2. Oktober 2006

Korsika -Porto Veccio- (14.09.-21.09.06)

Zum Frosch Erlebnis- und Abenteuercamp Korsika

Auch wenn es unüblich ist, fange ich mit dem Schluss an. Der Urlaub war absolute Spitze „Krass Geil Alter“ wie manch andere meinten, ich würde sofort wieder hinfahren. Wer nun noch ein paar Details lesen möchte kann dies tun, der Rest kann ja für die nächste Saison buchen.

KorsikaDie Überlegung wo es hingehen soll…
Fing an bei einem Telefonat mit meinem alten Schulfreund Marc. Wir überlegten, dass wir beide nach unserem 30. Geburtstag in den Urlaub fahren könnten. Von einer Arbeitskollegin hatte ich glücklicherweise kurz zuvor den aktuellen Frosch Sommerkatalog erhalten und war intuitiv bei Korsika gelandet. Marc zu überzeugen war nicht ganz so einfach, denn er wollte ursprünglich 2 Wochen Ägypten All Inklusive buchen, mein Spruch, dass er mit 30 zu jung für so etwas sei, überzeugte ihn dann wohl und im nachhinein hat er es nicht bereut, denn er hat alle Touren bei Ina gebucht. Marc will aber hierzu seinen eigenen Bericht schreiben, was ich gut nachvollziehen kann, so begeistert und platt wie er abends immer da saß. Wichtig war für mich, dass ich einen Urlaub buche, in dem nicht nur faules rumliegen angesagt ist, denn so kann ich nicht abschalten und denke dauernd an die Probleme auf der Arbeit, etc.. Um es vorweg zu nehmen der Plan ist 100% aufgegangen. Mit Marc habe ich witziger weise nur die Abende verbracht, der er ab dem zweiten Tag bei Ina´s Touren dabei war. Abends wurde dann kreuz und quer geredet, da jeder vom anderen wissen wollte was dieser erlebt hat und seine eigenen Erfahrung dem anderen mitteilen.

Der Abflug bei uns war um 6:20 Uhr ab Düsseldorf, was ein doch recht frühes aufstehen bedeutet, da man ca. 1,5h vorher einchecken sollte und man, in unserem Fall, von Osnabrück ca. 1,5 fährt. Der günstigste Parkplatz beim Düsseldorf Airport ist übrigens der P 23 (23,5 Euro / Woche) der leider auch immer arg voll ist (man kann telefonisch erfragen wie voll), danach kommt z.B. der P 4 (60 Euro / Woche).

Einchecken, abtasten lassen, die Schuhe ausziehen oder abscannen lassen (ja auch die Schuhe) und noch eben den Rücksack mit einem Klebestreifen auf Drogen, Sprengstoff, außerirdische Substanzen oder sonst irgend was untersuchen lassen (man hat meine Frage nicht beantwortet), schon saßen wir im Flieger mit lächelnden Stewardessen auf den Weg nach Calvi. Das Wetter in Deutschland war die Woche super gewesen, so erwarteten wir auf Korsika nichts anderes. 1,5h später waren wir in Calvi und nun konnte ich jedem zeigen, ob er es wissen wollte oder nicht, wie toll es ist eine Regenjacke zu haben an der das Wasser perfekt abperlt. Wir wurden von Ina (Montemar) und Jan (Teamer im Camp) empfangen, wobei es draußen leider regnete wie aus Eimer (405 Liter pro m_ kamen an diesem Tag herunter, was etwa _ der Jahresmenge in Deutschland entspricht und absolut nicht üblich ist!).

