Archiv des Autors: Tjorven

11. Januar 2018

Les 3 VallĂ©es – zum ersten, zum zweiten und zum dritten …

Reisebericht von Jürgen Baur
FROSCH Reiseziel Sportclub Les Fontanettes in Le Betaix, Frankreich / 22. – 31.12.2017

… Mal. Meine dritte Winterreise in die drei Täler, zum dritten Mal Le Bettaix und zum dritten Mal Les Fontanettes – allerdings nur zum zweiten Mal mit Frosch Sportreisen. Meine erste Reise liegt schon ein paar Jahre zurück, als der Sportclub noch einem anderen Veranstalter gehörte. Seither hat sich nicht nur der Preis für den Skipass sondern auch der Umfang der Pisten und Liftanlagen deutlich verändert.

Die Busanreise

Start meiner Winterreise war das Fernbusterminal am Flughafen Köln/Bonn. Die Haltestelle befindet sich direkt neben dem Flughafen-Terminal 2, so dass die Geschäfte und Einrichtungen des Flughafens bei der An-/Abreise genutzt werden können.

Bereits um 20 Uhr – und damit über zwei Stunden früher als die Busse zu den näheren Zielen in Österreich und der Schweiz – sollte der Bus starten. Als ich gegen 19:40 Uhr an der Haltstelle eintraf, stieß ich auf eine kleine Gruppe von wartenden Mitreisenden, die an den mitgeführten Ski-/Snowboards gut zu erkennen war. Kaum hatten sich die ersten Gespräche entwickelt, bog der Bus von Bröskamp um die Ecke: Alles einladen und los ging die Fahrt in die Nacht.

Gegen 9 Uhr erreichten wir Le Bettaix. Aufgrund der engen Dorfstraße kann der Bus nicht vor dem Sportclub parken, so dass die letzten ca. 250 m zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Da wir die ersten Gäste der Saison waren, hatten wir den Vorteil, unsere Taschen sofort auf die Zimmer bringen zu können.

Während des Frühstücks wurden die gebuchten Skipässe ausgegeben und in der hauseigenen Skistation konnten die Ski entliehen werden: Alles startklar für den ersten sonnigen Skitag!

Pisten-Picnic auf 2.704m (3 Marches)

Pisten-Picnic auf 2.704 m (3 Marches)

Der Sportclub Les Fontanettes

Der Sportclub wird schon seit vielen Jahren für Gruppenreisen genutzt. Die Gästezimmer/Maisonette-Wohnungen verteilen sich auf die oberen zwei/drei Stockwerke (mit Schrägen). Die Zimmer sind einfach ausgestattet und vor allem die Zweibettzimmer sehr klein. Die Zimmer werden – wie bei Frosch üblich – nur einmal die Woche gereinigt, allerdings wird ein Handtuchwechsel in der Mitte der Woche angeboten. Saunatuch und Bademantel kann man gegen Entgelt leihen. WLAN scheint im ganzen Gebäude verfügbar, wenngleich die Zugangspunkte wechselten.

Im Erdgeschoss findet sich der Speiseraum mit Zugang zur Sonnenterrasse, eine kleine Bar und ein Aufenthaltsbereich mit offenem Kamin: Knisterndes Feuer sorgt für angenehme Stimmung und interessanterweise schweigen meist die Beobachter. Wenngleich wir über die Weihnachtstage im Les Fontanettes waren, war Weihnachtsdeko nur sehr marginal vorhanden. Neu seit dieser Saison ist das Abrechnungssystem an der Bar: Die im Voraus bezahlte Abstreichkarte kam nur noch als Träger für einen individuellen Barcode-Aufkleber zum Einsatz. Damit wurden die Getränke erfasst und man bezahlte am Ende der Reise.

Frühstück wird in Buffet-Form zwischen 08:00 und 09:30 Uhr angeboten (für Pistenbrote liegen Beutel bereit), Abendessen – mit wechselnden Gerichten und Angebotsformen – ist um 19 Uhr.

Speiseraum / Bar mit Weihnachtsdeko

Speiseraum / Bar mit Weihnachtsdeko

Im Untergeschoss findet sich die Sauna mit separatem Liegebereich, der Skikeller mit leihbaren Schneeschuhen, die hauseigene Skistation (Leihe und Service), TV-Raum mit Kicker und Disco/Bar. Die Sauna war während meines Aufenthaltes zwar ausreichend groß, doch hielt sich die Maximaltemperatur in Grenzen und reichte nicht an eine klassische finnische Sauna heran; bei den Liegen konnte es bereits eng werden.

