27. Mai 2011

Bikewoche in der Toskana

Reisebericht von Svenja
FROSCH Reiseziel Bike-Wochen – SC Fattoria S. Antonio – Toskana

In meiner ersten Toskana-Woche hatte ich mich schon auf kleineren Radtouren mit dem Mountainbikeguide Markus warmgefahren, Siena bewundert, mir mit dem super leckeren Essen von Marita einen Bauch angegessen und viele nette Frösche kennengelernt. Jetzt freute ich mich auf meine „Intensiv-Bikewoche“.

Durch den Regen der ersten Woche war meine komplette Kleidung selbst im Schrank irgendwie klamm und so freute ich mich, dass es in der zweiten Woche sonniger und wärmer wurde und ich auch ohne zwei Decken übernachten konnte.

Zunächst bekam ich eine sehr nette Zimmer-Mitbewohnerin, die aufgrund glücklicher Umstände auch noch an der Bikewoche teilnehmen konnte. Als Mitbewohnerin und Bikepartnerin schon eine Bereicherung,  hatte sie auch weniger Abneigung als ich, mal eine Spinne und mal ein paar riesige Tausendfüßler aus unserem Zimmer wieder in die Freiheit zu entlassen.

Neben uns beiden fuhren  noch 6 andere Intensivbiker die Touren mit.

Das Niveau der Gruppe reichte von „noch nie auf einem Mountainbike gesessen“ über „Trekkingradfahrer mit guter Kondition“ bis zu „Mountainbikeerfahrung mit guter Technik“.

So schwierig das bestimmt für Tobi war, so einfach war es für uns in der Gruppe. Jeder gab dem anderen Tipps, Rucksäcke und Wasserflaschen wurden an die „Konditionsstärkeren“ gegeben. Jeder kam mal an seine Grenze, sei es bezüglich der Technik, sei es bezüglich der Kondition. Aber geschafft haben es immer alle und sei es eben schiebend….

Vor unseren beiden männlichen Mitstreitern (sogenannten „Ypsilons“) kann ich auch nur den Hut ziehen: Sie hätten sicher schneller, höher, weiter gekonnt, haben sich aber komplett und ohne ein Murren der Gruppe angepasst. Und beim Hochtramplen der Berge hörte man öfter eine von uns Frauen keuchen, während neben uns ein netter Monolog geführt wurde.

Und selbst an unserem freien Biketag konnten wir mit Hilfe von GPS und Tobis überspielten Touren radeln.

Zu den Touren im Einzelnen:

1. Tour: „Mal sehen, was ihr so könnt“

So kam es mir auf jeden Fall vor. Direkt nach dem Hausberg ging es ins Gelände und da kamen wir dann mehrere Stunden nicht wieder raus. Waldwege, Singletrails, auf und ab…. ich war nicht die Einzige, die öfter mal ihr Rad schob. Erde, Lehm, Schlamm, Rinnen und wilde Hunde wechselten sich ab. Trotz der Passagen des „Radwanderns“ (vorher hatte ich den Begriff anders definiert) hat es Spaß gemacht. Und hinterher mussten nicht nur wir, sondern auch die Räder unter die Dusche.

2. Tour: Santo Stefano und die Gräserallergie

Der Anfang der Tour von Montaione nach Santo Stefano ist wunderschön und nicht schwer. Eine breite Schotterstrasse führt durch eine grüne Felder- und Wiesenlandschaft. Und auch weiter nach San Miniato ist die Strecke kein Problem. Dort stiegen wir auf den Stadtturm um  einen herrlichen Blick über die Toskana zu genießen. Auf dem Rückweg kam dann mein erstes persönliches Highlight: Ein Singletrail durch die Wiesen mit Gräsern bis zum Ellebogen, Wegen von 10 cm Breite immer in der Hoffnung, dass kein Bodenloch den Weg kreuzt. Wirklich toll !! Abgesehen von meinen zugeschwollenen Augen und meiner laufenden Nase.

3. Tour: Aus der Luccatour wurde eine Volterratour

Eigentlich sollte es mit dem Bus Richtung Lucca gehen. Aber der Anhänger hat nicht funktioniert und so mussten wir umplanen. Wir haben dann abgestimmt und uns für die Volterratour entschieden, die wir eigentlich am nächsten Tag alleine fahren wollten.

Als ich dann die Enttäuschung runtergeschluckt hatte, wurde auch diese Tour schön. Sie ist technisch leicht, aber mit einigen Höhenmetern gespickt. Auf dem Hinweg meist auf Schotterwegen, zurück dann Strasse. Volterra ist ein nettes Städtchen und wir hatten genug Zeit für eine Besichtigung und eine kurze Stadtführung mit Tobi. Eine Pizza oder ein Eis waren natürlich auch drin und zurück ging es dann nochmals lange, lange bergauf. Dank der rücksichtsvollen Gruppe hat es aber jeder gut geschafft.

