6. Oktober 2009

Badestopp! – Ein Metallfrosch in Dalyan vom 31.08.09 – 14.09.09

Reisebericht von Marisa Hiller (marisa.hiller at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Holiday Calbis in Dalyan, Türkei

Wer wie ich schon öfter mit Frosch unterwegs war, erfährt ja von den mitreisenden Fröschen immer wieder etwas von den anderen Destinationen. So war das auch bei Dalyan: Auch wenn hier der Ort bzw. das Hotel nicht direkt am Meer liegen, hatte ich immer wieder nur Positives von Dalyan gehört. Das gab schließlich den Ausschlag für meine Entscheidung, den Urlaub 2009 in der Türkei – und damit für mich auch das erste Mal außerhalb der EU – zu verbringen.

Nach der abendlichen Ankunft am Flughafen und weiterer Wartezeit auf einen noch später ankommenden Boot&Bike-Reisenden ging‘s mit dem Hotel-Fahrer und einem dankbar angenommenen eiskalten Getränk nach Dalyan ins Hotel Calbis. Im Halbdunkel allein im offenen überdachten Restaurantbereich noch schnell das zurückgelegte Abendessen verspeist und an der Poolbar noch ein paar wenige Frösche, die schon den ganzen Tag in Dalyan und entsprechend jetzt k.o. waren, getroffen, dann war der Ankunftstag auch schon zu Ende. Noch hielt sich meine Begeisterung in Grenzen… .

Doch das änderte sich rasch ab dem nächsten Tag: Nach der netten Begrüßung der angenehm übersichtlichen Gruppe (ca. 25 Frösche) direkt im Frühstücksbereich durch unsere beiden Teamer Melanie und Christoph und der Frosch-üblichen Fahrradeinweisung und Ortsbegehung mit den wichtigen Infos „Wo kann man einkaufen, einkehren, essen?“ „Wo sind die Geldautomaten und Geschäfte?“ „Wo ist Gerda’s Kaffee?“ und hier besonders wichtig „Wo ist der Anlegeplatz von Ali’s Boot?“ zog ich aufgrund der für mich noch ungewohnt hohen Temperaturen sicher > 35°C den gemütlichen Einstieg in den Urlaub vor und entschloss mich, gleich mal eine dieser Bootstouren auszuprobieren: Die Tour zum Iztuzu-Strand, der von Dalyan am besten über den Fluss und das weite Flussdelta per Boot von der Rückseite erreicht werden kann (per Rad übrigens auch von der östlichen Seite her).

Das Boot
Ich hatte ja anfangs meine Zweifel, ob das Spaß machen kann, von einem gemächlichen Boot mit einem vorgegebenen Zeitaufwand durch die Gegend transportiert zu werden und damit auch die gewohnte Flexibilität aufzugeben, genau dann wieder zum Hotel zurückzukehren, wenn man es möchte. Aber diese Zweifel waren schnell wie weggeblasen: Captain Ali, der uns mit seinem neuen Boot (auf das er sehr achtete – „Please no sand“, „downstairs no shoes“) immer freundlich und sicher durch die verschlungenen Wasserwege transportierte, die angenehmen Temperaturen auf dem Boot, die wunderschöne Landschaft dieses schilfbewachsenen Flussdeltas, vorbei an den lykischen Felsengräbern, umrahmt von Felsen und Bergen im Hintergrund, dazu das Tuckern des Motors, meist auf dem Dach oder vorn auf dem Bug des Bootes sitzend – all das hatte schon einen sehr meditativen Charakter, wodurch es sehr schnell gelang, den stressigen Alltag hinter sich lassen zu können und diese Fahrten einfach nur noch zu genießen! Weitere Bootstouren entweder über den See oder aufs Meer hinaus mit Schnorchel- und Badestopps (immer wieder nett, Ali ein paar deutsche Worte beizubringen) rundeten dieses Angebot perfekt ab.

01_Fahrt_durchs_Delta

01b_Boatjump

Die Bike-Touren
Natürlich kam auch bei dieser Froschreise der Sport nicht zu kurz: Teamer Christoph war für die Mountainbike-Touren zuständig und konnte immer detaillierte Infos dazu geben, was eine gute Entscheidungshilfe für – oder auch mal gegen – eine Mitfahrt war. Wenn ich auch durch die Temperaturen (weshalb hier auch schon um 9 Uhr mit den Touren gestartet wurde) und die zu bewältigenden Höhenmeter die meisten Biketouren für mich als recht anspruchsvoll einstufen musste (obwohl es ja auch in Stuttgart ein paar Berge gibt), so war Christoph immer geduldig und begleitete dann auch den letzten in der Kette der Biker (also mich 😉 ) sicher über die Berge und zurück.
Eine gemütliche Tour, weil ohne nennenswerte Steigung, und daher ideal für die langsame Eingewöhnung führte uns auf dem Rückweg zu einem sogenannten Naturrestaurant, was bei uns mit einer sehr alternativen Gartenwirtschaft vergleichbar ist: 2 Tische mit Plastikstühlen, ein weiterer Sitzbereich auf dem Boden, der mit Polstern ausgelegt war, darüber eine bewachsene Pergola, das war‘s. Aber dennoch oder gerade deshalb war es einfach urig, sich dort bei einem Ayran, einem Tee oder einer Granatapfelsaftschorle zu erholen – nicht zu vergessen, die kostenlos dazu gereichten Wassermelonen vom immer freundlichen Wirt, der bei besonders verschwitztem Aussehen seinen Brunnen als erste Abkühlung anbot.

