29. Oktober 2006

Bella Italia, Kampanien – Marina di Casal Velino

Zum Frosch Reiseziel Sportclub ‚Il Tempio‘ in Kampanien, Marina di Casal Velino

Tina ist an allem schuld…..! Nachdem die Idee geboren war, als Dalyan-Frösche erneut gemeinsam mit Frosch zu verreisen, stand für sie nach Durchblättern des Kataloges schnell fest, dass Kampanien das Reiseziel sein sollte. Sie war wild entschlossen, Pompeji und den Vesuv zu sehen. Da wir dem nicht viel entgegenzusetzen hatten (und wohl auch nicht wollten), haben wir uns von ihr überzeugen lassen – und es nicht bereut! So machten wir uns mit 8 Personen (Tina & Ulf, Oswald, Tom, Gaby, Isa, Stefan und ich – Isy musste leider aus beruflichen Gründen passen) auf den Weg in den Süden Italiens.

Wenn ich vor der Reise von Verwandten oder Kollegen nach dem Reiseziel gefragt wurde, konnte ich nur die Auskunft geben: „Kampanien…. – das liegt so 150 km südlich von Neapel“. Zu meiner Schande muss ich gestehen: das war ganz schön dürftig!
Inzwischen bin ich, dank der Informationen, die Dunja von Blue Soul während der Wandertouren gegeben hat, ein wenig schlauer.
Marina di Casal Velino liegt in der Region Kampanien, genauer: in der Provinz Salerno, am Rande des Nationalparks Cilento.
Dieser Nationalpark wurde 1998 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, da in diesem Gebiet Mensch und Natur noch im Einklang miteinander leben. Im Gebiet des Nationalparks leben rd. 87 Menschen/ km2. In Casal Velino (Marina di Casal Velino, Casal Velino Paese) leben insgesamt 3.000 Menschen. In den Sommermonaten Juli und August, wenn die Italiener Urlaub in der Region machen, steigt die Zahl auf rd. 17.000 Menschen an. Was für ein Alptraum – aber für die dort lebenden Menschen als Einnahmequelle unverzichtbar!
Während unseres Aufenthaltes in Marina di Casal Velino war die Hauptsaison glücklicherweise vorbei und das Städtchen präsentierte sich als kleiner, leicht verschlafener Ort, in dem die meisten Ferienhäuser durch die geschlossenen Fensterläden auf die Abwesenheit der Besitzer hinwiesen. Viele der kleinen Restaurants und Bars entlang der Strände hatten bereits geschlossen.
Dieses galt jedoch glücklicherweise nicht für das neben dem Hotel gelegene „Lido il Tempio“, in dem man für das Urlaubsland Italien zu überraschend günstigen Preisen ausgezeichnet Pizza essen und ein gekühltes Bier trinken konnte. Dort hatte man sich den Saisonzeiten von Frosch angeglichen. Warum, war schnell klar: egal zu welcher Zeit man tagsüber vorbeischaute – es waren eigentlich immer Frösche anzutreffen!
Das Lido wurde auch in die Aktivitäten einbezogen: die Parties fanden dort ebenso statt wie das Kickerturnier oder der Salsa-Kurs.

Fünf Gehminuten vom Hotel entfernt gibt es einen „Spar“-Supermercato, in dem alles Notwendige eingekauft werden konnte. Marina di Casal Velino ist zu Fuß in ca. 15 Minuten zu erreichen. Dieser Fußweg lohnt in jedem Fall, um die Eisdiele, den Markt am Freitag oder Adrianos Rockbar zu besuchen!

