21. Oktober 2010

Lesbos – der Mythos von Sonne, Strand und Meer (11.08. – 25.08.2010)

Reisebericht von Andreas B (Ski-Andi ()war-im-urlaub.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Hotel Aphrodite – Lesbos

Da ich mich mal wieder nicht entschließen konnte, wurde die Last-Minute-Auswahl täglich kleiner. Nach Sarti im letzten Jahr wollte ich diesmal einen anderen Sportclub kennenlernen und entschied mich für Lesbos. Eine sehr interessante Wahl wie sich herausstellte.

Die Anreise ging mitten in der Nacht los, da der Flieger in D’dorf schon morgens um 7 Uhr startet. In der Hoffnung, diesen ver­regneten Sommer hinter mir zu lassen, nahm ich das hin. Vor mir lagen ja 14 Tage sonniger Urlaub mit hochsommerlichen Temperaturen, einigen MTB-Touren, griechischem Wein und kaltem Mythos.

Das Hotel:

Kaum im Hotelzimmer angekommen fiel ich reisemüde ins Bett. Zu dumm nur, dass ich die Balkontür nicht geschlossen hatte. So ging die Klimaanlage nicht an und statt einem erholsa­men, kurzen Mittagsschläfchen hatte ich mich selber gegrillt. Ist mir auch nur das eine Mal passiert. J Noch ziemlich groggy und keineswegs erholt torkelte ich zum Strand und wollte ein kühlendes Bad im Meer nehmen. Wirklich kühl war nur hinterher das Mythos. Beim gemeinsamen Abendbrot lernte ich bald die anderen Mitreisenden und die Teamer kennen. Mit knapp über 20 Leuten waren es viel weniger Frösche, als ich es von Sarti her kannte. Auch fühlte ich mich mit Anfang 40 als einer der Jüngeren in der Runde.

Das Essen war in Ordnung. Gourmands werden hier zufriedener sein als die Gourmets. Langschläfer sollten wissen, dass das Frühstücksbuffet um 10 Uhr abgeräumt wird. Abends kommt dann auch mal die eine oder andere Mücke zu Besuch. Unfreiwillig musste ich mein Essen mit den frechen Spatzen teilen, die alles vom Frühstückstisch pickten auch wenn man noch am Tisch saß. Die wohl­genährten Hunde und Katzen streunten einem um die Beine und bettelten ständig um eine warme Mahlzeit.

Über den kostenfreien Internetzugang des Hotels konnte ich den Wetterbericht vom verreg­neten Deutschland verfolgen und war umso glücklicher, auf Lesbos in der Sonne zu sein. Für einen kurzen E-Mail-check waren die kleinen Laptops ausreichend.

Das sehr beliebte Strandhaus ist nicht jedermanns Sache. In unserer Woche sind 2 Frösche ins Haupthaus umgezogen, weil ihnen die Einrichtung zu alt, schlicht und muffig war. Die Tauschpartner waren umso glücklicher, doch noch ein Zimmer direkt am Strand erhalten zu haben. Ich persönlich war froh, ein Zimmer im Haupthaus zu haben.

Radtouren:

Gleich am zweiten Tag ging die erste größere Tour nach Skála Sikaminéas. Die Gruppe der Biker war überschaubar klein. Zibi hatte deswegen nicht weniger Arbeit mit uns. Hatten wir doch gleich nach dem ersten größeren Anstieg zwei platte Reifen, die Zibi fluchend reparierte. Belohnt wurden unsere Anstrengungen mit einem großen Joghurtbecher im malerischen Hafenörtchen.

Um die zweite große Tour erträglicher zu machen trafen wir Biker uns schon „vor dem Aufstehen“  um 7:30 Uhr, um vor der Mittagshitze den großen Anstieg hinter uns zu haben. Gegen Mittag radelten wir dann auf dem Bergrücken unter den Bäumen größtenteils im Schatten entlang. Bergab ging es dann über Stock und Stein und ziemlich viel Geröll. Gemein wurde es dann kurz vor Lafionas, als der Weg immer steiler und sandiger wurde. Vermutlich irgendein Maulwurf hat mir heimtückisch mein Vorderrad festgehalten, sodass ich mich nur noch elegant auf die Seite abrollen konnte. Leider hatte keiner weder den Maulwurf noch meine Flugrolle gesehen. Nur ein paar Kilometer weiter, in der schönen Hafenstadt Petra, konnten wir uns von der anstrengenden Tour erholen und uns mit einem Mythos erfrischen. Bei der dritten, nicht mehr ganz so großen Techniktour war ich dann vorsichtiger. Der alte Römerweg hatte es auch ohne Steigung ganz schön in sich. (Siehe auch Reisebericht:“ Waren die Römer überhaupt auf Lesbos? 21. Mai – 4. Juni 2008“).