Eine landschaftlich sehr schöne Tour ging dann rund um den Köycegiz-See, die aber zumindest im ersten Teil wieder mit einigen Anstiegen verbunden war, dafür aber mit einem herrlichen Blick über den See belohnte. Ein Erlebnis ist übrigens immer das Übersetzen über den Dalyan-Fluss in recht kleinen Booten, wo aber alle Räder immer gekonnt untergebracht werden.

02_Radtransfer

03_Seeblick

Die Wanderungen
Bei den Wanderungen war ich nur bei zweien dabei, fand aber auch hier die ruhige, besonnene und gut informierte Art unserer Teamerin Melanie sehr angenehm: Man merkte ihr an, dass sie Land und Leute schätzt und sie passte das Tempo gut der jeweiligen Gruppe an, so dass alle sicher am Ziel ankamen. Die Touren vom Hotel aus boten immer wieder schöne Blicke über das Flussdelta mit der Ruinenstadt Kaunos, die Buchten oder den See, die Tour im Hinterland lud an einem Wasserfall zum Baden in angenehm kaltem Wasser ein.

04_Delta_Kaunos

05_Topalar-Wasserfall

Schön fand ich hier in Dalyan, dass die Gruppen der Biker und Wanderer oder der gemächlicheren Fraktion nicht gänzlich getrennt unterwegs sein mussten: Oft trafen sich alle wieder mittags an einem Grillplatz oder in einer Bucht, um dann gemeinsam mit Ali’s Boot nach Dalyan zurückzukehren. So waren die Vorlieben der Einzelnen recht gut zu vereinbaren, was auch bei gemeinsam Reisenden mit unterschiedlichen sportlichen Ambitionen recht gut ankam.

Weitere Aktivitäten
Zusammen mit einer örtlichen Outdoor-Agentur werden am freien Tag der Teamer weitere Aktivitäten angeboten: Tauchen, Jeep Safari, Kajaktouren oder z.B. Rafting, für das wir uns schließlich zu sechst entschieden. Nach einem recht langen Transfer ins bergige Hinterland über abenteuerliche, wenig befestigte Schotter- bzw. Sandpisten (manchmal ist es einfach besser, die Augen zu schließen…) wurden wir aber, nach einer zuvor ausführlichen Einweisung, mit einer mehr als 3-stündigen Rafting-Tour belohnt, die uns trotz mittlerem Schwierigkeitsgrad doch sehr viel Spaß machte und bei der wir alle mehr als einmal ins kühle Nass fielen, sprangen oder von unserem Guide geschickt dort hinein manövriert wurden. Aber auch im Hotel gab’s reichlich Abwechslung: Ob Aquagymnastik oder eine Gurkenmaske in der Blue Hour (die für’s Gesicht natürlich 😉 ) – Melli kümmerte sich rührend um uns!

09_Aquagym

Das Nachtleben
Neben ein paar Partys an der Frosch-Poolbar, die zwar recht gemütlich, aufgrund der kleineren Gruppe aber meist eher ruhiger verlaufen, bietet Dalyan selbst genug Möglichkeiten, wegzugehen und ist auch schon nach einem ca. 10-minütigen Fußmarsch zu erreichen: Es gibt einige Bars, die immer wieder Livemusik anbieten (Jazzbar), die die Musikwünsche der Gäste spielen (Rockbar) oder wo die Gruppe entscheidet, welche Musik in welcher Qualität geboten wird (Karaoke Bar): Letzteres ist sicher nicht jedermanns Sache, aber der launige Fairwell-Abend der ersten Woche trug vermutlich dazu bei, dass der ein oder andere Frosch diese Unterhaltungsform für sich entdeckt hat!

Mein Highlight
Das größte Highlight war für mich aber ein ganzer Tag, in dem – mal wieder – Ali’s Boot der zentrale Dreh- und Angelpunkt war: Begonnen wurde dieser mit der Turtle Watch Tour: Vor Sonnenaufgang (5.45 Uhr!) ging’s aufs Boot über den Fluss zunächst zu einem Felsen, wo Melanie ein paar dieser, in ihren Ausmaßen bemerkenswerten, Flussschildkröten anfütterte. In der Morgendämmerung ging’s anschließend weiter mit dem Boot auf den See hinaus. Und dann konnten wir dort mitten auf dem See in malerischer Stille, einen Kaffee in der Hand, den Sonnenaufgang und das langsame Erwachen der Natur erleben: Das war schon sehr eindrucksvoll!

