20. Februar 2013

Kreta 2012 – Hike & Bike mit Frosch & Maik

Reisebericht von Claudia Ersfeld
FROSCH Reiseziel Sportclub Dimitra in Almyrida, Kreta – Griechenland

Meine Kollegin hatte mir Frosch Sportreisen  empfohlen. Ich bin um die Angebote herumgestrichen wie ein hungriger Fuchs um den Igel, in der Hoffnung, dass sich noch etwas anderes ergibt. Singlereisen?

Ein unterhaltsamer Reisebericht (von Jörg), der nach viel Spaß klang, ließ mich kurz entschlossen ein halbes Doppelzimmer buchen.

1. September: Der Flug verging erfreulich schnell. Mit meiner Tasche im Schlepptau suchte ich den Oberfrosch. (Wieso hatte ich erwartet, dass der ein grünes Basecap mit Ping-Pong-Ball-Augen drauf trägt?)

Wir rollten unser Gepäck zu einem 9-Sitzer und ich schwang mich auf die hintere Sitzbank, wo schon ein Frosch saß, während die anderen noch unschlüssig davor standen. Ich habe selten jemanden getroffen, mit dem ich so schnell auf einer Wellenlänge war.

Auf der Fahrt zum Hotel fuhren wir ständig auf einen riesigen gelben Vollmond zu, der sehr unrealistisch nach Stummfilm-Kulisse aussah. Sehr selten, versicherte der Fahrer.

Die sympathische Frau vom Flughafen war meine Zimmergefährtin. Wir einigten uns in weniger als einer Minute über alles, was in der Woche wichtig werden könnte und verteilten in Windeseile unsere Klamotten in Schränke und Schubladen. Das Abendessen wartete. Das Essen war wirklich so lecker, wie im Reisebericht beschrieben.

Schon beim Abendessen vermischten wir uns mit den anderen Frisch- und auch Alt-Fröschen. Der Abend endete spät und sehr amüsant an der gut sortierten Bar.

2. September 2012: Die Bikes waren super. (Ich bin – wenn auch zäh – nicht besonders gut trainiert.) Die erste Steigung zog sich. Ich wollte sie einfach nur hinter mich bringen. Ich trat in die Pedale, um den Weg nach oben abzukürzen, zog vorübergehend an einigen Mitstreitern vorbei, die gelassen und vielleicht auch etwas erstaunt meinem konditionstechnischen Kamikaze zusahen.

Die Steigung hatte entschieden die längere Puste und mir ging meine aus. Ich stieg ab. Sonst wäre ich vom Fahrrad gefallen. Sofort hatte ich Maik an meiner Seite. Der gute Schäfer… immer bei seinem letzten Schäfchen. Er redete beruhigend auf mich ein, und gab mir damit Zeit, wieder unter 260 Herzschläge pro Minute kommen. Eines habe ich behalten und beherzigt: Finde dein eigenes Tempo.

Die Rast war ein echtes Highlight und jede Anstrengung wert. Hier bot sich nicht nur eine pittoreske Kapelle, sondern auch eine liebevoll gestaltete Taverne mit weitläufiger Terrasse und vielen Details, die unsere Kameras heißlaufen ließen. Nach ‚nur noch einmal rechts und einmal links’ ging es in rasender Fahrt nur noch mit flatternden Ohren bergab.

Am Nachmittag schnappten wir unser Badezeug und gingen zum wenige Minuten entfernten Strand. Wir fanden ein halbschattiges Plätzchen in der Nähe der Mauer und schlugen unser Lager auf. Kurz vor vier gingen wir zum Hotel zurück, wo Corinna und Nicole im Akkord Waffeln buken. Super Urlaub!

Im Garten war eine Slackline gespannt. Keine Frage, die musste ausprobiert werden. Ein breites Nylonband, straff gespannt, das sollte doch wohl machbar sein. Oder? H. versuchte sein Glück. Mann, ist das schwer! Ich beschränkte mich aufs Filmen.

