20. März 2012

Ein ganz besonderer Skiurlaub – Skisafari vom 24.02.–04.03.12

Reisebericht von Iris Pahlke (Iris.Pahlke at gmx.de)
FROSCH Reiseziel „Skisafari in den Dolomiten


Als Goldfrosch habe ich ja schon so einige Skiurlaube in Froschclubs mitgemacht und finde diese Art von Skiurlaub eigentlich sehr gut. Doch diesmal sollte es etwas besonderes sein. Ich habe eine Skisafari gebucht und zwar die Nordtour. Von meiner Reise im Froschclub in Alba/Canazei kenne ich zwar schon einiges von der Tour, aber es erwartete mich auch einiges neues.

Zunächst hieß es für mich als „Kieler Sprotte“ jedoch erst einmal die lange Anreise zu bewältigen. Eigentlich wollte ich mit der Bahn bis Münster, aufgrund mehrer Zugverspätungen und Umleitungen bin ich schließlich mit dem Auto nach Münster gedüst, ich erspare mir hier nähere Details, für diejenigen den es einmal genau gehen sollte, hier ein Tipp, einfach mit dem Zug bis Frankfurt fahren, da hat man nämlich den Bus wieder eingeholt.

Auf jeden Fall saß ich dann irgendwann im Bus und habe dort auch nur für eine geringfügige Verspätung gesorgt. Die erste Neugierde auf Mitreisende für die Safari war natürlich groß und es fanden sich auch gleich ein paar. Bei allen war die Neugierde auf die Reise groß, die Informationen waren auch nicht allzu üppig gewesen (so hatte ich denn auch gleich den Vorsatz gefasst einen Bericht von der Reise zu schreiben, damit zukünftige Safarifahrer etwas mehr wissen…) Erst mal gönnte ich mir einen Prosecco, um dann irgendwann eine Position zu finden in der ich die Nacht im Bus schlafend überstehen konnte.

Die größte Überraschung war am beim Wachwerden, dass wir schon um 7.00Uhr in Bozen waren und dort an der Autobahnausfahrt standen auch schon 2 Großraumtaxis, die uns in 20 Minuten nach Völs brachten. Dort sollten wir die erste Nacht im Hotel Rose Wenzer verbringen. Das historische Hotel liegt mitten im Ortskern auf einem Hügel. Dort wurden wir nicht wie üblich von einem gut gelaunten Froschteamer begrüßt, sondern von einer etwas mürrischen Hotelchefin! Aber welch Freude, wir konnten schon gleich die Zweibettzimmer beziehen (wer wollte hatte hier auch gegen geringen Zuschlag ein Einzelzimmer bekommen können). Mit meiner Zimmergenossin hatte ich schon im Bus gequatscht und uns gleich gut verstanden. Gegen geringes Geld konnten wir auch ein leckeres Frühstück bekommen und danach beschlossen alle 10 Leute, die wir bis dahin waren gleich auf die Piste zu gehen. Ein paar Treppen hinunter zur Busstation und in einer Viertelstunde waren wir an der Talstation der Seiser Alm. Wir kauften uns gleich einen 8 Tageskipass, der im Reisepreis ja nicht drin war. Gruppenrabatt gab es für 10 Leute leider nicht.

Die Seiser Alm ist ein recht flaches Skigebiet, bei dem die Piste auch mal von Langläufern, Wanderern oder auch einer Pferdekutsche gekreuzt wird. Wir fuhren zu sechst, wobei der einzige Mann seine Rolle mit 5 Frauen sehr genoss, aber durchaus auch hilfsbereit war. Wir genossen einen herrlich sonnigen sehr warmen Tag auf der Seiser Alm. Im Hotel zurück konnte man noch das kleine Schwimmbad oder die Sauna genießen, bevor wir um 19Uhr unseren Guide kennenlernen sollten…

