22. August 2007

Bike and Hike im Wallis (7. – 21. Juli 2007)

Reisebericht von Rolf Strate [RolfStrate at web.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton in Crans Montana, Wallis – Schweiz

An einem schönen Samstagmorgen machte ich mich mit meinem Mountainbike und bei schönsten Wetter auf, das Wallis im Sommer kennenzulernen. Ziel war der Frosch-Sportclub SC Carlton im „weltstädtischen“ Crans Montana. Tatsächlich, von der Anzahl der Nationen her war bei der Ankunft vieles vertreten: natürlich neben vielen Schweizern und Deutschen auch viele Leute aus Frankreich und Italien. Aus den Ländern far far away Araber und Israelis. Die wissen halt wo es schön ist. Weitere Länderstudien habe ich beim ersten Ortsdurchgang nicht betrieben.

Mich interessierte erst mal mehr der SC Carlton: zwar ein etwas älterer Bau, der schon Charlie Chaplin und Juri Gagarin gesehen hat, die das Zimmer 57 –zusammen?- bewohnt haben. Groß genug für 90 Leute und trotzdem überschaubar sowie durch das Engagement von Frosch Sportreisen angemessen renoviert. Ich war mit meinem Zimmer im 4. Stock neben der Sauna und Blick auf die Walliser Alpen zufrieden.

Mein MTB fand seine sichere Unterkunft im Skiverschlag.hinterm Haus. Von dort aus sind es übrigens gerade mal 2-3 Minuten zur Gondelbahn. Im Sommer findet sich dort der Einstieg zum Bikepark. Das Auto konnte ich gut im (im Sommer gebührenfreien) Parkhaus vor der Gondel lassen, so dass sich schon mal sagen lässt: der SC Carlton hat ne gute Lage.

Crans Montana

Auch sehr schön ist die Hausbar, die von Ali sehr nett geleitet wird. Da Ali ebenfalls ein professioneller Musiker ist, gibt es einmal die Woche den Genuss eines Livemusik-Abends. In der ersten Woche gab es eine Jamsession mit Christian, einem Mitreisenden, der Ali auf dessen akustischer Gitarre per Trommel begleitet hat. Vielen Dank Euch beiden nochmal!
Auch ein schönes Angebot ist die Sauna: sie ist großzügig und hat einen super Ausblick.

Am ersten Abend gabs Topwetter so dass mich die Gruselgeschichten der Froschgäste aus der Vorwoche („Schneewanderung“, „fast verirrt“) doch schon ein wenig erwundert haben. Schließlich wars Juli. Leider schlug tatsächlich das Wetter am Sonntag wieder um, ich wurde bis Mittwoch mindestens einmal am Tag naß. Naja, wenigstens war der Regen warm.

Da in der zweiten Woche zwei Freunde von mir dazukamen, habe ich in der ersten Woche geplant, eigenständig Touren zu unternehmen. Es sollte mit dem Biken losgehen, aber Sonntag und Montag waren sehr verregnet und ich habe mich entschlossen zu wandern. Keine schlechte Wahl, denn direkt hinterm Haus lässt sich gut Richtung Bisse du Ro oder des Haus-Gletschers laufen.

Ina, die überaus freundliche und hilfsbereite Hausleiterin, hat einigen von uns das Klettern in Theorie gezeigt. War mir dann doch zu aufregend…so dass ich beim Klettern in der Wand am Mittwoch nicht dabei war. Der Rest der Truppe zeigte sich von der Praxis sehr begeistert.

Zwar habe ich in diesem Froschurlaub die zahlreichen Tages-Angebote der engagierten Teamer bis auf eine Ausnahme ausgeschlagen. Meine mitreisenden Frösche haben mir jedoch sehr positiv z.B. von der Wanderung zur „Käsealm“ (Alpmuseum von Colombire) oder zur Weinprobe erzählt, die von Gunni, der Wanderteamerin, wunderbar ausgewählt und betreut wurden.

Crans Montana besitzt einige sehr gut ausgeschilderte und nach Schwierigkeitsstufen geratete Mountainbikestrecken, die von einigen von uns gerne genutzt wurden. Von der einfachen Seeumrundung bis hin zu brutalen Alpenstrecken (z.B. Alpages, WM 88) ist vieles machbar. Und das alles mit dem sagenhaften Panorama der Viertausender. Was will man mehr.

Zum Glück schlug ab Mittwoch Nachmittag das Wetter ins Positive um und hielt bis zum letzten Tag so dass alle weiteren Aktivitäten ohne Wetterkapriolen abliefen. Also machte ich mich am nächsten Tag auf ins Val d´Anniviers auf die Bella Tola, die eine schöne Aussicht bietet und trotzdem leicht zu erklimmen ist.

Den nächsten Tag habe ich dann in Aminona verbracht, das einige Kilometer von Crans Montana gelegen zu meiner Lieblingsecke der Homebase in Crans Montana wurde: Leicht zu erreichen, relativ einsam, mit Wasserfällen und einer Bisse (offene Wasserleitung) und einfach nur schön. An dem Tag lief auch der Gigathlon, ein Bergtriathlon, der in dem Gebiet zwischen Montana und Aminona stattfand. Also etwas für die Mega-Frösche unter Euch!

Crans Montana

In der zweiten Woche kamen meine beiden Wander-Kumpels und wir haben uns zum Einwandern das Torrenthorn bei Leukerbad ausgesucht. Ebenfalls relativ leicht zu erwandern und einen grandiosen Ausblick bietend.

Der kommende Tag brachte eines der Urlaubs-Highlights in Form einer selbst organisierten Gletscherwanderung auf das Breithorn bei Zermatt mit Bergführer. Sehr zu empfehlen aufgrund der sagenhaften Aussicht vom Dach der Alpen. Schon verrückt: oben weht es Dir fast die Mütze vom Kopf und unten in Zermatt schwitzt Du Dich angesichts des Matterhorns wieder tot. Vielen Dank noch mal an Elli, der Serviceteamleiterin, die uns ermöglicht hat, schon am Abend zuvor mit Proviant zu versorgen, da wir schon weit vor der regulären Frühstückszeit aufbrechen mussten. Schade jedoch, dass Frosch-Sportreisen Zermatt als Destination ab dem kommenden Winter aufgegeben hat.

Die folgenden Tage brachten mit dem ebenfalls schön gelegenen Augstbordhorn und der Überquerung des Moiry-Gletschers, letzteres mit unserem anderen Wanderguide Sven, schöne Bergtouren. Auf der Fahrt zum Moiry lassen sich die schönen Holzhütten von Grimentz (Weltkulturerbe) besichtigen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass sich der SC Carlton lohnt, wenn man viele nette Mitreisende, sehr gutes Essen (vielen Dank an Friedhelm und sein Team), eine praktische Unterkunft und vor allem eine spektakuläre Umgebung in den Alpen mit abwechselungsreichen sportlichen Möglichkeiten sucht. Und ich komme bestimmt gerne wieder…

Crans Montana

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