3. November 2012

Das 1. Mal Kreta, das 1. Mal Frosch (18.08.-01.09.2012)

Reisebericht von: Kati (popati at web.de/Kenterkati in MyFrosch)
Frosch Reiseziel: Sportclub Dimitra auf Kreta

Als kurzentschlossener Neuling war ich sehr gespannt auf meinen ersten Froschurlaub, zumal sich meine Reisezeit Ende August noch mit der letzten Woche Familienurlaub im Dimitra-Hotel in Almirida auf Kreta überschneiden sollte. Meine Zweifel in diese Richtung wurden aber direkt nach der Ankunft in Chania zerstreut, denn neben einer Familie reisten mit mir noch 5 andere Alleinreisende (weiblich und männlich gemischt, im wohl typischen Froschalter zwischen Mitte 30 und Anfang 40) und ein Pärchen an. Alle waren supernett, und so haben wir uns gleich zu einer tollen Gruppe zusammengefunden. Die Atmosphäre im Hotel empfand ich als sehr angenehm, offen und vor allem entspannt. Die Teamer und Hausleiterin Corinna waren sehr sympathisch. Man kam sehr schnell mit den anderen Gästen und Teamern ins Gespräch und kannte nach kurzer Zeit so gut wie alle Namen. Insgesamt waren wir in der 1. Woche ca. 35 Gäste, darunter noch ein paar Familien und Alleinerziehende mit ihren eher größeren Kindern/Jugendlichen, was sich als gute Mischung rausstellte. In der 2. Woche sind dann deutlich mehr Alleinreisende und Paare angereist.

Der erste Blick aufs Meer und auf die Landschaft, das schöne Hotel, die netten Leute, die warme würzige Luft und das erste leckere griechische Abendessen erzeugten bei mir sofort ein wohlig entspanntes Urlaubsgefühl, das sich die zwei Wochen noch steigerte.

Das Hotel und seine Anlage sind schön, die Zimmer sehr geräumig. Von meinem Zimmer/Balkon aus hatte ich einen tollen Blick auf die Lefka Ori. Dass es nicht direkt am Strand liegt, fand ich gar nicht so schlecht, da es dort unten doch etwas trubeliger ist. So war es durch die Lage ruhig (außer man hatte ein Zimmer in Richtung Eingang/ Straße, wo manche, wie berichtet wurde, morgens durch die Müllabfuhr geweckt wurden). Und es sind ja wirklich nur ein paar Meter bis zum Meer.

Foto: Blick von meinem Balkon

In den ersten Tagen wurde ich übrigens abends (oder nachts) des Öfteren von Mücken gestochen. Aber nachdem ich mich bei Corinna mit Mückenstecker und Klimaanlage und im örtlichen Supermarkt mit Antimückenmittel zum Einreiben nachgerüstet hatte, was das Problem auch erledigt.

Die 1. Woche hatte ich mich vorerst nur aufs Wandern (und Entspannen 😉 verlegt und unter Führung der netten kompetenten Wanderführerin Jessi einige Ausflüge in die Umgebung unternommen. So sind wir z. B. oberhalb der Küste und durch Olivenhaine zum Steingarten nach Koumos (wo wir die Biker getroffen haben) und nach Kalives gewandert. Natürlich habe ich die Wanderung durch die Samaria-Schlucht mitgemacht, die ich jedem nur empfehlen kann (mit Wanderschuhen!). Ich habe dabei das Angebot von Jessi wahrgenommen und mir Wanderstöcke bzw. Nordic Walking-Stöcke vom Hotel ausgeliehen, die ich beim Abstieg ganz hilfreich fand. Abgesehen von der eindrucksvollen Wanderung waren als Belohnung am Ziel in Agia Roumeli das Bad im wunderbar blauen Libyschen Meer, die Erfrischung in der Strandtaverne und die einstündige Rückfahrt mit der Fähre nach Choria Sfakion sehr toll. Manche haben sich an den vielen Menschen auf der Fähre gestört, aber ich fand, es war einmalige Gelegenheit, mal was von der schroffen, vielfach unzugänglichen Südküste zu sehen.

Eine weitere Wanderung führte uns von Vámos (mit Bustransfer/Kosten) ins Hinterland. Vorbei an einer Klosterruine, einer alten Ölmühle und Kuppelbögen und einem noch betriebenen Kloster ging es über Kalamitsi Alexàndrou nach Georgioúpolis, wo uns wieder ein herrlich erfrischender Badestopp, ein frisch gepresster Pfirsichsaft in der Strandbar (Tipp von Jessi) und wenig später die Busrückfahrt erwarteten.