Kurz vor dem Abendessen gab Maik uns unten im Bootshaus die Kanueinweisung. Er begann mit: „Wir haben hier eine gewisse Grundordnung.“ Doch bevor es ans Eingemachte ging, kamen noch ein paar Nachzügler. Maik begann von vorne: „Also, wie ich schon sagte, wir haben hier eine gewisse Grundordnung.“ Weitere Nachzügler trafen ein. Maik fuhr in seinem Vortrag fort. Die nächsten Verspäteten eilten mit Handtuch-Turbanen auf den Köpfen herbei. H. bemerkte trocken: „Wir haben hier eine gewisse Grundordnung…“ Die nächste und letzte Gruppe begrüßten wir im Chor mit: „Wir haben hier eine gewisse Grundordnung…“

Nach dem Abendessen besetzten wir den Tischkicker. Erst waren wir Weibchen nur für die Spielstandanzeige zuständig, dann mussten wir auch mitspielen. Als außer uns nur noch Nicole hinter ihrem Tresen dezent vor sich hin gähnte, lösten wir unsere Spielvereinigung auf und schlichen uns leise in unsere Zimmerhälften.

3. September: Um 8:00 Uhr startete der Bus zur Samaria- Schlucht. Die Sonne schien und doch war es oben in den Bergen am Eingang der Schlucht saukalt. Der größte Teil der Strecke war waldig und sonnengeschützt, was sehr angenehm war, nachdem wir erst einmal aufgetaut waren. Fotomotive gab es reichlich. Lichtspiele zwischen den Blättern, spektakuläre Ausblicke, schroffe Felswände, Ziegen und jede Menge Frösche.

Es ging in großen unregelmäßigen Stufen nach unten, durch Geröllhalden, über Holzstege und Felsbrocken und ab und zu auch über ebene Strecke.

Nach der Hälfte der Strecke machten wir in Samaria Village, einem verlassenen Dorf inmitten der Schlucht, Mittagspause. Die wenigen Steinhäuser umstanden malerisch den Dorfbrunnen und Ziegen trabten wie Statisten durchs Bild. Uralte Bäume spendeten uns Schatten, als wir nebeneinander auf der Dorfmauer saßen und unsere Bütterchen aßen und kühles Quellwasser dazu tranken.

Nach sechs kurzweiligen Stunden hatte die Schlucht zu Ende. Nur die Strecke zur letzten Snackbar unten am Strand zog sich dann doch noch. Wir tranken eine kalte Limo, zogen aber ein Bad im Meer einer Mahlzeit vor. Der schwarze Kiesstrand war heiß wie die Hölle. Aber für Badelatschen hatte ich keinen Platz gehabt. Also rennen. Umso schöner war es, ins Wasser einzutauchen und die Körpertemperatur wieder in den grünen Bereich zu bringen.

Eine Stunde Schifffahrt in der Abendsonne an der Küste entlang heimischen Ufern entgegen. Anschließend noch anderthalb Stunden Bus, dessen Klimaanlage auf minus 3 Grad stand. Etwas unterkühlt erreichten wir unser Hotel. Eine Dusche zum Aufwärmen und ab zum Abendessen.

4. September: Die Treppe zur Frühstücksterrasse wurde für unsere Muskelkater zum Prüfstein. Wir beobachteten die Opfer, die steifbeinig die Stufen herunterstaksten und verteilten Haltungsnoten. Wer den Schaden hat…

Über eines waren wir schnell einig: Heute kein Sport, sondern Wunden lecken. Wir entschieden uns für den Strand. Von Ruhe keine Spur. Ein Wort gab das andere und wer nicht gerade mit Sprücheklopfen beschäftigt war, lachte.

Als ich zum Abendessen herunterkam, hatte V. schon den Tanz eröffnet. Ich ließ mich nicht lange bitten und wir animierten noch ein paar Frösche, mitzumachen.

Heute Abend wurde gegrillt. Das Buffet war draußen aufgetragen worden und wir sahen die ganzen Köstlichkeiten an uns vorbeidefilieren. Die Auswahl war riesig und Maria hatte sich wieder selbst übertroffen.

5. September: Die Radtour nach Aptera wollte ich gar nicht mehr mitmachen nach der Blamage am Sonntag. Ich ließ mich überreden. Maik war bereits zur ersten größeren Steigung an meiner Seite und machte den Coach. Ich strampelte stumm zu Maiks tiefenentspannten Mantras die Straße hoch. Ohne absteigen! Den Nachmittag verbrachten wir am Strand. Einfach herrlich.

Abends saßen wir gemütlich auf der Terrasse zusammen und harrten der Frisch-Frösche, die da kommen sollten.

