15. Mai 2006

Costa Rica Activ – Pura Vida März 2006

Zum Frosch Reiseziel Costa Rica

von Angela Fandreyer

Costa RicaAufgeregt vor so einem langen Flug und der Reise habe ich schon am Flughafen Düsseldorf die ersten Mitreisenden getroffen. Was meine Nervosität abrupt sinken ließ und den langen Flug über Madrid auch erheblich verkürzt hat. Nach nicht endenwollenden elf Stunden Flug von Madrid nach San José und einer wackeligen Landung sind wir endlich angekommen. Mit dem Shuttlebus zum Terminal ging es noch an einem sehr beeindruckenden „Flugzeugfriedhof“ vorbei. Am Flughafen und beim anschließenden gemeinsamen Abendessen im Hotel, haben wir die Reisegruppe uns erst mal kennen gelernt.

Costa RicaNachdem ich meine erste schlaflose Nacht in San José, weg. Div. Dschungelgeräusche und Vögel, überstanden hatte, fing am nächsten Morgen gleich das Abendteuer an.
Wenn „Engel reisen“ gibt es voraussichtlich gutes Wetter und so hatten meine Mitreisenden und ich auch das Glück den Krater des Vulkans Poás besichtigen zu können. Dieses Erlebnis wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, denn wenige Tage später hat sich der Vulkan entschlossen ein Gemisch aus Steinen und Wasser auszuspucken. Folge war, eine ca. einwöchigen Sperrung und danach kontrollierte Führungen kleiner Gruppen zum Krater. Wir sind noch in den unbeschwerten Genuss gekommen, das gesamte Gelände zu bestaunen und die ersten Kolibris zu entdecken. Die Rückkehr vom Vulkan wurde mit einer down hill Mountenbiketour kombiniert. Im Tal haben wir nach einem superleckern Mittagessen die anliegende Kaffeeplantage besichtigt.

Costa RicaAm nächsten Tag sind wir zu unserer ersten Lodge auf dieser Rundreise aufgebrochen. Diese Lodge war ein erster Vorgeschmack darauf, was uns noch erwarten würde, Zimmer mit Blick in den Dschungel, eine superschöne Anlage. Von hieraus haben wir eine Wanderung in einem Privatpark mit einer der längsten Hängebrücken Costa Ricas unternommen. Das war eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Leider sollten die Tiere noch auf sich waren lassen.

Am nächsten Tag hieß es wieder Kofferpacken und weiter zur nächsten Lodge, mit einem vorherigen Zwischenstopp in einem „Vergnügungspark“. Hier hat sich die Gruppe geteilt, ein Teil ist zum Rafting und ich habe mich mit einer Mitreisenden und Ivork unsem Reiseleiter zum Reiten entschieden. Es war ein wunderschönes Erlebnis mit den Pferden durch Matsch und Sumpf zu reiten, umgeben vom purem Dschungel. Die Tour führte über Berge und Hügel rauf und runter und durch einen Fluß bei dem man aufpassen musste, seine Füße nicht gleich mit zu baden.

Costa RicaDanach ging es weiter zur nächsten Lodge, die richtig versteckt an der Grenze zu Nicaragua liegt. Bis jetzt war dies die schönste Unterkunft, nicht direkt die Zimmer, aber das ganze drum herum. Morgens wurden an einem Baum im Garten Bananen für die Tukane und andere Vögel aufgehängt. Man wusste gar nicht wo hin man schauen sollte. Vögel in ihrer schönsten Pracht, direkt vor der Nase. Es war einfach himmlisch. Aber nicht nur die Vögel, sondern auch die Wanderungen hier waren einfach super schön und erlebnisreich. Wir sind mit Gummistiefeln losgelaufen, in den Regenwald über Baumstämme, oder einfach nur über Steine, die als Brücken dienten. Entdecken konnte man hier einige Frösche, Käfer, Affen und mit ein bisschen Glück sah man Aras vorbeifliegen. Am Nachmittag habe ich noch eine superschöne Kanufahrt unternommen, ohne mir dabei Gedanken zu machen, was im Wasser leben könnte. Abends haben wir in diesem Gewässer eine Fütterung der Kaimane erleben dürfen, die natürlich auch alle einen Namen hatten. Gerufen wurden diese mit „kleines Fräulein“, „mein Hund“ und anderen liebevollen Namen. Der Abschied aus diesem Paradies wurde uns mit anhaltendem Regen und Nebel ein wenig erleichtert und auch mit der Aussicht auf die nächsten Erlebnisse, die uns in La Fortuna erwarteten.

Costa RicaIn La Fortuna angekommen, erlebt man erst mal einen Kulturschock, denn Fortuna selber hat sich zu einer touri Hochburg entpuppt. Wir hatten aber Gott sei Dank wieder eine gemütliche ruhige Lodge am Rande es Rummels. Von dieser haben wir zunächst einen Ausflug zum Wasserfall mit Badevergnügen unternommen und abends durften wir aus sicherer Entfernung die Lavaströme des Vulkans „Arenal“ bestaunen. Am nächsten Morgen haben wir unsere Rucksäcke gepackt, um zu unserer Dschungellodge zu wandern. Die Wanderung fand in sengender Sonne statt, das Ganze auf breiten Wegen mit superschönen Landschaft. Nach einem kurzen Zwischenstopp, zum Baden im Fluss, um das letzte Mal seine Kräfte aufzutanken, führte uns der Weg nur noch endloslang den Berg hinauf. Wenn man den ersten Hügel erklimmt, sieht man schon den Nächsten. Und wenn man glaubt, nach der nächsten Kurve wäre es geschafft, wird man schon eines weiteren Hügels ansichtig. Endlich oben angekommen wird man dafür mit einem erfrischenden Bad im See, einer kalten Dusche und einem göttlich leckeren Essen belohnt.

