11. August 2010

Biken Satt ohne Intensiv-Woche

Reisebericht von Carsten Horn [carsten.horn at googlemail.com]
FROSCH Reiseziel Sportclub  Fattoria San Antonio in der Toskana

Nachdem die Entscheidung zwischen zwei Frosch-Zielen letztes Jahr ohne Reue knapp auf Samos gefallen war, wählten meine Freundin und ich uns dieses Jahr die Toskana als Ziel.

Bei der Buchung hatten wir einen Sonderwunsch, der uns auch prompt erfüllt wurde. Wir gedachten die zweite Juniwoche in Montaione zu verbringen, baten aber darum, unsere Anreise per Flugzeug schon auf die vorhergehende Woche zu legen, so dass wir die Toskana noch eine Woche auf eigene Faust durchstreifen konnten. Dem Wunsch wurde ohne Zögern nachgekommen. Ohne weitere Nachfrage wurden wir für den eigentlichen Transfer Pisa – Montaione dem Lübeck-Flieger zugeordnet, der zu einer angenehmeren Zeit als der aus Köln in Pisa eintreffen sollte. Das war prima mitgedacht.

Kurz vor der Abreise entschlossen wir uns noch unsere Zimmerkategorie zu verbessern und auch dies wurde ohne Probleme erledigt.

Nach einer Stippvisitte in Pisa und fünf erlebnis- und genussreichen Tagen in Florenz trafen wir am pünktlich für unseren Transfer am Flughafen in Pisa ein. Problemlos kamen wir mit dem Transferbus in Montaione an.  Nach kurzer Suche nach den Empfangsräumlichkeiten, in denen wir uns melden sollten, und der Abwicklung der Anmeldefomalitäten wurde uns sofort unser Zimmer gezeigt, dass noch schöner und grösser war als wir vermutet hatten. In Ruhe besichtigten wir die Anlage (und die letzten Abreisenden der Vorwoche) bevor es um 19 Uhr eine kurze Vorstellung und das Abendessen gab.

Von der Anlage waren wir wirklich beeindruckt. Die Villa ist urgemütlich und macht einen sehr urtümlichen Eindruck, die Zimmer und die Kantina waren sehr sauber, der Pool groß und die Liegewiese drum herum ebenfalls. Das von Maritta zubereitet Abendessen rundete den Tag dann gekonnt ab. Positiv erwähnt sei hier noch die unbürokratische Bereitstellung von Getränken (inkl. Espresso aus einem Kaffeevollautomaten) gegen das Führen einer Strichliste.

Am nächsten Morgen fand nach dem hervorragenden Frühstück die grosse Vorstellungsrunde statt, bei der die Teamer sich ausführlich und das Wochenprogramm in Kürze präsentierten, die allgemeinen Spielregeln bekannt gegeben wurden. Anschließend gab es die für alle verpflichtende Bike-Einweisung. Für die Einführungsbiketour wurden leider die Fahrräder knapp. Dies resultierte aus einem aus meiner Sicht unglücklichen Zusammentreffen einer voll ausgebuchten Bike-Intensiv-Woche und dem Umstand, dass weitere vier Gäste ebenfalls ein Festbike gebucht hatten. Es standen noch ca. 10 Fahrräder zur freien Verfügung, doch die Nachfrage war noch grösser. Ich wich auf ein eigentlich zu grosses Rad aus und meine Freundin bekam ein nicht ganz so komfortables 8-Gang-Rad, dass zwar für die Einführungstour gerade so ausreichte, aber für anspruchsvollere Tourern ungeeignet war. Markus unser MTB-Guide machte uns dann auch gleich mit dem Hausberg bekannt. Die Anstregung ihn zu erklimmen wurde prompt mit einer noch schöneren Aussicht belohnt, als man sie ohnehin schon an der Villa hatte. Auch die toskanische Sonne stellte sich uns vor. In Montaione wurde uns dann noch die Infrastruktur erklärt und eine hervorragende Adresse für Paninisgezeigt (Lecker!). Beim Abendessen zweigte die Köchin Maritta dann bei vier Gängen Ihre ganze Klasse und ließ die ganze Woche über auch nicht nach.

Am Dienstag fand eine Fahrradtour statt, die sowohl hinsichtlich der Aussichten als auch der kulinarischen Attraktionen empfehlenswert ist, die sog. Bruschetta-Tour. Für besonders Hungrige empfehle ich zusätzlich die Tagliatelle al ragu de cinghiale.

