26. Juli 2011

Kampanien im Juni 2011

Reisebericht von Brigitte Brand (b.brand07 at web.de)
FROSCH Reiseziel Kampanien – Cilento – Marina di Casal Velino

Kampanien war schon lange mein Wunschziel. Der Nationalpark Cilento einerseits, das vielfältige Sportangebot andererseits – da konnte nicht viel schief gehen. Ich kam Samstagabend in Neapel an. Teamerin Tanja stand schon bereit und ohne Wartezeit konnte es weiter Richtung Süden zu unserem eigentlichen Ziel Casal Velino gehen. Das Wetter war gut, während der Fahrt erzählte Tanja einiges über die Gegend – und als i-Tüpfelchen gab’s einen wunderschönen Sonnenuntergang!

Am nächsten Morgen ging es richtig los: Nach dem Frühstück eine kurze „Teampräsentation“ von Frosch und Blues Soul (Wassersport und Tagesausflüge), Vorstellung des Wochenprogramms und danach die obligatorischen Schnupperangebote. Doch nicht nur wandern und biken – nein, durch die Partneragentur Blue Soul, die ein recht umfangreiches Wassersportprogramm zu bieten hatte, konnte jeder auch noch ein wenig Surf-, Tauch- und Catamaran-Luft gratis schnuppern. Da hieß es direkt Terminkalender zücken, wenn man das ganze Angebot „mitnehmen“ wollte.

Ich startete mit der Feld- und Wiesenwanderung. Es ging entlang des Flusses Alento und nach dessen Überquerung konnten wir bereits die vielfältige Vegetation der Alentoebene mit Zitronenbäumen, Olivenhainen, Gemüsegärten und Blumenwiesen kennenlernen – ein erster Eindruck der Naturverbundenheit der cilentanischen Bevölkerung. Ziel war „unser“ kleiner Ort Marina di Casal Velino mit Vorstellung der wichtigsten „Gegebenheiten“ und dem ersten Eisdielentest. Kaum zurück im Hotel ging es mit dem Cat-Schnuppern weiter. Nach kurzer theoretisch Einweisung in die „Cat-Welt“ kamen wir in den Genuss einer Freifahrt – allerdings doch mit etwas Wartezeit verbunden (Wen wundert’s, wollten doch recht viele die Segelluft schnuppern.). Am Spätnachmittag stand die Bikeeinweisung mit anschließender Minitour auf meinem Programm. Während der einstündigen Fahrt lernten wir zum einen die Bikes besser kennen und zum anderen natürlich auch das nahe Umland – und wieder war ich überrascht, wie viele Berge diese Gegend zu bieten hatte!

Am Montag schloss ich mich der Wanderung von Tanja an. Ziel war das kleine Bergdorf Acquavella. Durch Olivenhaine und Macchia ging es zunächst ins Hinterland. Danach bekamen wir mit einem kurzen steilen Anstieg einen ersten Vorgeschmack auf die Höhenmeter, die uns während der Woche noch so manches Mal zum Schwitzen bringen sollten. (Aber wir wollten es ja so!) Die immer wieder geniale Aussicht, die herrliche Natur und der Cappuccino-Stopp entschädigten uns für jede Anstrengung. Das kleine Bergdorf war noch so richtig ursprünglich – von Tourismus keine Spur! Auf dem Rückweg konnten wir u. a. die Ausblicke auf die Buchten von Velia und Marina di Casal Velino als (Foto-)Erinnerung mitnehmen.

Gegen Abend startete Tanja mit Step Fun das Fitnessprogramm. Klasse, endlich mal das „große Angebot“. Tanja war sehr engagiert und ihr bunt gemischtes Wochenprogramm mit Bauch-Beine-Po, Stretching, Nordic-Walking, Aquarobics, Theragym, Fit & Fun war enorm vielfältig. Doch trotz bester Vorsätze schaffte ich es während der ganzen Woche nicht mehr, daran teilzunehmen. Generell hätte sich Tanja sicher über etwas mehr Zuspruch gefreut. Aber Tanja – es lag bestimmt nicht an dir! Das übrige Programm war so mannigfaltig und manchmal lockten einfach auch nur das Meer, der Strand und die Sonnenliege.

