22. Januar 2007

Mit Frosch in Cefalù (Sizilien)

zum Frosch Reiseziel Sporthotel Kalura in Cefalù, Sizilien

Im August machte ich mir so meine Gedanken, wo ich denn im September noch ein paar Tage Sonne tanken könnte. Auf meiner Suche bin ich auf die Frosch-Seite gestoßen; mit dem Sporthotel Kalura in Cefalù auf Sizilien war mein Traumziel bald gefunden.
Am 23.09.06 sollte es also von Frankfurt aus zu meiner ersten Froschsportreise losgehen. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, welche Leute mitfahren und wie das Programm aussehen würde.

Die Anreise war wegen der sehr frühen Abflugzeit (4:10 Uhr!!!), was für mich eine Nacht auf dem Frankfurter Flughafen bedeutete, allein schon spannend. Nach einem ca. 2-stündigen Flug mit LTU kam der Flughafen Catania in Sicht. Dort angekommen machte ich mich dann auf die suche nach dem Froschtranfer. Der Taxifahrer, den ich schließlich gefunden hatte, wollte mich auch sofort zum Froschclub nach Noto bringen – nur da wollte ich gar nicht hin! – Also hieß es weiter suchen und schließlich noch warten, denn es sollten noch zwei Frösche zur Tenuta, das dritte Froschreiseziel in Sizilien (Madonie) mitfahren.

Sizilien

Die ca. zweieinhalbstündige Fahrt zum Hotel entpuppte sich als kleine Sizilien-Rundreise. Von der Landschaft war ich anfangs nicht sehr begeistert, nur „verbrannte Erde“: karge, braune Böden, kaum Vegetation und abgeerntete Felder. Nach etwa der Hälfte der Strecke kamen wir jedoch in den grünen Teil der Insel, der sich bis zum Meer hinab zog.
Am Hotel wurde ich von der Teamerin herzlich in Empfang genommen. Sie erzählte mir kurz die wichtigsten Dinge zum Hotel und erklärte mir den Weg zum Supermarkt sowie zum nächsten Eiscafe. Hier habe ich dann auch gleich mein erstes Brioche, eine sizilianische Eisspezialität, gegessen: Ein Briosch ist ein Milchbrötchen mit Eis nach Wahl gefüllt und hat den Vorteil, dass mehr Eis hineinpasst als in ein normales Cornetto!

Sporthotel Kalura
Das Sporthotel Kalura*** verfügt über 117 Betten. Die Zimmer wurden täglich gereinigt und die Handtücher regelmäßig ausgewechselt. Extra Standtücher konnte man gegen ein kleines Pfand an der Rezeption leihen. Zum Hotel gehört ein großes Schwimmbecken mit 25m-Bahnen, sowie ein kleiner „Beton-“ und ein sehr schöner Kiesstrand. Rund um den Pool und am Strand gab es zahlreiche Liegen. Auch wenn man als Langschläfer keine Probleme hatte, ein gemütliches Plätzchen zu finden, haben wir uns über die Touris amüsiert, die jeden Morgen die „besten“ Plätze mit Handtüchern markierten und sich dafür unsere Spötteleien anhören mussten!
Als Treffpunkt aller Frösche bietet sich die wunderschöne Sonnenterasse des Hotels an. Hier konnte man im Sonnenschein frühstücken, den Tag verbummeln oder sich abends in der Bar was zu trinken bestellen, die frische Meeresbrise und den tollen Ausblick über die Küste genießen.
Das Frühstück wird zusammen den charmant bettelnden Katzen eingenommen. Das Buffet bestand aus Müsli, süßen Croissants oder Kuchen, Brötchen, Wurst, Käse (jeweils eine Sorte), Joghurt, Obst, Saft, Tee, Kaffee und Milch.
Mittags kann man sich an der Bar Pizzastücke, Pasta, belegte Brötchen, warme und kalte Getränke kaufen.
Das Abendessen wird im Speisesaal eingenommen, in dem drei Tische für jeweils 6 bis 8 Frösche eingedeckt waren. Es bestand aus 4 Gängen. Bei der ersten Vorspeise konnte man sich an dem sehr leckeren und abwechslungsreichen Antipastibuffet bedienen. Als zweite Vorspeise wurden drei verschiedene Pasta-Gerichte angeboten, danach hatte man wiederum die Qual der Wahl zwischen drei verschiedenen Hauptgerichten, meist wurde alternativ Fisch oder Fleisch gereicht. Zum Dessert wurde Obst, einmal pro Woche auch Kuchen und Eis vom Nachtischbuffet serviert(!), also bloß nicht selber bedienen! 😉 Sonntags wurde das Abendessen als Candle-Light-Dinner auf der Terrasse eingenommen.

