30. Mai 2014

Auszeit im Schnee – Eine außergewöhnliche Ski-Safari durch die Dolomiten

Reisebericht Dolomiten vom vom 25.01. – 05.02.2014 (kontakt at kerstin-fotografie.de)
FROSCH Reiseziel Skisafari in den Dolomiten

Es ist so, wie es ist! Manchmal nicht beeinflussbar.
Und trotzdem ist es gut so – wie es ist!
Eine außergewöhnliche Ski-Safari durch die Dolomiten im Gebiet der Marmolada/Süd.

Hier der ausführliche Reisebericht!

Samstag, 25. Januar 2014 – Anreisetag
Treffpunkt Hotel Dosses in Tiers am Rosengarten
25 Skikilometer
Die Begrüßung am Bergmassiv Rostengarten: Bombenwetter und perfekte Pistenverhältnisse! Ein Teil der Reisegruppe erreicht bereits morgens das Hotel und kann somit einen halben, sonnigen Skitag am Karrerpass im Skigebiet Welschnofen genießen.
Vom Sonnenschein beseelt schwingen wir über die gut präparierten Pisten hinab. Vor lauter Urlaubsvorfreude überschätzt Sven einen großen, einsam daliegenden Eisbrocken. Bei dem Versuch, den Brocken zu touchieren, reißt es ihm den Ski zur Seite und es gibt den ersten Sturz der Woche! Kaum aufgerappelt machen wir einen kurzen Stopp auf der Piste, um die Musik der gegenüberliegenden Hütte zu hören. Zum Glück drängt uns der Song „Ich hab ´nen Döner auf´m Kopf“ zur schnellstmöglichen Weiterfahrt…! Denn in Welschnofen erreichen wir in letzter Sekunde den Lift „Laurin“ zurück zum Karrerpass. Als wir dies, sicher in der Gondel sitzend bemerken, tränen uns vor lauter Lachen die Augen.
Weiterhin gut gelaunt treffen wir abends unseren Guide Moritz im Hotel Dosses. Dort hält die gute Stimmung an. Sonja bestätigt: „Wir haben die anderen Hotelgäste aufgeheitert“.

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Sonntag, 26. Januar 2014, Tag Nr. 2
25 Skikilometer
Nach einer kuscheligen, einstündigen Fahrt – zu zehnt im Neunsitzer-Bus (wie bei jeder weiteren Fahrt!) – erreichen wir das Skigebiet Obereggen. Im Sonnenschein genießen wir bei hohem Tempo die guten Schneeverhältnisse im Skigebiet.
Nach der Mittagspause nehmen wir im Latemar-Tal einen echten Frosch in unsere Gruppe auf! Kerstin schmachtet: „Der Frosch hat so einen sinnlichen Mund!“ Mit dieser Freude und viel Gelächter geht es per Bus weiter in das Skigebiet von Lusia. Nach ein paar Abfahrten erreichen wir das Rifugio Passo Lusia, unser Quartier für zwei Nächte. Sven freut sich: „Die Lage der Hütte ist unübertroffen, so mitten im Skigebiet“. Auch das Hütteninnere lädt zum Schwärmen ein: „Echt schön hier“, meint Kerstin. Petra ergänzt: „Die Zimmer sind urig und gemütlich“. Das einzige was erst einmal fehlt, ist unser Gepäck. Das kommt glücklicherweise zwei Stunden nach uns an.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages fangen Kerstin, Andreas, Verena und Tanja per Kamera ein. Bei einem Spaziergang rund um die Hütte und auf die nächste Anhöhe gibt es einen bilderbuchtauglichen Sonnenuntergang zu bestaunen. Denn man kann ja nie wissen, wie das Wetter die nächsten Tage wird!
Der Abend im Rifugio verläuft sehr lustig und sehr laut! Sonja beschwichtigt: „Beim Essen waren wir still“. Und so schlimm waren wir wohl doch nicht, da das Hüttenteam unseren Guide Moritz mit Schnaps ein bißchen abgefüllt hat!
Nachdem es allen so gut im Rifugio Passo Lusia gefällt, äußern wir an Moritz den Wunsch nach Verlängerung unseres Aufenthaltes. Moritz erklärt: „Nein – das geht nicht“. Andreas kontert: „Aber wir sind doch in Italien!“ und hat die Lacher somit an seiner Seite.

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Montag, 27. Januar 2014, Tag Nr. 3
48 Skikilometer
Nach dem Frühstück erwarteten uns auf der Alpe Lusia perfekte Pistenverhältnisse. Zwei Mal carven wir die menschenleere und frisch präparierte schwarze Abfahrt ins Tal. Sven´s Beschreibung dazu: „Es war nirgends geräumt und gestreut! Es war sauglatt.“
Im Tal sind wir zwar pünktlich anwesend – doch unser Taxi nicht. Es wartet an anderer Stelle. Deshalb nehmen wir mit den Skibus zur Alpe Cermis. Dort veranstaltet unser Frosch mit uns erst einmal eine Bärenjagd auf der Piste! Ganz unauffällig – versteht sich!
Nachmittags geht es per Taxi zurück zur Alpe Lusia und zum Rifugio Passo Lusia.  Abends kommt leichter Schneefall auf. Zum Glück haben wir schon Sonnenuntergangsfotos vom Vortag!
Auf der Hütte gab es zur Begrüßung, soweit wir uns erinnern, drei Runden Schnaps mit Verköstigung. Deshalb bleiben Dirk, Sven, Moritz und Sonja lange sitzen – ohne geduscht zu haben. Das war ein Lüftchen … Sie haben zum Glück eingesehen, dass sie so nicht zum Abendessen zugelassen würden!
Abends war es wie immer: sehr lustig! Es gab nur eine Drohung von Tanja: „Sag nicht ‚Mama‘ zu mir!“ Alle mitreisenden verstehen diesen Spruch!