Der Empfang war sehr nett und die Fahrt zum Camp ging irgendwie auch vorüber (ca. 4h aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse). Angekommen gab es zur Begrüßung im Restaurant von Jilles und Sophie ein Baguette, Rotwein und Mineralwasser. Da sich der Regen noch nicht abschwächte bin ich dann (incl. Timo) gleich beim Rotwein geblieben und habe dabei noch die eine oder andere Bekanntschaft gemacht. Den Rotwein von Jilles kann man übrigens auch im nahe gelegenen Supermarkt (GEANT) kaufen, blauer 5 Liter Kanister Marke „A Torro“ der RosĂ© schmeckte uns allerdings noch besser und kosten tut der Spaß 9,5 Euro…
Das Wetter klärt am Meer schnell auf und kalt war es sowieso nicht, darum kamen wir nicht umher bei den ersten Sonnenstrahlen gleich ins Kanu zu springen und zum Strand gegenüber zu paddeln. Den Hauseigenen Strand fand ich persönlich nicht so perfekt, vor allem wenn man ihn mit den umliegenden (ca. 15-30 Minuten per Rad) vergleicht schneidet er eher ärmlich ab. Es fehlt vom Strand leider auch die Sicht aufs offene Meer. Das Foto zeigt den etwa 10 Minuten (per Rad) entfernten Strand Cala Rossa. Alternativ kann man auch noch weitere Strände besuchen.

Korsika
Korsika

Die Kanus waren alle O.K. (es können max. 10 Leute gleichzeitig fahren) bei den Räder war es so, dass 20 Stück zur Verfügung standen (wir waren 34 Leute im Frosch Camp) und diese in vier verschiedenen Größen (S, M, L, XL) so war im Prinzip für jeden etwas dabei, nur die XL Räder wurden als Festbike gemietet da es hier nur vier gab. Fahren konnte man mit den Rädern einwandfrei, allerdings hatten wir immer ein Rad in der Gruppe (wechselnd) wo deutlich das Tretlager knackte. Die Einweisung für die Fahrräder gab es dann vom zweiten Teamer Jürgen. Der hat kurz alles erklärt, wie das Zahlenschloss zu öffnen ist und wo man die Notfalltasche (Flickzeug und Werkzeug), sowie die Helme findet. Eine Fahrradversicherung für 5 Euro / Woche haben wir auch abgeschlossen, da uns die 100 Euro Eigenbeteiligung günstiger vorkamen, als die 600-800 Euro „Eigenbeteiligung“ ohne Versicherung.

Generell muss man eh sagen, dass alles auf absolut freundschaftlicher Basis ablief. Jan hat sich hier besonders heraus gestellt, Danke! Da ich mit den Begriff Teamer nichts anfangen konnte will ich es kurz erklären, der Satz der vorne im Katalog steht „Betreuung ja Animation nein“ passt sehr gut. Abends nach dem Essen (jeweils um 19:30 Uhr) stellten Jan und Jürgen ihr Programm vor. Jürgen was für die Bikertouren und bei Jan ging es ums wandern. Des weiteren konnte man die Beiden jederzeit um gute Tipps zum Thema Strände, Einkaufen, etc. fragen und bekam immer eine freundliche und hilfreiche Antwort bzw. Vorschlag für die eigene Tour am nächsten Tag. Bei Jan war es zudem so, dass er keine Kompromisse eingegangen ist, er hat immer für alle die perfekte Lösung gehabt. Beispiel hier war als 14 Leute mit auf seine Wanderung mitwollten und er in den VW-Bus nur 10 rein bekommt, da wurde so lange telefoniert bis er einen zweiten VW Bus hatte um auch wirklich alle zufrieden zu stellen.

Die Leute die im Camp waren sehr heterogen, was seltsamer weise überhaupt nicht gestört hat. Zusammenfassend kann ich sagen, dass alle sehr nett und offen waren. Ich hätte nun nach meinem ersten Frosch Urlaub kein Problem eine Reise (bei Frosch) allein anzutreten. Was aus meiner Sicht nicht unerwähnt bleiben darf, nach einem Tag bildetet sich aus der Masse heraus eine mehr als außergewöhnlich Truppe, zu der ich auch dazu gehören durfte. Hat halt den Nachteil das ich nun vier neue Freunde habe, aber was tut man nicht alles um dazu zu gehören…