Die Lage des Sportclubs

Der Frosch Sportclub liegt im Ort Le Bettaix, in dem neben Frosch auch weitere deutsche Veranstalter ihre Unterkünfte haben. Wenngleich das Savoier Dorf in den vergangenen Jahren durch Ferien-Chalets gewachsen ist, gibt es bislang keine Geschäfte, Restaurants oder Cafes. In dem knapp 4 km oberhalb gelegenen Les Menuires, welches man beim Start in den Skitag passiert, finden sich hingegen die unterschiedlichsten Geschäfte (auch ein Carrefour), Restaurants, Cafes und auch ein Sportzentrum (Centre Sportif) mit Schwimmbad, Badminton, einem Angebot an Massagen u.ä. Der Ort lässt sich entweder zu Fuß oder mit dem Sessellift (auch ohne Skiausrüstung) erreichen.

Rund 150 m vom Sportclub entfernt liegt die Sessellift-Station, die den Einstieg ins Skigebiet ermöglicht. Dort endet auch die blaue Talabfahrt von Les Menuires.
Wenngleich der Ort Le Bettaix demnach eine Randlage im Skigebiet hat, gelangt man durch die direkte Liftanbindung schnell und ohne Wartezeiten ins Gebiet.

 Das Skigebiet

Das VallĂ©e des Belleville, das VallĂ©e de MĂ©ribel und das VallĂ©e de Courchevel bilden das nach eigenen Angaben größte Skigebiet der Welt: die Trois Valleès. Durch eine Vielzahl von Liftanlagen sind damit die Skigebiete von Courchevel/La Tania, MĂ©ribel, Val Thorens/Orelle und Les Menuires/Saint Martin lückenlos miteinander verbunden.

Das Vallée des Belleville vom Cime Caron

Das Vallée des Belleville vom Cime Caron

Während andere Skigebiete mit der Anzahl der vom Skipass umfassten Pistenkilometer werben, die separaten Gebiete jedoch nur mit Skibus zeitintensiv und umständlich zu erreichen sind, sind die 600 km der Trois ValleĂ©s komplett auf Ski zu erfahren – überdies ist das Gebiet zumeist ausgesprochen Boarder-freundlich.

Es finden sich überwiegend blaue und rote Pisten zwischen 1.100 und 3.230 m NHN. Anders als in Österreich oder der Schweiz sind die Pisten nicht mit Nummern sondern mit Namen bezeichnet. Dies macht die Navigation etwas herausfordernder, da man sich die französischen Namen merken und diese auf den Wegweisern auch wiederfinden muss. Ungewohnt sind auch grün markierte Pisten, die vom Level noch unter den blauen angesiedelt sind.

Ein Überblick von Ost nach West:

Courchevel

Mit rund 150 Pistenkilometern deckt das Gebiet den östlichen Bereich des Gebiets ab und ist durch den Altiport vielen Gästen (unbewusst) bekannt: Es handelt sich um einen Flugplatz mit geneigter Start-/Landebahn, der auch im James Bond Film „Der Morgen stirbt nie“ zu sehen ist. Oberhalb des Altiports kann man das Geschehen auf dem Flugplatz recht gut beobachten.
Nahe des Altiports in Richtung Courchevel finden sich mehrere breite Carving-Pisten. Der Ort Courchevel wird auch als Promi-Domizil (Unterkünfte in Courchevel-Village) bezeichnet und demnach ist das Preisgefüge dort recht hoch.

Der östlichste Lift / Piste des Gebiets: Chapelets (Moriond)

Der östlichste Lift / Piste des Gebiets: Chapelets (Moriond)

Die Pisten ganz im Osten um Moriond waren wenig frequentiert und teilweise gegen 12 Uhr noch unberührt. Dort findet sich für jüngere Gäste auch ein Western Ski Park.

In dem Gebiet um Courchevel finden sich auch Waldabfahrten nach Le Praz und La Tania.

MĂ©ribel

Weitere rund 120 Pistenkilometer liefert das kleinste Gebiet MĂ©ribel mit den beiden Zentren um den alten Ortskern (Centre) und die Skistation Mottaret. Das Gebiet ist nicht nur bekannt durch das olympische Zentrum und den behindertengerechten Liftanlagen sondern (leider) auch durch den tragischen Ski-Unfall von Michael Schumacher in 2013.

Fast zum Pflichtprogramm gehört der Skiausflug zum Mont Vallon (2.952 m): Bei schönem Wetter eine tolle Aussicht. Leider hatte ich kein Glück.

Sauliere-Gipfelrestaurant Les Pierres Plates auf 2.738m

Sauliere-Gipfelrestaurant Les Pierres Plates auf 2.738 m

Wer den besonderen Kick sucht, der kann sich den beiden tiefschwarzen Abfahrten der „Vertical Experience“, die von Saulire (Übergang Corchevel – Meribel) starten und mit bis zu 80% Gefälle aufwarten, annehmen.

