10. September 2009

Auf Froschwanderwoche in der Schweiz!

Reisebericht von Michael Vitt (mvittddorf at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton, Crans Montana – Schweiz

Nach einem grandiosen Januarskiurlaub in Bad Hofgastein und einem ebenso schönen Sonnen-April-Schneespektakel in Davos, war mir sehr schnell klar, dass auch der Sommerurlaub ein Froschurlaub werden sollte. Es sollte mal wieder ein Wanderurlaub sein und daher war der Entschluss sehr schnell gefasst: die ambitionierte und intensive Wanderwoche in Crans-Montana sollte es sein. Den Sportclub Carlton kannte ich schließlich schon vom Winter. Ein tolles Haus mit dem Charme alter Zeiten… In zentraler Lage… Umschlossen von den majestätischen Bergriesen des Wallis… Mit superschöner Wellnessanlage… Mit diesen positiven Erinnerungen war die Reise schnell gebucht.

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Kurz vor der Abreise war auch schnell ein Mitfahrer gefunden und so ging es mit dem eigenen Wagen in die Schweiz. Das gebuchte „kleine halbe Zweibettzimmer“ war größer als erwartet. Der Mitbewohner war sehr angenehm und auch das Gemeinschaftsbad auf dem Gang war immer frei. Nach einem Begrüßungsdrink wurde das Wochenprogramm erklärt und schon am ersten Abend wurde klar, dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt. Was bei „Chez Friedhelm“ so auf den Tisch kam, war immer sehr reichlich und schmackhaft. Ich selber gehöre zu den vegetarischen lebenden Menschen und ich war von der Vielfalt und der Raffinesse der Vegaküche stets begeistert. Zu den Specials gehörten ein wunderbarer Grillabend im Garten und der Raclette-Abend (der im Land der Eidgenossen natürlich nicht fehlen darf). Selbst beim Frühstück gab es jeden Tag ein Special: Walliser Nussbrot, Bircher Müsli, Rührei ergänzten das sowieso schon recht komplette Frühstücksbuffet.

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Nun zum Hauptteil meiner Urlaubswoche – das Wandern… Ich hatte mich ganz bewußt für die Wanderintensivwoche entschieden und für mich persönlich war das auch nahezu ideal. 5 tolle Wandertage + 1 Tag zur freien Verfügung. Bei der Besprechung am ersten Abend habe ich schon einen Einblick in die Woche bekommen und die Gruppe kennengelernt. Mit 7 Leute war unsere Wandergruppe eher übersichtlich (ansonsten sind es maximal 15 Personen).

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Am ersten Tag sind wir die Bisse du Ro abgelaufen. Bei Kaiserwetter ging es erst ganz gemütlich durch einen Wald, danach ging es über schöne „Blümchenwiesen“  an den den Tseuxier-Stausee. Nach einem Lunchstop (Lunchpakete können beim Frühstücksbuffet gepackt werden) mit Seeblick ging es an alten Wasserleitungen (franz. Bisse) über teilweise spektakulär in den Fels gehauene Wege wieder Richtung Carlton. Schon am ersten Tag wußte man, warum man trittsicher und schwindelfrei sein sollte. Die Wege sind teilweise recht ausgesetzt und schlängeln sich nah am Abgrund den Berg entlang. Nach einem ereignisreichen Tag, 800 Höhenmetern und vielen neuen Eindrücken, haben sich alle bei einem kalten Radler oder leckeren Dole  an der Carltonbar auf den 2. Wandertag gefreut.

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Cry d’Er, Bella Lui und Er de Lens standen auf dem Programm. Dabei haben wir die ersten Meter mit der Seilbahn abgekürzt. Danach ging es recht steil die Skipiste entlang. Bei Bella Lui mußten wir rund 25m über eine Eisenleiter hinabsteigen. So viel zum Thema „Schwindelfreiheit“! Danach ging es auf und ab… Über Wiesen, über Geröllfelder immer weiter und immer mit dem Paradeblick auf die 3000er und 4000er der Walliser Alpen. Selbst der Mont Blanc scheint zum Greifen nah. Zum Schluß des Tages wurde es dann noch einmal knackig… Ein steiler Anstieg zum Cry d’Er forderte die letzten Kräfte. Danach durfte man zur Belohnung aber wieder die Gondel zur Hilfe nehmen. An der Mittelstation gab es kein halten  mehr. Die Sonnenterrasse einer Berghütte und die gekühlten Getränke mussten noch mitgenommen werden.