Neben den Frosch Haustouren fanden täglich auch Tagestouren mit Blue Soul statt. Ob Pompeji und Vesuv auf den Spuren der Römer, die Cilentotour mit der Calore-Schlucht oder ein Ausflug an die legendäre Almalfiküste mit Positano und dem Pfad der Götter – die Kultur, durch einen Diaabend so richtig schmackhaft gemacht, kam nicht zu kurz.

Bei nur einer Urlaubswoche und all den anderen Angeboten verzichtete ich auf diese Touren und kann als Info nur die Aussagen der Beteiligten wiedergeben: anstrengend – aber gut!

Dienstag und Mittwoch war ich im Bikefieber. Die Küstentour ging wie der Name schon sagt meist die Küste entlang mit dem Ziel Acciaroli. Bei der „Cappuccino Tour“ fuhren wir zunächst Richtung Ascea und dann Richtung Hinterland. Wir passierten alte Landguthöfe, eine Büffel-Mozzarella-Farm, bekamen die vielfältige Flora und Fauna und immer wieder wunderschöne Panoramablicke zu sehen. Im Dörfchen Ceraso machten wir in einem der urigen Kaffees einen kleinen Stopp und auf dem Rückweg konnten wir als Belohnung für die bereits geleisteten Höhenmeter eine lange Abfahrt genießen. Felder und Gärten, Berge und Täler egal, wohin man sah!

Bei den Fahrradtouren mit Guide Janine waren wir eher kleine Gruppen und jeder konnte sein Tempo fahren. Die Cracks vorne weg, andere, die es etwas langsamer angehen lassen wollten (oder mussten), folgten nach und nach, bis wir uns bei den verabredeten Stopps alle wieder trafen. Dieses „Ritual“ finde ich extrem wichtig, denn eher ungeübte oder wenig trainierte sollten auf jeden Fall die Möglichkeit haben, an solchen Touren teilzunehmen. Für mich ist Frosch immer noch ein Veranstalter, bei dem nicht nur die Super(freizeit)sportler, die zu Hause die Zeit und Motivation zum Trainieren haben, die Richtung angeben, sondern auch solche, die Sport im Alltag nur in geringem Maße ausüben (können) und den Urlaub als Möglichkeit sehen, diesen zu intensivieren. Gerade beim Radeln finde ich unterschiedliche Schwierigkeitslevel die ganze Woche über enorm von Vorteil!

Kaum von der Tour zurück, konnte man seine Sportbegeisterung mit der Teilnahme am Mini-Triathlon fortsetzen – entweder als Team oder Einzelkämpfer. Wem das dann doch zu viel war, sollte zumindest beim anfeuern dabei gewesen sein …

Die Abende im Hotel bzw. direkt gegenüber in der Bar waren nett und gemütlich, ein Italienischkurs am Strand mehr lustig als lehrreich und „Casal Velino by night“ aufgrund der Vorsaison (noch!) ohne großes Remmidemmi – aber trotzdem sehr intensiv.

Je mehr Woche dahin flog, je mehr Höhenmeter standen auf meinem Programm: An diesem Tag war die Hike- u. Bike-Tour ins Vorgebirge des Cervati-Massivs zum Monte Stella an der Reihe. Wir starteten in S. Mauro zu unserer Bergwanderung. Teamer Nico führte uns über meist dicht bewucherte Trampelpfade mit einer großartigen Pflanzenvielfalt – Farne mit zwei Meter Höhe waren keine Seltenheit – stetige bergauf. Unterwegs hatten wir wetterbedingt eine mal mehr, mal weniger gute Aussicht auf das Capo Palinuro. Nach immer wieder steilen Anstiegen mit der Küstenlandschaft bzw. der puren Natur des Hinterlandes im Augenwinkel erreichten wir den Gipfel unseres Hausberges „Monte Stella“: Der sich uns bietende Rundblick auf den Cilento Nationalpark war ohne Frage beeindruckend! Nach kurzer Rast ging es über den Bergkamm und den Aussichtspunkt „Castelluccio“ weiter, bis wir auf eine Straße trafen, wo – oh Wunder! – die Bikes bereitstanden. Jetzt kam der entspannendere Teil der Tour: Wir fuhren die Serpentinen bergab, durch kleine Bergdörfer mit Postkartencharakter und immer neuen fantastischen Ausblicken, direkt bis zu unserem Hotel Il Tempio. Eine Tour so richtig nach meinem Geschmack.