Auch in diesem Gebiet finden sich Waldabfahrten, allerdings macht die nach Les Allues kein Spaß (u.a. Ziehwege).

Les Menuires & St. Martin

Rund 160 km liefert das Gebiet von Les Menuires, zu dem auch Le Bettaix gehört. Es erstreckt sich auf beiden Seiten des VallĂ©e des Belleville: Der kleinere Bereich La Masse auf der Westseite und der größere Bereich mit den Übergängen nach MĂ©ribel/Courchevel und Val Thorens auf der Ostseite. Im Gebiet finden sich auch „Fun areas“ und Rodelbahnen.

Zentraler Punkt ist Le Croisette in Les Menuires, wo sich Geschäfte, Skischule, CafĂ©s befinden. Wer hier den Skitag ausklingen lässt, kann ohne weiteres mit Liften zum Sportclub abfahren. Ebenso kann man auch mit dem letzten Lift von MĂ©ribel (Übergänge Tougnète, Mont de da Challe und 3 Marches) ohne weiteres bis nach Le Bettaix abfahren. Voraussetzung ist selbstverständlich eine ausreichende Schneelage, die es während meines Aufenthaltes gab.

Restaurant Le Bouche Ă  Oreille auf 3Marches

Restaurant Le Bouche Ă  Oreille auf 3 Marches

Val Thorens & Orelle

Nochmals gut 150 Pistenkilometer finden sich um Val Thorens und die Übergänge in Richtung Orelle. In diesem Bereich finden sich auch die höchsten Stellen des Skigebietes.

Val Thorens bietet in der kleinen Fußgängerzone verschiedene Einkaufsmöglichkeiten und gar Fast-Food-Restaurants.
Eine Besonderheit ist La Tyrolienne: Dabei handelt es sich um eine Seilrutsche in den Bergen. Auf 3.230 m startet der 1,3 km lange „Segelflug“ in bis zu 250 m Höhe. Ski/Snowboard werden am Sitz befestigt, so dass man am Ziel gleich weiterfahren kann.
Wer – wie in Österreich – Musiklärm auf dem Berg braucht, dürfte sich bei der Hütte La Folie Duce an der Piste Plein Sud wohl fühlen (zur Rückkehr zum Sportclub muss man jedoch mind. einmal liften).

Blick auf Val Thorens

Blick auf Val Thorens

Im Rahmen der vom Frosch Team angebotenen Ski-Guidings wurden an vier Tagen in zwei Gruppen die unterschiedlichen Bereiche des Skigebiets angesteuert. Alle Pisten lassen sich dabei natürlich nicht abfahren – dazu ist das Skigebiet viel zu groß.

An den Tagen mit Guiding wurde eine Mittags-Treffhütte bereits am Vortag bekannt gegeben (Anzeichnung im Pistenplan), so dass neben den Gruppen auch frei Fahrende sich wieder finden konnten und anschließend neue Mitfahrer-Konstellationen möglich waren.

Weitere Wintersport-Aktivitäten

Das Skigebiet der Trois Vallées ist in erster Linie auf Alpin-Ski-/Snowboardfahren ausgerichtet. Allerdings hat man zumindest auch in Les Menuires erkannt, dass es auch andere Wintersportarten gibt.

Im Sportclub findet man im Skikeller Schneeschuhe: Bei guter Schneelage kann man damit ab dem SC auf Tour gehen: In der Nähe des Bachslaufs Doron von St. Martin nach Les Menuires findet sich ein Weg, der als kombinierter Langlauf und Fußweg bezeichnet ist. Man findet diesen nahe der Sessellift-Station von Le Bettaix. Oberhalb von Les Menuires, nahe der Roc’n Bike Strecke, gibt es gar einen ausgeschilderten Winterwanderrundweg.

Les Menuires erwähnt auch gar 28 km Langlauf: Sowohl klassisch als auch Skating, entlang des bereits erwähnten Weges. Eine klassische Loipe wird wohl auch ab und an mal gespurt, doch hatte ich nicht den Eindruck, dass diese wirklich permanent gepflegt wird. Überdies führen Fußgänger dazu, dass die Loipenstrecke schnell ungleichmäßig wird – allerdings kann man eben auch Glück haben.
Talaufwärts von Les Menuires in Richtung Val Thorens finden sich ebenfalls in der Nähe des Baches Doron weitere Loipen. Ausrüstung kann man in den Sportgeschäften von Les Menuires (La Croisette) zu leihen. 

Pause auf dem Cime Caron mit Blick Orelle (3.200m)

Pause auf dem Cime Caron mit Blick Orelle (3.200 m)

Das weitere Frosch Programmangebot

Eine Wochenübersicht über das geplante Programm des Teams findet sich im Eingangsbereich des Les Fontanettes. Selbstverständlich wird das Tagesprogramm für den Folgetag zusätzlich beim Abendessen angekündigt.