6. September: Auf dem Programm stand eine Wanderung ohne zusätzliche Bustransfers.

Die Tour war locker zu meistern und führte uns zu Höhlen am Wasser. An einer anderen Stelle badeten wir schließlich. Leider hatte ich keine Schnorchelausrüstung dabei. So konnten wir uns nur anhand von H’s Schilderungen vorstellen, wie schön es auch unter Wasser war. Nachmittags gammelten wir am Pool herum.

Abends ging es nach Chania. Wir versammelten uns – aufgebrezelt und parfümiert – am Bus. Vom Zentrum aus zerstreuten wir uns gruppenweise in die Stadt. Bevor der Sonnenuntergang einsetzte, kletterten wir zur Festung hinauf und gönnten uns dort einen schönen Rundumblick über die Stadt. Es gab so viel zu sehen; die Motivklingel gab keine Ruhe. Ein Haus, von dem nur noch die Mauern standen, diente einem Restaurant als Behausung. Balkone, die dicht an dicht an Häusern kleben, wie Adventskalender mit geöffneten Türchen. Die winzigen Läden, deren Warensortiment in die noch engeren Gassen herausquillt, Und überall wilde kleine Katzen.

Danach ging es zurück zum Hafen; H. wollte unbedingt den Leuchtturm im Sonnenuntergang fotografieren. Wir kletterten Arndt auf die äußerste Landspitze am Fuß des Leuchtturms.

Es war unbeschreiblich schön, dort draußen noch warm von der Sonne im kühlen Seewind zu sitzen und aufs Meer zu schauen. Als die Sonne schließlich komplett im Meer untergetaucht war, machten wir uns auf den Weg zu dem Lokal im Kulissenhaus. Das Essen war passabel, der Service verbesserungswürdig. Dafür spielte dort ein Ensemble griechische Musik und verdiente sich damit das Trinkgeld, das wir am Service eingespart hatten.

7. September: Heute stand die letzte Wanderung auf dem Plan: durch die Dictamos-Schlucht. Die Tour war recht anstrengend. Wir kletterten über riesige Felsbrocken, stapften durch steiniges Flussbett und erklommen steile Pfade.

Das Ende der Wanderung kam gerade noch rechtzeitig für uns. Wir bestellten uns eimerweise kalte Getränke in der Taverne und eine Kleinigkeit zu essen. Ein Teil der Gruppe brach dann mit den Fahrrädern gen Heimat auf, wir ließen uns im Bus kutschieren. Wir verbrachten den Nachmittag am Strand mit Power-Beaching. An der Bar durfte heute ausnahmsweise die Musik lauter gedreht werden. Wir entledigten uns unserer Schuhe und tanzten los. Das Abendessen war eine eher unwillkommene Störung. Aber lecker!

8. September: Wir hatten uns aufs Kajakfahren gefreut, aber Wind und Wellengang machten uns einen Strich durch die Rechnung.

G. hatte die Idee, einen Wagen zu leihen und auf eigene Faust die Insel erkunden. Eine Dreiviertelstunde später brachen wir zu viert auf. Unser erstes Ziel war der Strand von Georgioupoli. Dann ging es weiter nach Retimon, wo wir die weitläufige Festung besichtigten. (Vorsicht vor Monsterwellen an der Uferpromenade!) Im venezianischen Hafen entschieden wir uns für Mittagessen im zweiten Lokal ganz vorn.

Satt und zufrieden fuhren wir in nicht enden wollenden Serpentinen einen Berg hinauf, um uns oben das Kloster von Moni Arcadi anzusehen. Die Zeit wurde knapp und wir jagten das kleine Auto, was die Reifen hergaben. Am Ende hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit zum Duschen und Packen.

Dann hieß es Abschied nehmen. Nachdem ich so zwiespältig diese Reise gebucht und angetreten hatte, wollte ich jetzt gar nicht mehr weg. Alle waren gekommen, um uns zu verabschieden. E-Mail-Adressen und Telefonnummern hatten wir schon ausgetauscht. Umarmen, drücken, Küsschen. Und dann waren wir fort.

Wir hängen immer noch zusammen an Rhein und Ruhr. Und jedes Treffen – mal hier, mal da – macht einen Riesenspaß!

Ein Gedanke zu „Kreta 2012 – Hike & Bike mit Frosch & Maik

  1. Jörg

    Hallo Claudia,
    Dein Bericht hier liest sich mindestens genauso entspannt… 😉
    Lieben Gruß,
    Jörg

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