Bärenjagd:
Wir gehen jetzt auf Bärenjagd! Und wir haben keine Angst! Denn wir haben ein Gewehr. Doch vor uns ist ein See! Wir kommen nicht unten durch. Wir kommen nicht oben drüber. Und wir kommen auch nicht drum herum! Dann müssen wir halt schwimmen!
Oh, was ist das? Ein Berg! Ein Sumpf!…Wir kommen nicht unten durch… usw.

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Dienstag, 28. Januar 2014, Tag Nr. 4
49 Skikilometer
Die letzten Abfahrten auf der Alpe Lusia nutzt Sven noch einmal so richtig aus. Er fährt neben der Piste und übersieht den Tiefschnee. Die Folge: ein satter Überschlag. Er hat den unfreiwilligen Salto heil überstanden und wir fahren ab ins Tal und verlassen die Alpe Lusia. Es geht per Bus weiter. Ziel ist das Skigebiet am Passo San Pellegrino, im südlichsten Teil der Skiregion „Dolomiti Superski“ gelegen. Die Beschreibung für das heutige Skigebiet lautet auf Fränkisch: „Einfach a Draum!“ Sonne, super Schnee und ein Ski-Cross-Park. Bei dieser Kombination bleibt nur eines: Fahren und Fotografieren! Kerstin zückt bei jeder Gelegenheit die Kamera. Jetzt freuen sich alle über Skisprungbilder im Sonnenschein!
Weniger erfreulich ist, dass die geplante Übernachtung auf dem Rifugio Laresei nicht klappt – zwecks Überbelegung. Als wir mit den Skiern am Rifugio vorbeifahren, erkenn wir, daß es traumhaft, auf einem Hochplateau liegt, mit 360-Grad-Panorama, mitten im Skigebiet. Das komplette Gegenteil erwartet uns im Tal als Schlafstätte: Das Hotel Pineta. An der Hauptstraße gelegen, teilweise mit Zimmertüren aus Stahl, kalt, ungemütlich. Zudem ist das Essen so schlecht, dass wir uns einen englischen Koch (Svens´Idee) wünschen. Kerstin versucht die Situation mit einem Augenzwinkern zu entschärfen: „Das Personal hat sich sehr bemüht, die Unzulänglichkeiten auszugleichen!“

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Mittwoch, 29. Januar 2014, Tag Nr. 5
41 Skikilometer
Froh, das Hotel hinter uns zu lassen, fahren wir mit dem Bus zum Skigebiet Civetta.
Dort, an der Talstation, bringen Tanja und Sven ihre Skier zum Service. Der Rest der Gruppe will gleich Skifahren und geht zur Gondel. Als wir uns eine Stunde später im Skigebiet treffen, berichtet Dirk: „Wir haben eben Gondelsitzen betrieben! Das Ding blieb mindestens 20 Mal stehen und fuhr dann nur halb so schnell wie üblich!“ Für diese zeitraubenden Angelegenheiten werden wir jedoch mit einem Postkartenpanorama entlohnt! Sonnenschein, tiefblauer Himmel, getoppt mit frisch verschneiten Bäumen. Sonja bringt es auf den Punkt: „Es ist zu kitschig, um wahr zu sein!“
Unter der gewaltigen Kulisse des Civetta-Massiv´s starten wir unseren zweiten Ski-Cross-Versuch. Einige von uns heben ganz gut ab! Beeindruckend ist die ungetrübte Aussicht auf den Monte Pelmo, Falzarego und die Marmolada. Dass wir die Marmolada nur dieses eine Mal richtig sehen werden, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt nicht!
Die einzige Vorahnung hat Petra beim Mittagessen auf der Hütte: „Das Essen ist so gut, dass es schon manche Skihose fast gesprengt hat!“ Tanja ißt wie immer, Grillkäse mit Gemüse! (Insider).
Am späten Nachmittag zieht es langsam zu. Die Abfahrt ins Tal geht mit den Schneewolken konform: Sie zieht sich lang hin, ist eisig und dicht befahren.
Vom Tal aus geht es per Bus weiter zu unserem Nachtquartier, dem Berggasthof Passo Staulanza. Wir haben nur eine Frage: „Gibt es eine Heizung?“ Ja – die gibt es! Im Berggasthof ist es gemütlich, warm und wir haben sehr schöne Zimmer!
Das Abendessen ist sagenhaft gut! Vor allem der Nachtisch: der legendäre Staulanza- Schokokuchen! Die eine Million Kalorien zählende, zartschmelzende, unwiderstehliche Verführung schlecht hin! Freundlicherweise verrät uns der italienische Koch das Rezept! Für die passende, geschmackvolle Flüssigkeitszufuhr sorgt der Wirt! Drei Schnapsrunden später startet Verena einen Fotoversuch: „Ich hab schon einen im Tee – ich krieg euch gar nicht alle auf´s Bild!“ Ob das am Schnaps oder am Kuchen liegt, bleibt dahingestellt!