Das Hotel „Il-Tempio“
Wow……!
Das war unsere erste Reaktion auf das Hotel „Il Tempio“. Ein übersichtliches, zweigeschossiges Haus, das sich gut in die Landschaft einfügt und nichts mit einer Bettenburg gemein hat!
In unserem Doppelzimmer mit Terrasse zum Strand haben Stefan und ich uns sogleich wohl gefühlt. Das Zimmer war gepflegt, sehr sauber und das Bad konnte – im Vergleich zu anderen Hotels – schon fast als luxuriös bezeichnet werden!
Einzig der Kleiderschrank stellt mich vor Herausforderungen: mit einer Körperlänge von 165 cm benötigte ich schon fast einen Stuhl, um die Kleiderbügel aufhängen zu können!

Das Zimmer wurde täglich gründlich gereinigt – die Handtücher bei Bedarf ausgewechselt. Ein großes Lob an das Reinigungspersonal, das unermüdlich im Einsatz war!
Die zu dem Zimmer zugehörige Terrasse war durch hohe Hecken von direkten Einblicken abgeschirmt. Hierdurch wurde der Strandblick eingeschränkt, dafür entschädigte die Möglichkeit, im Freien – aber nicht auf dem Präsentierteller zu sitzen!
Rund um den Pool, der sich auf der Dachterrasse im 1. OG befindet und am Strand waren zahlreiche Liegen und Sitzmöglichkeiten aufgestellt. Zusätzlich standen am Strand Sonnenschirme zur Verfügung. Auch Langschläfer hatten keine Probleme, ein gemütliches Plätzchen zu finden! Endlich einmal kein Ärgernis mit Gästen, die um 6 Uhr morgens die besten Plätze mit Handtüchern blockieren!

Gegessen wurde im Speisesaal, in dem jeweils Tische für 6 – 8 Personen eingedeckt wurden. Obwohl abends rd. 80 Personen gleichzeitig im Saal saßen, herrschte eine angenehme Atmosphäre ohne Mensa-Charakter!

Das Frühstücksbuffet bestand zumeist aus Früchten, Joghurt, Säften, Wasser, Tomaten, Eiern, Wurst und Käse (zumeist jew. 1 Sorte), Brötchen, Croissants, Kuchen und abgepackten Portionen Marmelade, Nutella, Butter und Honig. Insbesondere bei der Wurst (gekochter Schinken, selten roher Schinken oder Salami) und beim Käse fehlte mir ein wenig die Abwechslung. Kaffee und Milch wurden in kleinen Kännchen an den Tisch gebracht. Leider war der Kaffee zumeist lauwarm. Nachschub gab es nur auf Anfrage – nicht unaufgefordert!

Das Abendessen bestand aus 4 Gängen. Daran musste ich mich erst gewöhnen, um bis zum Dessert durchzuhalten! Die erste Vorspeise, die aus diversen kleinen „Antipasti“ bestand, wurde auf Tellern serviert. Als nächste Vorspeise wurden zumeist zwei verschiedene Pasta-Gerichte gereicht. Das Personal verteilte dieses an den Tischen aus großen Schüsseln. Hier verloren die netten Kellner schon einmal den Überblick. Während einige Gäste bereits den Nachschlag erhielten, hatten andere noch keine Pasta auf dem Teller!
Die Beilagen zur Hauptspeise holten wir uns vom Buffet: z. B.: Tomaten, Zucchini, grüner Salat, Kartoffeln, überbackener Fenchel, überbackener Blumenkohl usw. Bei den Kartoffeln und dem Blumenkohl kam nur ein Teil der Gäste zum Zuge: bedauerlicherweise wurde hier nicht nachgefüllt!
Als Hauptgericht wurden alternativ Fisch oder Fleisch serviert.
Auch wenn man sich am Abend vorher auf eine der Pasta-Varianten und eines der Hauptgerichte festgelegt hat: dieses diente lediglich dem Küchenpersonal, einen groben Überblick über die zu kochende Menge zu bekommen. Beim Servieren gab es immer die Möglichkeit, sich noch anders zu entscheiden!

Zum Dessert wurde zumeist Obst, einmal pro Woche allerdings auch Kuchen und Eis gereicht.
Alles in allem war das Essen ausgezeichnet. Das hat mir die Waage bestätigt, als ich mich nach dem Urlaub darauf gestellt habe…..!!