Neben vier Ski-Guidings wurden weitere Programmpunkte angeboten:

  • Wellness Special mit vier verschiedenen Aufgüssen (hier wedelte Hausleiter Alex und heizte ein)
  • Kaffee und Kuchen an der Bar
  • CrĂ©pes
  • AprĂ©s-Ski für Frösche, jedoch auch AprĂ©s-Ski und Disco-Abend zusammen mit den Gästen von zwei weiteren deutschen Veranstaltern (NoLimits und Höfer)
  • an weiteren Abenden auch Kicker-Turnier, Casino-Abend (üblicherweise wohl Karaoke-Abend mit den Gästen der anderen beiden Veranstalter), die klassische Fackelwanderung mit Feuerwasser und Informationen über die Region Savoie und Skiurlaub in Südamerika.

Abfahrtstag und die Rückreise

Am letzten Skitag sollten die Zimmer bis 9 Uhr geräumt und das Gepäck in den TV-Raum im Untergeschoss gestellt werden. Im Saunabereich konnten vor der Abreise auch die Duschen genutzt werden.

Tatsächlich schneite es sowohl in der vorhergehenden Nacht als auch am Morgen, wobei der Schneefall in Regen überging. Wegen Lawinenabgängen bzw. –gefahr wurde unter anderem die Verbindungsstraße ins Tal nach MoĂ»tiers gesperrt. Damit kam auch der Bus mit den neuen Gästen nicht wie geplant in Le Bettaix an, sondern stand in MoĂ»tiers fest, wo die Fahrer letztlich ihre Pause machten.

Auch im Skigebiet waren nur wenige Lifte in Betrieb, so dass die meisten Gäste recht schnell wieder in den Sportclub zurückkamen. Das Frosch Team plante in Anbetracht der Situation schnell um: Für uns abreisende Gäste gab es noch ein vollständiges Abendessen, da der Bus mit den neuen Gästen erst gegen 22 Uhr eintraf. Kurzer Wechsel der ab- und anreisenden Gäste am Bus und die Rückreise konnte verzögert beginnen, die dann jedoch problemlos verlief.

Fazit

Wer wirklich ausgiebig Skifahren und Strecke machen will, kommt um die Trois VallĂ©es nicht umhin: Das Gebiet ist sehr groß und größere Warteschlangen an Liftanlagen oder übervolle Pisten, wie man diese aus Österreich kennt, sind eigentlich unbekannt. Auch die Hütten und deren Angebot unterscheidet sich von den lärmenden Alkohol-Schankstellen in Österreich: In vielen Hütten wird sogar ein Mittags-Menü angeboten – ja, man ist in Frankreich. Furcht vor der Sprache muss man dabei nicht haben: Mit Englisch kommt man mittlerweile doch recht weit.

Zweifelllos liegen die Trois Vallèes relativ weit entfernt, doch lässt sich diese Entfernung durch den nächtlichen Bustransfer überwinden. Für mich war es das dritte – doch sicher nicht das letzte Mal in den Trois Vallèes

9. Januar 2018

Crans Montana – Wo viel Licht ist, ist auch mancher Schatten

Reisebericht von Michael Wendenburg, Sevilla
FROSCH Reiseziel Familien-Sportclub Carlton in Crans Montana, Schweiz

Crans Montana genießt unter Skifahrern nicht den besten Ruf. Im Internet liest man immer wieder Kritiken über veraltete Liftanlagen, schlechte Pistenpräparierung etc. Deshalb fuhren wir – meine 14-jährige Tochter, mein 16-jähriger Sohn und ich – dieses Weihnachten mit nicht allzu hoch gesteckten Erwartungen zum Ski-/Snowboardfahren ins Wallis. Es war unser erster Skiurlaub mit Frosch Sportreisen, und wir wurden positiv überrascht, auch wenn es natürlich das eine oder andere zu bemängeln gibt.

Der Ort

Crans Montana war mal einer der mondänsten Skiorte der Schweiz, an dem sich in den 60er Jahren (französische) Stars und Sternchen ein Stelldichein gaben. Mittlerweile ist der Ort – wie das z.T. immer noch in Pelz gekleidete Publikum – etwas in die Jahre gekommen und steht gewissermaßen zum Verkauf. Gefühlt würde ich sagen, dass jedes dritte Etablissement ein Immobilienbüro ist. Die Infrastruktur in Crans, wo der Sportclub Carlton liegt, ist jedoch recht gut. Neben Edelboutiquen und „Fresstempeln“ gibt es auch ein paar Supermärkte mit einem für Schweizer Verhältnisse akzeptablen Preisniveau. Über den kostenlosen Ski-Bus sind die einzelnen Ortsteile gut angebunden. Die halbstündige Fahrt zum Bahnhof Siders/Sierre mit Bus und/oder Zahnradbahn ist allerdings nicht ganz billig. Von dort erreicht man Genf und den Genfer Flughafen mit dem Zug in gut zwei Stunden.