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Donnerstag, 30. Januar 2014, Tag Nr. 6
24 Skikilometer
Nach ein paar wunderschönen Abfahrten bei noch ganz guter Sicht im Civetta Gebiet entschließen wir uns, bereits am Vormittag, statt wie geplant nachmittags Richtung Marmolada weiterzufahren. Wir hoffen noch einige Abfahrten im Skigebiet der 3.342 m hohen Marmolada mit Aussicht zu schaffen. Der Himmel zieht sich so langsam zu. Mit dem Skibus erreichen wir zügig die Talstation der Gondel.
Die Gondelstrecke ist bis zum zweiten Ausstieg in Betrieb. Wetterbedingt bleibt die dritte Teilstrecke geschlossen. Wir wissen schnell, warum. Nach dem Ausstieg führt der Weg durch einen Tunnel, an dessen Ende uns starker Wind entgegenweht. Starker Schneefall erschwert zudem die Sicht auf der ungewalzten Piste. Dementsprechend angestrengt erreichen wir gegen 11.00 Uhr unser Nachtquartier, das Rifugio Passo Fedaia. Nachdem auch unser Gepäck schon angekommen ist (was aufgrund des im Winter geschlossenen Passes nicht klar war – im Zweifelsfall hätten wir es auf Skiern vom Tal nach oben bringen müssen…) beschließen Petra und Verena gleich dort zu bleiben. Der Rest der Gruppe geht auf die Suche nach Sonnenschein!  Also auf, im Dauerschneefall nach Arabba!
Unser Plan geht nicht auf. Ganz im Gegenteil. Der Schneefall wird noch stärker! Auf dem Rückweg weht es gnadenlos die weiße Pracht aus allen Richtungen! Der Wind peitscht zusätzlich das Schneegestöber die Hänge nach oben. Auf der Fahrt mit dem offenen Sessellift über den letzten Berggrat werden wir regelrecht Dampfgestrahlt. Am Liftausstieg, mit riesiger Eisplatte, weht es weiterhin heftig. Schnee und Skifahrer werden vom Wind weitergeschoben ohne die geringste Chance stehen bleiben zu können.
Es gibt reichlich Tiefschnee aber null Sicht. Kein oben und unten, keine Schräge, keine Konturen sind zu erkennen. Moritz weisst uns an, mit nur drei Meter Abstand zu fahren: „Wir müssen ganz nah zusammen bleiben! Die Sicht ist zu schlecht.“ Vertrauensvoll fahren wir ihm, meist im Pflug wie Anfänger, durch die weiße Masse hinterher. Nach zwei Abfahrten erreichten wir erleichtert das Rifugio Passo Fedaia (2.057 m). Wir können noch, sozusagen ebenerdig – von der Piste aus – die Eingangstüre der Hütte erreichen! Unser Gepäck ist da –  zum Glück! Wir sind die einzigen Gäste im Rifugio und beziehen unsere Zimmer.

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Freitag, 31. Januar 2014, Tag Nr. 7 (Eingeschneit – der 1. Bonustag)
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7.30 Uhr Frühstück. Beim Blick aus dem Fenster sehen wir, was Petrus in der vergangenen Nacht vom Himmel geschickt hat! Satte 1,5 Meter Neuschnee. Wie eine weiße Wand türmt er sich rund um die Hütte auf. Moritz erklärt: „Wir können heute nicht Skifahren. Wir haben Lawinengefahr Stufe 4, Stufe 5 ist die Höchste, die es gibt.“  Wir denken: „O. K.! Schade um den Skitag. Dann fahren wir erst morgen ab.“
Während des Tages schauen wir ständig aus dem Fenster. Unentwegt fallen dicke Flocken vom Himmel. Das Hüttenteam fräst sechs Stunden lang einen kleinen Platz vor der Eingangstüre frei. Von der Straße, die zur Hütte führt, ist nichts mehr zu sehen. Es ist überall weiß. Es sind keine Konturen zu erkennen. Es ist egal, ob man auf den Boden, in den Himmel oder geradeaus schaut –  es sieht alles gleich aus: WEISS! Um die Hütte laufen klappt nicht – der Schnee ist zu tief und nachgiebig. Körperlich austoben geht dennoch hervorragend: bei einer ordentlichen Schneeballschlacht!

Im Rifugio gibt es Internet! Tanja (und später auch Verena) wird dazu überredet, sich endlich einen Facebook-Account zuzulegen. Kerstin und Petra regeln für sie alles ganz schnell per Smartphone. Das Ergebnis: Tanja hat auf einen Schlag 8 neue Freunde! So einfach ist das!
Die Stimmung ist weiterhin durchgängig gut. Dazu trägt auch das hervorragende Essen auf der Hütte bei. Verena hat Bedenken: „Wenn das so weitergeht werde ich zu Hause bestimmt so begrüßt: ‚Papa, wer ist die dicke Frau?‘“