Eine generelle Info zu den Biketouren: Der große Teil der (von mir gefahrenen) Tourenwege ist asphaltiert und von diesem Gesichtspunkt her auch für nicht geübte (Berg)-Radler problemlos zu bewältigen.

Am Freitag hatte man erneut die Qual der Wahl zwischen den Sportangeboten. Ich entschied mich für die Paddeltour am Nachmittag. Am Morgen war einer der typischen italienischen Märkte im Ort. Nichts außergewöhnliches, aber in Verbindung mit dem Hafen von Marina di Casal Velino nett anzusehen.

Die Paddeltour startete am Strand und führte übers Meer bis zur Mündung des Alento. Wir waren meist in 2er-Kajaks unterwegs und zunächst war paddeln, paddeln, paddeln angesagt. Nachdem wir an der Flussmündung angekommen waren, ging es flussaufwärts weiter – und bald war keines der anderen Boote mehr zu sehen. Einig mit meiner Boots-Partnerin, dass wir uns nicht hetzen lassen wollten, war das eben so. Es gab ja so viel Interessantes zu sehen! Am Ausstieg zu unserem Picknick warteten alle anderen bereits – mehr oder weniger geduldig. Es gab Kuchen und Sekt und wir konnten uns bei einem kleinen Plausch für die Rückfahrt stärken. Es ging dieselbe Strecke zurück. Das Meer wurde es immer unruhiger und trotz guter Teamarbeit (oder?) kam unser Kajak nur im Schneckentempo voran. Ich hatte so manches Mal das Gefühl zu kentern – und das ohne Schwimmwesten und die Küste ein ganzes Stück entfernt! Alle anderen Boote erneut außer Sichtweite – das konnte doch nicht nur an mangelnder Kraft liegen! Irgendwas machten wir wohl falsch … Wir ließen uns jedoch nicht unterkriegen und kamen eben etwas verspätet an der Wasserstation an.

Kritisch anmerken möchte ich hier doch einmal das Verhalten der Teamerin. Wir hätten es gut gefunden, wenn sie zum einen eine Einweisung und einige Tipps gegeben hätte, wie wir am effektivsten an die Sache ran gehen (so doof es klingt, aber auch das Rudern will gelernt sein). Und zum anderen, dass sie nicht nur die Spitzengruppe begleitet während wir uns selbst überlassen waren. Erst gegen Ende war sie zumindest in unserem Blickfeld – allerdings in einer Entfernung, die eine Verständigung nicht möglich machte. Das fand ich nicht sehr professionell und ich würde mich freuen, wenn es als konstruktive Kritik gesehen werden könnte.

Beim restlichen Wassersportprogramm beschränkte ich mich aufs Zuschauen und hatte den Eindruck, dass es den Fröschen dabei gut ging.

Noch einige allgemeinen Dinge: Obwohl wir eine recht große Gruppe (über 60) waren, kam es nie zu wirklichen Engpässen beim Equipment, es waren immer genügend Räder, Bords, Cats usw. vorhanden.

Das Hotel und die Zimmer entsprachen der Froschbeschreibung, die vorhandene Klimaanlage funktionierte allerdings (noch) nicht wirklich. Ein Minuspunkt für viele: Keine Kühlschränke in den Zimmern. Die EZ entsprachen eher dem unteren Standard des Hauses (Größe und Lage), was aber generell häufiger vorkommt.

Das Frühstück war völlig o.k. – vom typisch italienischen „CaffĂ© mit Croissant“ bis zu (fast) allem, was in Deutschland üblich ist. Beim Abendessen gingen die Meinungen sehr auseinander: Von “super” bis zu „na ich weiß nicht“. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden …

Viel zu schnell war die Woche wieder vorbei und mein Fazit: Es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch auf das Sportangebot bezogen, auf alle Fälle und eine zweite Woche wäre problemlos mit Aktivitäten zu füllen und somit fast schon ein angenehmes Muss gewesen.

Brigitte

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