Ebenfalls eine schöne Wanderung ging vom Hotel aus wieder ins Hinterland. Durch ein trockenes, teilwiese zugewuchertes Flussbett wanderten wir bergauf Richtung Doulianá. Der dort geplante Tavernenstopp musste leider ausfallen, da das Hotel/die Taverne zwar offen, aber auch nach einer halben Stunde keine Bedienung zu sehen war. Hatte Jessi bis dahin auch noch nicht erlebt. Weiter ging es einen bewachsenen Maultierpfad bergab hin zu einer in den Fels gebauten kleinen Kapelle. Durch Wald wanderten wir weiter nach Gavalochòri, wo wir das kleine Volkskundemuseum besichtigen konnten und einen längeren Tavernenstopp einlegten. Auf dem Rückweg nach Almirida konnte man dann irgendwann schon das blaue Meer und den mächtigen Tafelberg erspähen.

Foto: Wanderung nach Douliana

Die Wanderungen fand ich generell nicht besonders schwer (abgesehen von der Samariaschlucht-Wanderung, die durch ihre Länge und die Höhenmeter anstrengender, aber auch gut zu meistern ist). Es geht immer mal ein bisschen bergauf und bergab auf Wanderwegen, Schotterpisten etc., aber alles sehr human. Ende August hatten wir immer so um die 30 Grad, die ich als angenehm warm und nicht drückend empfand. Klar schwitzt man bei sportlicher Betätigung, aber mit genügend Wasser und Schattenpausen war das Ganze gut zu bewältigen. Jessi hat uns immer mal wieder Interessantes zur Umgebung, Geschichte, Flora etc. erzählt. Lecker waren auch die reifen Feigen, die man sich oft am Wegesrand pflücken konnte.

Die Wanderung (und Kombi-Biketour) durch die Diktamos-Schlucht habe ich nicht mitgemacht. Sie soll aber auch sehr schön sein.

In der 2. Woche habe ich mich dann auch mal aufs Rad gewagt und zwei leichte sogenannte Jedermann-Touren mit Bike-Guide Maik mitgemacht. Meine Bedenken wegen der teilweise doch recht steilen Anstiege stellten sich als unbegründet heraus, da die Mountainbikes absolut top und mit einer super Gangschaltung ausgestattet waren, so dass man ohne Mühe die Aufstiege meistern konnte. Eine Tour führte über Kalives und Stilos nach Armeni, wo man eine Kirche besichtigen konnte und Maik uns zu einem schönen Aussichtspunkt führte. Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Badestopp in Kalives (an der Flussmündung, siehe unten) eingelegt. Eine andere Tour ging bergauf nach Plaka und durch Olivenhaine zu den sehr schönen Salzgrotten An diesem Tag herrschte eine ziemliche Brandung, und wir konnten uns nur schwer von dem faszinierenden Blick aufs Meer losreißen. In einer nahegelegen felsigen Badebucht konnten wir uns auch wieder abkühlen.

Foto: Salzgrotten Plaka

Fahrräder standen übrigens immer ausreichend zur Verfügung. Wir haben uns die in der 2. Woche öfter mal so ausgeliehen, um an den Strand Glaros hinter Kalives (Richtung Kalami) zu fahren (dauert ca. 20-25 min). Der Strand ist dort sehr breit und sandig und nicht überlaufen.

Foto: Strand von Kalives

Der Clou ist der kalte Fluss Potamos Kiliaris, der dort ins Meer mündet. Ganz Mutige springen schon mal gerne von der Brücke in das eiskalte Wasser. Allerdings sollte man sich einen der wenigen schattigen Plätze unter einem Baum sichern. Der Strand in der Bucht von Almirida ist zwar generell auch ganz schön, jedoch ist es dort recht voll und alles mit zu mietenden Strandliegen/Schirmen (3 EUR/Tag) belegt. Wer also ein lauschigeres Plätzchen sucht, wird hier nicht fündig. Der kleine Ort Almirida ist ganz ok und wie beschrieben mit aller notwendigen Infrastruktur ausgestattet. Er ist aber schon recht touristisch, von einem Fischerort mit Flair ist nichts zu merken. Nett sind die zahlreichen Tavernen, die teilweise bis ans Meer reichen.

