6. Dezember 2014

Erlebnis Bali

Reisebericht von Andrea Nowak (nowak_andrea at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Bali – Indonesien

Die Ankündigung der Bali-Pilotreise hatte mich sofort angesprochen, Natur, Kultur und Sport versprachen viel Abwechslung, wie man es von Frosch-Reisen kennt. Ziemlich spontan habe ich die Reise gebucht, erst später wurde mir klar, wie weit mein nächstes Urlaubsziel entfernt liegt: 12 Stunden Flug nach Kuala Lumpur, dann nochmal 3 Stunden nach Denpasar auf Bali.

Am Flughafen erwartete uns Paul, der seit dreieinhalb Jahren auf Bali lebt. Paul hat für uns eine wundervolle Reise zusammen gestellt und uns mithilfe einiger Balinesischer Reiseleiter auch viele Eigenheiten des Landes gezeigt und erklärt, die ich alleine sicher nicht entdeckt hätte.

Das Greenfield Hotel in Ubud war ganz neu eröffnet und ein echter Glücksfall. Zum Frühstück gab es auf Bali immer viele Eierspeisen mit Brot oder auch Reisgerichte. Die Radtouren durch Reisfelder und Dörfer waren von Banyan Tree Cycling Tours sehr gut organisiert. Die Mountainbikes waren okay und wurden gewartet, ggf. auch ausgetauscht, unsere Begleiter leiteten uns sicher durch den ungewohnten Linksverkehr. Fahrradhelme zum Schutz gegen herabfallende Kokosnüsse waren Pflicht. Ich hatte mir das indonesische Klima schlimmer vorgestellt, es war das ideale Radfahrwetter. Manche Wege durch die Reisfelder waren sehr schmal und tückisch, beim Versuch anzuhalten, traten viele ins Leere und landeten im nassen Reisfeld. Die langen Abfahrten kann man genießen, sobald man den Bremsen traut. Beim Auf und Ab sind Hinweise der Guides zum rechtzeitigen Runterschalten sehr nützlich. Mit täglich 20-30 Kilometern waren wir nach ca. 3-4 Stunden immer am Ziel. Unterwegs gab es viele Pausen, mit Made hatten wir einen Balinesischen Reiseführer, der uns viele Dinge auf Deutsch erklärt hat.

Abstieg vom Gipfel Babi Guling - Spanferkel Bad in den heiligen Quellen

Zum Schluss jeder Radtour erwartete uns ein kaltes feuchtes Tuch, das schon fast eine Dusche ersetzte. Das abschließende Essen war immer sehr lecker, ob beim Organisator Banyan Tree oder in einem kleinen familiären Restaurant, wo man nicht alle Speisen auf dem Teller direkt erkannte. Die Schärfe fand ich immer sehr schmackhaft und mir ist das Essen immer gut bekommen. Sogar später auf dem Markt in Denpasar, wo ich Babi Guling – Spanferkel probiert habe. Ich bekam mehr Beilagen als Schweinefleisch, auch viele Innereien, das meiste habe ich auch probiert.

Nach den Radtouren war noch Zeit genug zum Relaxen am Pool oder um Ubud zu entdecken. Taxi und Massage bieten entlang der Hauptstraßen viele Balinesen an, bleiben aber immer unaufdringlich. Ich habe mich schnell überreden lassen und einen ganz einfachen Massage-Salon gegenüber vom Hotel betreten, bei DIMAS kostete eine einstündige traditionelle Massage nur 70.000 Rupien, also weniger als 5 €. Mir hat es gut gefallen und die Masseurin freute sich sehr, dass ich nochmal wiederkam. In Ubud habe ich auch viel alleine unternommen und mich in der Stadt auch in der Dunkelheit, also ab 18.00 Uhr, immer sicher gefühlt. Das Agung Rai Museum of Art liegt nicht weit vom Hotel entfernt und bietet neben traditioneller balinesischer Kunst und auch ganz moderne Werke in mehreren Gebäuden, umgeben von einem wunderschönen Orchideengarten. Ein Gesamtkunstwerk, wo die Eintrittskarte auch noch ein Getränk beinhaltet. Ebenso sehenswert das Museum Puri Lukisan im Zentrum von Ubud. Am Abend gibt es viele Möglichkeiten, eine traditionelle Tanzaufführung zu sehen, zum Beispiel den faszinierenden Legong Barong Dance mit Gamelan-Orchester.