Das Frosch-Team
Uns Fröschen standen die Teamer Monika, Luna Brigitte, Robert und Mike mit Rat und Tat zur Seite. Sie organisierten die Welcome- und Farewell-Parties, Kicker- und Volleyballturnier, den Salsa-Kurs und sorgten für gute Laune.

Mike lernten wir bereits in Neapel am Flughafen kennen, da er uns (insgesamt 15 Neuankömmlinge) dort in Empfang nahm.

Robert und Mike (von uns „Mountainmike“ getauft) kümmerten sich vorrangig um den Fuhrpark, d.h. die Mountainbikes, und begleiteten die angebotenen Biketouren, die guten Zuspruch fanden.
Luna Brigitte kümmerte sich u.a. um die persönliche Fitness: Aqua-Gym, Bodyformung, Bauch – Beine – Po und Step-Aerobic. Bei diesem Angebot konnten auch einige männliche Frösche nicht widerstehen! Ihr Dialekt verleitete manchmal dazu, sie etwas auf den Arm zu nehmen – ich hoffe, das hast du uns verziehen, Luna!
Monika war nur noch bis zum 30.09.2006 als Teamleiterin vor Ort. Sie begleitete die kleineren Wanderungen, kümmerte sich um die Organisation und bestach durch ihre guten Italienisch-Sprachkenntnisse.

Ein nettes Team, das Frosch hoffentlich noch weiterhin erhalten bleibt!

Die Aktivitäten
Zu den Aktivitäten (organisiert oder auf eigene Faust) könnten Romane geschrieben werden. Da dieses sicherlich den Rahmen des Reiseberichtes sprengen würde, beschränke ich mich auf die organisierten Aktivitäten, an denen ich teilgenommen habe.

Der Tag nach der Ankunft ist den „Schnuppern“ gewidmet und das Angebot ist riesig:
Neben der Wanderung zum Erkunden der näheren Umgebung gibt es eine Bike-Einführung, anschließend eine kleine Tour. Das Wichtigste wird bei diesen Touren nicht ausgespart: Wo finde ich den Supermarkt, den Geldautomat (wenn das Geld mal knapp wird) und wo die Eisdiele in Marina di Casal Velino?
Das Eis wurde bei dieser Gelegenheit getestet und für ausgesprochen gut befunden…..!

Nach der Teilnahme an der Wanderung mussten Stefan und ich uns sputen, um den nächsten Schnuppertermin nicht zu verpassen: Wir wollten schon immer mal mit einem Katamaran auf dem Meer unterwegs sein. Endlich ergab sich hier die Gelegenheit dazu!
Für den Wassersport war das Blue-Soul Team rund um Udo zuständig. Die Basis des Wassersportzentrums befand sich keine 100 m vom Hotel entfernt.

Vor dem Einsatz des Katamarans gab Udo einen theoretischen Überblick über diese Sportart. Anschließend ging es auf’s bzw. erst einmal ins Wasser. Spaß gemacht hat die halbstündige Fahrt, auch wenn der Wind uns ein wenig im Stich gelassen hat.

Das Blue-Soul-Team bot neben dem Kat-Segeln auch tauchen und surfen an. Es gab keine Chance, alle Angebote zu nutzen! Wie gut, dass wir zwei Wochen vor Ort waren, so hatten wir die Möglichkeit, einiges auf den folgenden Schnuppertag zu verschieben!

Über die in der Woche stattfindenden Touren (Mountainbike-Touren, Ausflüge, Wanderungen, Turniere, Parties usw.) wurde übersichtlich am „schwarzen Brett“ im Foyer des Hotels informiert. So hatte jeder Frosch die Gelegenheit, frühzeitig seinen Urlaub zu „verplanen“ (oder auch nicht…!).