Das Skigebiet

Mit 27 Liftanlagen und 41 Pisten ist Crans Montana ein überschaubares und ansprechendes, wenn auch nicht besonders anspruchsvolles Skigebiet. Es liegt auf einer Höhe zwischen 1.500 und 3.000 Metern, wobei vom Gletscher Plaine Morte nur eine schöne, lange Abfahrt ins Tal führt; die Bergstationen an Cry d’Er, Bellalui und Violettes liegen wesentlich tiefer. Bei schönem Wetter hat man von oben eine herrliche Aussicht auf das Matterhorn und die Walliser Berge. Die Liftanlagen sind besser als ihr Ruf. An den modernen Gondelbahnen mussten wir selbst bei größerem Andrang nie viel länger als zehn Minuten warten. Bei Wind und (schlechtem) Wetter vermisst man allerdings an den meisten Sesselliften die üblichen Schutzhauben, obwohl sie z.T. neueren Baujahrs sind. Da hat man am falschen Ende gespart.

Cry d'Er (Bildquelle: Uwe Hübner)

Cry d’Er (Bildquelle: Uwe Hübner)

Offiziell bietet das Skigebiet 140 Pistenkilometer – ich schätze jedoch, dass es nicht mehr als 120 sind, es sei denn, man rechnet jeden Meter Ziehweg dazu. Die Pisten sind nicht mit den Nummern markiert, die auf dem Plan angezeigt sind, was aber nur am ersten Tag und bei schlechter Sicht hinderlich ist. Wie gesagt, das Skigebiet ist überschaubar. Etwa 90 Prozent der Pisten sind blaue oder rote Abfahrten, und auch die meisten schwarzen Pisten würde ich eher als dunkelrot einstufen. Bei ausreichend Schnee wie in diesem Jahr kann man gut abseits bzw. zwischen den gewalzten Pisten seine Spuren in den Tiefschnee ziehen. Für Snowboarder ist Crans Montana dagegen nicht optimal, da die Hauptlifte z.T. durch lange und sehr flache Ziehwege verbunden sind, die selbst fortgeschrittene Snowboarder zum Abschnallen zwingen. Profis kommen dafür in den Snowparks voll auf ihre Kosten, so sie denn präpariert sind.

Blick ins Rhonetal

Blick ins Rhonetal

Was die Präparierung der Pisten anbelangt, hatten wir in diesem Jahr das große Glück, dass reichlich Schnee gefallen war und noch während unseres Aufenthalts fiel. Künstlich beschneit sind nämlich nur 30 Pistenkilometer, so dass die Internet-Kommentare über schlecht präpartierte Pisten in schneearmen Jahren durchaus ihre Berechtigung haben mögen. Die Schweizer lassen sich mit der Präparierung überhaupt viel Zeit. Dass man die Pistenraupen auch mal in den Morgenstunden anwerfen könnte, wenn über Nacht ein paar Zentimeter Neuschnee gefallen sind, hat sich noch nicht bis Crans Montana herumgesprochen. An den fehlenden Einnahmen kann es nicht liegen, denn die Skipässe sind für die Größe des Skigebiets extrem teuer: 69 Schweizer Franken pro Tag für einen Erwachsenen. Unter aller Schneekanone ist, dass die Preise nicht degressiv gestaffelt sind: Für die Verlängerung von 6 auf 7 Tage muss man nochmal den vollen Tagespreis berappen. Glück, wer vor Monaten den Magic Pass für die ganze Saison gekauft hat, der nicht viel mehr kostete als eine Woche.

Plaine Morte Gletscher

Plaine Morte Gletscher

Das Hotel

Der Sportclub Carlton von Frosch Sportreisen ist in einem ehemaligen Nobelhotel aus den 30er Jahren untergebracht, das – wie der ganze Ort – etwas in die Jahre gekommen ist, aber viel von seinem Charme bewahrt hat. Die Lage ist absolut privilegiert: Vom Skikeller bis zur Talstation der Gondel zum Cry d’Er läuft man gerade mal zwei Minuten. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, aber großzügig geschnitten, hell und (in unserer Preiskategorie) mit Balkon ausgestattet. Dass das W-LAN nur im Eingangsbereich und nicht auf den Zimmern funktioniert, mag aus Sicht der handyversessenen Jugendlichen ein Manko sein – ich empfand es als vorteilhaft für die Kommunikation. Neben dem schlichten Speisesaal bietet der Sportclub einen großen, nett möblierten Aufenthaltsraum und einen gemütlichen „Barkeller“ mit Tischfußball und Terrasse fürs Après-Ski-Vergnügen. Ein absolutes Highlight ist der verglaste Saunabereich im Obergeschoss des imposanten Gebäudes mit direktem Zugang zu einer (verschneiten) Dachterrasse. Allein der Ausblick kuriert jeden Muskelkater.

