27. November 2011

Heißer Oktober in Conil

Reisebericht von Carsten Horn (carsten.horn at googlemail.com)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Diufain in Conil, Andalusien

Zur Erholung nach durchgearbeitetem Sommer und weil der ebengleiche deutsche seinem Namen zumeist nicht gerecht wurde, wollte ich Anfang Oktober noch einmal in die Sonne. Die Kriterien waren: Möglichst hohe Temperatur, Sonnengarantie, überschaubare Gruppengröße und Meer bzw. Strand. Unter den Froschzielen kamen damit mehrere in Frage. Letztendlich fiel die Wahl dann auf Conil, weil dort auch Wellenreitenkurse angeboten werden. Das wollte ich schon länger ausprobieren. Im Rheinland ist das schwierig.

Los ging es an einem Freitag. Nach einer hastigen Packaktion am Vorabend kam mein Taxi um 4 Uhr (morgens!). Kaum durch den Sicherheitscheck sah ich schon diverse Gruppen mit Mottoshirts am Leib und Bierdosen in der Hand. Das war meine Gesellschaft auf dem ersten Teilflug nach Mallorca. Diese lustigen Gesellen wurde ich auf dem Weiterflug nach Jerez los. Dort angekommen, kam mein Gepäckstück als erstes. Entsprechend früh verließ ich die Ankunftshalle und schaute mich zuerst vergeblich nach einem Menschen mit Frosch-Schild in der Hand um. Nach wenigen Minuten tauchte jedoch ein Taxifahrer auf und kurz danach auch sechs andere Frösche mit denen ich gemeinsam zum Taxi geführt wurde. Die Fahrt nach Conil dauerte etwa eine Stunde und erste Blicke auf das andalusische Hinterland waren möglich. Im Hotel angekommen wurden wir freundlich von Teamerin Melanie (im weiteren Verlauf: Melli) empfangen, die uns erst beim Empfang der Zimmerschlüssel unterstützte und dann durchs und ums Hotel führte, so dass wir alle neuralgischen Punkte bereits kannten. Ich hatte Glück und war allein auf meinem halben Doppelzimmer, so dass ich mich ausbreiten konnte. An diesem ersten Tag stellte einer der vorherrschenden Winde genannt Levante sich gleich gewaltig vor. Dadurch war es im Schatten unangenehm kühl und für ein Nickerchen traute ich mich noch nicht in die Sonne. Das Hotel ist überschaubar und fügt sich gut in die Landschaft ein. Der Garten ist mit Gras bewachsen, dass sich auf den ersten Schritt irritierend federnd anfühlt. Das Lauf und Liegegefühl ist aber sehr angenehm. Der Pool war überraschen groß und die ganze Anlage machte einen unaufdringlichen Eindruck.  Am Abend um 18 Uhr wurde uns das prall gefüllte Programm vorgestellt, Biketouren, Wanderungen, Stadtausflüge, Joggen, Strechtching, uvm. Das Programm wurde ausgedruckt als Handzettel ausgehändigt und hing zusätzlich an der Infotafel. Dazu gab es noch eine Restaurantliste für die freien Abende, eine Liste mit Geschäften, Apotheken usw., eine kurze Historie von Conil und — sehr nützlich — eine Vokabelliste. In Conil spricht nämlich kaum jemand Englisch geschweige denn Deutsch. Sobald man sich abenur ein wenig Mühe gibt, sind die Menschen sehr freundlich und die Verständigung klappt immer irgendwie. Direkt im Anschluß gab es die obligatorische Bikeeinweisung. Ein tolle Idee, dies schon am Abend zu machen. So konnten wir die Räder noch an diesem Abend bzw. früh am nächsten Morgen zum Einkaufen und ersten Erkunden der Gegend nutzen. Bike-Teamer Tim  vermittelte mir noch ein Festbike, obwohl ich das im Internet nicht mehr hatte buchen können. Gegessen wurde im Hotel. Das Essen war ok aber nicht überragend. Die Getränke wurden direkt im Anschluss abgerechnet. Zum Hotel gehört eine kleine Poolbar, die am Welcome- und Farewell-Abend jeweils exklusiv durch die Teamer geöffnet wurde. Aufgrund der kleinen Gruppengrößen, bei mir 15 Personen in der ersten Woche und 20 Personen in der zweiten Woche, muss man ein bisschen Glück haben, damit auch Stimmung aufkommt. Ich hatte Glück!. Schon am ersten Abend gelang das prima. Trotz des langen Tags der neuen Frösche wurde es ein prima Abend. Der Levante machte sich allerdings nachts durch lautes Pfeifen bemerkbar.