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Samstag, 01. Februar 2014, Tag Nr. 8, der geplante Heimreisetag!  (Eingeschneit – der 2. Bonustag)
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Während des Frühstücks läuft im Hintergrund die gleiche Musik wie am Vortag. Apre-Ski-Hits` vom feinsten! Der Song ‚Bauer sucht Frau’ bringt uns alle zum Lachen. Das ist gut so! Denn die Schneehöhe treibt uns eher weiße Farbe ins Gesicht. Es hat in der vergangenen Nacht ohne Unterbrechung weitergeschneit. Das Ergebnis: die höchstmögliche Lawinengefahr, Stufe 5, ist erreicht. Wir kommen auch heute nicht weg. Wir vertreiben uns die Zeit mit lesen, einer Schneeballschlacht und per Smartphone – wenn, je nach Windstärke – der Internetzugang funktioniert. Das Kartenspiel des Tages ist ‚Schwimmen’. Da die Regeln nicht klar sind, lässt sich Andreas selbige per SMS von zu Hause schicken!
Die Aufregung des Tages bringt ein Piepen von draußen mit sich. Sven hört das Geräusch als erster und ruft: „Eine Pistenraupe!“ Alle rennen zum Fenster, freuen sich wie Kinder. Hoffnung kommt auf. Der Fahrer betritt die Hütte. Er erklärt auf italienisch, dass er nur inoffiziell hier ist. Sein Chef hat ihm die Fahrt verboten, zwecks Lawinengefahr Stufe 5. Er will nur nach dem Rechten sehen. Eine Ski-Abfahrt sei viel zu gefährlich.
Nach dieser Botschaft erfinden wir die „Baccardi Deadline 15.00 Uhr“! Trotz unserer misslichen Lage – können wir nicht klagen. Das gesamte Team des Rifugios Passo Fedaia verwöhnt uns! Der Hüttenchef, ein Koch, zwei Helfer, zwei Servicekräfte und ein Zimmermädchen bereiten uns einen angenehmen Aufenthalt. Wir dürfen nicht einmal Schnee schaufeln!
Beim Abendessen meint Moritz, dass wir vielleicht am nächsten Tag mit Skiern und unseren 10 Kilogramm schweren Rucksäcken abfahren können – wenn die Lawinengefahr sinkt. Eine Pistenraupe soll dann eine Schneise in den Schnee walzen, in der wir abfahren können. Dann gibt es „nur“ zwei gefährliche Stellen, an denen wir mit 50 Metern Abstand fahren müssen. Petra, Kerstin und Tanja haben sofort ein sehr ungutes Gefühl – allein bei dem Gedanken an diese gefährliche Abfahrt.
Wir gehen schlafen. Es schneit ohne Unterbrechung weiter – wie den ganzen vergangenen Tag.

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Sonntag, 02. Februar 2014, Tag Nr. 9 (Eingeschneit – der 3. Bonustag)
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Die Frühstückszeit rückt ein wenig nach hinten – denn wir haben ja: Zeit! Gegen 8.00 Uhr wollen wir jedoch anwesend sein! Denn da läuft: ‚Bauer sucht Frau’. Wer dieses Lied verpasst, ist spät dran!
Da es die ganze Nacht weiter geschneit hat, bleibt es bei Lawinenstufe 5. Eine Abfahrt per Ski ist somit unmöglich.
Nach dem Frühstück fällt der Strom aus. Und unsere Stimmung geht schlagartig gegen Null. Denn wir wissen, dass die Hütte keinen Strom-Generator hat. Ohne Strom läuft auch die Heizung nicht. Es bleibt nur noch der Gasanschluss am Herd in der Küche. Unsere Gedanken überschlagen sich. Rundum angespannte Gesichter. Wir haben genug Lebensmittel in der Hütte. Bleibt nur die Kälte.
Hüttenwirt Giorgio Da Pian erzählt, dass er erst einmal in sechs Jahren einen langen Stromausfall hatte. Und zwar vor rund fünf Wochen, an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Dieser Stromausfall dauerte zwei Tage.
Moritz telefoniert mit dem Chef seines Arbeitgebers Arc Alpin. Sie beschließen, dass sie uns per Helikopter ausfliegen wollen. Denn es besteht die Chance, dass die Schneewolken heute kurz aufreißen und ein Helikopter fliegen kann. Er treibt uns an: „Also, ihr sollt ganz schnell packen und dann bereiten wir den Heli-Landeplatz vor.“

Die Hoffnung – und der Strom – kommen zurück. Wir packen so schnell es geht, ziehen unsere Skisachen an und die Männer treten mit vollem Körpereinsatz den 13 mal 5 Meter großen Landeplatz mit ihren Skiern fest.
Das Bargeld reicht noch für die Bezahlung an den Wirt. Zwischen Hoffen und Bangen sitzen wir startbereit mit unseren gepackten Rucksäcken hinter der Eingangstüre. Es tut sich nichts. Wir essen zu Mittag. Gegen 15.00 Uhr ist klar, dass es heute nicht mehr klappt. Später erfahren wir, dass der Heli nur bis zum Grödnerjoch fliegen konnte. Das Wetter ist für einen Flug auf Sicht zu schlecht.
Unter den mitleidigen Blicken des Hütten-Teams beziehen wir erneut unsere frisch hergerichteten Zimmer. Zeit um die Wäsche zu waschen!
Zum Abendessen werden wir wieder verwöhnt. Es gibt super-leckere Burger. Dazu lobt uns Giorgio Da Pian: „Sie helfen uns am meisten, indem sie so lieb bleiben wie jetzt. Beim letzten Stromausfall verlor jemand die Nerven und rief die Feuerwehr, die Bergrettung und die Polizei an!“ Wir können den Wirt beruhigen: Solche Anrufe würden schon an unseren Italienischkenntnissen scheitern…
Mit Kartenspielen (Mau-Mau), Meiern und Smartphone gucken bemühen sich alle um gute Stimmung. Es hilft ja nichts!
Denn es schneit weiter. Immerhin gibt es Strom und der W-Lan-Anschluss funktioniert gerade.