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An den ersten beiden Tagen konnten wir schon erkennen, dass unser Guide Rolf die Gegend wie seine Westentasche kennt. Immer freundlich, immer kompetent hat er uns durch die Zauberwelt von Crans-Montana geführt. Leider mußte er am 3. Tag wegen Krankheit aussteigen. Daher hatten wir einen Tag früher als geplant unseren „Ruhetag“. Ich persönlich habe einen Ausflug an den Aletschgletscher gemacht. Ein absolut lohneswertes Ziel. Nicht umsonst Unesco-Weltnaturerbe.

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Am 4. Tag hat dann Heike das Guiding übernommen. Genauso souverän und charmant hat sie uns durch das Lötschental geführt. Mit Privatwagen ging es auf die Fafleralp. Endlich mal richtig Heidiland. Crans-Montana wirkt ja selber wie eine kleine Stadt. Mit viel Beton und zahlreichen Nobelboutiquen fühlt man sich wie in Mailand… Das Lötschental hingegen ist typische Schweiz. Kleine Bergdörfer, mit dunklen Holzhäusern, wie es im Wallis so typisch ist.

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Von unserem Ausgangspunkt hatten wir unser Ziel immer vor Augen. Die Anenhütte am Rande das Langgletschers. Durch Wiesen, vorbei an kämpfenden Kühen, ging es sanft aber ständig bergauf. Nach einer kurzen Hüttensiesta sind wir dann noch an den Rand des Gletschers gelaufen. Nach einem weiteren Sonnentag und vielen Höhenmetern ging es am Abend in Crans-Montana noch an den Badesee… Einfach ideal zum Chillen und um den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.

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Am nächsten Tag hat dann der Hausleiter Markus die Führung in die Hand genommen. Auf dem Programm: Die Sassniere… Ein Gipfel mit rund 3200m. Nach vielen Kehren (wieder mit Privatwagen) haben wir im Val d’Anniviers den Lac de Moiry erreicht. Von dort ging es teils erst sanft ansteigend, dass steil immer weiter bergauf… Bei rund 2950 m dann das erste Gipfelkreuz. Bis dort war es schon eine anstrengende Tour. Der Großteil der Gruppe ist dann aber noch Richtung Gipfel II weiter. Belohnt wurden wir mit einem sagenhaften Blick und dem Gefühl einen 3000er geschafft zu haben.

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Am letzten Tag hat dann wieder Heike übernommen. Ziel war Leukerbad. Nach einer kurzen Busfahrt ging es von Aminona aus los. An einer alten Wasserleitung Richtung Wasserfälle von la Tieche, über eine weite Hochalm, immer weiter Richtung Leukerbad. Von den Höhenmetern war das nicht so dramatisch. Allerdings war das mit die längste Wanderung und daher haben sich alle gefreut, dass es in Leukerbad so nette Cafeterassen gibt… Mit Bus, Bahn und Standseilbahn ging es dann wieder zurück Richtung Crans. Gerade noch pünktlich zum Candlelight-Dinner am Abschlußabend.

Leider ging die Woche wirklich sehr schnell vorbei. Mit dem Wanderprogramm bleibt auch kaum Zeit, die anderen reizvollen Aktivitäten vom Carlton zu erleben. Um auch am Mountainbike- oder Kletterprogramm teilnehmen zu können, braucht man schon eine 2. Woche. Wenn man in einer Woche mehr einen Sportmix erleben will, sollte man auf die Wanderwoche verzichten. Kein Problem, denn täglich werden auch außerhalb der Wanderwoche reizvolle, geführte Wanderungen angeboten. Mein Dank gilt dem kompletten Carltonteam. Es war eine intensive, sehr schöne Woche in den Alpen. Ich komme bestimmt wieder!

Michael Vitt

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