Trotz wenig Schlaf wurde ich am nächsten Morgen durch die strahlende Sonne recht schnell munter. Zur Einstimmung gab es eine Wanderung die Steilküste entlang, bei der uns Wander-Teamerin Melli die Pflanzen am Weg benannte und deren Besonderheiten zeigte, z.B. “spuckende Gurken”. Am Meer hat Conil wirklich viel zu bieten. Ein laaaanger Sandstrand, an dem man über 13 km entlanglaufen kann. Dann ist man allerdings streng genommen nicht mehr in Conil. Direkt vor Conil aber geht dieser Sandstrand dann in eine wunderschön gelb, rot und braun gefärbte Steilküste über.  Am Fuße diese Steilküste kamen wir wanderten wir zurück. Nach einer kurzen Pause am Pool ging es weiter mit der Aktivitätsspirale, denn es folgte die Bike-Schnuppertour auf der Tim uns gleich über Schotterwege führte und anschließend noch eine Rad-Stadt-Führung machte. Wieder im Hotel hieß es umziehen und ab in die Stadt zum gemeinsamen Abendessen. Auf dem Programm stand eine Tapasbar. Es wurden alle satt, aber die Speisen begeisterten weder die alten noch die neuen Frösche. In der zweiten Woche war diese Bar vom Programm gestrichen. Die “Alten” stellten uns außerdem in Aussicht, dass der zweite gemeinsame Restaurantbesuch ein deutlich besseres Niveau haben werde. Wir zogen noch durch diverse Bars aber bei mir kam dann die Müdigkeit voll durch.

Am Sonntag erklommen wir den sog. Mt. Conil als Einsteigertour. Vor diesem “Berg” muss wirklich niemand Angst haben. Zurück ging es über die Steilküste. Der Jahreszeit und den Abendveranstaltungen angemessen startete die Tour um 11 Uhr. Sehr weitsichtig geplant!  Den Zwischenstopp an einer malerischen Strandbar dehnten wir etwas aus und schafften es daher nicht mehr ganz pünktlich zum Strechting zurück. Teamerin Melli wartete aber auf uns, so dass auch die Biker noch das voll Strechtprogramm mitbekamen. Am Nachmittag kollidierte Melli beim Bodysurfen mit einem Felsen und schnitt sich dabei tief ins das Knie und riss sich einen Zeh auf. Trotz Krankenhausaufenthalt mit Naht und und dickem Verband um den nahezu in Fetzen hängenden Zeh vernachlässigte Sie auch in den folgenden Tagen Ihre Aufgaben kaum. Am Abend gingen wir als geschlossene Gruppe inkl. des Teamer Tim in ein marrokanisches Restaurant in dem es neben marrokanischen Gerichten auch Tapas und sehr leckeren Weisswein gab. Schlussendlich fand dann noch jeder etwas auf der Karte. Ich habe selten so lecker gegessen. Am Ende des Mahls war einfach kein Nachtisch mehr drin, d.h. es war keine Nische mehr frei im Magen. Es wurde viel gelacht. Ein toller Abend. Zurück im Hotel gab es dann knapp vor 24 Uhr noch ein Getränk von der Hotelbar als Absacker. Dies sollte zur Tradition werden.

