2. April 2013

Bürger der freien Ferienrepublik Saas Fee 18. – 26. Januar 2013

Reisebericht von Juergen Baur [news at jbaur.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub Astoria in Saas Fee, Schweiz

Die Schweiz als Urlaubsziel erscheint in Anbetracht des gegenwärtiges Euro-Wechselkurs zum Franken ein teurer Spaß. Allerdings bietet Frosch durchaus verschiedene Ziele in der Schweiz, die zwar im Komplettpreis sicher nicht zu den Günstigsten gehören, doch auch im Vergleich mit Frankreich und Österreich finanzierbar sind.

In Anbetracht der Schneesicherheit bei einem Skigebiet bis zu 3.600m und manch lobenden Worten im Bekanntenkreis fuhr ich mal wieder in die Schweiz: Saas-Fee. Frosch bietet in seinem Programm dort das Hotel Astoria an. Wie sich zeigte, handelt es sich eigentlich um ein Angebot und Haus von Kopfüber Reisen, doch war mir dies bei der Buchung gar nicht aufgefallen.

Anreise

Mein Ski-Vergnügen starte mit dem Bus Freitagabend gegen 22:15Uhr ab Köln. Diesmal nicht mit den häufig von Frosch eingesetzten Busunternehmen Bröskamp sondern erstmals mit Lippe Bus. Ein Hinweis bei der vor der Abfahrt auf den Frosch Seiten verfügbaren Bus-Information lautete dann auch „Kombinierter Reisebus mit Pfiff Reisen“. Tatsächlich stand der Bus pünktlich – wohl aufgrund der beengten Parksituation – jedoch an einer anderen nicht gerade einsichtigen Stelle in der Nähe der Haltestelle.

Während man noch vor sich hin döst, kämpft sich der Bus über immer schmaler werdende Straßen weiter in die Höhe: Saas-Fee liegt auf 1.800m. Gegen 9 Uhr erreichten wir den Ort. Da das Dorf autofrei ist, endete die Busfahrt am Rande des Ortes bei einem Busterminal. Hier findet sich auch ein kostenpflichtiges Parkhaus für Anreisende mit dem Auto. Nur kleinere Elektrofahrzeuge dürfen ab dort weiter ins Dorf fahren. Zwei Teamer warteten bereits mit einem solchen Fahrzeug auf uns. Gepäck und Ski-Ausrüstung wurden – auf zwei Etappen – umgeladen und der erste Spaziergang am Morgen führte uns durch Saas Fee zum Sportclub: Erst mal zum Frühstücken!

01_Dorfansichten
Auf dem Weg zum Sportclub: Schweiz pur

Wenngleich die ersten mündlichen Infos bei der Begrüßung im Bus gegeben wurden, fanden sich weitere schriftliche Informationen (!) über den Tagesablauf auf den Tischen im Frühstücksraum. Skipass-Wünsche konnten noch abgegeben werden, vorgebuchte Skipässe konnten umgehend mitgenommen werden und so stand ich zusammen mit ein paar Anderen nach kurzer Zeit auf dem Berg: Skifoahrn.

Die Zimmer standen ab 15 Uhr zur Verfügung stehen. Ausgestattet mit Bürgerpass, Getränkekarte, Zimmerkarte etc. und nach dem Abendessen endete dieser Tag bei mir doch recht früh.

Der Sportclub Astoria

Der Sportclub Astoria fällt von außen sicher nicht aus dem Rahmen anderer Mittelklasse-Häuser in Saas-Fee. Wenngleich die Gebäude-Substanz sicher weiter zurück reicht, dürfte das Hotel – ausgehend von den Lochkarten-Zimmer-Schlüsseln und dem Fahrstuhl – seine Blüte vor ca 20-30 Jahren gehabt haben. Erkennbar jedoch auch, dass renoviert wurde und seien es nur die vielen Bilder des Reiseveranstalters Kopfüber-Reisen, die sich überall an den Wänden finden.

Im Erdgeschoss findet sich die Bar mit Billardtisch, Kickerraum, Rezeption und Restaurant (Frühstück und Abendessen). In den darüber liegenden Stockwerken sind die Gästezimmer verteilt, die über Treppen und einen Fahrstuhl auch aus dem Untergeschoss erreichbar sind. Im Untergeschoss findet sich dann der Skikeller, Skischuh-Raum mit beheiztem Schuhständer, der Skiverleih/-service und der Wellness-Bereich, dessen Whirlpool jedoch – entgegen des Katalogs (2012/2013) –  nicht verfügbar war. Die Größe der Sauna ist für die Anzahl der Gäste überdies eher knapp bemessen. Saunatücher und Bademantel kann man gegen Entgelt und Pfand erhalten.