Da saß nun das bunte Trüppchen, von ca. 30 – 60Jahre, 10 Frauen, 4 Männer, dabei 2 Pärchen. und unser Guide Artur, der kein gutgelaunter dynamischer Froschteamer war, sondern von einer örtlichen Bergschule kam, 60Jahre jung und er schien genau so verunsichert (was ihm die nächste Woche erwartete) wie wir. Auch bei der Frage nach den Erwartungen stellten sich so einige Unterschiede dar. So gab es eine Teilnehmerin, die ansonsten gern in der Panoramagruppe fuhr, ob die hier wohl richtig war? Auf jeden Fall wollten wir viel Spaß haben, das war ja schon mal gut!  Als Artur berichtet wir würden die Runde andersrum fahren, gab es auch sogleich den Unmut einer anderen Teilnehmerin… dass hatte sie schließlich nicht gebucht. Nun ja, die Woche lag vor uns und nach dem leckeren Abendessen lagen meine Zimmergenossin und ich im Bett und fragten uns, was dass wohl für eine Woche werden würde.

Am nächsten Morgen kamen nach einem leckeren Frühstück unsrer beiden uns vom Vortag bekannten Taxis und fuhren uns zur Talstation der Seiser Alm, das Gepäck wurde auch eingepackt… ob wir es wohl wie versprochen am Abend wiedersahen? Auf dem Weg zur Seilbahn wurde Artur eingesammelt und dann sollte es losgehen… Nee ging noch nicht, eine Teilnehmerin brauchte noch Skischuhe und Skier, also warten…  Als sie dann kam wurde sie dann auch freudig von einer Laolawelle begrüßt. Die Seiser Alm kannten die meisten von uns ja schon vom Vortag… da wir ungeduldig waren fuhren wir gleich geschwind los. Und schon fuhren die ersten trotz korrekter Ansage von Artur verkehrt. Nur gut das er alle Handynummern von uns hatte, so fanden wir schnell wieder zusammen, vor der Mittagspause haben wir uns dann nochmal verloren… auch da fanden wir uns gleich wieder! Artur schien ein wenig nervös, wie sollte er diesen Haufen zusammen halten. Wir schwuren dann aber Besserung und es wurde der Satz geprägt: Korrektes Verhalten in unklaren Situationen!!! Dass heißt keiner fährt vor Artur und ansonsten stehen bleiben und gucken. Im Übrigen klappte es dann den gesamten Urlaub super gut mit der Gruppe. Wir waren also lernfähig.

Ansonsten fuhren wir zügig auch längerer Strecken. Es gab im gesamten Urlaub jeweils eine kleine Cappuccino (Pipi) Pause am Vormittag und eine Mittagspause. Wer allerdings zuletzt was zu essen bekam, musste zusehen satt zu werden, bevor Artur zum Weiterfahren animierte.  Wir fuhren ansonsten von ca. 8.30Uhr bis 1600 bzw. 16.30Uhr Ski. Eine gewisse Kondition ist daher gefragt und man sollte schon regelmäßig ein wenig Sport treiben, wenn man die Skisafari mitfahren möchte.

Am Nachmittag des ersten Tages setzten wir mittels eines kleinen Fußmarsches (ohne Shoppingpause) durch St. Ullrich auf die Seceda  über. Wer wollte konnte die lange Abfahrt nach St.Ullrich nochmal nehmen, einige nutzten die Zeit, um noch eine kleine Pause zu machen. So konnten die unterschiedlichen Ansprüche doch gut befriedigt werden. Dann sollte es zu unserem ersten Quartier gehen, der Juac-Hütte. Diese liegt etwas abseits der Piste auf eine Höhe von 1900m. Wir wurden von dem Hüttenwirten wird per Skidoo zur Hütte gebracht, 2 hinten am Seil und 2 auf den Sitzen. Ich ließ mich ziehen, ein spaßiges Unterfangen aber auf dem gefrorenen nicht präparierten Schnee auch nicht ganz einfach.

Oben wartet die tolle neue Hütte auf uns, welch Überraschung unser Gepäck war auch schon da! Und … für einige etwas ungewohnt, auf uns wartet ein Zimmer mit Stockbetten …für alle! Und eine Dusche! Und da das Zimmer nicht allzu groß war, musste das Gepäck im Untergeschoß bleiben. Aber die tolle Lage, der Ausblick, die schöne Architektur, das leckere Essen und vor allem die überaus netten Hüttenwirte ließen diese Übernachtung zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Hüttenwirtin stellte sogar ihre Privatdusche noch zur Verfügung, sodass wir alle zum Abendessen geduscht waren! Die Nacht war bis auf den zwischendurch aufkommenden Sturm erstaunlich ruhig in dem 14-er Zimmer. Und spätestens jetzt war aus dem kunterbunten Haufen eine prima Truppe geworden, deren Mitglieder nicht aufhörten im Kreis zu grinsen!

