4. Januar 2018

Madeira im Oktober 2017

Reisebericht von Brandy
FROSCH Reiseziel Sportclub White Waters auf Madeira, Portugal

Madeira im Oktober – 17. – 24.10.2017

Endlich Urlaub! Nachdem ich am Flughafen Funchal gelandet war, war mein erster Job ein Taxi zu suchen, da es auf Madeira keinen organisierten Frosch Transfer gab. Nun, Taxi suchen stimmt schon nicht wirklich, denn die Taxen warteten schon auf die Fluggäste…

Die Fahrt nach Machico dauerte ca. 10 Minuten. Im Hotel erwartete mich bereits ein bekanntes „Frosch Gesicht“: Es war Kira, im letzten Jahr Wanderguide in Crans Montana.

Nach kurzer Begrüßung und den wichtigsten Infos konnte ich mein Zimmer beziehen, danach verschaffte ich mir einen groben Überblick über die örtlichen Gegebenheiten – mit erstem Ziel: Supermarkt. Am Abend folgte die offizielle Begrüßung durch Frosch mit Kira als Wander- und AndrĂ© als Bikeguide. Am Mittwoch kurze Vorstellung des Wochenprogramms, Bikeeinführung und schon ging es los zur ersten Wander- bzw. Biketour.

Ziel der Wanderung war die Halbinsel Ponta de Sao Laurenco – ein wirklich schöner Wocheneinstieg. Wir fuhren mit dem Bus in den äußersten Osten der Insel nach Baia D’Abra und starteten die Tour abwärts in ein kleines Tal, hinein in das Reservat Natural Ponta de Sao Laurenco. Schmale Pfade wanden sich durch karge Landschaft und Felstreppen führten zu spektakulären Aussichtspunkten. Weiter am Grat entlang wandernd gelangten wir zu einer Gabelung mit Sicht auf Casa de Sardinha, einem ehemaligen Bauernhaus und gleichzeitig (unserem) Picknickplatz.
Nach kurzer Stärkung entschlossen sich die meisten von uns noch den steilen Anstieg zum Morro de Furado dran zu hängen – mit fantastischer Sicht auf den Leuchtturm am östlichsten Punkt sowie nach Porto Santo im Nordosten. Danach ging’s auch schon wieder zurück. Fast der gleiche Weg aber trotzdem irgendwie anders…

Am Nachmittag stand ein Techniktraining mit den Bikes auf dem Programm und ich denke alle waren für den ersten Tag ausgelastet genug, um sich das Abendessen schmecken zu lassen.

Am Donnertag stand mit Andre die Tour vom Pico Arieiro nach Machico an, der Wandertrupp konnte mit Barbara vom Veranstalter „Madeira Wandern“ eine Levadawanderung im Süden unternehmen.

Die Radtour führte auf den Pico Arieiro und die Strapazen auf den dritthöchsten Berg der Insel lohnten sich allemal – die Aussicht war einfach nur genial! Anschließend ging es Richtung Osten bis zur urwaldartigen Levada da Serra de Faial, der wir bis Portela folgten, um dann den Blick auf Porto da Cruz zu genießen. Auf alten Transportwegen und durch urwüchsige Landschaften ging es zurück nach Machico.

Die Wandertour startet in Monto Moniz im äußersten Nordwesten der Insel. Schon auf der Fahrt bekam man erneut einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Insel. Wir wanderten auf schmalen, hügeligen Wegen durch Lorbeer- und Eukalyptuswälder – mit natürlich wieder vielen Ohh’s und Ahh’s was die Natur zu bieten hatte. Dazu das Insiderwissen des Wanderguides – was wollte man mehr!

Am Freitag stand als Froschprogramm der Besuch der Hauptstadt Funchal auf dem Programm. Andre glänzte zwei Stunden mit seinem Wissen über die Stadtgeschichte und zeigte uns viele der kaum zu zählenden Persönlichkeiten, denen auf Madeira ein Denkmal gesetzt wurde. Allen voran und in jeglicher Form der auf der Insel geborene und regelrecht verehrte Fußballer Ronaldo: Statue, Büste, Hotel und ohne Ende Souvenirs mit CR7.

Einen Besuch wert sind auf jeden Fall der Stadtpark, die Markthalle, die Kathedrale sowie der Hafen.

Weitere Besuchermagnete: Der botanische und der tropische Garten hoch über der Stadt und mit einer Seilbahn erreichbar. Dort findet u.a. auch das auf Madeira bekannte Korbschlittenrennen statt – und selbst einen Schlitten auszuprobieren, war auch möglich.

Am Samstag war „Teamerfreier Froschtag“. Nichts desto trotz gab es einige Angebote.
Zum einen von „Madeira Wandern“ eine Tour nach Porto Moniz im äußersten Nordwesten der Insel. Dort zuerst zu den „Lavapools“ (mit Meerwasser gefüllte Gesteinshöhlen) und anschließend weiter zur Levada, die in Lorbeer- und Eukalyptuswäldern hoch über dem Ort gelegen, einen schönen Wanderweg zu bieten hatte. Ein anderer Vorschlag: Diese – aber auch jede andere Tour – mal ganz bequem mit dem Taxi unternehmen. Es gab einen günstigen Festpreis und so konnte theoretisch die gesamte Insel erkunden werden.