Blick auf den Kratersee Gunung Rinjani - 3.726 m Hahnenkampf

Die Fahrt durch das muslimische Lombok nach Sembalun, unserem Ausgangspunkt für die Vulkanbesteigung, führte durch eine ganz fremde Welt. Gerne wäre ich unterwegs mal ausgestiegen und hätte die Erdbeeren probiert. Wir übernachten hier auf 1.200 Meter Höhe. Ein Mitarbeiter der Lodge erzählt mir, dass er Kafka gelesen hat. Deutsche Touristen sind auch hier sehr beliebt, auch wenn sie unfassbare Preise für Bier bezahlen und nochmal eine Nachlieferung verlangen. Für unsere 16-köpfige Gruppe stehen am nächsten Morgen 15 Träger bereit, die sogar Cola-Dosen für uns in das erste Camp auf 2.600 Meter Höhe bringen. Dieser Aufstieg hatte es schon in sich, nach den ersten zwei Stunden überraschten uns die Träger mit einer kräftigen Huhn-Gemüsesuppe, die wieder Kraft gab. Die Einheimischen laufen in Flip-Flops durch die Landschaft, viel schneller als wir, bei ihrer nächsten Raucherpause holen wir sie wieder ein. Oft überraschen sie uns unterwegs mit Kaffee oder frischer Ananas. Die Anstrengung und die Höhe machen einigen nachts schwer zu schaffen, nur 11 von 16 Wanderern machen sich morgens um 2 Uhr auf den Weg zum Gipfel. 1.100 Höhenmeter sind zu bewältigen, die letzten 400 Meter davon auf einem breiten, recht steilen Weg, auf dem man im Schotter immer wieder zurückrutscht. 3 Stunden sind dafür angegeben, ich brauche 3,5 um oben zu stehen und einen wunderbaren Ausblick vom Gunung Rinjani (3.726 m) auf den aktiven Vulkan Gunung Baru im See Segara Anak zu genießen. 6 von uns haben es bis oben geschafft. Nach dem Abstieg liegen und einer Pause im Zelt mit Bananenpfannkuchen geht es nochmal 3 Stunden bergab zum nächsten Zeltplatz am See. Ein Tag mit über 2.000 Höhenmetern, der zweite Teil auf steilem alpinen Gelände, wo man schwindelfrei und trittsicher sein sollte. Das Bad in den heißen Quellen läßt alle Strapazen vergessen, allerdings sorgt der Sturm in der Nacht dafür, dass sich eine Staubschicht auf alles legt, auch im Zelt! Die Träger überraschen uns mit gebackenen Bananen und Pommes Frites zum Frühstück. Der dritte Tag gibt wieder Gelegenheit zum Aufstieg, diesmal teilweise steil mit Kletterpassagen. Vom Kraterrand blicken wir nochmal zurück, dann geht es noch stundenlang bergab, es zieht sich. Am vierten Tag ist der Weg bergab nicht mehr lang und wir nehmen eine Dusche unterm Wasserfall, für den man wie in einer Badeanstalt Eintritt zahlt.

Nach diesem großartigen Trekking-Erlebnis ist mir auf Gili Air fast ein bisschen langweilig. Die Umrundung der Insel dauert zu Fuß eine Stunde. Viele Restaurants bieten frischen Fisch zum Aussuchen an, die Preise sind sehr gering für ein wunderbares Fischgericht. Paul organisiert eine Boots-Tour zum Schnorcheln.

Kîche am Feuer Mittagessen nach der Radtour öberlebende der Rinjani-Besteigung Radtour durch Reisfelder

Nach drei Tagen geht es mit dem Speedboot zurück nach Bali, wo wir in Sanur nochmal Shoppen und Relaxen können. Unsere Tour zu den Königsgräbern von Gunung Kawi und nach Tirta Empul ist ein weiterer Höhepunkt. Wir baden in den heiligen Quellen zusammen mit vielen Hindus, die sich von uns Touristen nicht stören lassen. Ein spirituelles und anrührendes Erlebnis, das mich besonders beeindruckt hat. Am Abend hat Paul noch eine besondere Aktion für uns organisiert. Wir können einen Hahnenkampf miterleben, ein verbotenes religiöses Ritual, bei dem gewettet wird und die Gewinne auch versteuert werden müssen. Auch hier werden wir Touristen respektiert und mein Nachbar in dem Getümmel erklärt mir die Regeln und den Wert der Hähne.