Neben einem Ausflug ins schöne Volterra wurde am Mittwoch noch Boule angeboten. Der Spassfaktor dieses Spiels ist nicht zu unterschätzen. Als besonders engagiert empfand ich das Angebot von Danielle, der Hausleiterin am eigentlich freien Essensabend mit uns in „Carpe Diem“ zu gehen. Dort wurde ein 5-Gänge-Menu inkl. Wein, Espresso und Grappa für wenig Geld geboten. Es war fantastisch. Schon am ersten Gang hätte man sich satt essen können.

Am Donnerstag stand eine Radtour — diesmal geführt vom sonst die Intensiv-Biker betreuenden Tobi — oder Wanderung nach San Gimignano auf dem Plan. Die Betreuung bei der Fahrt war prima und Tobi machte mich auch noch frühzeitig auf ein Geschwindigkeitsmessanlage aufmerksam, so dass ich rechtzeitig „antreten“ konnte. Nach der Ankunft dort hatten alle die Möglichkeit ihre vorbereiteten und per Frosch-Bus transportierten frischen Sachen überzuwerfen und dann durch die schöne aber etwas mit Touristen übervölkerte Stadt zu schlendern. Getreu dem Motto „Frosch-SPORTreisen“ wurde die Strecke zum nahegelegenen Weingut anschließend per Pedes zurückgelegt, was in der Hitze schon eine leichte Herausforderung darstellte. Ein gut gelaunter Winzer präsentierte uns dann bei kleinen Snacks drei Weine, die allesamt sehr lecker ware. Anschließend kaufte die ganze Frosch-Truppe munter Grappa, Wein, eingelegte Oliven und Oliveöl ein.

Während die meisten Gäste am Freitag Florenz besuchten, fuhren meine Freundin und ich selbstständig eine von Tobi vorgeschlagene Strecke von der aus wir gandiose Aussichten genossen. Im kleinen Dorf Sughera, wiederum auf einen Tipp von Tobi hin, fanden wir eine kleine Käserei, bei der wir einen ganzen Käse kauften. Der Rückweg bedeutete einen langen Aufstieg in der Sonne, der auf eine verdrehte Art und Weise aber auch Spass machte. Fast erschreckend war der Besuch in Castelfalfi einer „Geisterstadt“, die Gerüchten zu Folge von einem Tourismuskonzern gekauft wurde. Die Gebäude waren schön, so wie sie waren, schienen aber ausnahmslos renoviert zu werden. Das pulsierende Leben eines italienischen Dorfes fehlte vollkommen. Zurück an der Villa kauften wir nach einer kurzen Pause am Pool noch für ein Picknick ein, dass wir am „freien“ Abend zusammen mit einigen anderen geplant hatten und brachten die Besitzerin des Paniniladens mit unserem grossen Einkauf ein wenig aus dem Konzept. Wir hatten einen tollen Abend mit leckeren Spezialitäten der Region, dem tollen auf der Tour gekaufen Käse, reichlich Wein und viel gesundem Lachen.

Die grösste Herausforderung der Woche stand für mich am Freitag an. Über 55km ging es durch Berg und Tal nach Certaldo und wieder zurück. Abwechslung gab es durch einen Platten. Diese Panne bewältigte die neue Teamerin Kristina, für die dies die erste Solo-Bike-Tour war, souverän. Nach dem sechsten Tag in Folge auf dem Rad und freute ich mich über die Portion Nudeln in einer schönen Waldtaverne, in Deutschland würde man Biergarten sagen. Das letzte Stück zog sich dann noch ein wenig aber die kleine Gruppe traf vollzählig wieder in Montaione ein. Bei reichlich Bowle, Wein und Tanz zog sich der Farewellabend mit DJ Tobi bis in den frühen Morgen.

Der Abreise-Sonntag bestand dann aus Verabschiedungen, Packen, den Pool genießen, einem letzten Besuch in Montaione mit Abschiedseis per Rad trotz laufender Bikeputzaktion und einem letzen leckeren Snack von Maritta.

Einen Urlaub in Montaione kann ich allen uneingeschränkt empfehlen, die gerne radfahren oder wandern, gutes Essen mögen und allgemein „Dolce Vita“ geniessen möchten. Besonders die, wie ich inzwischen weiss über 500 Jahre alte Villa, beschert diesem Ziel ein besonderes Flair. Die Teamer waren engagiert und kompetent und ich kann nicht anders als hier noch einmal die hervorragende Köchin Maritta und den immer gut gelaunten Mountainbikeguide Tobi besonders zu erwähnen.

