommt wegen der Inselgröße kein wirkliches ‚Inselfeeling’ wie z.B. in Skiathos auf. Auch hat man in den besiedelteren Gegenden leider häufig den Eindruck einer vermüllten Landschaft. Dafür bietet Kreta aber abwechslungsreiche Landschaften und Tourmöglichkeiten die in einem Urlaub nicht vollständig zu erkunden sind. Ein Grund, vielleicht noch einmal wieder zu kommen.

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