Wanderungen

Velia
Vom Hotel aus ist der (abends beleuchtete) markante Turm einer normannischen Festung zu sehen.
Auf Nebenwegen wanderten wir mit Teamerin Monika in den Nachbarort Accea (ca. 6 km) zur Ausgrabungsstätte. Dort waren für 2 Euro Eintritt Relikte aus der griechischen und römischen Zeit zu bewundern. Monika konnte uns einiges zur Geschichte Velias und der Ausgrabungsstätte erzählen. Besonders beeindruckt hat mich auf dem Gelände die „Porta Rosa“, ein über 5 m hoher Torbogen. Nicht nur ich werde über die perfekte Bauweise des Rundbogens aus der Antike gestaunt haben.

Kampanien

Der normannische Turm, der sich auf dem Hügel des Geländes der Ausgrabungsstätte befindet und der letzte von ursprünglich 11 Wachtürmen sein soll, kann (allerdings nicht in voller Höhe) bestiegen werden und bietet bei gutem Wetter einen tollen Rundblick.
Dank Monikas Charme und ihren guten Sprachkenntnissen öffnete uns ein Mitarbeiter die beiden Museumsräume, die Ausgrabungsstücke enthielten.

Der Rückweg führte uns nach einem Cappuccino-Stopp in einer Bar (mich hat der günstige Preis des Cappuccino immer wieder überrascht –zwischen 0,70 Euro und 1,00 Euro) am Strand entlang. Einziges Hindernis bis zum Hotel stellte der Fluss Alento dar, der lt. Monikas Schilderungen jedoch normalerweise nicht mehr als knietief ist. Obwohl es in der Nacht zuvor heftig gewittert hatte und der Fluss merklich mehr Wasser führte, krempelten wir unsere Hosenbeine hoch und stürzten uns in die Fluten. Ergebnis: viel Spaß und z. T. nass bis auf die Schlüpfer!

„Spezialitäten von Kampanien“ (Kosten 6 Euro)
Unter Führung von Monika ging es vom Hotel aus an italienischen Gemüsegärten und Olivenhainen vorbei. Zur Spezialitätenwanderung gehörte es für uns, die Sträucher und Bäume am Wegesrand, deren Früchte uns Monika beschrieb, zu plündern und das Obst zu probieren. Feigen, Trauben und mir unbekannte Sorten gehörten zu unserer Beute.

Kampanien

Unterwegs schloss sich uns ein kleiner Hund an, der kurzerhand „Bodo“ getauft wurde und mit Vorliebe durch alle Pfützen auf dem Weg sprang.
Am Ziel unserer Wanderung erreichten wir das Anwesen von Anna dei Sapori, bei der wir diverse Spezialitäten Kampaniens kosteten (selbst produzierter Kuh-, Schafs- und Ziegenkäse, gefüllte Torten und Crostate, frisch gebackenes Brot mit Olivenöl und Kuchen) und zusehen konnten, wie aufwendig das Fertigen handgemachter Nudeln ist. Wer wollte, durfte beim Formen der Nudeln Hand anlegen – offensichtlich macht hier Übung den Meister!
Bodo benahm sich auch während des Essens vorbildlich, verschmähte aber das Brot, mit dem Anna ihn füttern wollte.

Kurz vor unserem Aufbruch erreichte Monika der Anruf, dass ein Frosch-Gast einen Unfall mit dem Body-Board hatte und sich möglicherweise an der Halswirbelsäule verletzt hatte. Robert holte sie mit dem Auto ab, so dass sie den Verletzten ins Krankenhaus begleiten konnte und wir machten uns allein auf den Heimweg. Jeder hatte sich einen Teil des Weges gemerkt, so dass der Rückweg kein großes Problem darstellte. Bodo verabschiedete sich von uns, als wir bei ihm „zu Hause“ vorbeiliefen. Wahrscheinlich wartete die Mittagsmahlzeit auf ihn!

