24. Februar 2012

Die Woche der Superlative im Onu. Ein Träumchen vom 28.01. bis 04.02.2012

Reisebericht von Heike Georg (heike.georg at linnig.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub ONU in Champéry, Schweiz

Vom Haus auf die Bretter, am Abend totale Ruhe auf 1.800 Metern, vom Bett direkter Blick auf die gegenüberliegenden Berge … jedes Jahr war das Onu wieder in der engeren Wahl. Doch die gewünschten Zimmer immer ratz fatz ausgebucht, kaum dass die Winterreisen online sind. … auch im August 2011 waren die ersten Zimmer schon weg, da stand die Seite gerade mal 2 oder 3 Tage online. Nach unserer Woche im Onu ist mir auch klar warum: es ist wirklich grandios schön und auch wir könnten durchaus zu der hohen Anzahl der Wiederholungstäter dazu kommen.

Doch wir hatten nicht nur das Haus in der schönsten Lage, mit einem tollen Team und dem besten Koch (Friedhelm), sondern auch DIE WOCHE DER SUPERLATIVE. Den irrsten Nebel, die wahnsinnigsten Neuschneemengen und dann folgte auch noch die ultimativ klirrende Kälte (was bei den nicht ganz so modernen Liftanlagen schon mal im wahrsten Sinne des Wortes ARSCHkalt werden kann).

Wobei der sogenannte Romantiklift – eine der Möglichkeiten von Frankreich zurück in die Schweiz zu kommen – ein wirklich traumhaftes Panorama bietet.

Landschaftlich ebenfalls wunderschön, aber lifttechnisch leider das TAL DER VERGESSENEN, ist der Teil MORGINS in der Schweiz. Lange Schlepper und sehr alte und langsame Gartenstühle (inklusive Zugluft am Po;) … wer das allerdings in aussitzt, der findet leere Pisten und auch Tage nach dem letzten Schneefall noch unverspurte Pisten.

Eigenanreise per Auto.
Wir sind am Samstag früh um viertel nach acht in Champery angekommen, die große Gondel ist nicht zu verfehlen und man kann auf der rechten Seite direkt an die Ladestation für das Gepäck heranfahren und ausladen. Das Auto wurde am Grand Paradis geparkt, zurück braucht man je nach Geschwindigkeit ca. 10-15 Minuten zu Fuß oder man nimmt den Skibus, der regelmäßig in kurzen Abständen fährt. Tagespreis für das Parken gegenüber der Gondel ist 5 Franken. Links neben der Gondel ist ein Supermarkt, hier kann man eine Stunde kostenfrei parken (Ticket ziehen). Umziehen geht in der Toilette der Gondelstaton oder etwas komfortabler im Mc Donalds in Monthey (kommt man automatisch dran vorbei). Von dort aus sind es nur noch 15 Minuten bis Champery. Unsere Variante auf dem Rückweg. Das Gepäck wird in die Container geladen und per Gondel nach oben gebracht, kommt aber erst im Laufe des Tages im Hotel an. Also rein in die Klamotten, Board/Ski in die Hand und hoch auf den Berg. Einige sind vom Ausstieg der Gondel zum Hotel runter gelaufen (geht), die meisten machen den kurzen Weg per Ski.

Am Abreisetag gibt es zwei Möglichkeiten für den Gepäcktransport: entweder das Gepäck geht mit der Ankunft der neuen Gäste nach unten (so zwischen 10.00 und 12.00 Uhr) oder es wird mit dem Bus-Gepäck abgeholt (14.30 Uhr). Wir hatten uns für den zweiten Transport entschieden, wie 5 weitere Gäste. Um 16.30 Uhr sind alle Container unten angekommen. Man muss ein wenig in den Containern nach seinen Sachen suchen, was aber gerade mit mehreren absolut unproblematisch ist. Um kurz vor fünf war alles verstaut und die Straßen nach Hause leer.

… DIE MACHT IST MIR DIR!
Oder wo ist das Onu … such, such … ??? Am Anreisetag war die Sicht hier schon gering (sobald man nach Frankreich rüber war, ging es aber immer gut). So war es am Samstag schon spannend, ob wir die drei Giebel wiederfinden würden … irgendwie klappte es aber immer, auch wenn die Sicht manchmal gleich Null war.