Über zu wenig Schnee konnte man sich wirklich nicht beklagen (Bildquelle: Uwe Hübner)

Über zu wenig Schnee konnte man sich wirklich nicht beklagen (Bildquelle: Uwe Hübner)

Die Betreuung

Wir waren in der Weihnachtswoche eine relativ kleine Gruppe von nur ca. 35 Personen, was dem Frosch Team die Betreuung erleichterte. Bei voller Belegung des Hauses kann es eng werden. Nachteil der wenigen Gäste war, dass dadurch nicht in jeder Alters- bzw. Leistungsklasse ausreichend Teilnehmer für die Ski- und Snowboardkurse zusammen kamen. Meine beiden Kinder bzw. Jugendlichen hatten trotzdem ihren Spaß, insbesondere bei der Fackelwanderung, dem Kicker-Turnier und sonstigen Aktivitäten, die das Team für uns organisierte. Ein großes Lob für die nette Betreuung.

Die Verpflegung war spitze: Selten sind wir auf einer Ski-Reise mit so viel Liebe zum Detail bekocht worden. Dass mein Sohn, ein bekennender Suppenkasper, fast jeden Abend einen Teller Suppe löffelte, weil sie so lecker schmeckte, ist ein großes Kompliment für den Koch. Nicht ganz so überzeugend fand ich dagegen die Weinauswahl, wobei ich als „Spanier“ da zugegebenermaßen verwöhnt bin, und die Getränkepreise. Muss eine Flasche stilles Wasser fast fünf Schweizer Franken kosten? Nicht-alkoholische Getränke sollten gerade für Kinder und Jugendliche etwas kostengünstiger sein. Davon abgesehen lässt die Bar jedoch wenige Wünsche offen. Das Frühstücks-Buffet im Sportclub ist vielseitig und reichhaltig. Man kann sich Pistenbrote schmieren, was die Reisekasse schont, denn die Preise für den kleinen Imbiss in den Restaurants an der Piste sind z.T. exorbitant hoch. Zehn Schweizer Franken für eine Bratwurst mit Brot oben am Cry d’Er ist selbst für die Schweiz absolut grenzwertig.

Mein Fazit

Entgegen anders lautenden Meinungen ist Crans Montana bei guter Schneelage zum Skifahren sehr wohl zu empfehlen. Allerdings ist der Nobelort in den Walliser Bergen ein teures Pflaster. Da gibt es Skigebiete wie z.B. Trois VallĂ©es im benachbarten Frankreich, die für das gleiche Geld mehr zu bieten haben. Erschwinglich wird die Reise nur dank der guten Rundumversorgung im Sportclub Carlton. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob wir nochmal zum Ski-/Snowboardfahren nach Crans Montana fahren werden. Allerdings denken wir darüber nach, mal den Sommerurlaub dort zu verbringen. Da lockt Frosch Sportreisen mit einem sehr vielseitigen Angebot an Freizeit-Aktivitäten.

4. Januar 2018

Madeira im Oktober 2017

Reisebericht von Brandy
FROSCH Reiseziel Sportclub White Waters auf Madeira, Portugal

Madeira im Oktober – 17. – 24.10.2017

Endlich Urlaub! Nachdem ich am Flughafen Funchal gelandet war, war mein erster Job ein Taxi zu suchen, da es auf Madeira keinen organisierten Frosch Transfer gab. Nun, Taxi suchen stimmt schon nicht wirklich, denn die Taxen warteten schon auf die Fluggäste…

Die Fahrt nach Machico dauerte ca. 10 Minuten. Im Hotel erwartete mich bereits ein bekanntes „Frosch Gesicht“: Es war Kira, im letzten Jahr Wanderguide in Crans Montana.

Nach kurzer Begrüßung und den wichtigsten Infos konnte ich mein Zimmer beziehen, danach verschaffte ich mir einen groben Überblick über die örtlichen Gegebenheiten – mit erstem Ziel: Supermarkt. Am Abend folgte die offizielle Begrüßung durch Frosch mit Kira als Wander- und AndrĂ© als Bikeguide. Am Mittwoch kurze Vorstellung des Wochenprogramms, Bikeeinführung und schon ging es los zur ersten Wander- bzw. Biketour.

