12. Oktober 2010

Korsika – Ursprünglichkeit, die fasziniert!

Reisebericht von Brigitte Brand (b.brand07 at web.de)
FROSCH Reiseziel Sportcamp Valinco auf Korsika

Ende August und mein Urlaub stand bevor. Endlich! Vor Jahren hatte mich diese Insel bereits begeistert – und es gab noch so viel Interessantes zu entdecken.

Die Anreise mit Zug, Flugzeug und der 4-(eher 5-)-stündigen Serpentinen-Busfahrt quer über die Insel zu unserem eigentlichen Ziel Porto Pollo am Golf de Valinco im Südwesten von Korsika dauert ganz schön lange. Da das Ganze auch noch durch etliche Pannen (für die nicht Frosch verantwortlich war) in die Länge gezogen wurde, kamen wie erst in der Nacht gegen 1.00 Uhr völlig übermüdet im Camp an. Dort begrüßte uns geduldig wartend das Service-Team und nachdem Bettwäsche und Schlüssel verteilt waren, bekamen wir sogar noch ein Abendessen. Danach sehnten sich alle nur noch nach einem Bett.

Am nächsten Morgen konnte der Urlaub bei bestem Wetter so richtig losgehen. Nach dem Frühstück mit vielen neuen Gesichtern kam die obligatorische Vorstellung des gesamte Frosch-Teams inkl. dem angebotenem Sport-Programm und die ersten Schnuppertouren fanden statt. Zu Fuß ging es gemächlich durch bzw. um den kleinen Ort Porto Pollo mit allen wichtigen Anlaufpunkten. Danach lernten wir per Bike bereits die typisch „korsisch flachen“ Wege der Insel kennen – bergauf und wieder runter … bergauf und wieder runter …!

Am Abend stellte Martin vom Partner „Montemar-Outdoorsports“ in einem Bild-Vortrag zuerst die Insel und dann seine angebotenen Touren (Alpinwandern, Canyoning, Klettern) vor. Viele, viele interessanten Informationen bekamen wir zu hören und manchmal konnte man gar nicht so schnell denken wie Martin geredet hat. Ich dachte mir dabei nur: Hoffentlich ist er auf seine Touren nicht auch in dem Tempo unterwegs!

Am Montag entschied ich mich an der von Frosch angebotenen Wanderung mit Wanderguide (und Reiseleiterin) Alex teil zu nehmen. Ziel war die Cupabia-Bucht. Wir starteten direkt am Camp und durften uns gleich über einen netten Anstieg zum wach und warm werden freuen: Den Mare et Monti Sud hinauf bis Serra di Ferro. Unverkennbar war das „mein“ Korsika: Ausblicke zum genießen und träumen, kontrastreiche herrlichste Natur – einerseits viele imposante Berge in jeglicher Höhe, andererseits viel Küste mit Meerzugang und Buchten wie aus dem Bilderbuch. Nach gemütlichem weiter wandern und dem Abstieg zur Cupabia-Bucht wartete ein Strand mit klarem türkisfarbenem Wasser. Wir legten einen ausgiebigen Badestopp ein und nach erfrischender Abkühlung im Meer lagen wir ganz unsportlich in der Sonne – mit dem großen Vorteil: Die Hauptsaison war vorbei und die vielen Touristen der vergangenen Wochen erlebten wir (fast) nur durch Erzählungen. Der Rückweg war ebenfalls sehr nett und wir Gäste hatten Gelegenheit uns noch besser kennen zu lernen. Auch die schon mehr geforderten Alpinwanderer mit Guide Martin waren voll auf ihre Kosten gekommen. Die Erzählungen alleine waren schon beneidenswert.

Die Biker fanden ihre Tourenstrecke ja „eigentlich“ auch sehr nett – wenn es nur nicht so viele Dornen und sonstige Schlauchschädling gegeben hätte! Neun platte Reifen – das gibt’s auch nicht alle Tage! Aber Froschgäste sind bekanntlich gut gelaunt und abenteuerlustig, sodass dies auch kein wirklicher Grund war den Radelspaß zu verderben. Außer vielleicht Lars, dem Bikeguide: Ihm wurde es letztendlich doch etwas zu viel mit den Löchern und dem immer knapper werdenden Flickzeug. Ich glaube er war mehr als froh als alle seine Schützlinge (sowohl Mensch als auch Bike) wieder am Camp  waren.