Am Montag schwang ich mich wieder aus Rad. Auf dem Programm stand eine ***-Tour (gesprochen “Drei Sterne”). Wir fuhren auf Feldwegen und Pisten, also spanischen Straßen der Kategorie 3, durchs Hinterland und bewunderten wunderschöne Landschaft und Stierfarmen. Diese Tour war noch für jeden zu schaffen und die Gruppe wartete jeweils geduldig auf Nachzügler. Nach einem Ziel-Bier im Hotel besuchte ich das Meer. Noch immer herrschte heftiger Wind und heftige Wellen brandeten an den Strand. Schwimmen war fast unmöglich und als ich aus dem Wasser kam hatte sich an meiner Strandtasche bereits eine kleine Sanddüne gebildet. Um 18 Uhr stand dann Joggen am Strand auf dem offiziellen Programm. Ein tolles Gefühl. Der Strand ist an der Wasserlinie hart genug um dort auch mir Schuhen normal zu laufen. Am zweiten freien Abend war schloss ich mich einer kleinen Gruppe inkl. Teamer an. Es ging zu einem Italiener, der extra für uns noch einmal seinen Innenhof mit Tischen bestückte. Es war wieder lecker und wir tranken den gleichen Wein weiter mit dem wir schon am Abend vorher eine lustige Zeit verbracht hatten. Nächstes Ziel war die Atalaya Bar, die in einem Park in Conil liegt und von deren Terasse man einen ungetrübten Blick aufs Meer hat. Nachdem eine weitere Flasche Wein geleert war, zog es mich zurück ins Hotel. Dort waren saßen auf dem Patio noch einige Mitreisende von denen ich mich zu einem letzten Getränk überreden ließ. Der Levante ließ langsam nach und so schlief ich auch schon besser.

Am nächsten Morgen stand die Königsetappe der ersten Woche an. Es ging durch den Nationalpark nach Vejer. Diesmal waren schon einige ordentliche Steigungen dabei. Das Gelände war für nicht gänzlich ungeübte Fahrradfahrer meiner Einschätzung nach immer noch gut zu bewältigen. Teamer Tim war am Vorabend bis zuletzt tapfer bei der Gruppe in der Atalya Bar geblieben und verspätete sich um 10 Minuten zum Tourstart. So war es schon wieder ein wenig wärmer. Auf die Fahrt durch den Nationalpark folgte ein konkurenzlos guter Hamburger (mit Spiegelei) in Vejer und dann eine reine Spassabfahrt den Berg hinab. Das Abendessen nahmen wir im Casa Manolo ein. Es gab neben anderen leckeren Dingen Shrimps in Knoblauchöl. Die Ölreste löffelte ich aus der Schale! Im Anschluss ging standen Cocktails in der Jacaranda Bar auf dem Programm. Der Barkeeper und Eigentümer macht außergewöhnlich gute und gehaltvolle Mojitos. Das habe ich an diesem Abend ausgiebig getestet und das nicht zum letzten Mal.  Am nächsten Morgen ging es mit dem Rad nach Cap Trafalgar. Die Tour war für jedermann geeignet und enthielt kaum Steigungen und nur wenig Schotter. Ich oute mich an dieser Stelle als historisch ungebildet. Bis wir am Cap standen ging ich von einer zufälligen Namensgleichheit zwischen dem Cap und dem Platz in London aus. Dort lernte ich dann aber von Gedenktafeln und aus der Erzählung von Tim, dass sich die legendäre Schlacht bei der Nelson gewann aber tödlich verwundet wurde vor der Küste von Andalusien abgespielt hatte. Auf dem Rückweg besuchten wir — keine große Überraschung — noch eine schöne Tapas Bar mit Blick aufs Meer. Am Abend wurde gemütlich auf dem Fitnessplatz hinter dem Hotel gepicknickt. Es gab leckeren Käse, Schinken, Tomaten, Brot, Oliven und Schokolade. Ein einfaches aber tolles Mahl. Im Oktober kühlt es nach Verschwinden der Sonne erschreckend schnell ab, so dass wir gegen 22 Uhr auf die Veranda des Hotels umzogen und den Abend dort gemütlich ausklingen ließen.