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Montag, 03. Februar 2014, Tag Nr. 10 (Eingeschneit – der 4. Bonustag)
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Mit ‚Bauer sucht Frau’ starten wir in den Tag. Beim Blick aus dem Fenster ist klar, dass es die ganze Nacht weiter geschneit hatte.
Wer seinen Arbeitgeber noch nicht informiert hat, tut es jetzt: „Chef, ich bin eingeschneit!“ Antwort: „Ja – Klar! Guter Witz!“ Zu Hause müssen Kollegen, Freundinnen, Freunde, Ehemänner und Kinder die Woche anders gestalten. Denn unsere Heimreise ist leider nicht planbar.
Der gestern geplättete Landeplatz ist verschwunden. Dennoch treten wir erneut einen Landeplatz, diesmal hinter dem Haus, platt. Das macht Hoffnung und ist eine sinnvolle Beschäftigungstherapie! Weitere Frischluft gibt es bei der täglichen Schneeballschlacht. Denn ohne raus zu gehen, würde es schwierig werden!

Beim Mittagessen erzählt uns Moritz, dass gestern um 18.00 Uhr eine große Lawine an der Marmolada abgegangen ist. Diese hat einen Schlepplift und einen Sessellift mitgerissen. Das Ganze nur ca. zwei Kilometer von unserer Hütte entfernt. Die Naturgewalten sind stärker, als Menschen es sein können. Giorgio Da Pian erklärt: „So eine Lawine knickt Liftmasten um wie Streichhölzer.“ Wir hoffen, dass der Heli bald kommt!
W-Lan funktioniert kaum und nachmittags gibt es erneut einen Stromausfall: Zweieinhalb Stunden lang. Alle sind frustriert. Die meisten legen sich ins Bett unter die warme Decke. Die Stimmung ist am Tiefpunkt angekommen. Doch kaum geht das Licht wieder an, sind alle erleichtert und gut drauf. Sofort werden Handy`s, Smartphone´s und E-Reader aufgeladen. W-Lan funktioniert auch wieder.
Tanja informiert die Nürnberger Zeitung über die eingeschneite Ski-Gruppe. Dank W-Lan können sogar Fotos an die Redaktion verschickt werden.
Verena fotografiert ebenfalls fleißig! Und zwar täglich die Schneehöhe hinter der Fensterscheibe im ersten Stock des Rifugios!
Nachdem wir mit sehr sparsamen Gepäck (10 Kilogramm) angereist sind, hat jeder nur Kleidung für sieben Tage eingepackt. Heute ist Tag zehn der Reise! Jetzt fangen sogar die Männer an, ihre Wäsche zu waschen. Sonja stellt fest: „Meine Haarspülung geht aus!“ Duschgels werden verdünnt, Zahnpasta und Reisewaschmittel eingeteilt!

Schön ist, dass die Gruppe zusammenhält! Wenn es jemandem mental nicht so gut geht, sind alle bemüht, dies aufzufangen. Dazu gehört auch das Teilen der “Zeitvertreiber“: Insgesamt haben wir – neben Alkohol 😉 – drei Bücher, zwei E-Reader und einen Roman in italienischer Sprache samt Wörterbuch zur Verfügung.
Damit uns die geschriebenen Wörter nicht ausgehen, lesen wir uns abwechselnd Max und Moritz von Wilhelm Busch vor. Einem E-Reader sei Dank!
Dennoch zeigt Sonja erste Anzeichen eines Lagerkollers: „Ich weiß nicht mehr, welchen Alkohol ich trinken soll.“
Beim  Mau-Mau spielen erfinden wir neue Regeln. Spätestens nach der fünften neuen Regel lautet der häufigste Spruch: „Das darfste´nicht!“
Was wir dürfen: ein wenig an den Wetterbericht glauben: Es besteht eine minimale Chance, dass es am Dienstag aufreißen könnte! Zaghafte Hoffnung macht sich breit…

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Dienstag, 04. Februar 2014, Tag Nr. 11 (Eingeschneit – der 5. Bonustag)
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Wie fängt der Tag gut an, wenn wieder ein Meter Neuschnee vor der Haustür liegt? Richtig! Mit ‚Bauer sucht Frau!’ Und Brötchen, die in vier Teile geschnitten sind!
Gleich nach dem Frühstück wird gespielt: Mau-Mau. Alle, die kein Buch zum Lesen haben, machen mit. (Wahrscheinlich ging gerade kein W-Lan.) Jedes Spiel wird so lange wie möglich gespielt – damit die Zeit schneller vergeht, bis zum Mittagessen. Salamitaktik. Unser Rekord liegt bei vier Spielen pro Stunde.
Petra kann plötzlich nicht mehr still sitzen: „Ich muss mich jetzt bewegen!“ Zückt Smartphone samt Kopfhörer und tanzt durch den Aufenthaltsraum.
Die Zeit schleicht dahin. Nach dem Mittagessen müssen wir raus! Vom gestrigen Heliplatz fehlt jede Spur! Nicht die kleinste Vertiefung ist auf der Schneedecke zu finden! Macht aber nichts, denn wir haben bereits alle anderen Aufgaben erledigt. Haha! Jetzt können wir getrost trödeln, Schneebälle werfen und einen neuen Landeplatz mit unseren Skiern präparieren.
Wem etwas lustiges einfällt, gibt es von sich. Es ist allen klar, dass wir es mit guter Stimmung leichter haben.
Abends schlägt Tanja vor, einen Reisebericht zu schreiben. Schließlich ist dies kein Erlebnis von der Stange! Zusätzlich interviewt sie einzeln alle Teilnehmer und den Hüttenwirt. Siehe: „Vier Fragen an….“
Im Einzelinterview verrät Giorgio Da Pian, dass es voraussichtlich nur morgen oder am Donnerstag eine kleine Chance zum Ausfliegen gibt. Wenn das nicht klappt, sieht es schlecht aus. Dann kommt die nächste, tagelang anhaltende, heftige Schneefront! Ich muss kurz durchatmen! Positiv denken! Alles wird gut!
Gut ist, dass meine Mitinhaftierten nach dieser Nachricht die Nerven behalten und schnellstmöglich auf das Programm „Wir machen einfach spaßig weiter“ umschalten. Den besten Witz des Abends liefert unser stiller Guide Moritz! Staubtrocken fragt er um 21.45 Uhr in die Runde: „Ich dachte, wir wollen noch mal weggehen.“