Amalfi/Ravello (28 Euro)
„Wem auf der kurvenreichen Strecke schlecht werden könnte, soll sich im Bus nach vorn setzen“, war Dunjas Empfehlung. Na ja, der Bus hätte vorne ein paar Plätze mehr haben können…..!
Die Busfahrt nach Ravello dauerte ca. 2 Stunden, unterbrochen durch einen Stopp an einer Cappuccino-Bar, bei der wir uns (durch eine Vorab-Bestellung) mit Tomaten-Mozarella-Baguettes eindeckten, vor dem Klo Schlange standen und / oder einen Cappuccino tranken.
In Ravello angekommen, hatten wir eine knappe Stunde Zeit, uns dort umzuschauen, bis die Wanderung startete. Wir bummelten durch die kleinen Gassen und genossen den Ausblick, bevor wir uns mit dem Rest der Gruppe vor dem Dom trafen. Da es sich um eine große Wandergruppe handelte, hatte Dunja zur Unterstützung Teamerin Luna dabei, die am Ende der Gruppe dafür sorgte, dass niemand zurückblieb. In Ravello schloss sich uns ein kleiner schwarzer Hund an, der offensichtlich kein Zuhause hatte und sich über die Zuneigung so vieler Menschen freute.
Von Ravello aus führte uns die Wanderung bergauf und bergab durch viel Natur in den ältesten Ort an der Amalfiküste, Scala. Der Wanderweg war insgesamt problemlos zu bewältigen, auch wenn uns an Anstiegen mit vielen Stufen schon einmal die Puste ausging. Unterwegs bestand immer wieder die Möglichkeit, die Wasserflaschen an Brunnen aufzufüllen. Über alte Eselspfade aus dem Mittelalter, die auch jetzt noch genutzt wurden, wie die „Hinterlassenschaften“ auf den Wegen zeigten, ging es weiter nach Minuto. Nach einer kleinen Rast, bei der wir tatsächlich die Nutzung der Eselspfade durch die Lasttiere „live“ sehen konnten, wanderten wir durch das Tal der Mühlen direkt nach Amalfi.

Kampanien

Bei den Mühlen handelte es sich um alte, verfallene Papiermühlen, deren dunkle, geheimnisvolle Kellertreppen direkt dazu einluden, mit einer Taschenlampe bewaffnet hinabzusteigen, um die Gemäuer zu erkunden. Leider fehlte dazu die Zeit, da wir uns in Amalfi noch umschauen wollten, bevor es mit dem Boot zurück nach Salerno ging.
Während sich in Amalfi die meisten Wanderfreunde ins Shopping-Leben stürzten, erkundeten Stefan und ich das nur über viele Treppen zu erreichende Wohnviertel. Verbunden durch ein Labyrinth von Treppen liegen in schmalen, teilweise sehr dunklen Passagen die Wohnungs- bzw. Hauseingangstüren. Welch eine Vorstellung, dass die dort lebenden Menschen, schwer bepackt mit ihren Einkäufen, ihre Wohnung nur über –zig Stufen, die zudem noch sehr schmal sind, erreichen können.
Diese kleine Tour kann ich alternativ zum Geschäftstrubel nur wärmstens empfehlen, auch wenn das erneute Treppensteigen nach der Wanderung eine echte Herausforderung ist!
Um 17.35 Uhr traf sich die komplette Gruppe (einschließlich des kleinen Hundes, der immer noch Anschluss suchte, diesen aber dann offensichtlich am Bootsanleger fand) am Hafen zu Überfahrt nach Salerno. Vom Wasser aus hatten wir noch einen tollen Blick auf die Amalfiküste.
Rechtzeitig zum Abendessen trafen wir wieder im Hotel ein. Dieses Mal schafften insbesondere die Wanderer die 4 Gänge ohne Probleme….