Ziel der Wanderung war die Halbinsel Ponta de Sao Laurenco – ein wirklich schöner Wocheneinstieg. Wir fuhren mit dem Bus in den äußersten Osten der Insel nach Baia D’Abra und starteten die Tour abwärts in ein kleines Tal, hinein in das Reservat Natural Ponta de Sao Laurenco. Schmale Pfade wanden sich durch karge Landschaft und Felstreppen führten zu spektakulären Aussichtspunkten. Weiter am Grat entlang wandernd gelangten wir zu einer Gabelung mit Sicht auf Casa de Sardinha, einem ehemaligen Bauernhaus und gleichzeitig (unserem) Picknickplatz.
Nach kurzer Stärkung entschlossen sich die meisten von uns noch den steilen Anstieg zum Morro de Furado dran zu hängen – mit fantastischer Sicht auf den Leuchtturm am östlichsten Punkt sowie nach Porto Santo im Nordosten. Danach ging’s auch schon wieder zurück. Fast der gleiche Weg aber trotzdem irgendwie anders…

Am Nachmittag stand ein Techniktraining mit den Bikes auf dem Programm und ich denke alle waren für den ersten Tag ausgelastet genug, um sich das Abendessen schmecken zu lassen.

Am Donnertag stand mit Andre die Tour vom Pico Arieiro nach Machico an, der Wandertrupp konnte mit Barbara vom Veranstalter „Madeira Wandern“ eine Levadawanderung im Süden unternehmen.

Die Radtour führte auf den Pico Arieiro und die Strapazen auf den dritthöchsten Berg der Insel lohnten sich allemal – die Aussicht war einfach nur genial! Anschließend ging es Richtung Osten bis zur urwaldartigen Levada da Serra de Faial, der wir bis Portela folgten, um dann den Blick auf Porto da Cruz zu genießen. Auf alten Transportwegen und durch urwüchsige Landschaften ging es zurück nach Machico.

Die Wandertour startet in Monto Moniz im äußersten Nordwesten der Insel. Schon auf der Fahrt bekam man erneut einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Insel. Wir wanderten auf schmalen, hügeligen Wegen durch Lorbeer- und Eukalyptuswälder – mit natürlich wieder vielen Ohh’s und Ahh’s was die Natur zu bieten hatte. Dazu das Insiderwissen des Wanderguides – was wollte man mehr!

Am Freitag stand als Froschprogramm der Besuch der Hauptstadt Funchal auf dem Programm. Andre glänzte zwei Stunden mit seinem Wissen über die Stadtgeschichte und zeigte uns viele der kaum zu zählenden Persönlichkeiten, denen auf Madeira ein Denkmal gesetzt wurde. Allen voran und in jeglicher Form der auf der Insel geborene und regelrecht verehrte Fußballer Ronaldo: Statue, Büste, Hotel und ohne Ende Souvenirs mit CR7.

Einen Besuch wert sind auf jeden Fall der Stadtpark, die Markthalle, die Kathedrale sowie der Hafen.

Weitere Besuchermagnete: Der botanische und der tropische Garten hoch über der Stadt und mit einer Seilbahn erreichbar. Dort findet u.a. auch das auf Madeira bekannte Korbschlittenrennen statt – und selbst einen Schlitten auszuprobieren, war auch möglich.

Am Samstag war „Teamerfreier Froschtag“. Nichts desto trotz gab es einige Angebote.
Zum einen von „Madeira Wandern“ eine Tour nach Porto Moniz im äußersten Nordwesten der Insel. Dort zuerst zu den „Lavapools“ (mit Meerwasser gefüllte Gesteinshöhlen) und anschließend weiter zur Levada, die in Lorbeer- und Eukalyptuswäldern hoch über dem Ort gelegen, einen schönen Wanderweg zu bieten hatte. Ein anderer Vorschlag: Diese – aber auch jede andere Tour – mal ganz bequem mit dem Taxi unternehmen. Es gab einen günstigen Festpreis und so konnte theoretisch die gesamte Insel erkunden werden.

Ich hatte mir im Vorfeld schon vorgenommen, endlich wieder eine Klettersteigtour zu machen. Nach ewigem Hin und Her (Ab- und Zusagen vom Veranstalter), hat es dann auch geklappt. Dachte ich zumindest. Doch die als Klettersteig angebotene Tour war „nur“ eine reine Klettertour am Fels – nicht wirklich das was ich wirklich wollte. Trotz riesiger Enttäuschung machte ich das Beste daraus, klettern machte ja auch Spaß! Inzwischen weiß ich, dass auf der gesamten Insel keine Klettersteige, also Via ferrata, vorhanden sind – obwohl vom Veranstalter so betitelt. Vielleicht für den einen oder anderen zukünftigen Gast interessant!?

