2. August 2010

Froschurlaub auf Samos vom 05.07. – 12.07.2010

Reisebericht von Alexandra Babeliowsky (babeliow at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Helen Yolanda auf Samos, Griechenland

Schon der Blick aus dem Flugzeug heraus bestätigte mir, dass Samos zurecht als „eine der grünsten Inseln in der Ägäis“ […] mit einer „abwechslungsreichen Vegetation“ (Dumont) bezeichnet wird. Wenn man mich fragen würde, was ich nun mit Samos verbinde, dann denke ich an Kieselsteinstrände, Olivenbäume, Berge, Retsina (ein samiotischer Wein, der irgendwie nach einer Mischung aus Schimmel und Portwein schmeckt) und Waldbrände. In der Tat ist die Befürchtung, dass sich die Waldbrände wie im Jahr 2000 wiederholen, spürbar. Am Rande der Orte stehen Feuerwehrautos, die rund um die Uhr besetzt sind.

Kokkari ist ein kleiner Ort an der Nordküste, der zwar auf Tourismus eingestellt ist, in dem aber viele Einheimische anzutreffen sind. Überhaupt scheinen sich die Bewohner nicht aus ihrem unter anderem von der Hitze bestimmten Rhythmus bringen oder in ihrer Gemütlichkeit stören zu lassen. Daher werden die Ladenöffnungszeiten auch ganz flexibel gehandhabt.

Mit dem Ansteigen der Temperatur auf 25 Grad setzt wie auf Knopfdruck das Zirpen der Grillen und Zikaden ein. Da die Temperaturen auch am späten Abend nicht unter diesen Punkt fallen wird das Einschlafen oft vom Gesang der Grillen begleitet. Die Investition in eine Klimaanlage auf dem Zimmer lohnt sich im Juli auf jeden Fall.

Meine erste Wanderung startete ab Platanakia, dorthin fuhren wir mit dem Bus. Durch das sogenannte Nachtigallental gingen wir halb im Schatten, halb in der Sonne nach Manolates durch Wälder und an Weinterrassen vorbei. Wir kehrten bei  „Louka“ ein. Die Teamerin empfahl  mit Reis gefüllte Zucchiniblüten. Eine gute Wahl, lecker!

Manolates ist ein malerisches Örtchen. Man kann dort oben an netten Geschäften und Ateliers vorbeischlendern, die Schmuck oder Keramikartikel herstellen. Auf dem Rückweg machten wir an der beliebten  Eisdiele in Ampelos Halt. Das Eis schmeckt spektakulär. Außerdem findet man dort Süßigkeiten  in allen Formen und Farben. Sehr verlockend.

Die zweite Wanderung hätte ich gerne mitgemacht. Der mehrmalige Hinweis, dass der Weg zu 95 % in der prallen Sonne liegt, schreckte mich dann doch ab.

Es lohnt sich auch eine Biketour nach Karlovassi. Der Weg führt bergauf und bergab wie in Sinuskurven über die Hauptstraße immer an der Küste entlang, so dass man sich mit einem gelegentlichen Blick aufs türkisblaue Meer bei Laune halten kann. Hinter Karlovassi biegt man links zu den Wasserfällen von Potami ab. Der Ausflug ist schon ein wenig abenteuerlich.

Bevor man zum „Einstieg“ zum 1. Wasserfall kommt, geht man an einem Bachlauf entlang durch einen Wald, teilweise mutet es wie im Urwald an, nur ohne Affengeschrei, dafür mit Grillengezirpe. Ein schöner Weg. Dann geht es nur noch im Wasser weiter, (Wasser-) Schuhe anzubehalten ist nicht schlecht , da der Untergrund uneben und steinig ist. Am besten packt man die Badehose ein, denn teilweise muss man schwimmen. Nach ca. 40m gelangt man zum ersten Wasserfall, er ist kleiner als man ihn sich so vorstellt. Den Fels muss man hochklettern und überwinden, um zum zweiten Wasserfall zu gelangen. Mit Hilfe eines Seils zieht man sich dort am Felsen hoch. Der Rückweg führt über eine nicht sehr Vertrauen erweckende Holztreppe, zusammengezimmert aus unzähligen Holzbrettern und Nägeln, die teilweise lang herausragen. Ich weiß nicht was gefährlicher ist, sich am Handlauf aus dicken Baumästen festzuhalten oder nicht….

Am nächsten Tag machten wir abwechslungshalber eine Tour mit dem Jeep durch die Berge über Geröllwege. Mario machte die Fahrer fachkundig mit der Handhabung der Wagen vertraut und mahnte mit abschreckenden Anekdoten über „geschrottete“ Autos zu einer ordentlichen Fahrweise. Das beherzigten alle Teilnehmer auch ganz „selbstständig“ (eines der Schlagwörter von Mario). Sobald die Staubwolken sich wieder verzogen haben, sieht man schöne Berghänge, Olivenbäume, Kiefernwälder aber auch die Spuren der letzten Waldbrände. Wir machten einen Zwischenstopp im Bella Vista. Den Namen hat das Restaurant bei dem traumhaften Ausblick aufs Meer wohl zu recht. Der war so gratis wie die leckeren Antipasti, für die wir dem Wirt mit einem großzügigen Trinkgeld dankten.

Abends spülten wir den Staub mit einem kalten Mythos-Bier in der Odyssey-Bar am Long Beach herunter. Dort ist es gemütlich, und es läuft gute Musik. Obwohl man eine Sportreise gebucht hat, wird man wohl eher mit ein paar Pfunden mehr nach Hause kommen, weil es zahlreiche Tavernen gibt in denen man die griechische Küche genießen kann.

Mountainbikefahren und Wandern, auf die Idee kommen anscheinend nur die „Frösche“. Bei der Hitze zog es die meisten Urlauber an die zahlreichen Kieselsteinstrände und Badebuchten.

Eine Alternative wäre ja auch die Bootsfahrt nach Ephesos (Türkei) gewesen, um außer Natur noch ein Stück Kultur im Programm zu haben. Allerdings erschien mir nach der 2 ½  stündigen Anreise zwei Stunden Aufenthalt zu kurz um die zahlreichen Tempelruinen in Ruhe zu besichtigen.

Da Samos eine kleinere Insel ist, kann man auch in einer Woche schon viel erkunden und einen guten Eindruck von der Insel und ihren gastfreundlichen Bewohnern bekommen.

Auf dem Heimweg gehört auf jeden Fall als Mitbringsel der Pythagorasbecher ins Gepäck. Pythagoras wollte seinen Schülern Bescheidenheit lehren. Wenn man den Becher bis zur Linie füllt, kann man ohne Probleme daraus trinken. Gießt man allerdings den Becher zu voll, steigt in dem Röhrchen im Zylinder in der Bechermitte der Wasserstand bis die Flüssigkeit überläuft. Dann entleert sich der ganze Becher durch ein Loch im Becherboden. Die Moral von der Geschichte: Wer zu gierig ist kann alles verlieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.