Foto: Strand in Almirida

Sehr empfehlen kann ich auch eine Tour mit dem Seekajak! Wir haben uns zu zweit jeweils ein Einerkajak geschnappt und sind in Richtung vorgelagerter Felseninsel Karga gepaddelt und dann weiter links zur einsamen kleinen Badebucht, die nur vom Meer aus zugänglich ist. Mit der kostenlos vom Hotel zu Verfügung gestellten Schnorchelausrüstung haben wir auch ein bisschen im Wasser rumgeplantscht, aber so richtig viel zu sehen gab es unter Wasser nicht. Wir waren von dem Paddelausflug absolut begeistert. Dieses herrliche Gefühl auf dem Wasser zu gleiten, der tolle Blick auf die Berge und Küste aus ganz anderer Perspektive… Das wollten wir in der 2. Woche unbedingt nochmal wiederholen. Leider hat uns da aber die Brandung jeden Tag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am letzten Tag wollten wir es trotzdem nochmal wissen und sind zu dritt trotz einiger Wellen aufs Meer. Ganz geheuer war uns das Ganze aber nicht und bei der baldigen Rückkehr sind wir mit unserem Zweierkajak in Strandnähe gekentert. Hätten wir doch mal auf Maik gehört, der bei der Einweisung meinte: „Wenn ihr Schaumkronen seht, nicht rausfahren.“;-)

Foto: Blick auf Almirida

Den vom Hotel angebotenen Abendausflug nach Chania haben wir auch mitgemacht (billiger ist es sicher auf eigene Faust mit dem Bus, aber so war’s bequemer). Es war eine nette Abwechslung, mal in eine schöne quirlige Stadt einzutauchen. Wir haben uns dort später auf eigene Faust eine Taverne gesucht (man hätte auch mit Maik mitgehen können) und waren ganz begeistert von den vielen leckeren Vorspeisen. Den in der 2. Woche angebotenen Ausflug nach Rethimnon konnte ich leider nicht mitmachen, da mich an diesem Tag ein Magen-Darm-Virus ausgeknockt hatte (wie ungefähr die Hälfte der Hotelgäste).

Wenn man wollte, konnte man sich im Hotel sonst noch sportlich mit Volleyball, Wasserball, Tischtennis, Kickern, Slacken oder Fitness (Aquafitness und Bauch-Beine-Po) betätigen. Man konnte aber auch nur „gepflegt“ am Pool, im Palmengarten oder an der Poolbar abhängen, was wir auch zur Genüge getan haben ;-). Diese Mischung aus Sport und Entspannung fand ich super!

Das von Maria zubereitete Essen war immer sehr lecker, abwechslungsreich und authentisch kretisch. Highlight war das wöchentliche Barbecue, bei dem es neben Fleisch, Fisch und den üblichen Sachen wie Salat, Feta, Oliven etc. auch mal Oktopussalat, Garnelen oder Muscheln gab. Gegessen wurde immer draußen auf der Terrasse mit tollem Blick auf die Berge. Generell waren die Terrasse, die Poolbar mit Nicole als relaxter Barkeeperin und die Sitzgelegenheiten drum herum der Mittelpunkt der Anlage. Nach dem Essen (und manchmal Abendprogramm) sind wir dort immer mit dem einen oder anderen Raki oder Ouzo versackt J. Die Stimmung war dabei immer sehr lustig und gesellig, aber nicht partymäßig. Für mich genau das Richtige. Bei Begriffen wie „Abendprogramm“ oder „sanfte Animation“ hätten sich mir vorher die Nackenhaare aufgestellt ;-D, aber die Teamer haben das immer sehr nett und zwanglos gemacht, wenn man keine Lust darauf hatte, war das völlig ok. So wurde z. B. ein Musikquiz angeboten, ein Tischtennisturnier, ein Strandabend mit Bowle und Gitarrenbegleitung, ein Kennenlernspiel, eine „Nacht der Sinne“ (Tasten und Riechen mit verbundenen Augen) oder ein „Schlag den Teamer“-Spiel.

Das Frosch-Urlaubskonzept und seine Umsetzung im Dimitra-Hotel haben mir sehr gefallen, und so wird das sicher nicht mein letzter Froschurlaub gewesen sein. Ich habe den Urlaub sehr genossen und denke noch oft an die zwei schönen Wochen auf Kreta. Einen großen Anteil daran hatten meine Mitreisenden, die ich ganz lieb grüße! Und allen zukünftigen Kretaurlaubern wünsche ich viel Spaß!

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