 

Die erste und für einige der Mitreisenden auch einzige Woche neigte sich bereits dem Ende zu. An diesem Morgen schwang ich mich für eine kurze Tour allein aufs Rad und schaute mir den Strand im nahe gelegenen El Palmar genauer an. Dort fand ich dann auch einen Tobacco-Laden, in dem ich — normalerweise Nichtraucher — Zigarillos für die abendliche Abschiedsparty mit dem festen Vorsatz, auf keinen Fall mehr als fünf davon am Abend zu rauchen, kaufte. Pünktlich zum vormittäglichen Wellenreiten war ich wieder zurück im Hotel. Der Surf-Lehrer Ramon holte drei von uns am Hotel ab. Leider gab es an diesem Tag nur wenige und sehr niedrige Wellen. Zu zweit nahmen wir dann die Wellen in Angriff. Ich hatte meine erste Stunde und eine Mitreisende hatte Ihren letzten Urlaubstag. Nach aufwärmen und einigen Trockenübungen ging es dann ins Wasser. Ich musste feststellen, dass ich bin kein Naturtalent bin und die Wellen doch eine sehr niedrige Frequenz hatten, so dass ich zwischen den geeigneten Wellen ziemliche Wartezeiten hatte. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Zurück im Hotel ging es an den Pool und danach noch einmal Joggen. Gegessen wurde an diesem Abend zum Abschluß im Hotel. Anschließend startete die Farewellparty an der Poolbar. Diese wird von den Teamern in Kommission fürs Hotel betrieben und an diesen Abend war die Bar um 4 Uhr leider (oder vielleicht auch zum Glück?) trocken und das obwohl wir eine relativ kleine Gruppe waren. Die Party war so gut, dass wir uns den ganzen nächsten Tag noch Gedanken um das Verhältnis zum Hotelbetreiber machten. Wie sich herausstellte hatte es aber nicht gelitten. Der Wechseltag stand an. Zeit sich schweren Herzens von den Abreisenden zu verabschieden und die neuen Gäste genau unter die Lupe zu nehmen. Nach nur wenig Schlaf ging es zum freitäglichen Klamottenmarkt. Wenn man keine Lebensmittel, z.B. Oliven kaufen möchte, dann kann man sich diesen Spaziergang meines Erachtens ruhig sparen. Zurück im Hotel gab es ein Bocadillo und dann Ruhe am Pool bis Abends die Wochenvorschau mit anschließender Bikeeinweisung folgte. Da Anreisetag war stand wieder Essen im Hotel auf dem Plan. Pünktlich zum Essen erscheinend musste ich feststellen, dass drei der neuen Gäste bereits angefangen hatten zu speisen. Des Rätsels Lösung war ein deutsches Länderspiel. Nach einem hastigen Mahl verschwand ein Teil der neuen Gäste auch sofort, so dass die Welcome-Party ohne diese startete. Zwischen tauchten diese wieder auf, doch die Party endete mit den zwar partyerprobten aber auch unter starkem Schlafentzug leidenden Alt-Fröschen.

