7. Oktober 2011

Inselidyll Sipan 2011

Reisebericht von Undine Gallus (undine.gallus at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sporthotel Sipan auf der Insel Sipan in Kroatien

„Auf geht’s, pack ma’s!“
Mit dieser erfrischend bayrischen Pilotendurchsage heben wir in aller Frühe vom Münchner Flughafen mit Ziel Dubrovnik ab. Die Flugzeit reicht gerade für einen Kaffee mit Butterbrezel, der anschließende Transfer mit Bus und Boot dauert mindestens genauso lange. Das Septemberwetter in Kroatien ist schnell beschrieben: sonnig, wolkenlos, 30 Grad. Woran sich auch die ganze Woche nichts ändern wird.

Auf Sipan (sprich: Schipan) legen wir direkt vor dem Hotel an, und erfahren gleich von Teamerin Nina die wichtigsten Anlaufstellen für einen erholsamen Nachmittag: Wir haben die Wahl zwischen einem lauschigen schattigen Olivenhain am Meer, einem sonnigen kleinen Sandstrand,  oder CafĂ©s oder Restaurants unter Palmen. Weiterhin bietet die „City“ Sipanska Luka zwei kleine Supermärkte im Tante-Emma-Laden-Stil, ein Souvenirgeschäft, einen Kunsthandwerk-Schmuckladen, eine Poststelle, einen Briefkasten und einen Bankautomaten. Fertig.
Eine schöne Palmenpromenade, Segelboote, alte Villen, gepflegte und weniger gepflegte Wohnhäuser in verwinkelten schmalen Gassen, Fischernetze, Einheimische auf Getränkekisten sitzend, eine Handvoll Touristen  und mehrere Handvoll Katzen runden das idyllische Bild ab. Wunderbar.

Wer ein Superior-Zimmer mit Meerblick gebucht hat, erhält eine umwerfende Aussicht auf die Bucht und abends auf den Sonnenuntergang. Ein absolutes Postkartenmotiv, den modernen Flachbildfernseher kann man getrost vergessen.

Gleiches gilt für die Restaurant-Terrasse, wo wir beim Abendessen mit dem Begrüßungssekt dem rotgefärbten Abendhimmel über der Bucht zuprosten.
Im Laufe des Tages sind weitere Frösche angereist, sodass die Gruppe diese Woche auf ca. 30 gewachsen ist. Nina bekommt erst gegen Ende der Woche Unterstützung durch Mountainbike-Guide Pascal, bis dahin darf sie unseren Haufen alleine managen.
Was jedoch problemlos klappt, wie zum Beispiel bei der Bike-Schnuppertour über die Insel zum zweiten Ort Sudurad:
Ist der Hausberg erst einmal geschafft, beeindruckt das Inselflair mit Kräuterdüften, Feigenbäumen und Aussicht vom Kirchturm. Einer Erfrischung im Meer sowie im CafĂ© direkt am gemütlichen Hafen darf natürlich nicht fehlen.
Dann erfolgt ein Wechsel – Fahrrad gegen Kajak. Während der Paddeltour lotst uns Nina auch hier in kleine Buchten. Nach teilweise abenteuerlichem „Einparken“ lässt es sich im türkisblauem Meer schwimmen, auf spitzen Felsen in der Sonne sitzen oder von selbigen springen.

Wer nun meint, nach einmaligem Durchqueren der Insel bzw. Durchpaddeln der Hafenbucht bereits alles gesehen zu haben, liegt daneben. Denn die 16 km² Inselnatur bieten weit mehr als nur eine Asphaltstraße zur nächsten Ortschaft.

Entdeckt werden kann dies am besten bei den angebotenen Aktivitäten zu Fuß oder Fahrrad, natürlich aber auch individuell.
Ganz speziell seien hier die beiden tollen Touren abseits der üblichen Wege, sprich: Offroad, erwähnt. Auf schmalen Pfaden und Feldwegen bzw. mitunter überhaupt keinen Wegen ist das Naturerlebnis nochmal so schön!  Inkl. kleiner Andenken von Dornengestrüpp, kantigen Felsen oder Fahrradpedalen…
Aber auch auf geruhsamen Spaziergängen auf dem Pfad an der Bucht entlang entdeckt man immer wieder einsame Buchten unter Oliven und Kiefern für ein Meer- und Sonnenbad.

 

Und sonst? Empfehlenswert ist absolut die Wanderung auf der Nachbarinsel Kolocep. Geniale Küstenpfade schlängeln sich hier durch schattige hohe Kiefernwälder, immer wieder unterbrochen durch malerische Aussichten auf die Felsküste und das blau funkelnde Meer. Über steile Treppen (sofern nicht von umgestürzten Bäumen verbaut) gelangt man hinunter in eine Badebucht, hier stößt man von Zeit zu Zeit auf ein Rudel Felsenfrösche… Am Ende der Wanderung lädt eine schöne Taverne mit Blick über einen kleinen Hafen zu einer  Stärkung ein.