Ein Grund mehr, am Sonntag die Skigebietseinweisung mitzufahren. Die ersten Tage ist man erschlagen von den Möglichkeiten, Verbindungen und namenlosen Pisten, deren Schilder abwärts zählen. Charmant und locker lotste uns Ingo über die schweizer Pisten rüber nach Frankreich, erklärte die Möglichkeiten der Grenzwechsel und wie man spätestens wann wieder nach Hause kommt, gab Tipps ab wo ich mein Brett laufen lassen musste … perfekt.

Laufen lassen … das muss man an der einen oder anderen Stelle, egal ob auf Ski oder auf dem Board. Als Boarder ist es sehr von Vorteil, wenn man an manchen Schlüsselstellen auf einen hilfreichen Stock zurück greifen kann. Ganz klar: für Skianfänger gibt es sehr viele Möglichkeiten, hier ist das Gebiet zu empfehlen. Überhaupt haben Skifahrer jeglicher Könnerstufen hier Spaß. Für Board-Anfänger und auch weniger geübte ist das Gebiet nicht zu empfehlen. Für gute Boarder mit Spaß am Gelände und gnadenloser Minusstellung auf den Ziehwegen: TOP! Ein Träumchen 😉

Die weiteren Tage starteten wir morgens in die Nebelwelt. Ab Montag gab es Schnee, Schnee, Schnee … ein knapper halber Meter war es bestimmt, der uns innerhalb von 48 Stunden eine grandiose Winterwelt zauberte. Feinster Powder und aus Champery wurde Champagny … so einen superfeinen Schnee, der uns bis zum Ende der Woche noch die wunderbarsten Powderlines möglich machte, erlebt man selten.

Ab ins Gelände.
Das Gebiet bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten jenseits der Piste zu fahren. Interessant sind die von den Franzosen so genannten Snowcross-Pisten. Im Ski expert-Gebiet von AVORIAZ gibt es ein irres Geländ ohne Pistenraupe. Aus dem TSD Grandes Combes Ausstieg nach rechts halten. Hier steht auch angeschlagen, ob die Route offen oder geschlossen ist. Grandios, aber wirklich nur für geübte Geländefahrer geeignet.

Für Anfänger gibt es am Ausstieg des TSD Fornet im AVORIAZ-Gebiet ein Gebiet für Anfänger. Toll zum üben. Am besten schnappt man sich in AVORIAZ einen Pistenplan, diese haben auf einer Seite immer die Gesamtübersicht und auf der anderen noch mal die Teilgebiete im Detail. Wäre vielleicht ganz praktisch diese Detailpläne auch im Haus zu haben (oder jeweils einen auszuhängen). So fällt es viel leichter einen guten Überblick der Gebiete, Verbindungen und vielfältigen Möglichkeiten zu bekommen. Zu empfehlen ist die kleine Hütte CHALET DU VERARD, die am Ende der schwarzen Piste liegt. Halbwegs humane Preise und ein offener Kamin zum wärmen. Wer noch mal hoch will, der nimmt den Verane (ein Gartenstuhl 😉 oder fährt durch bis zur Gondel von Avoriaz, von dort aus geht es mit dem sogenannten Spannerlift wieder zurück in Richtung schweizer Heimat.

Die Sonne kommt raus.
Zum Ende hin wurde es täglich besser mit der Sicht und am allerletzten Tag durften wir dann noch den grandiosen Ausblick vom Onu auf die umliegende Bergwelt genießen. Nach dem Nebel und dem Schnee kam mit der Sonne auch die Kälte. Am Donnerstag war es schon Zeit für die Skimasken und doppelte Schichten … das Thermometer bewegte sich tagsüber in Richtung der -20 Grad. Freitag zeigte das Thermometer -22, am Samstag waren es am Haus -25 Grad und die Lifte mit den Teppichen (den Bändern) bewegten sich nicht mehr. Diese Lifte standen still und auf den noch laufenden war es auch unlustig. Mehr Hütte als Piste war angesagt, aber nach diesen gigantisch genialen Tagen gut zu verkraften.

Fazit: Ein paar Worte und Bilder können kaum wiedergeben, wie irre gut diese Woche war. Wintersport im wahrsten Sinne des Wortes, supernette Menschen (Teamer und Gäste – danke an die Tolle Truppe und die Führung von J.), und jetzt muss das Wort mal raus: GEILEM Essen, dass Friedhelm und sein superfleißiges Küchenteam täglich zauberte (auch mal mit einer guten Stunde Stromausfall vor dem Abendessen). Leeeeecker schweizer Raclette, einer schönen Sauna mit Abkühlung im Neuschnee … ein Träumchen 😉

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