14. November 2008

Unterwegs mit der Orion

Boot & Bike Kvarner Bucht im August 2008

Reisebericht von rolmue_73 at gmx.de

FROSCH Reiseziel:Kvarner Bucht – Inselhüpfen mit Boot & Bike

Tag 1:
Am Ankunftstag war das Programm zum Katalog gleich ein wenig geändert, da das Boot, die MS Orion, nicht in Rijeka auf uns wartete, sondern im Hafen des kleinen Küstenstädtchens Omišalj im Nordwesten der Insel Krk. Da der Flughafen von Rijeka aber ebenfalls auf dieser Insel liegt und es nach Rijeka doch ein gutes Stück hin ist, war das gar nicht so schlecht. Vor allem da die einzelnen Gäste doch sehr stark verteilt über den Tag eintrudelten (bedingt durch unterschiedliche Abflughäfen), während andere schon ein wenig das Boot erkunden und an Deck die Liegestühle testen konnten.
Insgesamt waren wir 11 Gäste was das Leben an Board doch ein wenig erleichtert hat – die vorgesehene Komplettbelegung mit 22 Gästen möchte ich lieber nicht erleben, da es dann doch ein wenig eng werden könnte. Insgesamt war ich aber (wieder mal) erstaunt, mit wie wenig Platz man doch auskommen kann. Die Kabinen dienen wirklich nur zum Schlafen und bieten mit ca. 2 qm kaum genug Platz, dass zwei Personen gleichzeitig vor den Kojen stehen können – trotzdem hat sich niemand beschwert und man hat sich mit dem zur Verfügung stehenden Platz arrangiert. Jeweils zwei Duschen und Toiletten gab es an Deck, was auch problemlos funktioniert hat.

Nachdem alle Gäste da und die Kojen verteilt waren gab es abends eine Bootseinweisung durch den Kapitän, eine Vorstellung der vierköpfigen Crew und ein Hallo durch die beiden Guides. Diese haben dann die Mountainbikes zugewiesen und eingestellt, damit wir am nächsten Tag gleich durchstarten konnten – wir hatten Glück und durften fast nagelneue Bikes einfahren.
Danach konnten wir gleich das erste Mal die Kochkünste des Kochs in der ebenfalls nicht besonders geräumigen Küche bewundern, der die ganze Woche sehr leckere und immer ausreichende Mahlzeiten auf den Tisch gebracht hat – in der Regel Salat, Hauptgang und Nachtisch (meist Obst). Auch das Frühstück fand ich prima zur Vorbereitung auf die Radtouren.
Mittags wurde immer ein Salat oder Spaghetti auf eigene Kosten angeboten.

Nach dem Essen sind wir dann gemeinsam noch mal zum eigentlichen Ort den Berg hinaufgekraxelt, haben ein wenig einheimisches Geld (Kuna) eingetauscht und sind anschließend auf ein, zwei Bierchen eingekehrt.

Der grobe Ablauf der Tage war morgens eine Mountainbiketour (evtl. nach dem Übersetzen auf eine andere Insel), nachmittags Baden in einer netten Bucht vom Boot aus und abends Erkundung der einzelnen Hafenstädte und deren Nachtlebens.
Für mich die ideale Mischung, auch weil man jeden Tag Neues zu sehen bekommt und die Ufer durch Ihre harten Felsen nicht wirklich zum Sonnen einladen – auch wenn alle anderen Touristen die nicht auf den Luxus Boot zurückgreifen können damit vorlieb nehmen müssen.

Nach dem Abendessen haben die zwei Guides dann den Tag noch einmal Revue passieren lassen und auf der Karte die Tour des nächsten Tages vorgestellt.
Insgesamt waren Martin und Kalle die engagiertesten Guides, die ich bisher bei Frosch hatte – Hut ab, das war wirklich toll!

Tag 2:
Auch hier gab es eine Abweichung zum Programm und wir sind nach dem Frühstück gleich zur Insel Cres übergesetzt. Wegen relativ starkem Seegang konnten wir nicht wie geplant in Beli anlegen sondern haben Cres umrundet und sind auf der anderen Seite in Porozina angelandet. Da der Anleger dort auch für eine Autofähre benötigt wurde, hieß es schnell die Räder abzuladen, damit der Kapitän gleich weiterfahren konnte. Die Frage „Hat jeder sein Bike?“ erwies sich jedoch leider als zu unpräzise, da wir, zum Aufbruch fertig, feststellen mussten, dass ein Bike zuviel abgeladen wurde. Nach einiger Diskussion hat das Boot kehrt gemacht und das Bike wieder mitgenommen, dann konnte es endlich losgehen! Wie sich das gehört ordentlich bergauf und leider mit relativ viel Verkehr (von und zur Autofähre) dafür aber auf Asphalt – zum Einstieg sicher besser zu fahren als die vorgesehene Strecke über Schotter welche als ziemlich heftig angekündigt wurde.

Insgesamt eine recht schöne Einstiegstour mit 620 Höhenmetern auf 35 km Länge.
Zielpunkt war der Hafen von Cres wo wir nach dem Abendessen das Nightlife erleben durften.