Am nächsten Morgen brachte der Hüttenwirt aus dem Tal, in das er die Kinder zur Schule gebracht hatte, für uns frisches Brot! Nach dem leckeren Frühstück ging es dann zunächst im Schneeflug den hart gefrorenen Weg auf die Piste zurück und dann fuhren wir die allerersten Spuren in den Schnee. Es ging nach St. Christina, hinüber auf die andere Seite zur Saslong, der Weltcupabfahrt. Hier konnte man wählen zwischen roter und schwarzer Piste. Inzwischen war aus unserem stillen verunsicherten Artur ein prima lustiger aufgeschlossener Guide geworden!!! Die Gruppe hatte sich gefunden, keiner war mehr am Nörgeln, die Gruppe war zusammengewachsen!  Nur für unsere Panoramarfahrin war das Tempo ein wenig zu fix.

Über das Grödner Joch ging es weiter nach Corvara, dann Richtung Norden bis zum Heiligenkreuzkofel zur späten Mittagspause. Mein Magen hing schon durch und nach dem leckeren großen Omelette war die Dynamik erst mal weg. Über Alta Badia ging es dann bis nach Armentorola. Dort ging es weiter mit Bus und Taxi zum Hotel Sasso di Stria, in der Nähe des Falzaregopasses. Dort in dem etwas ältlich anmutenden Hotel, was mal ein Lazarett war, bezogen wir Zweibettzimmer in dem wir zwei Nächte verbringen sollten.

Auf den nächsten Tag hatte ich mich besonders gefreut, denn es sollte nach Cortina d´Ampezzo gehen. Dies bedeutete, dass wir zunächst eine kleine Busfahrt machen sollten, der Einstieg ins Skigebiet entwickelte sich auch ganz spannend, da in diesem Bereich aufgrund der  weiterhin frühlingshaften Temperaturen und dem prima Sonnenschein der Schnee etwas knapp wurde. Aber nach einigen Grassoden hüpfen erreichten wir die richtigen Skipisten. Wir wurden jedoch in unseren Aktivitäten etwas ausgebremst, da ein Lift zwischenzeitlich ausfiel und wir saßen drin, nach einer halben Stunde warten ging es mit Notstrom langsam dem Berg hinauf. Da einer aus der Gruppe nicht mitgekommen war und wir auch noch in den Bereich der   wollten, durften wir den sich höher anschließenden Lift mit der Weltcupabfahrt nicht nehmen… erste lange Gesichter… Da uns dieser Zwischenstopp uns um die Cappucinopause gebracht hatte, beschlossen wir früh Mittag zu machen. Die Pause mit Aussicht war grandios, das Essen lecker…allerdings natürlich bei Cortina-Preisen!

Danach ging es mit der Gondel zu den oberen Liften an der Tofane, gigantische Landschaft, ein Talkessel vor uns, toller Schnee. Wir sind einfach nur begeistert. Die wirklich sehr schwierige schwarze Abfahrt hat ein Teil der Gruppe mit der Seilbahn umgangen. Die restlichen haben es gut gemeistert… und waren einfach nur glücklich… und zum Abschluss durfte dann noch wer wollte die Weltcup-Abfahrt nehmen. Für mich war dieser Tag der Höhepunkt der Tour.

Nach einem weiteren Tag im Hotel ging es am nächsten Morgen zunächst zum Lagazuoi. Da wir noch so einiges heute auf dem Programm hatten ging es leider nicht die lange Abfahrt nach Armentarola hinunter, sondern nur die direkte Tour, danach ging es dafür zu den Cinque Torri, wo herrlich leere Pisten mit weiteren tollen Landschaften auf uns warteten.