Noch ein paar praktische Tipps: Bargeld mitnehmen und auf Bali tauschen, der Kurs ist fast besser als am Geldautomaten, wo die Commerzbank zum Beispiel fast 6 € Gebühr nimmt. In Sanur hatte ich wohl einen unseriösen Geldwechsler gewählt, es gab keine Quittung und das Nachrechnen ergab ein paar Euro Verlust. Malaria? Ich habe die Prophylaxe-Tabletten genommen und gut vertragen, die anderen Teilenehmer haben wohl nichts genommen, oder erst auf Lombok. Made hatte auch immer eine kleine Apotheke dabei und das richtige Mittel zur Hand. Die erste Nacht beim Trekking, auf 2.600 Meter Höhe, war bitterkalt, unbedingt warme Sachen mitnehmen, und feuchte Tücher! Als Reiseführer hat mit der kleine von Marco Polo gereicht, der Roman Liebe und Tod auf Bali von Vicki Baum bereitet auch schön auf das Land und die spezielle Stimmung vor.

Es war eine besondere Reise, sicher vor allem Dank der persönlichen Betreuung von Paul und Made, die keine Wünsche offen ließen und beide mit ihrer Persönlichkeit und Herzlichkeit die unvergesslichen Erlebnisse prägen.

Andrea aus Köln

4 Gedanken zu „Erlebnis Bali

  1. F. Toussaint

    Liebe Andrea,
    Herzlichen Dank für den schönen ersten Reisebericht zu dieser reizvollen Reise!
    Dein Bericht bestätigt mir die Attraktivität durch die vielen Facetten der Reise.
    Auch ich hätte am liebsten sofort gebucht, kann aber aus persönlichen Gründen erst 2016 mit.
    Hoffentlich bleibt die Reise im Programm!
    Könntest du oder jemand der Mitreisenden noch eine Frage beantworten?:
    Wie schätzt ihr die notwendige Belastbarkeit ein? Werde Ende 40 sein, nicht unsportlich, aber halt nicht mehr 20… 😉 Wie war die Altersstruktur eurer Gruppe?
    Behalte(t) die Reise noch lange in Erinnerung!
    Gruß, Frauke aus Hamburg

  2. Andrea

    Liebe Frauke, gute Kondition ist schon wichtig, das ist aber keine Frage des Alters, ich bin 45. Höhenmeter sind hart auf diesem Geröll, weil man immer zurückrutscht. Dann kommt die Höhenluft dazu, das verträgt nicht jeder. Hast Du Erfahrung mit Bergsteigen in den Alpen? Umkehren ist am Rinjani kein Problem, es ist auf jeden Fall ein Riesenerlebnis und Made passt gut auf alle auf! Die Radtouren sind dagegen easy.
    Alles Gute!
    Andrea

  3. Martin Lau

    Hallo Andrea,
    vielen Dank für Deinen Bericht.
    Kannst Du mir einen Tipp geben, wie viel Devisen Du vor Ort gebraucht hast ?
    Ich gehe nächste Woche auf die Tour.
    LG, Martin.

  4. Bettina

    Hallo an alle,
    habe die Reise Bali und Java im letzten November gemacht und war total enttäuscht. Habe selten einen so unprofessionellen Reisleiter erlebt, der keine Ahnung hat, wie ein Berg von oben aussieht und welche Temperaturen dort herrschen. Die Begrüssung war: Hallo ich bin Paul und hier sind Eure Zimmerschlüssel und in der Richtung liegt der Strand…. und tschüss!
    Das einheimische Begleitteam war sehr nett, hat aber auch etwas unter der mangelnden Koordination gelitten.
    Das Beach Hotel in Sanur ist ein riesengrosser etwas heruntergekommener Kasten, wo immer wieder auch grosse Konferenzen stattfinden. Nicht gerade so die Umgebung, die man sich für einen Badeurlaub wünscht. Beach und Hotelgarten sind schön, aber die Hütten könnten eine Grundsanierung gebrauchen. Es gab auch viele interessante Elemente und schöne Situationen, aber wie gesagt, ein völlig überforderter Reiseleiter, der eigentlich nur seine Pülverchen und esoterische Fähigkeiten verkaufen wollte. Muss leider abraten….

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