Da wir lieber unseren eigenen Wege gehen wollten (Katharina und Aric waren hier treibende Kraft, noch mal ein Danke dafür von hier) brauchten wir täglich Fahrräder (war kein Problem), eine Landkarte (danke Marc und entschuldige den Knick), Baguette, korsischen Käse (Corso Veccio als Tipp), Obst und Wasser. So ausgerüstet haben wir etliche Terpen… Serpentinstrassen bezwungen, traumhafte Strände von Korsika genossen, den GR 20 stückweise bewandert, in Gumpen gebadet und einfach tausend wunderschöne Seiten von Korsika entdeckt. Dazu mussten wir auch noch dauernd lachen, weil die Gruppe irgendwie witzig war. In diesem Sinne möchte ich nun auch alle verewigen als da wären Meike, Katharina und Aric (die Beiden müssten eigentlich als ein Wort geschrieben werden) und Timo. Es war super mit und gerade durch euch!

KorsikaKorsika hat unheimlich viel zu bieten, z.B. Bonifacio wo herrlich verwinkelte Gassen sind oder man super an der Felsküste entlang laufen kann, man muss sich hier auch mal die Treppen anschauen die in die Häuser hinein führen, echt steil. Unterschiedlichste Strände an dem einem war z.B. das Wasser auch deutlich kälter als an dem anderen, Land, Leute wie auch immer, es ist eine Reise Wert und das von mir der ja eigentlich viel lieber in den Winterurlaub fährt. Die Reise ist aber ganz klar bei meinen persönlichen Top 3 dabei.
Entweder man schließt sich den Vorschlägen der Teamer an oder organisiert was eigenes, so oder so wird man herrliche Eindrücke bekommen und nichts ist Pflicht oder gezwungen, ein Tag am Strand geht genauso, wie Freeclimbing mit Ina, man kann sich jeden Tag neu entscheiden. Wer allerdings nur eine Woche bleibt sollte sich schnell darüber bewusst werden wie kurz das ist, viel Zeit zu rumbummeln bleibt da nicht wenn man was erleben und sehen will.

Korsika

Zum Schluss ein paar Fakten zum Camp (auch wenn das denn jeder vor Ort erfahren wird). Frühstück gab es zwischen 7:30 Uhr und 10 Uhr. Es war als Buffett aufgebaut und bestand aus Crossiant, Baguette, Schwarzbrot, Geramont, Gouda (oder so etwas), zwei Sorten Müsli, Joghurt, Kaffee, Milch Tee, Saft und etwas Obst. Wer Wurst will sucht das weite wobei es bei uns ab und zu etwas gab, war aber wohl das erste mal diesen Sommer.

Das Abendessen wird gemeinsam um 19:30 Uhr eingenommen und besteht aus drei Gängen. Hier ist keine falsche Bescheidenheit angesagt, wer nachnehmen möchte muss dies sagen! Normalerweise gibt es immer noch eine Portion nach wenn man fragt. Das Essen war unterschiedlich und im großen und ganzen gut. Vorspeise meist Salat, das Hauptgericht von bis, als da wären z.B. Nudeln mit Pesto, Curryhähnchen mit Reis, einen Tag gab es Fisch (da hatte ich mir leider mehr versprochen), etc.. Nachtisch dann Eis oder irgendwas süßes.

Die Getränke zum Essen zahlt man selber und das auf die französische Art, heißt eine Rechnung pro Tisch und jeder legt das rein was er hatte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (keiner hatte Kleingeld) klappte das irgendwie auch. Bier ist auf Korsika recht teuer eine 0,25l Flasche lag so bei 3 Euro. Wein hingegen schmeckt lecker und die 0,5l Karaffe kostet 3,5 Euro. Ich hab mir morgens immer zwei Flaschen Mineralwasser geholt die man im Restaurant gekühlt kaufen konnte, somit hatte ich immer einen gekühlten Rücksack für unseren Proviant. Besonders zu empfehlen ist allerdings das korsische Quellwasser, Jan hat uns hier gute Tipps gegeben wo Quellen sind. Das schmeckt lecker!! Das Obst im Supermarkt sieht übrigens nicht immer einladend aus, die Nektarinen waren aber unvergleichlich lecker!

