30. Juli 2013

Ihr seid Frosch – We love it

Reisebericht von Thomas Lingner [thomas.lingner at gmx.de]
FROSCH Reiseziel Sportclub „Il Tempio“ in Marina di Casal Velino, Italien

Die meisten Reiseberichte, die man hier so findet, haben das Reiseziel, das Wetter oder die vielfältigen Möglichkeiten vor Ort im Fokus. Über das soll hier auch geschrieben werden, im Mittelpunkt steht aber etwas anderes. Der Titel lässt da etwas erahnen.
Doch der Reihe nach. Es fing am Flughafen in Deutschland schon fast gar nicht an. Der Flieger war defekt und wir warteten 2h auf ein Ersatzteil aus Hamburg. Als wir dann aber mit Teamerin Nora in Neapel im Bus nach Casal Velino saßen, war das schon wieder vergessen. Die Ankunftszeit im Hotel sollte so gegen 23.30h sein und die Hoffnung auf etwas Essbares hatten alle schon aufgegeben. Der Rest der 90 neuen Frösche für die nächsten 2 Wochen war wohl schon am Schlafen, wir wurden derweil von den Teamern Janine und Mareike empfangen und konnten noch ein warmes, leckeres italienisches Abendessen geniessen. Dann Kurze, präzise Ansagen von Mareike zum was, wie, wo und wann – die wurden von vielen wohl schon aufgrund der späten Stunde überhört, bis die Ansage mit der Frühstückszeit kam. 8.00 – 9.30h!
Hoppla, da hatten wir wohl etwas überhört, schliesslich war dies ja eine Familienreise! Aber das Zeitfenster wurde bestätigt – unser 12 jähriger Sohn war schon mit anderen Dingen beschäftigt – ob es hier wohl W-Lan gibt? Und morgen um 9.30h gäbe es dann die Welcome Ansage beim Lido (das Strandrestaurant), wo sich alle Teamer mit ihren Aktivitäten vorstellten. Klasse, dachte ich, da wird es morgen erst einmal nichts mit Ausschlafen.

Welcome
Ausführlich haben uns dann Nora & Maria (Kinder- und Jugendprogramm), Janine & Mareike (Biken, Fitness, Volleyball & Sonstiges), Max (Wassersport mit dem Partner Blue Soul), Ronja (Ausflüge und Tagestouren) und die gute Seele Nina (Organisation & Wandern) ihre Aktivitäten vorgestellt, Zeiten für Einweisungen genannt und daran erinnert, das man sich abends um 19.30 Uhr jeweils für den nächsten Tag für diverse Aktionen anmelden muss.
Meine Frau war ein wenig verstört. Warum muss man eine 20 min Einweisung zum Fahrradfahren machen? Sind die Dinger gefährlich oder gar unsicher?
Danach waren wir erst einmal damit beschäftigt unseren weiteren Tagesablauf mit den Stundenplänen der Teamer zu koordinieren. Am liebsten alles Gleichzeitig machen ging ja nun mal nicht.

Das Hotel
Das „Il Tempio“ liegt direkt am Strand. Die Zimmer mit Meerblick sind genial. Schon morgens hat man einen herrlichen Blick aufs Meer. Direkt davor das Beachvolleyballfeld, so dass man zu den abendlichen 18 Uhr Spielen (unter Fröschen, mit und manchmal auch ohne Kinder, mit oder manchmal auch gegen Italiener) nie zu spät kam, es sei denn man war gerade noch mit dem Bike unterwegs, wollte mit ein paar anderen Fröschen was dichten oder hatte auch einfach mal keine Lust auf Ball.

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Ein Stockwerk höher war der Pool. Hier gab es morgens bei herrlicher Aussicht ein wahrlich italienisches Frühstück. Einziger, aber extremer Mangelpunkt war der ungenießbare Automatenkaffee. Auch mit den Teebeuteln war es nach ein paar Tagen nicht mehr so dolle. Da blieb nur der Capo und die Latte an der Bar – für 2,50€.
Das Abendessen wurde mit einem Apperitivo am Pool eingeläutet und startete um 20h.

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Dann gab es 4 Gänge italienische Köstlichkeiten, die in eineinhalb Stunden zu unser freudigen Überraschung komplett eingedeckt wurden. Ein Respekt an die Kellner und diese logistische Meisterleistung. Endlich mal keine Schlacht am Buffee! Lediglich die Beilagen und die Salate musste man sich von dort selber holen. Nach 2 Tagen saßen alle 40 Kinder und Jugendlichen an „ihren“ Tischen und die Erwachsenen setzten sich ebenso wie die Teamer mal mit diesen mal mit anderen zusammen. Eine gelungene Abwechselung, bei der man so mit vielen ins Gespräch kam. So bekamen wir dann auch von Teamer Max den Tipp vom Schmugglergang durch den Berg am Ende des Naturstrandes. So etwas hätten wir sonst weder gesucht noch gefunden.