Tag 3:
Gestartet wurde die erste echte Mountainbike-Tour gleich im Hafen von Cres. Es ging über felsige Wege an der Küste entlang und hier konnten die Bikes zeigen was so ein Fahrrad denn aushält. Dann ging es auf einem Abstecher 6 km den Berg hinauf in das schöne Bergdorf Lubenice wo wir zum Mittagessen eingekehrt sind und uns stärken konnten . Dann den halben Berg wieder hinunter und auf unbefestigten Wegen am Vraner See vorbei nach Martinscica wo uns das Boot wieder aufgelesen hat. Mit Badestop ging es dann nach Mali Losinj. Bei etwa gleichen Etappenwerten wie am Vortag (650 Höhenmeter auf 35 km) kam mir das doch fast wie das doppelte vor.
Abends hatten die Guides dann einen tollen Tipp für ein Lokal mit einheimischer Livemusik. Ein schöner Ausklang für den Tag!

Tag 4:
Die heutige Tour stand gar nicht im Programm sollte aber wohl die entfallene Strecke um Opatijas Riviera ersetzen. Als Erholung für die Strecke vom Vortag nicht schlecht immer am Ufer entlang mit Blick auf schöne Buchten und das fantastische Meer war das Slalomradeln um diverse Touristen herum nicht jedermanns Sache. Aufgesammelt hat uns das Boot dann auf der anderen Seite der Insel in Veli Losinj. Gesamtstrecke: 150 Höhenmeter auf 22 km. Nachmittags ging es dann wieder zu einem schönen Badestop und dann weiter nach Pag.

Tag 5:

Auf Pag hatten wir unsere längste Tour zu bestreiten. In Mandre gestartet haben wir zuerst eine Inselrundtour gen Süden gestartet um dann über Kosljun und Pag wieder nach Norden zu drehen und zum Mittag in Novalja wieder auf das Boot zu stoßen. Hier gab es nach 550 Höhenmetern und 48 km die Gelegenheit zur Stärkung (wir haben das Abendessen vorgezogen) und zur Entscheidung ob man noch ein wenig weiter radeln wollte. Die Nachmittagstour ging ziemlich geradeaus über weitere 200 Höhenmeter und 21 km bis in den Norden der Insel zum Hafenort Lun. Unterwegs gab es einige beeindruckende alte Olivenbäume zu bestaunen.
Nach einem leckeren Eis kam auch schon das Schiff um uns zum wohlverdienten Badestop und anschließend weiter nach Rab zu bringen. Hier hatten unsere Guides sogar eine Stadtführung durch eine nette Einheimische organisiert und wir haben die Gelegenheit genutzt und einmal auswärts gegessen .

Tag 6:

Auf der Insel Rab haben wir auf 27 km 300 Höhenmeter überwunden und wieder einige schöne Panoramablicke aufs Meer genießen können. Abends sind wir dann nach dem Badestop ausnahmsweise nicht in einen Hafen eingelaufen sondern haben auf der ehemaligen Gefängnisinsel Goli otok angelegt. Hier konnten wir uns die aufgegebenen Gefängnisanlagen anschauen und ein wenig Brennholz sammeln, das wir dann zum Lagerfeuer benutzt haben. Bei einer leckeren Melonenbowle hatten wir einen gemütlichen Abend nur für uns.

Tag 7:
Am nächsten Morgen ging die Fahrt zur Insel Krk wo wir nicht die ganze im Katalog beschriebene Tour gemacht haben, sondern gleich von Krk gestartet sind. Über 27 km und 310 Höhenmeter haben wir uns mit ein paar Abstechern über nette Wege nach Malinska geschlängelt wo uns das Boot wieder aufgesammelt hat. Auf dem Weg nach Rijeka haben wir unseren letzten Boot-Badestop gemacht und abends die Hauptstadt und ihr (sehr lautes) Nachtleben erkundet – gegenüber dem beschaulichen Inselleben ein richtiger Zivilisationsschock!

Tag 8:
Sehr früh mussten wir die Zimmer räumen, damit die Reinigungsmannschaft das Boot noch in Rijeka wieder für die nächste Gruppe bereitmachen konnte. Die ersten neuen Gäste (Selbstanreiser) stießen hinzu bevor wir dann wieder Richtung Ausgangshafen Omišalj aufgebrochen sind. Dort angekommen ist man sich für den Rest des Tages selbst überlassen. Die Guides müssen die Bikes überprüfen und reinigen und sich um die neuen Gäste kümmern und die liebgewonnenen Mitreisenden verlassen nach und nach die Gruppe. Mit Mittagessen oben im Ort, Badepause am nahegelegenen „Strand“ und Abendessen ging der Tag dann aber doch schneller und angenehmer zu Ende als erwartet.

Alles in allem war es eine tolle Woche mit netten Mitreisenden und sehr engagierten Guides. Das Wetter hat mitgespielt, das Essen war klasse und die Zeit zum Relaxen und Erholen von den Radtouren war prima.
Ich kann mir gut vorstellen, noch mal wieder zu kommen – oder die südliche Tour zu buchen um Dalmatien kennenzulernen.

Ein Gedanke zu „Unterwegs mit der Orion

  1. Holger Tschentscher

    Hallo,
    dein Bericht liest sich sehr gut, ich überlege welche Tour ich für September buchen soll. Letztes Jahr war ich in Süddalmatien, kann ich dir nur empfehlen, das war bis dato mein schönster Urlaub.
    Naja mal schauen wo es mich so hin verschlägt.
    Dir viel Spaß bei dem was du für dieses Jahr gebucht hast.
    Viele Grüße, Holger

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