Costa RicaDie Wanderungen im „Regenwald der Kinder“ stellte alles bis jetzt Gesehene in den Schatten. Da es die Nacht geregnet hatte, forderte der Dschungel uns heraus. Wer gibt den schönsten Rutscher in den Matsch ab, oder wer traut sich über die morsche Brücke? Aber keine Sorge, auch hier gab es teilweise gespannte Seile, die einem beim überqueren Hilfe leisten sollten, oder beim rutschigen Abstieg zum Blick auf einen weiteren Wasserfall. Den Abstieg von dieser versteckten Lodge durften wir auf den Ladeflächen von Jeeps erleben, und uns noch einmal fragen, wie wir den gesamten Weg am Vortag in sengender Sonne überhaupt schaffen konnten.

Costa RicaNach einer weiteren Nacht zurück in la Fortuna, haben wir uns in strömendem Regen auf die Mountenbikes geschwungen, um dem Paradies an der Küste näher zu kommen. Die erste Tour hat uns um den Arenalsee zu einer deutschen Bäckerei und danach zur nächsten Unterkunft geführt. Der Weg dorthin begann mit einem Anstieg auf Asphalt und wurde durch eine hügelreiche Strecke auf Schotter mit Schlaglöchern versüßt. Am nächsten Morgen gab es eine noch schwierigere Tour. Ich hingegen habe mich erst mittags entschieden wieder aufs Bike zu setzen, um bei brütender Hitze auf einer recht anstrengenden Schotterstecke, zum Besuch des Solarprojektes, zu radeln. Von hier aus hat uns der Bus ins Paradies nach Sámara auf der Halbinsel Nicoya gebracht.

Costa RicaIm Hotel in Sámara angekommen, durften wir die liebevoll gemachten Zimmer beziehen und haben einen ersten Rundgang durch den Ort gemacht. Den Abend in einer der Strandbars ausklingen lassen. Am nächsten Tag gab es gleich eine weitere Radtour zu einem der schönsten Strände. Hier habe ich mich im Meer beim Wellenspringen, und im Schatten der Palmen so verbrannt, dass ich am nächsten Tag die Radtour zu einem wohl noch schöneren Strand ausgesetzt habe. Das Hotel wird von einer deutschen Auswandererfamilie geführt und lässt keine Wünsche offen. Es liegt ruhig am Ortsrand und hat zwei kleine Pools die mit Pflanzen eingerahmt sind. Auch hier gibt es keinen Touri Alarm. Man kann diese schöne Anlage allein oder in der Gruppe und den wenigen andern Gästen genießen.

Costa RicaIn Sámara haben wir noch weitere Abenteuer erleben dürfen. Mit Kajaks morgens zum Schnorcheln, was entfehlenswerter ist, als dies mittags mit dem Boot zu tun. Mittags kommt die Flut und der Wellengang kann zu einem echten Abenteuer werden. Abends haben drei meiner Mitreisenden und ich einen Ausritt in den Sonnenuntergang unternommen. Wir wurden mit den Pferden zu einer Aussichtsplattform geführt. Auf dem Weg dorthin sind wir tausenden von Krebsen begegnet, die sich schnell im Laub vor uns versteckten. Danach ritten wir zum Strand, wo wir noch den letzten Teil des Sonnenuntergangs bestaunen durften.

Sámara hat aber noch einiges mehr zu bieten, vor allem sollte man sich nicht die kulinarischen Hochgenüsse entgehen lassen. Ivork, unser Reiseleiter, hat uns am ersten Abend in ein Fischrestaurant geführt. Hier habe ich mir mit einer Mitreisenden eine Fischplatte der besonderen Art geteilt. Auf dieser waren u.a. eine Languste, Kebse, Garnelen, Muscheln und vieles mehr. Für Fischliebhaber ein wahrer Hochgenuss. Am nächsten Abend wurde dies durch Spagetti in Avocadoschrimpssoße fast noch übertroffen. Was man hier auf keinen Fall auslassen sollte sind die himmlischen Caipi Fresa Cocktails, die Frucht Säfte mit Wasser oder Milch und nicht zu vergessen das costaricanische Bier Imperial.

Nach drei superschönen, sehr heißen Tagen am Strand, mussten wir uns von diesem Paradies losreißen, um die letzte Nacht in San José verbringen zu können. Die Reise von der Pazifikküste zurück dauert ca. sieben Stunden. Unseren letzten halben Tag haben wir zum Abgewöhnen in der City von San José verbracht. San José ist, wenn man aus dem Dschungel kommt nicht der Ort, den man wirklich besuchen möchte. Es ist laut, dreckig und es gibt auch nicht wirklich viel zu sehen. Aber San José ist auf jeden Fall die bessere Alternative, als vor dem langen Heimflug im Hotel auf die Abreise zu warten.

Nach einer langen Nacht im Flugzeug, wieder in Deutschland angekommen, wurde ich mit frostigem Aprilwetter begrüßt.

Zum Abschluss noch mal vielen Dank an Ivork unser Reiseleiter, meine Mitreisenden und alle Guides, die diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Costa Rica – Pura Vida

Ein Gedanke zu „Costa Rica Activ – Pura Vida März 2006

  1. Wohlleben

    Hallo,
    Deine Costa Rica Reiseberichte würden auch in unseren Blog passen. Wäre auch gut, wenn Du etwas mehr Bilder hättest!
    Herbert

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