Ich hatte mir im Vorfeld schon vorgenommen, endlich wieder eine Klettersteigtour zu machen. Nach ewigem Hin und Her (Ab- und Zusagen vom Veranstalter), hat es dann auch geklappt. Dachte ich zumindest. Doch die als Klettersteig angebotene Tour war „nur“ eine reine Klettertour am Fels – nicht wirklich das was ich wirklich wollte. Trotz riesiger Enttäuschung machte ich das Beste daraus, klettern machte ja auch Spaß! Inzwischen weiß ich, dass auf der gesamten Insel keine Klettersteige, also Via ferrata, vorhanden sind – obwohl vom Veranstalter so betitelt. Vielleicht für den einen oder anderen zukünftigen Gast interessant!?

Am Sonntag peilten die Radler das Montags-Wanderziel Ponta de Sao Laurenco an. Fast bei jeder Tour war es möglich, erst ein Stück mit einem Shuttleservice zurückzulegen, um sich einige Höhen(Meter) zu sparen. Das war bei den unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen der Biker eine sehr gute Idee!

Ich wanderte mit Kira auf einer Klippenwanderung über Boca do Risco nach Porto da Cruz entlang der wilden Nordküste. Mit dem Bus am alten Canical Tunnel angekommen, starteten wir an der Levada da Canical vorbei an Gärten und Kulturterrassen gen Norden in das Tal Ribeira Seca. Dort begann der Aufstieg über Wiesengelände und Kiefernwald bis zur Anhöhe Boca do Risco. Oben angekommen, erwartete uns ein extremer Landschaftswechsel: ganz oben an den steilen Felswänden, hoch über dem Atlantik, bot sich ein atemberaubenden Ausblick – jeder Höhenmeter hatte sich gelohnt! Von dort folgten wir einem Küstenpfad abwärts durch Wald und Gebüsch. Wir erreichten eine verwilderte Wegpassage in den Felswänden, mit ständig neuen spannenden Ausblicken. Der Abstieg führte dann zu unserem Ziel Porto da Cruz. In dem kleinen Küstenort machten wir einen letzten gemütlichen Stopp in einem Cafe, zurück ging es per Taxi.

Zum Wochenfinale gab es eine Wanderung zum höchsten Berg der Insel, dem Pico Ruivo. Wir freuten uns auf die Tour und waren sehr gespannt was Barbara diesmal alles zu erzählen hatte. Wir starteten mit dem Bus über die Nord-Ost-Seite der Insel. Barbara verkündete gutes Wetter und klare Sicht hoch über den Wolken. Sie bot uns zwei Möglichkeiten zum Einstieg: Direkt am Picraroto auf 1.300 Metern Höhe mit ca. 650 Höhenmetern. Oder aber die „Lightvariante“: das erste Stück per Bus und dann 250 Meter zu Fuß nach oben. Ohne Zweifel – die meisten freuten sich auf die „große Tour“.
Dann zeigt diese Wetterapp, dass es evtl. bald zuziehen „könnte“ und laut Barbara sollten wir gemeinsam überlegen, zusammen weiter oben zu starten um evtl. aufkommendem Nebel zu entgehen. Bloß wurden wir leider nicht mehr gefragt, der Fahrer kurzerhand nach oben dirigiert und unsere Wünsche ignoriert! So konnten wir nur das bisschen Rest des Berges hoch spazieren – immerhin mit genialer Sicht: Sonne über den Wolken und herrlichen Blick auf das Zentralmassiv, das Nonnental und auf die Nordseite. Das stimmte etwas milder, versöhnte aber nicht wirklich – vor allem als das Wetter beim Abstieg noch besser wurde.

Viele Erwartungen und Erlebnisse, die diese Tour hätte bieten können, wurden mir/uns durch das alleinige Entscheiden des Guides genommen! Vielleicht in Zukunft, liebe Guides von „Madeira Wandern“, fragt eure Gäste was sie wollen!?

Die Mountainbiker fuhren durch die Faja dos Rolos, auf alten Karrenwegen durch das Hochland Madeiras. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Tour mit einem wie immer äußerst engagierten Guide AndrĂ©.

Die Woche über gab es dann noch Rahmenprogramm wie Circle-Training oder Body-Express, bei dem sich jeder austoben konnte. An den Abenden die Standards Welcome- und Farewell-Abend, aber auch eine Nacht-Tour zum Aussichtspunkt Pico do Facho.

Mein Fazit: Frosch hat auf Madeira ein tourenmäßig wirklich ansprechendes Ziel gefunden, das sicher auch für zwei Wochen keine Langeweile aufkommen lässt. Auch wenn im Herbst die Hauptblütezeit vorbei ist, gibt es vieles in der Natur zu entdecken, das mindestens genauso interessant ist.

Nicht ganz einleuchtend für mich bleibt die Bezeichnung „Sportclub“. Es war kein exklusiv von Frosch genutztes Haus und auch keine Beteiligung/Einfluss an Personal und Küche. Gerne hätte ich auf den täglichen Handtuchwechsel verzichtet, wenn dafür bei den Mahlzeiten mehr Wert auf frische und regionale Produkte (Obst, Gemüse) gelegt worden wäre.

Trotz alledem war es eine schöne Woche – keine Frage! Madeira-Reisen ist ein wertvoller Partner und dank Insiderwissen unverzichtbar. Das Hotel bemüht, aber in einigen Punkten verbesserungsfähig. Ich finde es wichtig, diese Form der Kritik offen zu äußern – vor allem als Anreiz diese ernst zu nehmen, darüber nachzudenken und evtl. Verbesserungen zu arbeiten.

 

 

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