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Mittwoch, 05. Februar 2014, Tag Nr. 12 (Eingeschneit – der 6. Bonustag)
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Muss ich erwähnen, was wir als erstes beim Frühstück hörten? Ja – genau! Dass war es! Auch der Schneefall ist wie an jedem vergangenem Morgen: dicht und weiß!
Nach dem Frühstück meint Moritz ganz ruhig: „Macht euch fertig! Heute kann es klappen!“ Gut – wir packen. Wollen uns jedoch nicht zu früh freuen!  Um 10.00 Uhr planieren Moritz, Sven und Andreas erneut den 13 mal 5 Meter großen Landeplatz vor dem Rifugio Passo Fedaia.
Gegen 11.00 Uhr schreit jemand im Haus: „Der Heli kommt!“ So schnell haben wir mit dem Heli nicht gerechnet. Deshalb müssen wir erst noch unsere Rechnungen vom Hüttenwirt ausdrucken lassen. Das dauert in dieser Situation zu lange. Einer brüllt: „Schnell, es muss noch jemand einsteigen! Wir haben keine Zeit! Es kann jeden Moment wieder zuziehen!“ Dirk ist als nächster fertig und sprintet zum Heli, in dem bereits Petra, Verena, Kerstin und Sven sitzen. Schaukelnd heben sie ab und fliegen in nur gut zwei Minuten durch die löchrige Wolkendecke nach Canazei.
Der Flugzeugtechniker bleibt beim Landeplatz zurück und gibt den dagebliebenen Anweisungen. Unsere Rucksäcke und Skier liegen an der hinteren, rechten Ecke des Heliports. Skischuhe und Helm haben wir an. Der Techniker erklärt: „Ihr geht hinter dem Gepäckhaufen in die Hocke und duckt euch. Wenn der Heli gelandet ist, steigen die Frauen vorne ein. Wir Männer nehmen das Gepäck hinten mit rein. Dann fliegen wir gleich los!“
Gesagt, getan. Wir haben noch einmal Glück. Es hat in den letzten 10 Minuten nicht zugezogen! Mit lautem Knattern kommt unsere Rettung angeflogen. Die Rotorblätter verursachen starken Wind. Es schleudert große Schneeklumpen auf unsere Rücken. Skibrille und Helm tun uns gut. Zwei Meter neben uns sinkt die linke Heli-Kufe in den Schnee. Sonja und Tanja klettern neben den Piloten auf die Sitze. Andreas, Moritz und der Techniker schnappen das Gepäck und es geht sofort los. Kaum abgehoben, fliegt der Pilot kleine Kurven. Er weicht Wolkenfetzen und Nebelfeldern aus. Er schaut entspannt, während wir über den Fedaia-See fliegen. Zum ersten Mal sehen wir, wo wir die letzten Tage verbracht haben! Der Pilot manövriert uns durch die Wolkenfetzten, schwenkt dabei von links nach rechts. Geht in einen Sinkflug über und weiter hoch über die nächste Bergkuppe. Es ist laut, ruckelt und wackelt. Tanja denkt: „Hoffentlich kommen wir heil runter!“ Doch ein Seitenblick auf den Piloten beruhigt sie. Er lacht und hat Spaß beim Fliegen. Alles gut. Vor uns taucht bereits Canazei auf. Der Heli zieht nach oben, uns drückt es in die Sitze. Ein kurzes Vergnügen. Mit einer langgezogenen Linkskurve fliegt der Heli eine verschneite Freifläche bei Canazei an.
Der Rest der Gruppe erwartet uns wild winkend. Die Erleichterung ist riesengroß! Der Spuk ist vorbei. Es ist circa 11.20 Uhr und wir sind alle unversehrt im Tal angekommen. Ein Helfer gibt Zeichen: Wir sollen geduckt und so schnell wie möglich vom Heli weg. Unser Gepäck wird kurzerhand in den Schnee geworfen.
Während wir über einen kleinen Zaun zur Straße klettern, hebt der Heli schon wieder ab. Sein nächster Auftrag ist die Rettung einiger Skifahrer, die ebenso wie wir, seit Tagen auf einer Hütte festsitzen.
Kaum bei den anderen angekommen, fallen wir uns gegenseitig in die Arme. Es fließen reichlich Freudentränen. Wir neun haben es überstanden!
Als die Umarmungen nachlassen, ruft jeder sofort zu Hause an: „Wir haben es geschafft!“; „Ja – es ist alles gut gegangen.“; „Hörst du es? Ja – ein Auto im Hintergrund! Wir sind raus!“
In Canazei ist alles ganz normal! Es liegt ca. ein Meter Schnee, die Straßen sind geräumt. Fußgänger gehen spazieren. Die Sonne scheint! Die Welt war also doch nicht stehen geblieben. Hier im Tal ging das Leben ganz normal weiter – ohne Schneechaos.
Ein paar Meter weiter ist eine Ski-Bus-Haltestelle. Dort fotografiert Kerstin uns, um zu dokumentieren, wie wir kurz nach unserer Rettung aussehen!
Der Ski-Bus kommt und fährt uns in den Ort Canazai. Zufällig befindet sich die Haltestelle vor dem Frosch-Haus „Maria Teresa“. Hausleiter Freddy versorgt uns mit Getränken, bis unser Taxi-Bus kommt. Kuschelig wie immer, zu zehnt im Neunsitzer-Bus, fahren wir eine Stunde zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise ins Hotel Dosses.
Nach 12 außergewöhnlichen Tagen trennen sich hier unsere Wege! Andreas, Sven und Dirk fahren von Bozen aus mit dem Zug Richtung Deutschland. Sonja nimmt den Zug Richtung Süden – nach Rom. Kerstin, Petra und Tanja haben ihr Auto beim Hotel Dosses stehen. Verena fährt bis Nürnberg mit, um dann per Zug die letzte Strecke nach Hause zurück zu legen. Moritz hat den kürzesten Heimweg. Er wird nur eine halbe Stunde brauchen.
Der Abschied ist da. Noch eine letzte herzliche Umarmung. Es geht für alle weiter. Zurück in das übliche Leben, den Alltag. Jeder will schnellstmöglich dahin zurück!
Gegen 15.00 Uhr erreichen wir Bozen. Dort ist es grün, fast frühlingshaft. Es kommt uns vor, als hätten wir die ganze Geschichte nur geträumt. Umringt von grünen Berghängen erscheint uns unsere Reise als absolut unrealistisch! Waren wir tatsächlich sechs Tage lang in einer Berghütte an der Marmolada eingeschneit? Kaum zu glauben! Das Abenteuer unseres Lebens ist zu Ende!