4. Tour: Massa Maritima

Da diese Gegend eigentlich als Mountainbikeparadies gilt, ich Schwierigkeiten der höchsten Stufe erwartete und keinen Sturz riskieren wollte, war ich etwas nervös. Rückblickend hat mir diese Tour am wenigstens gefallen. Das lag einerseits an der 2-stündigen Bus-Anfahrt (+2 Stunden zurück), andererseits an den gewählten Wegen: die waren entweder flach, meist Schotter und ziemlich breit (also langweilig..), oder andererseits so gespickt mit dicksten Felsbrocken, steil auf- oder abwärts, dass sie für fast alle von uns nicht fahrbar waren – also anstrengende Schiebepassagen. Tobi kannte die Strecke selber nicht und ist mit dem GPS-Gerät gefahren.  Dann kamen noch 2 Stürze hinzu und so blieb mir die Tour nicht in so guter Erinnerung.

Das war ein Einblick in die 4 geführten Touren unserer Bikewoche.

Aber auch an den „freien“ Tagen blieb keine Zeit für Langeweile: Florenz, Siena und  San Gimignano standen auf dem Programm, aber davon darf Euch ein anderer Frosch erzählen (P.S.: lohnt sich …) .

Mein Fazit: Wenn Du „mal“ mountainbiken und sonst wandern und relaxen willst, buche nicht die Bikewoche. Die „normalen“ geführten Mountain-Bike Touren meiner ersten Woche waren meist auf Strasse, 3-4 Stunden lang und von jedem gut zu schaffen. Wenn Du aber „mehr“ mountainbiken willst und den Pool nur aus der Ferne brauchst, dann ist die Bikewoche zu empfehlen, die sicher nächstes Jahr noch ausgereifter sein wird.

Ciao Montaione und bis zum nächsten Froschurlaub,

Svenja

3 Gedanken zu „Bikewoche in der Toskana

  1. Heike

    Hallo Svenja,

    kann es sein, dass du 2010 in der Toskana warst? Wenn dem so ist, dann trifft deine Vermutung vielleicht schon zu, dass die ein oder andere Biketour schon ausgereifter ist als letztes Jahr…Danke für deine Antwort!

    VG, Heike

  2. Tobi

    Wie das Programm 2011 gestaltet ist könnt ihr euch im Internet anschauen.
    Zu Volterra, der Rückweg ist jetzt auch überwiegend auf Schotter. Der Anhänger funktioniert und fährt nach Lucca, zur Befahrung des Monte Serra, die anderen Touren starten direkt von der Villa. Ihr kommt in der Woche auf etwas über 200km min. 4500hm und das zum größten Teil abseits von Asphaltstraßen also ist MTB – Erfahrung von Vorteil.

    Die Regulären Touren finden selbstverständlich in der Zeit der Bike-Wochen statt und auch da könnt ihr euch so richtig austoben, ja unter anderem auf Singletrails und Schotterwegen!!!

    LG

    Tobi

  3. Andreas - Ă–sterreichfrosch

    Hallo Svenja, Hallo Tobi!

    Also nun meldet sich noch einer der 2 männlichen Biker aus er der Intersiv-Bikegruppe und ich kann dem Reisebericht von Svenja nur zustimmen und da ich ja noch eine Woch länger geblieben bin, kenne ich auch die Lucca Tour, die ich nur empfehlen kann – auch wenn wir dort Tobi`Sonnenbrille nicht mehr gefunden haben (dafür aber wenigestens deine Banane) und mir bei der Fahrrweise von Formel 1 Fahrer Tobi im Bulli wie so oft schlecht wurde, fand ich die Tour toll, vorallem auch mit dem Besuch der schönen Stadt Lucca!
    Die Woche war einfach nur genial – Italien sowieso, das Wetter, das Essen von Maritta, die Villa, die super Mädels der Intensivbikegruppe (Danke Swenja, Dana, Kathrin, Doris, Angelika, Steffi, Bärbel & Günther für die schönen Stunden)und last but not least, unser „one and only, Tobi !
    Tobi, ich wollte eigentlich diese Woche (Angelika hat es ja geschafft und nervt dich hoffentlich) nochamls nach Montaione kommen, leider hat es nicht geklappt, aber ich komme ganz bestimmt wieder, vielleicht noch heuer!
    Bis bald! Liebe Grüße an Alle, A Presto Andreas

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