10 Gedanken zu „Biken Satt ohne Intensiv-Woche

  1. Margit

    Ciao Carsten,

    Dein Bericht liest sich super, sehr schön anschaulich geschrieben, da spürt man das Dolce Vita sogar vor dem PC ,-)

    Auf jeden Fall hat mich Dein Bericht inspiriert, als nächstes die Toskana mit Frosch zu probieren.

    Saluti,
    Margit

  2. Carsten

    Hallo Margit,
    schön, dass ich Dich inspirieren konnte! 🙂

    Es lohnt sich! Viel Spass!

    Gruß
    Carsten

  3. Danielle

    Hallo Carsten,

    schön, dass es euch so gut gefallen hat. Hat auch Spaß gemacht mit euch!
    Danke auch noch mal fürs Laptop-überbringen 🙂

    Lg, Danielle

  4. Andreas - Österreichfrosch

    Hallo Danielle, ciao bella!,

    wie geht es dir, bist du schon wieder am arbeiten oder genießt du noch immer das süsse Leben!

    In der Zwischenzeit sind auch meine gesamte 3 Monate Urlaub vorbei und nun habe ich schon 7 Wochen im neuen Job hinter mir.

    Aber um das süsse Leben aus der Toscana nicht ganz hinter mir zu lassen, arbeite ich aber nur 60% Teilzeit!
    Das süsse Leben ist einfach zu schön um 100% in der Arbeit zu sitzten! *g*

    So schönes junges Mädchen, wünsche dir alles gute und eine schöne Zeit!

    Liebe Grüße auch an Tobi, falls du mit ihm Kontakt haben solltest!

    A Presto!

    Ciao
    Andreas, Österreichfrosch (andreas.schmid@gmx.at)

    P.S. Dem Bericht von Carsten kann ich nur bestätigen, es hat einfach alles gepasst!

  5. Danielle

    Ciao Andreas!!

    Das ist ja ne freudige Überraschung!

    Jaja, nur nicht übertreiben mit dem anstrengenden, arbeitsgetriebenen Leben – lieber häufiger mit Frosch in Urlaub fahren und die Teamer bei Laune halten 😉

    Seid ihr eigentlich damals gut zum Flughafen gekommen, so früh am morgen nach der Abschiedsparty…?

    Vg, Danielle

  6. Andreas - Österreichfrosch

    Hallo Danielle!

    Schön das du dich noch an mich erinnern kannst, bei so vielen Gästen!
    Ich hoffe, du hast mich trotz meiner frechen Klappe in halbwegs guter Erinnerung behalten, auch wenn du mich ja gleich in einen Flirtkurs schicken wolltest – Schade dass du mir keinen persönlich gegeben hast *g*!

    …mit Frosch bin ich doch eh schon so oft unterwegs, nochmehr geht kaum, vielleicht bewerbe ich mich ja mal für ein paar Wochen als MTB Teamer, schau ma mal!

    Zum Flughafen sind wir trotz nur 3 Stunden Schlaf überpünktlich und unfallfrei erschienen, gelandet dann aber bei nur 7 Grad in Memmingen , ich friere heute noch, brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!

    Danach waren aber bei uns 5 Wochen strahlender Sonneschein bei über 30 grad angesagt, auch nicht schlecht am Bodensee , vorallem wenn man dann auch noch Urlaub hat! Süsses Leben ! *g*

    Hast du noch Kontakt zu den übrigen Teamern, Tobi und wie geht es denn meiner lieben Christina aus dem Schwabenland!

    und wie geht es dir, was machst du und wie schauen deine Pläne so aus? – erzähl doch mal, auch Männer sind neugierig!

    Liebe Grüße vom sonnigen Bodensee
    Andreas

  7. Danielle

    ..hatte dir ne Mail geschrieben, lieber Österreich-Frosch. Ich bin doch wohl hoffentlich nicht in deinem Spam gelandet?!

  8. Andreas - Österreichfrosch

    Hallo Danielle, also entweder habe ich es vor lauter Freude gleich wieder gelöscht, oder du hast dich vor Nervosität vertippt *g*!

  9. Danielle

    Scherzkeks! Habe die Emailadresse aus deinem ersten Beitrag HERAUSKOPIERT. Vielleicht hast du dich ja da vertippt…?

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