Am Dienstag kam dann mein persönliches Highlight des leider nur einwöchigen Urlaubs: Die Klettertour mit Martin. Nach einigen (letztendlich ignorierten) Selbstzweifeln, großem Respekt und noch mehr Neugier bzgl. der Tour war ich einfach nur froh und glücklich dabei gewesen zu sein. Ich kann jedem nur empfehlen, der irgendwelches Interesse Richtung klettern hat, mitzumachen! Wir waren zwar „nur“ am Via Verrata (Klettersteig), aber als Kennenlerntour des Kletterfeelings, von mongolischen Brücken, Seilbahnen(?) und zu überwindendem Kletternetz bestens geeignet! Mit Worten schwierig zu beschreiben – einfach erleben!

Das positives „Problem“ – nicht nur an diesem Tag: Die anderen, parallel stattfindenden spannenden und attraktiven Unternehmungen – wie z. B. eine Flusswanderung, eine reizvoll klingende Radtour und Wassersport hoch 3. Nicht einfach sich zu entscheiden und dabei immer locker zu bleiben!

Am Mittwoch fuhr ich mit dem angebotenen Bus-Ausflug nach Bonifacio – ein wenig Kultur zwischendurch. Eine sehenswerte Stadt mit interessantem Flair! Großer Nachteil: Die relativ lange Anfahrt, (in unserem Fall durch Busverspätung und Stau noch extremer) mit anschließend viel zu wenig Zeit um all das Sehenswerte wie Oberstadt, die Treppen des Königs von Aragon, Felsen- und Patroullien-Spaziergang, nette Gassen und Geschäfte und noch mehr unter einen Hut zu bekommen. Zusätzlich gab es noch die Bootsfahrt, die ich/man nicht versäumen wollte/sollte, mit vielen Interessanten Informationen über diese charaktervolle südlichste Stadt Korsikas. Zudem hatten wir vom Meer aus einen klasse Blicke auf die direkt auf den über dem Wasser hängenden Kalkfelsen gebauten Häusern und konnten die außergewöhnlichsten Grotten bestaunten. Für mich vermittelt so eine Bootstour auch immer noch ein ganz eigenes Gefühl von Urlaub und relaxen.

Pünktlich um 16.00 Uhr musste es schon zurück nach Porto Pollo gehen. Für mich und viele andere der Gruppe nicht ganz nachvollziehbar, da am Abend die Küche sowieso kalt blieb und wir auf eigene Faust unser Abendessen „organisieren“ mussten. Verständlicher wurde das Ganze, als Alex erklärte, dass der gemietete Bus bei längerem Aufenthalt um vieles teurer und damit die Tour noch weniger rentabel gewesen wäre .

Am Donnerstag gab es dann die anspruchvollste von Frosch angebotene Wanderung (Tour Quenza) und parallel die am meisten Kondition erforderliche Radtour. Ich schloss mich nochmal der Wandertruppe an, dem Drahtesel in Verbindung mit den korsischen Bergen gegenüber hatte ich zu viel Respekt.

Wie bei allen anderen Gebirgstouren auch, mussten wir einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen, ehe wir los wandern konnten. Also ging es zuerst mit dem Bully die Serpentinenstraßen entlang durch das alte Rocca-Gebirge bis Quenza. Von dort wanderten wir bei herrlichem Wetter durch die immer abwechslungsreiche und reizvolle Landschaft Korsikas, durchquerten Macchia und Wälder, die typisch korsischen Dörfer Serra die Scopamena und Sorbollano und hatten die genialsten Ausblicke auf das beeindruckende Bevella-Massiv. An den kleinen Bächen unterwegs machten wir Rast, ließen uns die allseits beliebten „Selfmade-Fühstücks-Sandwiches“ schmecken, nahmen noch eine Erfrischung in einem Cafe der Bergdörfer um uns dann schon wieder auf den Rückweg zu machen. Fazit: Die Tour machte Lust auf mehr! An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an Alex: Super, dass du dir die Mühe gemacht hast diese Tour auf eigene Faust zu „erwandern“ und neu ins Programm aufzunehmen! Sicher immer noch nicht ganz vergleichbar mit den Alpin-Wanderungen von „Montemar-Outdoorsports“, bei denen doch noch etwas mehr „gekraxelt“ werden darf, aber ansonsten nicht weniger interessant!

Die Radler hatten an diesem Tag den Ziegenberg als Ziel. Sie legten gleich einen neuen Streckenrekord vor – und konnten dann am Nachmittag entspannt den Strand genießen.