Im abwechslungsreichen Wochenprogramm von Nina wird noch eine Wanderung auf den Berg mit genialem Rundum- und manchmal Delfinblick angeboten.
Oder aber ein kombinierter Kajak- und Mountainbike-Ausflug mit Treffpunkt und Picknick in einer Bucht mit ehemaligem Strandbar-„Mobiliar“.

Am programmfreien Tag bietet sich ein Besuch der Altstadt von Dubrovnik an.
Mehrere Fähren verkehren von Sipan zum Weltkulturerbe, bitter aber empfehlenswert ist der schnelle Katamaran morgens um kurz vor sieben Uhr.
Lobenswert übrigens, dass das Hotel hier ein frühes Frühstücksbüffet anbietet.
Somit kommt man nach 30 minütiger Fahrt  auf jeden Fall den Kreuzfahrtschiff-Touristen zuvor, die im Laufe des Vormittags in großen Herden durch die Straßen geschleust werden und kann in aller Ruhe die Stadtmauer umrunden bzw. noch relativ leere Altstadtgassen entlangschlendern.

Und das Abendprogramm?
Zuerst einmal trifft man sich jeden Abend auf der Panorama-Terrasse vor dem Hotel, genießt den Sonnenuntergang und die lauen Abendtemperaturen, danach dann das umfangreiche Büffet. Neben appetitlichen Vorspeisen und Salaten wird immer eine Suppe sowie ein Pasta- bzw. Risottogericht angeboten. Außerdem Fleisch, Fisch, Gemüse, diverse Beilagen. Alles so viel man möchte. Somit sollten sämtliche Geschmäcker angesprochen sein. Das Dessert wird dann für jeden Gast an den Tisch gebracht.

Ein Bowle-Abend (der nach Leerung der Bowleschüsseln durchaus feucht-fröhlich mit Wein ausklingen kann) ist ebenso wie ein Spiele-Abend dabei.
Originell auch die Olivenöl- und Likörprobe beim Hersteller persönlich.
Nach kleiner Mondscheinwanderung erreicht man das etwas abgelegen liegende Haus.
Zuerst wird ein öliger Aperitif gereicht, danach dürfen wir auf der mit Weintrauben überdachten und mit futuristischer Musik beschallten Terrasse drei Olivenölsorten sowie etliche extrem süße Likörchen kosten. Ein kerniger Grappa ist da ein willkommener Kontrast. Zwischen Knoblauchöl und Walnußlikör werden Brotstückchen, Oliven, Käse, Tomaten und Weintrauben gereicht. Lecker!

 

Erwähnt werden sollte auch die „Blaue Stunde im Olivenhain“ oder eine Runde Boule im Park. Zwei nette Nachmittagsangebote, die leider mitunter nur mäßig besucht sind, sei es aufgrund zu viel (schönem) Freizeitstress oder aber ein Dauer-Relaxing im Liegestuhl verhindert das Aufraffen.

Eine tolle Idee ist das auswärtige Abendessen bei „Einheimischen“ in Sudurad. Die Begrüßung erfolgt mit einem Likörchen und Gebäck auf der Terrasse mit romantischer Aussicht. Es folgen Köstlichkeiten wie gefüllte Auberginen, Salate, Käse, Fisch als Vorspeise. Dazu gibt es Wasser, Weiß- und Rotwein in Karaffen, die sofort nachgefüllt werden, kaum dass sie sich dem Ende neigen. Danach wird frisch im Holzofen zubereitet, Fisch oder Fleisch aufgetischt.

Und das nicht zu knapp… Gegen später Weintrauben mit Gebäck.
Und Schnaps. Danach noch Pudding mit Karamellsauce. Und gleich noch einen Schnaps obendrauf.

Wer dann noch geradeaus laufen kann, steuert  irgendwann die Hafenkneipe unweit vom Hotel an. Hier mischen sich Frösche, Insulaner und illustre Bootskapitäne  durcheinander.
So auch am letzten Abend, der jedoch aufgrund der nächtlichen Abreise – für den Abflug München beispielsweise startet das Taxiboot punkt 4 Uhr morgens – nicht ganz so ausschweifend ausfällt. Doch selbst zu dieser Unzeit ist bereits ein kleines Frühstück im Restaurant möglich.

Einzig die im Katalog beschriebenen wöchentlichen Musikveranstaltungen im Hotel finden offensichtlich im September nicht mehr statt, etwas Musik mit (Tanz)Party wäre vielen Fröschen durchaus willkommen gewesen!  Ebenso ist das hoteleigene Spezialitäten-Restaurant in der alten Villa nebenan bereits aufgestuhlt…

Natürlich geht eine Woche mit so vielen abwechslungsreichen Aktivitäten wie immer viel zu schnell vorbei. Doch glücklicherweise ist das Froschreisen-Angebot äußerst vielfältig und für die nächsten Jahre sicher wieder etwas dabei.

Bis demnächst also,

Undine und Reiner

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