Text: Tanja Hofbauer

Dienstag Abend. Wir sind jetzt seit gut 110 Stunden eingeschneit. Zeit, für eine Zwischenbilanz!

Vier Fragen an Sonja (Nr. 109*), die witzige Wahl-Römerin, 30 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Sonja: „2 Kilo – mindestens!“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Sonja: „15.00 Uhr Bombardino; 16.00 Uhr Baccardi Cola; 19.00 Uhr Weißwein“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Sonja: „Die intellektuellen Gespräche nach den zuvor genannten Getränken.“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Sonja: „Mit einer positiven Grundeinstellung und „Mau-Mau“-Spielen zur Ablenkung. Außerdem liebe ich Schnee!“

Vier Fragen an Petra (Nr. 102), die oft schmunzelnde Genießerin, 43 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Petra: „Vielleicht ein singendes Murmeltier.“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Petra: „Chocolatta Calda.“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Petra: „Mein Smartphone benutzen, schlafen, die Schneeballschlachten und Essen.“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Petra: „Mit Tanzen!“

Vier Fragen an Verena (Nr. 107), die ruhige Nachspeisenliebhaberin, 39 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Verena: „Von der ersten Woche ganz viel Spaß und Skivergnügen. In der zweiten Woche habe ich mich selbst wieder ein bisschen besser kennen gelernt.“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Verena: „Bombardino“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Verena: „Kartenspielen und Lesen. Drei Bücher in fünf Tagen.“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Verena: „Immer wieder raus in den Schnee gehen. Abschalten und die positive Stimmung in der Gruppe.“

Vier Fragen an Kerstin (Nr. 101), die umtriebige Fotografin, gerade noch 39 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Kerstin: „Wenn es schneit, fahre ich sofort ins Tal.“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Kerstin: „Bombardino.“ (Heißer Eierlikör mit Sahne)

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Kerstin: „Lesen, Sudoku spielen und schlafen. Der E-Reader hat sich gelohnt!“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Kerstin: „Mit meinem E-Reader und schlafen.“

Vier Fragen an Tanja (Nr. 105), die quirlige Schneeballschlacht-Liebhaberin, 40 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Tanja: „Keine Skireise mehr ohne Smartphone und E-Reader! Außerdem einen Facebook-Account mit 8 neuen Freunden!“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Tanja: „Weißwein.“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Tanja: „Die Schneeballschlachten und Mau-Mau spielen.“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Tanja: „Mit Rausgehen und positiven Gedanken. Abends mit Weißwein.“

Vier Fragen an Sven (Nr. 104), den redegewandten Konzertgänger, 32 Jahre:
(Kleiner Bruder von Dirk!)

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Sven: „Die Erfahrung, dass ich mich NIE wieder von einer Frau zu einer Ski-Reise überreden lasse!“ (Kerstin, Petra und Tanja sind die „Schuldigen“.)

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Sven:  „Alles, mit mehr als 4 %!“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Sven: „Die Schneeballschlachten, Heli-Landeplatz bauen, schlafen und auf´m Handy daddeln.“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Sven: „Blödsinn reden, lachen und nicht darüber nachdenken.“

Vier Fragen an Dirk (Nr. 103), den ruhigen Hobby-Akt-Fotografen, 34 Jahre:
(Großer Bruder von Sven!)

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Dirk: „Neue Rekorde in Sudoku und neue Freunde“.

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Dirk: „Ist und bleibt Bier, auch wenn´s ein bisschen teuer ist hier“.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Dirk: „Den Schneefall beobachten“.

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Dirk: „Glas in die Hände nehmen und trinken“.