Für den nächsten Tag hatte ich mir eine Individualtour vorgenommen. Auf dem Weg solte eine Einkehr bei der Bar möglich sein, in der es in der ersten Woche den fantastischen Hamburger gegeben hatte. Zwei der neuen Frösche hatten sich mir angeschlossen. Die Strecke war anhand der Erklärung des Bike-Teamers Tim zusammen mit der zur Verfügung gestellten Karte prima zu finden. Hervorzuheben ist die fantastische Abfahrt vom Kamm, auf dem Vejer liegt, hinunter an die Küste. Nach einer Kurve blickt man völlig unerwartet aufs Meer und den Turm von Cap Trafalgar. Vor Staunen vergisst man fasst zu bremsen. Pünktlich zur Schnuppertour waren wir wieder am Hotel. Statt wieder die erste Tapas Bar aus der letzten Woche aufzusuchen hatten die beiden Teamer umorganisert und es ging diesmal beim ersten Inklusivessen bereits in die Casa Manolo. Durch einen glücklichen Zufall saßen mir zwei Fischverächter gegenüber, so dass mein Anteil an den schon erwähnten Shrimps, dem einzigen gleichen Bestandteil des Menus, größer war. Offensichtlich hatte der Besitzer sich mein Gesicht gemerkt, denn er machte gar nicht mehr den Versuch, das Knoblauchöl vom Tisch zu entfernen nachdem alle Shrimps bereits vertilgt waren. Nach einem Zwischenstopp mit Mojitos gingen wir dann noch in die Glühwürmchen-Bar. Diese wurde von uns so getauft, da man von allen Seiten mit kleinen farbigen Punkten angestrahlt wurde. Irgendwann zeigte sich dann doch der Schlafmangel aus den vorangegangenen Tagen. Vor dem Hotel dauerte der Abend dann doch wieder bis 4 Uhr.

Am nächsten Morgen ging es wieder aufs Rad. Durch einen kleinen Nationalpark in der Nähe fuhren wir zu der von der Vorwoche schon bekannten Strandbar. Diesmal sparte ich mir einen Snack, der mir beim vorherigen Mal doch arg auf dem Magen gelegen hatte. Zurück ging es wieder über die malerische Steilküste. Die Tour war wieder prima für Anfänger geeignet. Im Ziel, d.h. am Hotel war diesmal sogar noch Zeit für das inzwischen traditionelle Finisher-Bier bevor es zum Streching ging. Um die Muskeln endgültig zu lockern und die Siesta zu erleichtern gab es dann noch ein Streching-Finish-Bier. Die Frontterasse des Hotels war einfach zu gemütlich. Auf dem Weg zum Abendessen versuchten wir noch den Sonnenuntergang am Strand zu sehen, doch wir warenzu spät dran bzw. unterschätzten die Geschwindigkeit mit der die Sonne “im Meer versinkt”. An diesem Abend zeigte sich auch, dass die Saison in Spanien nun endgültig dem Ende zuging. Der o.a. Marokkaner hatte nämlich bereits geschlossen. Wir waren wieder fast als ganze Gruppe unterwegs und fanden als Ausweichmöglichkeit den auch bereits o.a. Italiener, bei dem wir zuvorkommend bedient wurden und genüsslich speisten. Nachdem ein Teil der Truppe schon draußen auf der Straße stand gab es für die Gemütlicheren unter uns im Inneren noch einen Limoncello. Nach einem Absacker in der Antalya Bar mit Bilck aufs dunkle Meer, kehrten wir zurück ins Hotel.