06_Sonnenaufgang_See

Nachmittags ging’s dann wieder aufs Boot – dieses Mal in die andere Richtung durch das Flussdelta zum Strand – um dann hier das sehr leckere Barbecue als Alternative zum Essen im Hotel serviert zu bekommen, Baden und Sonnenuntergang am Strand inklusive.

07_Sonnenuntergang_Strand

Und da wir gerade Vollmond hatten, bot Ali noch eine zusätzliche Moonlight-Tour an – Gaudi pur: Nach der Rückkehr nach Dalyan ging’s also gleich wieder weiter mit dem Boot erneut in Richtung See, um dann trotz nächtlicher Stunde beim Schlammbad in Sultaniye Halt zu machen – und tatsächlich selbiges und die Thermalquellen auch noch intensiv zu nutzen, um uns wie kleine Kinder im lauwarmen Schlamm zu suhlen – Gott, was haben wir gelacht! Der Heimweg durch die sternenklare und helle Mondnacht, gemütlich auf dem Bootsdach sitzend mit einem Efes (das hiesige Bier) in der Hand rundete diesen Tag dann wirklich sehr gelungen ab – Serefe!

08_Moonlighttour

Mein Fazit
Wer auf Wassersport oder besondere kulturelle Ausflugsziele oder Partys im Hotel aus ist, ist in Dalyan sicher am falschen Platz.
Neben dem Frosch-gewohnt abwechslungsreichen Programm mit Wanderungen, Biketouren und dem Sportangebot rund ums Hotel sind es aber v.a. der noch angenehm beschauliche Ort, das sehr gepflegte und familiäre Hotel, die angebotenen Essensausflüge außerhalb des Hotels, die Freundlichkeit der türkischen Bevölkerung und die interessante Landschaft des Naturschutzgebietes, die diese Destination so reizvoll machen. Vor allem aber Ali mit seinem Boot, der die Ausflugsmöglichkeiten um eine sehr „chillige“ Alternative ideal ergänzt, macht Dalyan zu einer ganz außergewöhnlichen Frosch-Destination!

Wenn dann auch noch die beiden Teamer landeskundlich wirklich sehr gut informiert, verantwortungsbewusst sind und immer sehr nett auf die anwesenden Frösche eingehen und auch die Gruppe selbst so super drauf ist wie sie es hier war, dann ist das Ergebnis einfach nur ein perfekter Urlaub! Ein herzliches Tütütüüü an alle Eingeweihten und ein großes Tesekkürler an Euch alle – bis zum nächsten Badestopp!

2 Gedanken zu „Badestopp! – Ein Metallfrosch in Dalyan vom 31.08.09 – 14.09.09

  1. Peter

    Ein sehr schöner, stimmungsvoller Bericht, der es praktisch genauso beschreibt, wie ich selbst meinen Urlaub in Dalyan erleben durfte! Dalyan wird mich wiedersehen, einfach ein toller Fleck Erde und kaum einer weiß es 😉

    Teşekkürler,

    Peter

  2. Georg

    Ich war vom 05.-19.10. 2009 in Dalyan und das erste mal mit Frosch verreist

    ich kann dem Bericht von Marisa voll zu stimmen, denn er entspricht genau den Erlebnissen die auch so erfahren habe.

    lobend erwähnen möchte ich hier noch den Hotelbesitzer Gökmen, der sehr nett und grosszügig mit uns in der Jazz oder Froschpoolbar gefeiert hat und uns auf Alis spezialbootstour mit seinem Jetski in der Bacardibucht aufgesucht hat und uns alle nach der Reihe in wilder Fahrt übers Mittelmeer jetete.

    Einen kleinen Wermutstropfen möchte ich jedoch in den Traumurlaub giesen.

    Ich fand jetzt nur für mich gesehen das insgesammt sehr gute Essen doch etwas
    eintönig, besonders das Frühstücksbufee sollte vieicht doch mal in zwei Wochen die Käsesorte wechseln !!!!!!!!

    Besonderst möchte ich doch auch noch mal Melanie und Cristof als Teamer.erwähnen. Ihr wart Super !!!!!

    Natürlich sollen auch Emine die freundlich Bardame und Ebru die ebenso nette und frdl. Empfangsdame, so wie alle Servicekräfte ein dickes Lob erhalten.

    ich kann eigentlich nur jedem sportlich ambitionierten Urlaub diesen Wunderschönen Flecken Erde empfehlen.

    mit froschigen Grüssen Georg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.