Acciaroli (12 Euro)
Bereits einen Tag nach der Amalfi/Ravello-Tagestour schnürten Stefan und ich erneut die Wanderstiefel. Dieses Mal startete eine 18 km lange Wanderung direkt ab dem Hotel und sollte uns über 850 Höhenmeter bis in das Fischerdorf Acciaroli führen. Die Rückkehr sollte mit dem Kleinbus von Blue-Soul erfolgen.
Ein erster steiler Anstieg war zu bewältigen, um Casal Velino Paese zu erreichen. Die Waden machten sich schnell bemerkbar und ich quälte mich den Berg hinauf. Dunja tröstete uns mit der Aussage, dass es nur wenige Steilstücke seien. Toll!!!
Vorbei ging es an alten verfallenen Steinhütten, die an den Hängen zu kleben schienen. Der Blick ins Tal eröffnete eine wunderschöne grüne Berg- und Hügellandschaft mit dem Meer im Hintergrund. Ein Bild, das die Schönheit des Cilento deutlich machte! Natur pur, ohne dass der Mensch überdeutlich seine Spuren hinterlassen hatte!

Kampanien

Die Mittagspause verbrachten wir in einem wildromantischen Bachtal. Dort ließen wir uns auf einer Brücke nieder, vertilgten unsere Vorräte und lauschten entspannt dem Wasserplätschern. Dunja hatte darauf bestanden, nicht nur kurz zu rasten, sondern dem Magen noch etwas Zeit zum Verdauen zu geben. Warum, wurde mir nach der Pause schnell klar: Der nachfolgende Aufstieg in das Bergdorf Celso war nicht ohne und schien kein Ende zu nehmen. Hinter jeder Kurve erhoffte ich das Ende des Anstieges, musste aber einige Enttäuschungen hinnehmen, bevor es endlich soweit war. An einem Brunnen füllten wir unsere Wasserflaschen. Die Aufregung war groß, als sich vor unseren Augen eine Schlange in einen Felsspalt zurückzog und ein warnendes Fauchen hören ließ, als wir ihr etwas zu nahe kamen. Offensichtlich hatte sie sich in der Nähe des Wassers gesonnt und wurde durch uns beim Sonnenbad gestört.
Diese Ablenkung ließ uns die Anstrengungen des Aufstieges schnell vergessen. Weiter ging es über einen Panoramapfad, der durchweg eine herrliche Aussicht bot, nach Pollica. Dort legten wir in einer kleinen süditalienischen Bar einen Cappuccino-Stop ein bevor wir über den Ort Cannicchio zum Fischerdorf Acciaroli abstiegen. Acciaroli wurde durch den Besuch Hemingways im Jahr 1953 bekannt.
Schnell war eine Gelateria ausfindig gemacht, in der wir uns ein leckeres Eis gönnten, bevor es mit dem Auto die Küstenstraße entlang zurückging.

Cilentour (30 Euro)
Die Cilentour umfasst zwei Wanderabschnitte (das Cervati-Massiv und die Calore Schlucht)von je rd. 1,5 Stunden mit einem halbstündigen Bustransfer zwischen diesen Abschnitten.
Der Ausgangspunkt der ersten Wanderung war nach gut zweistündiger Busfahrt über kurvenreiche Serpentinen in das Landesinnere erreicht. Am ersten Stopp im Laurino stärkten wir uns zunächst in einer Cappuccino-Bar und durften anschließend von einem privaten Gartengrundstück aus den Ausblick auf das Cervati-Massiv mit seinen pfirsichfarbenen Kalksteinwänden genießen.
Vom Dorf aus ging es über Trampelpfade hinunter in eine der Schluchten. Wohl dem, der den Tipp von Dunja, festes Schuhwerk anzuziehen, beherzigt hat!
Mit den Bussen ging es weiter nach Felitto (30 Minuten). Dort kehrten wir in der Trattoria „Fussili Felitesse“ ein, in der wir für rd. 9,50 Euro pro Person mit selbstgemachter Pasta und Wein aus dem eigenen Anbau verwöhnt wurden.