Mein erster und einziger Kulturtag folgte auf dem Fuße. Mit zwei Mietwagen und mir als Navigator neben Teamerin Melli im ersten Wagen ging es los Richtung El Puerto de Santa Maria. Dort wartete die Osborne Sherry Brennerei auf uns. Vor dem Besuch der Brennerei pünktlich zur deutschen Führung um 12:30 Uhr hatten wir noch fast eineinhalb Stunden Zeit uns die Stadt anzusehen. Diese wirkte an einigen Stellen schon ein wenig verfallen, hatte aber Ihren ganz eigenen Charme. Historisch Interessierten, die Details der Geschichte  der zur Besichtigung empfohlenen Gebäude erfahren möchten, empfehle ich vorher ein wenig zu recherchieren. Im Hotel gibt es WLAN kostenfrei und einen Internet PC,der gegen geringes Entgelt zu benutzen ist. Die vor Ort verfügbaren Infos sind spärlich. Die Führung bei Osborne wurde durch einen imposanten wenn auch etwas reißerisch aufgemachten Info- bzw. Werbefilm eingeleitet. Die eigentliche Führung war dann spannend und interessant. Bei der folgenden Verkostung wurden nicht nur Gläser, sondern sogar Flaschen zum Nachfüllen auf den Tisch gestellt. Teamerin Melli rettet mich hier indem Sie Ihren für sich mitgebrachten Snack mit mir teilte. So hatte ich zumindest ein kleine Grundlage. Außer den beiden Fahrern, Melli der Teamerin und einer Gästin, waren nach der Probe alle ein wenig angeheitert. in Cadiz wurde erst etwas gegessen. Dabei ließen wir uns Zeit, so dass die Besichtigung von Cadiz ein wenig zu kurz kam. Trotzdem bekam man einen guten Eindruck von der Stadt. Als krönenden Abschluss des Tages besuchten wir noch die „Camera Obscura“. Ein tolles Erlebnis, dass ich nur weiterempfehlen kann. Ich bin bis heute nicht sicher, ob wir auf dem Rückweg nicht einen Umweg gefahren sind. Sollte das so sein, war es ein geschickter Umweg, denn wir hatten geschätzte 20 Minuten lang einen tollen Blick auf den Stadtstrand mit Kitern und Surfern. Im Hotel hatten wir am Abend Schwierigkeiten noch eine Möglichkeit für ein Abendessen zu finden. Die noch offenen Restaurants waren alle voll. Der Kulturtag hatte mich mehr mitgenommen, als die vorhergehenden Aktivttage, so dass ich mich diesmal richtig früh verabschiedete.

Dadurch war ich am nächsten Morgen zur „Königsetappe“ nach Medina Sidonia auch halbwegs ausgeschlafen. Die Tour war im Programm mit der Höchstwertung von ***** bewertet. Mit sieben Jungs zogen wir ein wenig verspätet los. Das Durchschnittstempo der Tour war höher als bei den vorhergegangenen und die Pausenfrequenz niedriger. Zum Abschluß der ersten Hälfte erfolgte dann der malerische aber auch steile Aufstieg nach Medina Sidonia. Dort angekommen genossen wir in aller Ruhe auf dem zentralen Platz Tapas, Softdrinks und Kaffee. Während des Rückwegs machte sich dann die Sonne bemerkbar. Der Flüssigkeitsverbrauch stieg dramatisch an und die Gruppe verteilte sich bis dann am Horizont „die Wand“ auftauchte, eine gar nicht so lange Steigung der Piste auf der wir fuhren, doch im Windschatten des Hügels bei direkter Sonneneinstrahlung, bei 35 Grad im Schatten und nach ca. 60 km auf und ab hatte es auch dieser Hügel in sich. Es kamen jedoch alle ohne abzusteogen oben an und so ging es dann zurück Richtung Hotel und „Grande Cerveza“! Da der folgende 12.10. ein spanischer Nationalfeiertag ist und wir wieder Picknicken wollten, ging ich noch einkaufen und vermied dabei ungeschickterweise nicht die Frontterasse des Hotels auf der ich diverse Aufträge für Besorgungen –natürlich völlig freiwillig — entgegennahm. Das Inklusivabendessen gab es wieder im Casa Manolo. Obwohl wir zum dritten Mal dort waren, wurde es nicht langweilig. Außerdem gelang es mir wieder zusammen mit einer Mitreisenden die Knoblauch-Shrimp-Reste in unsere Richtung zu dirigieren. Fast automatisch führte uns der Weg von dort in die Jacalanda Bar zu diversen grandiosen Mojitos und Legendarios. Zurück im Hotel saßen wir dann in recht grosser Gruppe noch länger vorm Hotel, auch das hatte inzwischen Tradition, und quatschten mal wieder bis in den frühen Morgen.