Die sogenannte „Mutter aller Rampen“, den Anstieg nach Petri, haben wir uns dann gespart. Sehr schön ist auch der Aufstieg zum Lepetymnos. Mit dem MTB sollte man es nur versuchen, wenn man schon viel Erfahrung und noch mehr Kondition hat. Wir haben es mit einer Enduro geschafft. Der Anstieg war deutlich einfacher als die Abfahrt. Insbesondere wenn man vom rechten Weg abkommt und irgendwelche Schafspfade hinab fährt.

Nach den MTB-Touren wartete jedesmal ein erfrischendes Bad im Meer auf uns. Noch nicht ganz erschöpft vom Radeln bzw. wieder gut erholt tobten sich einige Unermüdliche beim Beachvolleyball aus. Die dünne Sandschicht auf dem harten Untergrund ließ keine großen Sprünge zu. Die Herausforderung lag bei dem stetig wehendem Wind und den so aufgewirbeltem Staub. Irgendwie sind dann doch ein paar schöne Ballwechsel zustande gekommen.

Motorroller:

Einfach und auch günstig ist eine Tour mit einem Roller. Gleich vor Fahrtbeginn hatten wir den nahezu ausgetrockneten Tank randvoll gefüllt. Abends stellten wir fest, wie wenig Sprit so ein Roller braucht und der Tank noch halb voll war. Wir haben einen sehr schönen Ausflug zum Strand von Garvathas gemacht. In einem direkt am Sandstrand gelegenen Restaurant konnten wir recht gut und günstig essen.

Auf dem weiteren Weg besuchten wir noch Lygeri nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Dort hängen die Tische manchmal an der Wand. Auf dem Weg zum verstei­nerten Wald kann man noch die historische Stadt Antissa besuchen. Auf dem Rückweg machten wir dann in Petra halt und haben im Restaurant der Frauenkooperative sehr lecker gegessen. Wer dort essen möchte, sollte rechtzeitig reservieren.

Molivos ist mehr als nur einen Ausflug wert. Diese schöne Hafenstadt ist vom Hotel in nur wenigen Minuten zu erreichen. Egal ob zu Fuß, mit dem Bike oder dem Hotel-Shuttle. In den Hafen kommt man am schnellsten mit dem Paddelboot. Allerdings nur, wenn kein Wind weht und keine großen Wellen zu sehen sind. In den malerischen Gassen findet man viele Möglichkei­ten, sein Geld in einem der zahlreichen Souvenirshops oder Restaurants auszugeben.

Schattenseiten:

Die sollte man unbedingt während der Mittagssonne aufsuchen. Unter den Bäumen am Strand oder in der Taverna unter dem Dach. Erschrecken sollte man nicht, wenn die Getränkerech­nung am Ende der Woche unerwartet hoch ist. Ich kann nur dringend empfehlen, immer gleich zu bezahlen. Dann herrscht auch keine Unklarheit, wer was bezahlen muss und ob es am Abend tatsächlich so viele Ouzo waren. Nicht jedermanns Sache ist der steinige Strand und die nur wenigen Seeigel im Wasser.

Sonnenseiten:

Moderne Zimmer mit Klimaanlage, TV (ZDF, SAT), Kühlschrank und einer herrlichen Aussicht von der oberen Etage auf das Meer und die nahegelegene türkische Küste. Die abwechslungsreiche Topographie bietet zahlreiche Möglichkeiten für Bike- und Wandertouren für Untrainierte bis zum Profi. Mit Roller oder Auto sind auch die entfernteren Sehenswürdigkeiten gut erreichbar. Absolut sehenswert sind die Sonnenuntergänge am Hotelstrand oder im Hafen von Molivos. Die Lesbos-Frösche sind meist ältere Semester und dementsprechend ruhiger.

Insgesamt war es eine sehr schöne, erholsame Reise. Wer keinen Sandstrand braucht und keine Party erwartet, dem kann ich Lesbos und das Hotel Aphrodite empfehlen.

Sonnige Grüße Andreas

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