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Um uns zu bewirten, verzichtete die Familie auf den Ruhetag! Danke – es hat sich gelohnt!
Neben der Trattoria begann der Pfad „Gole de Calore“, der parallel zum Fluss durch die Schlucht führte.

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Schnell wurde klar, warum die Cilentour ausfällt, wenn es in den beiden Tagen zuvor geregnet hat: obwohl der letzte Regen bereits drei Tage vor unserer Wanderung gefallen ist, waren die Steine, über die der Pfad führte, ausgesprochen glitschig.
Über eine Naturbrücke querten wir den Fluss und kehrten am anderen Flussufer zu dem Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück. Dort warteten die Busse bereits auf uns, die uns zum Hotel zurückbrachten.

Die Cilentour stellt keine besonders hohen Ansprüche an den Wanderer, was die Kondition anbelangt, bietet aber schöne Ausblicke!

Ausflug

Vesuv und Pompeji (28 Euro)
Der Ausflug nach Pompeji und zum Vesuv war für unsere Gruppe eine Pflichtveranstaltung. Schließlich hatten wir uns auch deshalb für das Reiseziel „Kampanien“ entschieden. Der Ausflugstag begann mit leichtem Regen und starker Bewölkung.
Auf der Busfahrt wurde der Film „Pompeji – der letzte Tag“ gezeigt. Die Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm erhöhte die Spannung auf Pompeji und wurde mit großem Interesse verfolgt.
Der Eingangsbereich zur Ausgrabungsstätte war gefüllt mit einer riesigen Menschenmenge (zu der auch wir gehörten) und fliegenden Händlern, die lautstark ihre Waren anboten – der übliche Touristentrubel, der zu solchen „Magneten“ wohl dazu gehört!
Schnell hatte uns der Reiseführer, der uns bei unserem Rundgang durch die Ausgrabungsstätte begleiten sollte, ausfindig gemacht. Er verbreitete den Charme der Werbeikone „Isch ‚abe gar kein Auto, Signorina“ und hatte unsere Gruppe offensichtlich am Eingang gescannt (obwohl wir mit 40 Personen unterwegs waren). Immer wieder fielen ihm Touristen ins Auge, die sich an unsere Gruppe „angedockt“ hatten. Unglaublich!

Kampanien

Bei unserem Rundgang wies er uns auf viele Dinge hin, die einem Touristen, der mit einem Reiseführer ausgestattet, Pompeji erkunden will, verborgen bleiben: die Leuchtsteine auf den Straßen, das Erkennungsmerkmal von Einbahnstraßen wären mir u.a. ohne seine Hinweise verborgen geblieben! Beeindruckt hat mich der Zustand der Ausgrabungsstätte: ich hatte nicht damit gerechnet, dass Häuser, Straßen und Plätze so „vollständig“ sind! Selbst Wandmalereien in den Häusern sind z. T. noch sehr gut zu erkennen! Da wir noch zum Vesuv wollten, war die Zeit in Pompeji natürlich zu knapp bemessen. Um sich wirklich einen Überblick über das riesige Areal und die Sehenswürdigkeiten zu verschaffen, benötigt man sicherlich mehrere Tage.
Trotzdem: Der Besuch von Pompeji hat Eindruck hinterlassen und Geschichte lebendig gemacht!

Mit dem Bus ging es weiter zum Vesuv – dem Vulkan, der für den Untergang Pompejis verantwortlich war…… Ein merkwürdiges Gefühl, nachdem wir zuvor die Ausgrabungen besichtigt hatten.
Im Eintrittspreis für den Vesuv war eine „Miniführung“ enthalten, so dass wir von kompetenter Seite einige Informationen zu dem Vulkan erhielten, der in der Vergangenheit schon für so viel Unruhe gesorgt hatte.

