22. Dezember 2011

Erholung und Schnee pur in Idre/Schweden (Februar 2011)

Reisebericht von Ellen Jahnke (Ellen.Jahnke at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Aktivcamp Idre – Schweden

Im Frühjahr 2010 suchte ich ein Ziel für einen mal etwas anderen, richtig erholsamen Winterurlaub. Beim Blättern im Frosch-Katalog stolperte ich dann über die Beschreibung des Idre-Angebots und habe nach kurzem Zögern gebucht – und ich habe es nicht bereut! Überlegt hatte ich etwas wegen der Anfahrt: 19 Stunden Busfahrt ließen auch mich zögern – wie viele andere, die ich später im Urlaub traf. Wir waren uns aber alle einig, dass dieser Urlaub es wert war und die Fahrt gut auszuhalten ist. Ein anderer Punkt für ein kurzes Zögern war die Temperatur. Auch hier hat sich gezeigt: alles kein Problem – auch nicht für Frostbeulen wie mich.

Busfahrt

Der Bus fuhr gegen 17 Uhr am Hamburg-ZOB ab. Gelegenheit für mich, aus Münster per Zug anzureisen, etwas in Hamburg zu bummeln, die Beine zu vertreten und mich zu stärken, bevor es dann losging. Ein Vorteil war sicher, dass der Bus bei unserer Fahrt nicht ausgebucht war und ich z.B. eine Sitzreihe für mich hatte. Da kann man sich doch ein bisschen besser „zurechtlegen“, als zu zweit in der Reihe. Von Hamburg ging es Richtung Fähre in Puttgarden, die auch bald erreicht war. Das war die erste kleine Unterbrechung der Fahrt und Gelegenheit, zum Beine vertreten und Luft schnappen. Nach 45 min Überfahrt war Rodby erreicht. Weiter ging es zur zweiten Fähre in Helsingborg, wo wir um ca. 23 Uhr und dann nach 20 min Helsinggör erreicht hatten. Wieder kurz Luft schnappen und rumlaufen.

Weil die Hin-und Rückfahrt jeweils über Nacht stattfinden und durch die Fährfahrten unterbrochen werden, finde ich es nicht so anstrengend. Man kann während der Nachtfahrt immer mal wieder dösen und die ruhige Fahrweise der Fahrer sorgt für ein sicheres Gefühl. Gegen morgen gab es noch eine kurze Toilettenpause und wir fuhren dann dem Sonnenaufgang entgegen. Um kurz vor 10 Uhr waren wir in Idre und staunten über die klare, sehr kalte Luft, die Sonne und den vielen Schnee – super!

Hütten – keine Gefahr zu frieren

Nach einem kräftigenden Frühstück und einer kurzen Einweisung zur Orientierung haben wir unsere Hütten bezogen. Wir waren zu dritt in der Hütte, was sehr gut passte. Platz genug für jeden. Bedenken hatte ich, in den kleinen Holzhütten nachts zu frieren und daher meinen Schlafsack und dicke Schlafsachen dabei. Diese Bedenken waren völlig grundlos! In der ersten Nacht habe ich sehr geschwitzt und jeden Tag haben wir die kleine Heizung etwas weiter runtergedreht. Es ist mir ein Rätsel, wieso die kleine Heizung die gesamte Hütte so gut heizen kann (auch bei minus 32 Grad draußen), wenn meine Heizung zu Hause Probleme hat, allein mein Wohnzimmer zu heizen J.

Tage in Idre

Gleich am Ankunftstag gibt es Gelegenheit, in der Nähe des Camps eine kurze Langlaufeinweisung zu bekommen und sich die Beine locker zu laufen. In den nächsten Tagen finden die Langlauftouren auf dem Idre Fjäll statt. Hier sind die Loipen super gespurt und es gibt jede Menge Hinweisschilder. Für mich als Laie und nicht so begabte Langläuferin waren die Touren gut schaffen und im Team geht ja sowieso alles besser.

Am zweiten Tage haben wir die Sauna für uns entdeckt. Es ist total schön, nach den Touren dort zu entspannen und auf das Holzknistern des Ofens zu lauschen, wenn man sich nicht mehr über den schönen Tag unterhält. Ein super Gefühl ist es, sich mit dem kalten Schnee abzukühlen. Lediglich der Vorraum ist ziemlich kalt, sodass man dort nicht lange sitzt und vielleicht wohlig döst. Aber die Zeit hat man eh nicht, es gibt ja immer bald Essen – Freizeitstress J. Ein Saunatuch kann man gut vor Ort gegen Gebühr (bei uns 60 Kronen/Woche) leihen.

In diesem Urlaub habe ich das Schneeschuhwandern für mich entdeckt. Einfach klasse sind die Wälder in Idre, durch die wir gestapft sind. Unser Guide hat uns gefragt, ob wir gern querfeldein gehen möchten – wollten wir! Und es war toll. Tief verschneite Wälder, Schnee wohin man sieht, keine Menschenspuren und diese Ruhe. Die erste Tour ging zu einem Wasserfall in einem Naturschutzgebiet. Super schön. Einziges Problem: unsere Kameras waren teilweise arbeitsunfähig, weil eingefroren J.