Der Freitag war schon mein letzter Tag. Morgens machte ich mich mit dem Bike auf Entdeckertour Richtung Filitosa, nachmittags gönnte ich mir zum Abschluss „nur“ Strand und Passiv-Sport: Der Wind war gut, die Kite-Surfer waren rasant schnell auf ihren Brettern unterwegs und ihre fantastischen Sprünge ließen mich nur voller Begeisterung staunen. Schade, dass ich (bisher) kein großer Wassersportler bin. Ein anderes Actionerlebnis an diesem Tag war die Canyoning-Tour. Ausführlichere Beschreibung zu allen Touren von Partner-Guide Martin gibt es auch auf seiner Internetseite www.montemar-outdoorsports.de

Am Samstag ging es dann schon wieder gen Heimat. Unsere Fahrt zum Flughafen nach Bastia übernahm Alex und wir hatten die Möglichkeit die Küstenstraße entlang zu fahren. So kamen wir in den Genuss noch einmal ganz viele schöne und faszinierende Eindrücke Korsikas in uns „aufzusaugen“: Gebirgszüge, Meer und Strand vom Feinsten – aber in Richtung Nordosten kommend auch ein landschaftlich ganz anderes, nicht minder beeindruckendes Stück Insel kennen zu lernen: Sehr viel mehr Wiesen und Felder. Wirklich nicht leicht, an den herrlichsten Stränden und dem fantastischen Panorama einfach so vorbei zu fahren – nur weil da dieses Flugzeug wartet!

Wie schon angesprochen, kann ich über den Wassersport-Teil nicht viel berichten, da ich weder aktiv dabei war, noch aus der Truppe aufschlussreiche Erzählungen mitbekommen habe. Sehr schade, umständlich und hinderlich fand ich, dass die von Frosch zur Verfügung gestellten Kajaks am Camp gelagert wurden und bei jeder Benutzung von dort zum Meer (und zurück!) geschleppt werden mussten. Die Dinger sind nicht gerade leicht und da kann auch der kürzeste Weg ganz schön lange werden. Nicht nur mich hat diese Tatsache davon abhalten dieses Sportangebot intensiver zu nutzen.

Das sportlichen Rahmenprogramms bestand aus einem Volleyballturnier und sensorischer Gymnastik, also auf jeden Fall ausbaufähig.

Die Abende im Camp bzw. an der dazugehörigen Bar waren nett und unterhaltsam – jeder wie er mochte: Kickerturnier, andere Lustigkeiten, einfach nur quatschen und genießen – oder in die Sterne gucken. Wer allerdings die super große Partysause erwartet, findet sich sicher bei anderen Zielen besser aufgehoben.

Zum Thema Verpflegung: Das Frühstücksangebot war absolut ausreichend, zum „Üblichen“ gab es täglich wechselnd immer noch ein „Leckerli“ (Eier, Crossants, edleren Käse, süße Brötchen, …). Großes Manko: Keine wirkliche Alternative zum Baguette. Super Pluspunkt: Die Sanwiches für unterwegs sind inklusive – selbst kreiert, jeder wie er mochte. Mein Wunsch: Bitte auch für andere Sommerziele einführen!

Für das nicht unbedingt französisch ausgeprägte Abendessen ließ sich Koch Philipp stets die interessantesten Namenskreationen einfallen, die jeden erst mal neugierig machten – guter Hunger war sowieso vorhanden. Es gab zwar (meist) kein Alternativ-Menü, trotzdem behaupte ich mal, es kam jeder auf seine Kosten.

Die Holzhütten waren bzgl. der Ausstattung völlig ausreichend. Was braucht man mehr als Bett, Schrank und DU/WC? Ja, ein Kühlschrank in den Bungalows wäre noch eine super Sache. Dieser war/ist leider nur in den Minnivillen vorhanden. Und evtl. eine Außenbeleuchtung auf der Veranda?

Mein Fazit: Wenn man auf Natur und Ursprünglichkeit steht, ist Korsika eine geniale Insel! Mit dem netten Camp, vielen Gleichgesinnten und dem von Frosch (und Partnern) angebotenem Sport-Programm macht es einfach nur Spaß seinen Urlaub dort zu verbringen – und der Abschied fällt nicht leicht. Ich werde auf jeden Fall noch gern und lange daran zurück denken und hoffe, dass ich bald wieder dort landen/stranden werde.

Die in diesem Bericht etwas weniger positiv formulierten Punkte möchte ich als konstruktive Kritik verstanden wissen, die so hoffe ich Frosch dazu veranlasst, evtl. das eine oder andere Problemchen aufzugreifen, sich Gedanken zu machen, über Verbesserungen nachzudenken um so noch zufriedenere Gäste begrüßen/verabschieden zu dürfen.

Brigitte

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