Seit 1944 schläft der Vesuv unter den Augen wachsamer Vulkanologen, die seinen Temperaturverlauf regelmäßig messen. Ihr Observatorium befindet sich in 608 m Höhe. Der unheimliche Krater (Gran Cono) des heutigen Vesuvs hat einen Durchmesser von 700 m, einen Umfang von 12 km und ist etwa 200 m tief. Der Blick in die Tiefe war schon sehr imponierend – welch eine Kraft muss hinter dem Ausbruch stecken, um solche Krater zu hinterlassen!

Kampanien

Das Vulkansystem, das im allgemeinen als Vesuv bezeichnet wird, besteht übrigens in Wirklichkeit aus zwei Vulkanen: dem Monte Somma (nicht mehr aktiv) und dem Vesuv (Gran Cono).

Der Vesuv ist heute ein beliebtes und beeindruckendes Ausflugsziel, obgleich unbekannt ist, wann er wieder aus seinem Schlaf erwachen wird. Ein erneuter Vulkanausbruch könnte durch die Vulkanologen allerdings zwei Wochen vorher vorausgesagt werden.

Glück muss man haben: nachdem wir uns zu Fuß den Weg zur Spitze hochgekämpft hatten, klarte es auf und uns eröffnete sich ein wenn auch eingeschränkter Blick auf die Bucht von Neapel! Wie schön muss dieser erst bei guter Sicht sein! Auf dem Weg zurück zum Parkplatz wurden die obligatorischen Souvenirs gesammelt: roter, schwarzer und gelber Bimsstein!

Mein Reisebericht kann nur zum Teil den Eindruck spiegeln, den der Urlaub im Cilento hinterlassen hat. Außerdem habe ich nur einen Teil des Angebotes genutzt, so dass ich keinen allumfassenden Überblick über die Exkursionen und Wassersportangebote geben kann.

Gefallen hat mir persönlich die Mischung aus Kultur, Aktivitäten und Relaxen, das Zusammensein mit netten Leuten (neben unserer Gruppe seien hier auch besonders Heike, Anne und Wiebke genannt) und die entspannte Atmosphäre!
Wie bei den Urlauben mit Frosch üblich, wird die nervende Animation, die in anderen Clubs üblich ist, durch das freie Angebot von zahlreichen Aktivitäten ersetzt – völlig ohne Zwang zur Teilnahme!

Die langen Transferwege zu den einzelnen Ausflügen oder Wanderungen waren zum Teil recht ermüdend. Viel lieber hätte ich die Zeit nicht im Bus sondern zusätzlich am Ausflugsziel verbracht.
Dieses ist durch die Lage von Marina di Casal Velino bedingt – die schöne Umgebung lässt diesen Makel aber schnell vergessen!

Da Frosch bei vielen Ausflügen und Wanderungen auf das Blue-Soul-Team als externen Anbieter zurückgreift, sind die Preise für die Aktivitäten etwas höher als in anderen Frosch-Zielgebieten.
Dessen sollte man sich bewusst sein und, bei Interesse an diesen Aktivitäten etwas mehr Geld einplanen!
Dafür sind die Nebenkosten für Getränke und Essen außerhalb des Hotels sehr zivil – ganz im Gegensatz zu anderen Urlaubsregionen in Italien.

Fazit:
Wer Interesse an einer gelungenen Kombination aus Wassersport, Wanderungen, Kultur und Strandleben hat, ist im Hotel „Il Tempio“ in Marina di Casal Velino gut aufgehoben.
Wer eher Interesse am Nachtleben oder „Party machen“ hat, sollte sich ein anderes Urlaubsziel suchen!

Ciao, bella Italia!

Kampanien

Barbara Dittrich

Ein Gedanke zu „Bella Italia, Kampanien – Marina di Casal Velino

  1. A. Kampanien

    Toller Bericht über ein interessantes Urlaubsgebiet. Ich plane gerade auch an einem längeren Italienaufenthalt. Danke für den ausführlichen Bericht!

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