Die Lage des Spotclubs wird im Katalog doch sehr gut beschrieben:

  • Über einen kleinen Fußweg erreicht man in fünf Gehminuten den Alpin-Express. Dabei handelt es sich um eine Kabinen-Gondelbahn, die über eine Umsteig-Verbindung zum Felskinn und von dort mit der Metro-Alpin (Standseilbahn) auf 3.500m führt. Leider ist der Express nicht so schnell wie der Name vortäuscht. Für den morgendlichen Einstieg ist dies jedoch die kürzeste Variante.
  • Eine kleine Straße führt bergaufwärts mitten in das Zentrum von Saas-Fee. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Wohl in den allermeisten Fällen kommt man über diesen Weg nach einem Skitag zurück, da die Talabfahrt am Rand von Saas-Fee endet und der kurze Rückweg – vorbei auch an Apres-Kneipen- über die zentrale Dorfstrasse führt.

02_SaasFee
Saas-Fee Dorfstraße mit Einkehr-Möglichkeiten

Skigebiet Saas-Fee

Das Skigebiet von Saas-Fee ist sicherlich nicht sonderlich groß und demnach recht überschaubar. In einem Tag kann man locker alle Pisten abfahren. Prinzipiell gibt es drei Regionen (so die Bezeichnung im Pistenplan), wobei nur zwei Regionen miteinander verbunden sind.

  • Sowohl der Alpin-Express als auch die Felskinn-Bahn führen zum Felskinn und von dort über die Metro-Alpin zur Station Mittel-Allalin (3.500m). In dieser Region Felskinn-Allalin finden sich die meisten Pisten, ein Sessellift und ein paar Schlepper, die auch Querverbindungen herstellen.
  • Die Spielbodenbahn („Eiergondel“) bringt einem nach Umstieg zum Längfluh und damit zum unteren Ende der „Gletscherwelt“. Ein langer Schlepplift führt von hier auf das Gletscherskigebiet, welches auch über Allalin erreichbar ist und somit eine Verbindung zwischen den beiden Gebieten möglich ist.
  • Zuletzt ist da noch Plattjen zu erwähnen. Lediglich zwei Pisten nehmen an der Bergstation ihren Anfang. Bekannt ist Plattjen jedoch durch die Weltcup-Abfahrt.

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Bergrestaurant Morenia – Region Felskinn

Breite Pisten finden sich insbesondere im Bereich Felskinn – Morenia. Anspruchsvoller Pisten meist höher oder Plattjen (leider häufig im Schatten).

Auf der Gipfel-Station Mittel-Allalin findet sich ein Dreh-Restaurant: Einfach mal bequem machen und drehend staunen. Bei guter Sicht hat man ein fantastisches Berg-Panorama vor sich. Auch das Bergmassiv um den höchsten Berg der Umgebung, der 4.545m hohe Dom, zeigt sich in der Sonne beeindruckend. Je nach Sicht, kann sich jedoch auch ein Wolkenspiel im Tal ergeben.
Überdies findet sich dort der Eispavillon: Dabei handelt es sich um eine in den Gletscher geschlagene Eisgrotte, in der sich verschiedene Ausstellungsstücke rund um die Eiswelt befinden.

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Mittel-Allalin Drehrestaurant auf 3.500m

Für Pausen ist auch noch die Spielboden-Hütte oder das Restaurant Gletschergrotte zu erwähnen – leider verschwindet nachmittags die Sonne hinter den Bergen und es wird dann doch kühl.

Soweit man ins Tal ab fährt, enden alle Pisten am Rand von Saas-Fee. Hier ist auch der Treffpunkt für die örtlichen Skischulen und eine Natureisbahn zum Schlittschuhlaufen, die bis 21 Uhr auch beleuchtet ist. Wenn man wirklich genug vom Skitag hat, läuft man von hier die Straße Richtung Dorfplatz zum Sportclub und kommt passend an Apres-Gastronomie vorbei.

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Am Ende aller Pisten: Saas-Fee

Eine weitere Bahn aus dem Dorf sollte ich wohl nicht vergessen: Die Hannig-Bahn (2.336m). Dort findet sich eine 8km lange Schlitten-Abfahrt. Den Schlitten kann man für 8 CHF leihen.

Skigebiet Saas-Grund

Mit dem Ski-Guiding kommt man auch zu dem noch kleineren Skigebiet von Saas-Grund. Als Skibus verkehren die Postbusse vom Busterminal Saas-Fee. Mit dem Bürgerpass kann man diese Busse kostenlos benutzen. Die Busse verkehren zweimal in der Stunde und brauchen für die Fahrt zur Bergbahn in Saas-Grund gut 10min.