Vier Fragen an Andreas (Nr. 106), den ruhigen mit trockenem Humor, 39 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Andreas: „Geschätzte vier Kilo!“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Andreas: „Schweiger Bier auf der Lusia Hütte.“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Andreas: „Essen!“

Wie hältst du dich mental bei Laune?
Andreas: „Mit Alkohol.“

Vier Fragen an Moritz (Nr. 108), den stillen südtiroler Guide, 37 Jahre:

Was nimmst du von dieser Reise mit?
Moritz: „Den Heli-Flug. Das Ausreisen von der Marmolada.“

Welches ist dein Lieblingsgetränk?
Moritz: „Die Schnäpse auf jeder Hütte.“

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Moritz: „Den Heliplatz zu stampfen und nach der Schneekatze Ausschau halten, ob sie kommt.“

Wie hast du dich mental bei Laune gehalten?
Moritz: „Einfach versuchen, das Richtige zu tun! Einfach ruhig und lieb zu bleiben. Bücher zu lesen auch. Ein Rekord für mich: zwei Bücher in vier Tagen!“

Vier Fragen an Giorgio Da Pian (keine Nr. – da Chef!), unseren fürsorglichen Hüttenwirt, 51 Jahre:

Was nehmen sie von diesen Tagen mit?
Giorgio: „Dass sie sehr verständnisvolle und gut Gäste sind! Ich muss sagen, dass alle lieb sind. Ich habe Glück mit ihrer Gruppe! Normalerweise ist immer einer, der umkippt. Eine bessere Gruppe hätte ich mir nicht wünschen können.“

Welches ist ihr Lieblingsgetränk?
Giorgio: „Bombardino, selbst eingelegter Grappa mit Kräutern aus der Gegend. Ab und zu trinke ich auch gerne Wasser.“ (Lacht)

Was ist ihre Lieblingsbeschäftigung während der „Zwangshaft“?
Giorgio: „Dass ich meine Hütte mit der Fräse vom Schnee freihalte.“

Wie haben sie sich mental bei Laune gehalten?
Giorgio: „Ich sehe, Ihnen geht es gut. Sie sind gelassen, dann geht es mir auch gut! Sie helfen mit, dass wir einen normalen Tag haben. Ohne Aufgaben wäre es schlimm.“

•    * Unter diesen Nummern wurden unsere Getränke, Essen und Übernachtungskosten auf der Hütte verbucht.

Der Kontakt zur Außenwelt war per Handy jederzeit möglich. Hier die besten Sprüche von zu Hause, aus dem frühlingshaften Deutschland, während bei und die Schneehöhe langsam den ersten Stock der Hütte erreichte:

Vorschlag „Fahrt doch einfach runter!“ Antwort: „Bei drei Metern Neuschnee?“ Rückantwort: „Warum nicht?“

„Und jetzt auch noch Heli-Skiing!“

„Habt ihr die Rationen schon eingeteilt?“

„Irgendwann wird´s schon wieder Sommer!“

„Wir wären gerne bei euch! Urlaubsverlängerung klingt gut!“

„Nehmt doch einfach den Lift!“

„Das ist doch mal ein Erlebnis!“

„Das ist ja wie im Film!“

„Ihr könnt doch mit den Skiern Mikado spielen….!“

Gespräch mit Giorgio Da Pian vom Rifugio Anfang Mai 2014:

Wie lange waren sie und ihr Team noch eingeschneit? „Noch bis zum 28. Februar! An diesem Tag war die Straße wieder befahrbar. Bis dahin sind ale Mitarbeiter geblieben. Vorher, ab dem 21. Februar hatte die Seilbahn für drei Tage geöffnet. Da bin ich mit Skiern abgefahren und habe meine Familie besucht.“

Wie ging es ihnen und ihren Mitarbeitern während dieser dreiwöchigen Schneepause ohne Gäste? „Wir haben es so genommen, wie es war! Man hat ja keine andere Möglichkeit! Es ging ja nur so. Essen und Trinken hatten wir genug und der Strom war immer da.“

Wie haben sie sich die Zeit vertrieben? „Mit Schnee wegfräsen und Dach abschaufeln! Auf dem Dach lagen schon 4 – 5 Meter Schnee. Am 20. Feburar hatten wir nur noch einen Liter Benzin für die Fräse. Zum Glück konnte uns am 21. Februar mit der Schneekatze Benzin gebracht werden.“

Gab es weitere Schwierigkeiten? „Ja. Ab dem 26. Februar hatten wir kein Wasser mehr. Dann haben wir zwei Tage lang Schnee geschmolzen – für die Toilettenspülung. Am 28. Februar haben wir die Hütte geschlossen.“

Ihr Resümee zum letzten Winter? Es war ein anstrengender Winter! „Das passiert einem nur einmal im Leben! Außerdem sind normalerweise die Monate Februar und März die umsatzstärksten des Jahres. Nachdem eine Lawine desn Sessellift Padon nach Arabba zerstört hatte, waren wir von de Sella Ronda abschnitten. Jetzt haben wir erst einmal bis zum 19. Juni geschlossen.“

Trotz dieser ungewöhnlichen und nicht ungefährlichen Reise war die Skisafari sehr gelungen. Die meisten Teilnehmer würden diese Reise jederzeit wiederholen, denn wie Giorgio schon sagte, so etwas passiert nur einmal im Leben!

Schade fanden wir allerdings, daß sich von Frosch-Reisen niemand bei uns gemeldet hat, und wir von uns aus nach der Reise auf das Reiseunternehmen zugegangen sind, um zu berichten, daß wir wieder gut zu Hause angekommen sind. Eine kurze Mail, mit der Nachfrage ob die Heimreise gut geklappt hat und daß auch Frosch-Reisen froh ist, daß wir mit einem blauen Auge aus dieser Situation, die nicht ungefährlich war, herausgekommen sind, hätte uns schon gefreut….

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