Am Mittag ging es mit einem kleinen Transfair ins Skigebiet der Civetta. Die Temperaturen stiegen weiter und ein paar Wolken verhinderten dass der Schnee gänzlich schmolz. Eine lange Talabfahrt brachte uns nach Alleghe, ein Bus nach Malga Ciapela, auf Skier zur Porta Vescovo. Dort wühlten sich wahre Massen durch die Sülzhaufen…für uns sehr ungewohnt, denn die letzten Tage hatten wir auf geradezu leeren Pisten verbracht.

Über zwei weiteren Liften erreichten wir unser nächstes Quartier das Refugio Federola, vielen bekannt als die Pizza-Hütte vom Belvedere. Dort warteten auf fast 2400, nette Mehrbettzimmer (Zimmer zu viert belegt) mit tollem Ausblick auf uns. Der Sonnenuntergang vor der Hütte wurde in unendlich vielen Fotos festgehalten.

Am nächsten Morgen waren wir die ersten auf der Piste, heute sollte es auf die Marmolada gehen. Der Himmel war wolkenlos! Der Ausblick von dort oben ist gigantisch! Die Abfahrt lang und mittelschwer.

Am Nachmittag hatten wir noch genügend Zeit die Pisten von Arraba bis Alta Badia, auch mal wieder wer wollte mit einer schwarzen Piste unsicher zu machen, bevor wir in unsere Pizzahütte zurückkehrten. Dort legte der Hüttenwirt ordentlich Musik auf für uns 14 Leute und wir schwangen sowohl vor als auch nach dem Essen ordentlich das Tanzbein. Welche ein Spaß!

Wie gewohnt hatten wir am nächsten Morgen die Pisten erstmal für uns. Es ging die Talabfahrt hinunter nach Canazei … nur wir. Ich kenne diese Piste nur voller Menschen. Unten an der Seilbahn standen um 9.00 Uhr Menschenmassen… wie gut hatten wir es doch oben zu wohnen. Wir fuhren mit dem Bus nach Alba (am Froschhaus vorbei) und genossen am Vormittag die leeren Pisten von Alba bis Pozza. Mittags kehrten wir noch einmal zur Pizzahütte zurück, um in der Sonne eine Pizza zu genießen, bevor es am Nachmittag über das Sella Joch und nochmals die Saslong zurück nach St. Christina ging. Dort warteten unsere Taxis vom ersten Tag schon auf uns und ging es zurück nach Völs ins Hotel Rose Wenzer. Dort hieß es denn bevor wir wieder unsere Zimmer bezogen Abschied nehmen von Artur. Die Rückfahrt im Taxi war schon ganz still gewesen, da uns klar wurde, dass dieser fantastische Urlaub langsam zu Ende ging.

Abendessen ohne Artur war schon ein wenig komisch. Am nächsten Morgen verabschiedeten sich weitere. Die Bustruppe verbrachte noch einen weiteren Skitag im Skigebiet. Da ein Skilift auf der Seiser Alm nicht lief und wir nicht nach St. Ullrich kamen, wurde spontan noch eine richtige Runde mit einem Bustransfair über einen Feldweg gefahren. Es ging vom Florianlift nach Monte Pana, über die Saslong (diesmal fuhren wir alle rot) auf die Seceda. Nach einem lecker Mittagessen ging es über St. Ullrich und der Seiser Alm zurück nach Seis / Völs. Tja, dass war es denn.

Im kleinen Hallenbad sprangen wir noch schnell unter die Dusche, ein letzter Aperol Sprizz, bevor mit einiger Verspätung um 19.30Uhr unser Taxi kam, das uns zum Bus brachte. Und dann ging es zurück nach Münster.

Jaa, ich kann allen die einmal ein besonderen Skiurlaub verbringen wollen diese Skisafari ans Herz legen. Man sollte nur über genügend Kondition verfügen, rote Pisten flott fahren können und ein wenig anpassungsfähig sein, dann steht einem ein unvergesslicher Urlaub bevor! (Im Übrigen waren drei Teilnehmer dabei, die im Jahr zuvor bei Nebel und Schneeregen die Tour schon mitgemacht hatten und so begeistert waren es gleich noch einmal und diesmal bei Sonne zu fahren)

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