29. November 2012

Mit Frosch auf Samos

Reisebericht von Paul (www.roosengarten.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Helen Yolanda, Samos – Griechenland

Die Waage muss kaputt sein. Ich kann doch nicht zwei Kilo zugenommen haben, ich komme doch aus einem Sport-Urlaub!? Das muss Marios Schuld sein. Unser Genuss-Reiseführer, der sich gern wohlig den Bauch reibt  („Pure Seele!“) preist vor jeder bevorstehenden Aktivität vor allem die kulinarischen Spezialitäten unterwegs an. Die beste Eisdiele, der leckerste Kuchen, Mörder-Sandwiches, gigantische Vorspeisenteller – Mario weiß wo! Und was hab ich jetzt davon? Einen Bauch, der anfängt dem seinen Konkurrenz zu machen, da helfen auch die schönsten Wanderungen und Radtouren nichts!

Am ersten Tag ging´s gleich los: Schnupperwanderung um den Block. Während die ersten Teilnehmer in Atemnot geraten, mache ich mich gleich unbeliebt mit der unpopulären Feststellung, dass ein Weg für mich erst dann bergauf geht, wenn man die Hände braucht. Na ja, für den ersten Tag trotzdem nicht schlecht, die Blicke aufs Meer und nach Kokkari! Am Ende geht es in die „Sandwich“ – pardon! – „Sailor“-Bar. Lecker. Und wenn ich mich hier so umschaue, glaube ich es auch gut mit den Leuten getroffen zu haben. Schön gemischte Gruppe, vom Baby im Tragekorb bis zum Fast-Rentner. Und so viele nette Mädels! Aber mein Versuch, mit der hübschen Ulla ins Gespräch zu kommen wird torpediert. Kaum haben wir ein interessantes Thema gefunden, mischt sich von rechts außen jemand ein und übernimmt das Gesprächskommando. Talk-Napping! Aber egal, Gelegenheiten zum Smalltalken wird es noch so viele geben, dass ich schon bald eine Pause davon brauchen werde!

Heute Abend geht es früh ins Bett, denn noch immer steckt die Hinreise und der vergangene Alltag in den Knochen. So ist  der Plan, aber es kommt natürlich anders. Der Begrüßungs-Uzo ist eine hervorragende Grundlage für einen leicht ausufernden geselligen Abend. Außer Ulla sind da ja auch noch Tisi, Wiebke, Angelika, Susi und wie sie alle heißen (und, ja!, auch ein paar nette Jungs!) und mit allen gilt es anzustoßen und sich kennen zu lernen. Wieder kurze Nacht vor der Wanderung durchs Nachtigallental.

 

Dort mache ich den anderen eine Freude, indem ich mich als Vogelkundler oute und definitiv jede Menge Nachtigallen höre. Mario zerstört die Illusion leider, um seinen Witz mit den Tagtigallen anbringen zu können. Waren es wohl doch nur Samos-Spatzen. An der Tarzanschaukel über den Bach zeigt sich, wer noch einen guten Draht zu seinem inneren Kind hat. Der Weg ist dann zunächst wenig spektukulär. Zwar schön schattig, aber jetzt im Oktober hätten wir ja gar nichts gegen ordentlich Sonne! Die gibt es dann etwas höher, und prima Ausblicke noch dazu. Im Bergdorf „Vollidiotes“ (eigentlich Vourliotes) machen wir Rast. Natürlich mit Bergen leckerster Speisen und frisch gepresstem Orangensaft. Auch die 11-jährige Emilia ist davon wieder so gestärkt, dass sie sich entschließt, doch kein Taxi zu brauchen, sondern mit uns zurückzuwandern. Am nächsten Tag jedoch will sie Strand, während wir zur längsten Wanderung der Woche aufbrechen, die uns zum Schluss in die Eisdiele von Agios Konstantinos führt. Hier gibt es nicht nur Eis, sondern auch eine Riesenauswahl der von Diätikern gefürchteten fantastisch riechenden griechischen Backspezialitäten.

Am Freitag dann  mein persönliches Highlight auf Samos. So schön es ist, in einer wirklich supernetten Gruppe unterwegs zu sein, so dringend brauche ich auch mal das Alleinsein. Und das ist das Schöne: Alles geht, nix muss! Also Fahrrad ausleihen, nach Karlovassi fahren, weiter bis es mit dem Rad nicht mehr geht und dann zu Fuß zu den Seitani-Stränden. Keine Autos, kaum Menschen und eine Bilderbuchlandschaft aus Steilküste mit bizarren Felsen, einer wildromanischen Schlucht und einem paradiesischen Sandstrand. Sowieso schon happy bis in die Haarspitzen, wird abends auch noch in der Odyssey-Bar getanzt bis zum Umfallen!

Und dieses Wetter! Was hier Oktober heißt, würde bei uns als Jahrhundert-Juli durchgehen. Bei so viel Sonne, Meer und Traumlandschaft muss man einfach relaxed heimkehren, sonst ist einem nicht zu helfen.

Dabei hatte es zuerst so ausgesehen, als könnte ich gar nicht mit. Kein Rückflug mehr zu kriegen, nicht mal nach Zürich oder Berlin. Zum Glück ist mir noch aufgefallen, dass Izmir quasi gegenüber liegt. Und das ist mein Tipp für Frösche: Mit der Fähre nachmittags gemütlich rüber nach Kusadasi, das auf den zweiten Blick auch seinen Charme hat, auch wenn hier am Ende der Saison noch mehr los ist als auf Samos zur Stoßzeit und die City eine einzige gigantische Nepp-Shopping-Meile ist. Dann am nächsten Tag mittags mit dem Shuttle-Bus zum Flughafen. Das ist organisatorisch kein Problem und eigentlich sehr entspannt. Und vor allem: Wem eine Woche zu kurz ist, wer aber keine zwei Wochen bleiben kann oder will, der kann seine Rückreise individuell planen. Ich selbst habe mir so drei Extratage verschafft.

Und jetzt, zwischen zwei Trainingseinheiten für meinen Waschbrettbauch, freue ich mich schon darauf, das nächste Mal mit den Fröschen zu reisen. Vielleicht Skiurlaub? Aber Vorsicht: In Davos lauert schon wieder Mario mit seinen Gourmet-Tipps!

Guckstu auch mal hier (Homepage des Verfassers): http://www.roosengarten.de

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