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Wassersport
Unser Schwerpunkt war der Wassersport. Meine Frau und ich haben einen CAT Kurs gebucht, der von David (Blue Soul) geleitet wurde. Ein echter Pfundskerl, mit ihm machten sogar meiner Frau die Kenterübungen nach dem zweiten mal Spaß, obwohl wir beide noch an einem durchgekenterten Jollenkreuzer vor 2 Jahren zu knabbern hatten. Unser Sohn versuchte sich nach dem Schnuppertauchen im Pool (mit Flasche!) am ersten Meerestauchgang. Hier waren insgesamt 11 Kinder ab 12 Jahren dabei. Geleitet wurde es vom Chef der Blue Souler, der eine spezielle Tauchausbildung für Kinder und Jugendliche besitzt. Natürlich kamen alle 11 Kinder mit strahlenden Augen voller Begeisterung von der Ausfahrt zurück.

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Ausflüge
Wer die wünderschöne Amalfiküste, den Vesuv und Pompeji noch nicht kennt, sollte es nicht verpassen an 1, 2 oder auch 3 Tagen hier mal mit Teamer Ronja während eines Tagesausfluges vorbeizuschauen. Aber eins sollte klar sein: Die Amalfiküste ist viel zu schön, um nur einmal und dann auch noch nur bei Tage erkundet zu werden. Wir haben diese einzigartige Küste schon einmal vor Jahren in einem separaten Urlaub (damals noch ohne Kind) kennen und lieben gelernt.

Wandern, Olympia, die Mafia und das Nightlife
Wer das wunderschöne Hinterland im Cilento Nationalpark nicht mit dem Rad, sondern zu Fuß erkunden will, ist bei Teamerin Nina bestens aufgehoben. Bei kleinen netten Geschichten zur Route wurde die Gegend erkundet und manchmal auch der selbstgemachte Mandarinenlikör eines aufgeschlossenen Italieners getestet. Chapeau, besser geht’s wohl nicht. Wer so nicht genug zu sehen bekam, der nahm das Bike mit Janine und Mareike.

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Janine übernahm dabei eher die sportlichen Touren, wo zwar jeder in seinem Tempo, aber doch so schnell wie möglich ans Ziel kommen wollte. Die Frösche auf dem Rad wurden dabei von Janine wie von einem Hirtenhund eingefangen, der insbesondere bei den Bergaufetappen immer für die notwendige Motivation sorgte.
Die Jugendlichen ab 13 durften bei einer echten Crossetappe mit Mareike auch mal ihr Bike kopfüber durch ein Flüsschen tragen. Natürlich ohne die Eltern, sonst wäre es ja nicht so cool.
Am Ende der ersten Woche gab es eine kleine Familienolympiade, bei der die Teamer fast alle Frösche zum gemeinsamen Spiel ohne Grenzen einluden. Wer jetzt noch nicht mindestens die Hälfte der Frösche kannte, hatte die Chance beim abendlichen Mafiaspiel seine Quote zu verbessern. 5 per Los bestimmte Mafiosi aus den Reihen der Gäste und Teamer galt es durch geschickte Anklagen zu enttarnen. Am Ende bekamen alle ihre gerechten Strafen!
Wer auch nach dem Abendessen nicht genug hatte (und davon gab es den einen oder anderen), der konnte bei Open Air Kino, Chillen am Beach, Krökelturnier oder auch den Strandbarparties im Lido noch mal testen mit wie wenig nächtlichem Schlaf man doch in einem Familienurlaub auskommen kann. Ein Highlight war auch die Rock Bar im Ort. Teamer Nina, Nora, Maria und Mareike nahmen sogar die Kids mit hin. In der Bar und für den Weg zurück mussten natürlich die Erwachsenen die Aufsicht übernehmen. Wer lange genug blieb, konnte auch den Gesängen von Teamer Max lauschen, der früher mal in einer Udo Lindenberg Coverband gesungen hat. Uns hat’s gefreut und die Stimme/ung war prächtig.

Fazit
Im Sommer scheint in Italien die Sonne und es ist ab mittags heiss (das wissen wir schon aus Benjamin Blümchen Zeiten), das Essen ist herrlich, Pizza schmeckt jedem Kind und das Meer ist warm. Aber das ist alles weder überraschend, noch schwierig den Gästen zu präsentieren.

Wer aber weis wie anspruchsvoll Jugendliche zwischen 12 und 18 sein können, wie schwierig es ist, sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen ein individuelles, interessantes Programm zu bieten, bei dem sich keiner langweilt, vernachlässigt, überfordert oder übervorteilt fühlt und bei dem die Kiddies sich untereinander genau so gut verstehen wie die Erwachsenen und sich die Teens am Ende von den Teamern mit schwerem Herzen und dem einen oder anderen Tränchen verabschieden, der weiss, wie schwer es ist, genau so etwas zu schaffen.

Chapeau, genau das habt ihr geschafft: Nina, Nora, Maria, Janine, Mareike, Max, David, Ronja Dafür noch einmal ein ganz dickes Dankeschön an Euch.
Für uns war es der erste aber ganz sicher nicht der letzte Urlaub mit Frosch.

Viele Grüße

Familie Lingner

2 Gedanken zu „Ihr seid Frosch – We love it

  1. Joyce

    Liebe Familie Lingner, vielen Dank für Euren Bericht. Eine Frage zu den Wanderungen: Sind Wanderschuhe nötig oder reichen Trekkingschuhe? Am Telefon konnte mir der Mann von Frosch leider keine Antwort geben…

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