Am späten Vormittag ging es für mich noch einmal zum Wellenreiten. Diesmal waren die Wellen besser geeignet. Ein überragendes Erfolgserlebnis blieb leider auch an diesem Tag aus, was nicht an den Trainern lag, die wirklich hervorragend betreuten. Irgendwann werde ich wieder auf ein Board steigen und das erworbene anwenden. Wegen des Nationalfeiertags war das Programm umgestellt worden, so dass die Tour nach Cap Trafalgar am Nachmittag stattfand. Das war toll. Vor dem Cap spiegelte sich die Sonne wunderschön im Wasser und in der angelagerten waren viele Kiter unterwegs. Als I-Tüpflechen war aufgrund der klaren Sicht auch noch Afrika, genauer gesagt Marokko, zu sehen. Ein tolles Erlebnis! Es hatte sich wirklich gelohnt, die Tour ein zweites Mal zu fahren. Abends wurde wieder gepicknickt und jeder steuerte etwas bei. Köstlich und lustig war es. Keine große Überraschung: Auf der Frontterasse des Hotels klang der Abend dann gemütlich aus.

Schon stand der letzte ganze Tag des Urlaubs an. Mit einigen Mitreisenden der Vorwoche machten ich eine private Tour zum nahegelegenen Starnd von El Palmar. Die dortigen Wellenreiter packten leider gerade ein, doch in den hohen Wellen zu baden machte trotzdem großen Spaß. Nach einem letzten ausgiebigen Sonnenbad gab es noch einmal leckere Tapas in einer Strandbar zum Abschied. Schweren Herzens sagte ich dem Atlantik und dem Strand Adieu. Die Sonne blieb uns noch ein paar Stunden erhalten. Vor lauter Aktivität war ich bis zu diesem Abend nicht dazu gekommen in Ruhe einen Sonnenuntergang anzusehen. Das konnte ich dann aber glücklicherweise an diesem Abend auf dem Dach des Hotels noch nachholen und neben dem Genuss auch noch ein paar tolle Fotos schießen. Ein letztes Mal gab es Essen im Hotel, welches eine gute Grundlage für die folgende Party an der Poolbar des Hotels lieferte. Zuerst verhalten beginnend wurde es wieder eine tolle Feier mit leckeren Cocktails, viel Tanz, guter Musik und das ganze bis in den frühen Morgen.

Nach nur 2 Stunden Schlaf folgte schon die erste Verabschiedung um 7 Uhr. Ich wurde mit einigen anderen um 9 Uhr abgeholt, so dass wir immerhin noch in Ruhe frühstücken konnten. Sehr wehmütig verabschiedete ich mich von den noch verbleibenden Mitreisenden und den tollen Teamern Melli und Tim.

 

Mein Resumé:
Es war ein fantastischer Urlaub in dem ich enorm viel frische Luft bekam, so viel gelacht habe, dass es manchmal weh tat und tolle Menschen kennen gelernt habe.

Zu den Wandertouren kann ich wenig sagen, da ich mich aufs Radfahren konzentrierte. Allerdings hatte ich durch Hörensagen den Eindruck, dass diese landschaftlich beeindruckend aber konditionell zumeist nicht besonders herausfordernd waren. Wer in diesem Bereich gefordert werden möchte ist in Conil vielleicht falsch. Bei den angebotenen Radtouren ist für jeden etwas dabei. Bis auf die schwersten Touren der jeweiligen Wochen kann jeder mit durchschnittlicher Kondition die Touren mitfahren. Die schweren Touren wiederum machten auch sportlichen Fahrern Spaß.

Für Oktober war das Wetter (bis zu 35 Grad) den Einheimischen zu Folge besonders warm. Im Sommer soll es aber auch nahezu unerträglich heiß werden.

Ein großer Teil des Charmes dieses Urlaubs machten für mich die Teamer und einige der Mitreisenden aus. Da Conil ein “kleines Ziel” ist, spielte da auch Glück eine Rolle. An dieser Stelle noch einmal ein großes DANKE!

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