In den Bungalows steht eine Kühlbox, Kühlakkus muss man bei Jilles kaufen für 0,5 Euro pro Stück. Unser Bungalow war soweit i.O. eine kleine Pfütze am Eingang begrüßte uns die war aber nach dem starken Regen weg. Ansonsten sind die Bungalow sehr hellhörig, so dass ich die erste Nacht nicht wirklich geschlafen habe, danach war es allerdings kein Problem mehr der Körper war froh über jedes bisschen Schlaf was er bekommen konnte (keine 30h die Woche). Die Toiletten und die Duschen waren sauber und absolut o.k. für einen Campingplatz, denn man darf nicht vergessen, dass es einer ist auf dem man nächtigt.

Für mich noch besonders zu erwähnen war zum einem das Sonnenaufgangspaddeln, wo Meike mehr gesprochen hat als ich und die Beachparty mit Ali. Ich habe selten eine einzelne Person an einer Gitarre mit so einer Stimmgewalt erlebt! Ali wenn du nach Aachen kommst, ich bin dabei! Vielleicht hier noch eine kleine Kritik, denn was uns oft fehlte war abends bei Musik in Ruhe einen Wein trinken zu können. Bei Gilles ging es aufgrund der Nachtruhe nur bis 22 Uhr, danach gab es nichts mehr (meist war er einfach weg) und Porto Veccio ist einfach zu weit weg (mit dem Fahrrad ca. 10 Minuten).

Dann noch der Rückflug bzw. erst die Abschiedsparty die für mich nur bis 0:30h ging da sich langsam eine Erkältung ausbreitete, die anderen haben aber noch etwas weiter gemacht und Aufgestanden sind wir gegen 4:15 Uhr um pünktlichst am Bus zu stehen. Christian, der zwei Wochen gebucht hatte, ist sogar extra aufgestanden um uns zu verabschieden, super nette Leute halt im Camp.

Auf dem Rückflug waren die Sicherheitskontrollen wesentlich schwächer und zu schweres Gepäck wurde auch nicht bemängelt. Begleitet von vier „hübschen“ Stewards (ja Männer, was mir persönlich als hetero Single ja immer etwas Angst macht), die auch nicht davor zurück zu schrecken Leute zu maßregeln falls man sich beim Bestellen vor eine Frau vordrängeln will, landeten wir 1,5h später in Düsseldorf.

Nun sitzt man hier, schreibt einen Reisebericht und bekommt immer wieder neue Bilder, Situationen und Sprüche in den Kopf, die einen sofort wieder in den Urlaub zurück ziehen.

Dirk Teichert

2 Gedanken zu „Korsika -Porto Veccio- (14.09.-21.09.06)

  1. Angela Weymann

    Hallo Dirk, toller Bericht. Ich bin in der Urlaubsplanung dieses Jahr auch bei Korsika gelandet und auch Aktivurlauber, kein Strandtyp, aber noch am überlegen wo ich buche. Was mich ein bisschen bei eurer Tour abschreckt sind die Fahrräder, denn Korsika ist doch sehr bergig, für mich eher zum wandern geeignet. Wie war denn das Wetter bei euch? Du schreibst als ihr ankamt hat es geregnet und du hast dir eine Erkältung geholt. Ich habe vor im Oktober zu fahren.
    Habe auch eine Empfehlung für dich. Bin neulich den Elberadweg von Dresden nach Dessau gefahren – absolut klasse, macht echt Spaß. Fährt sich toll und es gibt viel zu sehen, wo es lohnt anzuhalten. Reisebericht steht unter http://www.elberadweg.de
    Herzliche Grüße Angela

  2. Evelyn Leppich

    Schön, dass ihr euch die Zeit nehmt und so ausführliche Berichte schreibt. Ich habe mehrere gelesen und mich für die Reise nach Korsika im Sept. 08 entschieden. Die Berichte waren dabei sehr entscheidend. Ich freue mich drauf, da ihr ja viel Interessantes erzählt habt. Super.

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