Toll war auch der Tag, an dem wir in leichtem Schneefall gewandert sind. An einen anderen Tag ging es zum Wandern in Richtung Norwegen. Wieder eine ganz andere Gegend als die Wälder- oder Bergwanderungen. Wir waren umgeben von weiß. Der Blick ging in die weiße Weite, über die entfernt liegenden Hügel und die vereinzelten Bäume. Teilweise fühlte man sich wie bei einer Arktisexpedition.

Einen Tag bin ich Alpinski am Idre Fjäll gefahren. Die Aussichten von den Pisten sind toll, das Gebiet ist aber eher klein (reicht aber für 1 Tag) und bei dem kalten Wetter war es schon hart, längere Abfahrten zu machen und in den Liften zu sitzen. Zum Glück gibt es in Schweden die Wärmestuben, in denen man sich aufwärmen kann. Die Schweden machen hier kleine Picknicks J. Hütten mit Bewirtung gibt es auch, aber eher klein und wie im Imbiss.

Am letzten Tag habe ich eine Huskytour gemacht. Auch ein Erlebnis in einer schönen Landschaft mit diesen „verrückten“ Hunden. Unglaublich, wie wild die darauf sind, den Schlitten zu ziehen. Die Tiere können es kaum erwarten, dass es losgeht, wenn sie eingespannt sind. Stopps unterwegs finden sie äußerst nervig und wollen lieber rennen. Jeder Teilnehmer bekommt einen eigenen Schlitten mit ca. 5 Tieren. Lenken muss man eigentlich nicht, denn die Tiere laufen automatisch dem ersten Schlitten hinterher. Man ist eher damit beschäftigt, sie abzubremsen. Das Tempo ist nicht hoch, sodass ich mich sicher gefühlt habe und Zeit hatte, die Gegend und die Fahrt zu genießen. Obwohl an dem Tag wieder -32 Grad waren, habe ich geschwitzt, denn auf der Huskyfarm wurden wir in superwarme Sachen und Stiefel gesteckt.

Kein Frieren, Kleidungsfrage

In den Hütten habe ich nicht gefroren – obwohl ich in meinem Bekanntenkreis leicht als Frostbeule verrufen bin J. Bei den Aktivitäten ist man immer gut in Bewegung und ich habe mur mal einen Tag gefroren, als der Wind unglaublich pfiff und wir fast ungeschützt durch Wälder unterwegs waren. Der Winter in Idre ist zwar super kalt (- 31 Grad bei klarem Sonnenschein und sonst so um die –14 Grad am Tag, wenn es bewölkt ist oder schneit), aber durch die klare Luft ist das sehr gut auszuhalten. Ich hatte immer die Skikleidung an, die ich auch sonst im Skiurlaub in den Alpen anhabe. Lediglich Schneegamaschen habe ich noch zusätzlich mitgenommen und dies hat sich gut bewährt. Zum Schneeschuhwandern habe ich meine normalen Wanderschuhe angezogen.

Fazit

Bedenken wegen der langen Busfahrt muss man nicht haben, aber darauf eingestellt sein, dass die Heizung im Bus eine Zeitlang nicht funktioniert. Es bewährt sich, eine Decke oder eine Schlafsack griffbereit zu haben. Wir brauchten das auf der Rückfahrt. Auf der Hinfahrt saß ich im T-Shirt…

In den Hütten ist es gemütlich und warm und es ist auf jeden Fall Platz genug für 3.

Das Essen ist OK und reichlich – vor allem das Frühstück.

Geld gibt man für das Leihen der Skier und Schneeschuhe und die Getränke am Abend im Camp aus. Sonst habe ich Bargeld gebraucht für die Waffelstube, beim Alpinski auf der Hütte und für den Skipass sowie einmal am Abend für ein Getränk, als wir im Ort zum Pizzaessen waren. Geld kann man am Automat am Supermarkt abheben.

Die Landschaft ist toll, der Schnee herrlich. Winter pur. Schneschuhwandern ist hier traumhaft.

Dunkel wird es so gegen 17 Uhr im Februar, also Zeit genug, schöne Touren bis zur Erschöpfung zu machen und abends in die Sauna zu gehen.

Wie bisher immer bei den Urlauben, die ich mit Frosch gemacht habe, passen die Katalogbeschreibung und –bilder super auf das, was man im Urlaub antrifft.

Um sich im Urlaub zu erholen, ist Idre für mich ein ideales Ziel.

2 Gedanken zu „Erholung und Schnee pur in Idre/Schweden (Februar 2011)

  1. Petra

    Hallo Ellen,
    toller Reisebericht und sehr schöne Fotos. Macht richtig Lust auf einen Winterurlaub. Es hat mich bisher ausschließlich in den Süden gezogen, aber wenn ich das lese…
    Wer weiß?!
    LG Petra

  2. Andrea

    Hallo Ellen,

    ja, da stimme ich Petra zu! Toller Reisebericht und wunderschöne Bilder – und ich freue mich jetzt noch mehr auf den 10.02.! Kann es kaum erwarten :o)

    Liebe Grüße
    Andrea

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