Am Sonntag peilten die Radler das Montags-Wanderziel Ponta de Sao Laurenco an. Fast bei jeder Tour war es möglich, erst ein Stück mit einem Shuttleservice zurückzulegen, um sich einige Höhen(Meter) zu sparen. Das war bei den unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen der Biker eine sehr gute Idee!

Ich wanderte mit Kira auf einer Klippenwanderung über Boca do Risco nach Porto da Cruz entlang der wilden Nordküste. Mit dem Bus am alten Canical Tunnel angekommen, starteten wir an der Levada da Canical vorbei an Gärten und Kulturterrassen gen Norden in das Tal Ribeira Seca. Dort begann der Aufstieg über Wiesengelände und Kiefernwald bis zur Anhöhe Boca do Risco. Oben angekommen, erwartete uns ein extremer Landschaftswechsel: ganz oben an den steilen Felswänden, hoch über dem Atlantik, bot sich ein atemberaubenden Ausblick – jeder Höhenmeter hatte sich gelohnt! Von dort folgten wir einem Küstenpfad abwärts durch Wald und Gebüsch. Wir erreichten eine verwilderte Wegpassage in den Felswänden, mit ständig neuen spannenden Ausblicken. Der Abstieg führte dann zu unserem Ziel Porto da Cruz. In dem kleinen Küstenort machten wir einen letzten gemütlichen Stopp in einem Cafe, zurück ging es per Taxi.

Zum Wochenfinale gab es eine Wanderung zum höchsten Berg der Insel, dem Pico Ruivo. Wir freuten uns auf die Tour und waren sehr gespannt was Barbara diesmal alles zu erzählen hatte. Wir starteten mit dem Bus über die Nord-Ost-Seite der Insel. Barbara verkündete gutes Wetter und klare Sicht hoch über den Wolken. Sie bot uns zwei Möglichkeiten zum Einstieg: Direkt am Picraroto auf 1.300 Metern Höhe mit ca. 650 Höhenmetern. Oder aber die „Lightvariante“: das erste Stück per Bus und dann 250 Meter zu Fuß nach oben. Ohne Zweifel – die meisten freuten sich auf die „große Tour“.
Dann zeigt diese Wetterapp, dass es evtl. bald zuziehen „könnte“ und laut Barbara sollten wir gemeinsam überlegen, zusammen weiter oben zu starten um evtl. aufkommendem Nebel zu entgehen. Bloß wurden wir leider nicht mehr gefragt, der Fahrer kurzerhand nach oben dirigiert und unsere Wünsche ignoriert! So konnten wir nur das bisschen Rest des Berges hoch spazieren – immerhin mit genialer Sicht: Sonne über den Wolken und herrlichen Blick auf das Zentralmassiv, das Nonnental und auf die Nordseite. Das stimmte etwas milder, versöhnte aber nicht wirklich – vor allem als das Wetter beim Abstieg noch besser wurde.

Viele Erwartungen und Erlebnisse, die diese Tour hätte bieten können, wurden mir/uns durch das alleinige Entscheiden des Guides genommen! Vielleicht in Zukunft, liebe Guides von „Madeira Wandern“, fragt eure Gäste was sie wollen!?

Die Mountainbiker fuhren durch die Faja dos Rolos, auf alten Karrenwegen durch das Hochland Madeiras. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Tour mit einem wie immer äußerst engagierten Guide AndrĂ©.

Die Woche über gab es dann noch Rahmenprogramm wie Circle-Training oder Body-Express, bei dem sich jeder austoben konnte. An den Abenden die Standards Welcome- und Farewell-Abend, aber auch eine Nacht-Tour zum Aussichtspunkt Pico do Facho.

Mein Fazit: Frosch hat auf Madeira ein tourenmäßig wirklich ansprechendes Ziel gefunden, das sicher auch für zwei Wochen keine Langeweile aufkommen lässt. Auch wenn im Herbst die Hauptblütezeit vorbei ist, gibt es vieles in der Natur zu entdecken, das mindestens genauso interessant ist.

Nicht ganz einleuchtend für mich bleibt die Bezeichnung „Sportclub“. Es war kein exklusiv von Frosch genutztes Haus und auch keine Beteiligung/Einfluss an Personal und Küche. Gerne hätte ich auf den täglichen Handtuchwechsel verzichtet, wenn dafür bei den Mahlzeiten mehr Wert auf frische und regionale Produkte (Obst, Gemüse) gelegt worden wäre.

Trotz alledem war es eine schöne Woche – keine Frage! Madeira-Reisen ist ein wertvoller Partner und dank Insiderwissen unverzichtbar. Das Hotel bemüht, aber in einigen Punkten verbesserungsfähig. Ich finde es wichtig, diese Form der Kritik offen zu äußern – vor allem als Anreiz diese ernst zu nehmen, darüber nachzudenken und evtl. Verbesserungen zu arbeiten.