Von dort geht’s erst einmal mit der Kabinengondel zum Kreuzboden auf 2.397m. Eine weitere Bahn bringt einen auf 3.200m Höhe mit einer tollen Sicht Richtung Saas-Fee und den 4.000er Bergen. Die Pistenauswahl ist allerdings sehr eingeschränkt: Es gibt nur wenige. Dessen ungeachtet, war es doch mal ganz schön, einen Ausflug in ein anderes Skigebiet zu machen.

Achja, von der Talstation in Saas-Grund verkehrt auch ein Skibus nach Saas-Almagell.

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Blick vom Kreuzboden nach Saas-Fee; rechts die 4.000er

 Skiverleih und -kurse

Direkt im Haus lassen sich auch Ski leihen (keine Skischuhe). Dadurch kann man gegebenenfalls auch mal die Ski wechseln, um das Material den eigenen Fähigkeiten anzupassen. Überdies besteht die Möglichkeit eigene Ski oder Snowboard wachsen / pflegen zu lassen – preislich durchaus interessant.

Überdies werden von Kopfüber Reisen in kleineren Gruppen so genannte Steps angeboten. Dabei handelt es sich um kürzere Einheiten beispielsweise für Technik, Tiefschnee. Kurse für absolute Anfänger oder umfangreiche Kurse kann man über die Eskimo Skischule im Dorf belegen.

Die Verpflegung

Nein, meckern kann man sicher nicht:

Morgens finden sich neben verschiedenen Brotsorten, Käse, Wurst, verschiedene Marmeladen, Nutella, Müsli / Cornflakes, Joghurt, Quark, Orangen- und Apfelsaft, Kaffee, verschiedene Teesorten etc. Täglich wechselnd auch noch ein Special: Das kann mal Rührei,  Bircher Müsli etc. sein. Selbstverständlich gibt es auch Tüten für Pistenbrote.

Zum Highlight dürfte regelmäßig das Abendessen gehören. Hier läuft die Küche auf Hochform auf und präsentiert ein umfangreiches 4-Gang-Menü mit Komplett-Service. Selbstverständlich gab es auch Nachschlag in Mengen! Auf Vegetarier oder Unverträglichkeiten wurde selbstverständlich Rücksicht genommen. Verhungern muss ganz sicher niemand.

Am freien Tag des Kochs wurde klassisches Schweizer Raclette angeboten. Nein, nicht die deutsche Variante mit den kleinen Pfännchen – direkt vom Käse-Laib auf den Teller.

Das Programmangebot

Das Wochenprogramm hängt an einer Wandtafel aus, so dass man sich frühzeitig orientieren kann. Wenngleich das Skigebiet nicht  groß ist, werden drei Guiding-Tage angeboten. Eines davon – wie oben schon geschrieben – nach Saas-Grund. Daneben

  • Schlittenfahren
  • Fackel-Spaziergang mit wärmenden Wässerchen
  • Apres-Ski mit Glühwein auf der Terrasse
  • Kaffee & Kuchen an der Bar
  • frische Waffeln
  • an den Abenden noch Musik-Quiz, Kicker-Turnier etc.

07_Langflueh
Feegletscher an der Längfluh Hütte

Abfahrtstag und die Rückreise

Am letzten Tag sollten die Zimmer bereits um 9 Uhr geräumt sein. Das Gepäck konnte im Ruheraum des Wellness-Bereichs abgestellt werden. Die Duschen der Sauna und des Dampfbades konnten benutzt werden, um nach dem letzten Skitag erfrischt die Rückreise antreten zu können.

Das gesamte Gepäck sollte mit dem Ziel beschriftet werden, da es mit dem Elektrofahrzeug zum Bus gebracht und dort von den Busfahrern entsprechend eingeladen wurde. Überrascht waren wir, also noch eine weitere Gruppe erschien, die ebenfalls mit dem Bus zurück nach Deutschland fuhr. Dadurch war der Bus wirklich sehr voll – unangenehm voll!

Zusammenfassend …

Saas-Fee ist zweifellos ein kleines idyllisches Dorf in den Schweizer Bergen: Alles recht konzentriert und dennoch nicht aufdringlich. Besonders angenehm empfand ich auch die Freundlichkeit an den Bergbahnen, im Dorf etc. Wenngleich das Skigebiet nicht besonders groß ist, bietet es aufgrund der Höhe eine hervorragende Schneesicherheit – dies dürfte je nach Reisezeitpunkt ein wichtiges Kriterium sein.

Das Haus inmitten des Dorfes, die kurzen Wege, das umfangreiche Angebot vor Ort und der Einsatz der Teamer gewährleisten eine schöne und erholsame Skiwoche.

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Schnee oder Wolken – die Aussicht kann sich laufend verändern

Ein Gedanke zu „Bürger der freien Ferienrepublik Saas Fee 18. – 26. Januar 2013

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