Sizilien

Frosch-Team
Das Frosch-Team im Kalura bestand aus Reiseleiterin Ines und Montainbiker Marc. Hinzukam für einzelne Ausflüge Bianca, die Teamerin der Tenuta. Alle waren nett, hilfsbereit und (fast) immer für uns da. Daneben gab es Kellner, Bar- und Küchenpersonal, Zimmermädchen und natürlich die Hotelleitung, die jederzeit freundlich waren. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist das Multisprachtalent an der Rezeption und Angelo in der Bar.
In der „Welcome – Stunde“ am Sonntagmorgen lernte man das Team und die anderen Froschgäste kennen. Es war eine gute Mischung aus Alleinreisenden, Freunden und Paaren, zusammen etwa 26 Frösche. Zu meiner Zeit waren alle Altersstufen zwischen 30 und 60 Jahren vertreten. Aber die Frösche passten gut zusammen, so bildeten sich immer wieder Interessengemeinschaften bei Ausflügen, zum Essen, zum Sport oder PowerBeaching.
Bei diesem Begrüßungstreffen wurde einiges über Sizilien selbst, das Programm und die Ausflüge erzählt. Das von den Teamern geplante Wochenprogramm war als großes Poster gestaltet und hing die ganze Woche am Infobord in der Hotelhalle, so dass man nachgucken und sich seinen eigenen Stundenplan zusammenstellen konnte. Insgesamt wird ein sehr vielfältiges Programm angeboten. Der Samstag steht als An- und Abreisetag zur freien Verfügung. Ebenso wie der Diensttag an dem unsere beiden Teamer ihren freien Tag hatten. Neben den von Frosch angebotenen Aktivitäten kann man im Kalura über Kefa-Tours (dem hoteleigenen Reiseveranstalter) weitere Tagesausflüge nach Agrigent, Palermo, Taormina mit Ätna usw. buchen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten auf eigene Faust etwas zu unternehmen oder einfach nur am Strand, am Pool oder bei Angelo in der Bar abzuhängen.
Direkt im Anschluss an die Infostunde gab Marc eine kurze Einführung in „seine“ Mountainbikestation. Ich wusste gar nicht, dass man über’s Fahrradfahren an sich und über’s Mountainbiken im besonderen so viel erzählen kann. Die Frosch-Station in Cefalù verfügt über 18 Bikes in vier verschiedenen Größen, drei waren als sog. Festbikes reserviert.
Da wir mit 26 „ziemlich“ viele Frösche waren, fanden die Schnuppertouren jeweils doppelt statt: So gab es Montag einen Stadtrundgang und die Einsteigerbiketour nach Laskari und Dienstag die Roccabesteigung sowie eine leichte Radtour nach Casa di Tousa. Bei diesen Touren stellte man schnell fest, ob man für die jeweilige Sportart geeignet ist.

Sizilien

Stadtrundgang
Am Sonntagnachmittag habe ich an einen ersten gemeinsamen Spaziergang nach Cefalù teilgenommen, bei dem alle wichtigen Versorgungsstellen wie Supermarkt, ein Geldautomat (der normalerweise auch funktionieren soll) und ein Eiscafe angesteuert wurden.
Cefalù ist in ca. 20 Min. zu Fuß vom Hotel aus zu erreichen und ein typisches süditalinisches Städtchen mit kleinen Gässchen, Restaurants direkt am Meer, Läden zum Bummeln, Gelaterias und natürlich dem großen normannischen Dom, dem Wahrzeichen.

KulTour
Die Kultour nach Casa di Tousa ist sehr empfehlenswert. Es ging mit dem Bike, leider ausschließlich auf der Landstraße, am Meer entlang. Die Fahrt ging flott voran, das Ziel war ein Hotel in dem jedes Zimmer von einem anderen Künstler gestaltet wurde. Wir besichtigten die Zimmer, die zur Zeit nicht vermietet waren und bestaunten, was man aus einem Hotelzimmer doch alles machen kann.

Rocca (3 Euro)
Unmittelbar hinter dem Dom von Cefalù ragt die Rocca mit einer Höhe von ca. 270 m auf. Die Besteigung der Rocca erfolgt von der Hauptstraße aus. Vorbei an der alten Befestigungsmauer, die früher den kompletten Felsen umfasste, gelangt man zum Diana-Tempel und weiter hoch bis zur Ruine der Festungsanlage. Sehr schön war auch der herrliche Ausblick auf Cefalù mit seinem langen Sandstrand und der Blick zur Kalura-Bucht mit unserem Hotel.

Ätna (89 Euro)
Die Ätna-Expirience-Tour startete mittwochmorgen um 6:00 Uhr am Hotel mit dem Bus. Es folgte eine ewig lange Fahrt über Land bis zur Station Nicolosi auf 1900 m. Hier trafen wir auf Andrea, unseren Bergführer. Er erklärte uns zunächst die Tour und kontrollierte unsere „Ausrüstung“. Wer über keine knöchelhohen Schuhe und warme Jacke verfügte, wurde von ihm ausgestattet. Mit einem Trecking-LKW fuhren wir weiter auf 2500 m. Eine Gipfelbesteigung war aufgrund der Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h am Gipfel leider nicht möglich. So wanderten wir stattdessen über Lavafelder, einen Bergrücken entlang und rannten zwischen Nebelschleiern einen ewig langen und steilen Vulkanabhang mit knietiefem Sand hinunter. Einfach cool! Interessant waren unterwegs die unterschiedlich alten Lavaströme, auf denen erst nach Jahrzehnten wieder Pflanzen wachsen, wodurch man sie vom Alter her unterscheiden konnte. Am späten Nachmittag kamen wir wieder an der Station an und machten uns mit dem Bus auf den Heimweg.

Sizilien

Wanderung „Valle Grande“ (ca. 15 Euro)
Mit dem Linienbus ging es zunächst zum Kapuzienerkloster Gibilmanna (800 m), dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Von hieraus liefen wir entlang eines Höhenzuges mit imposantem Rundblick über die Madonie. Später führte uns die Wanderung in kleine Täler und Erdbeerbäume säumten den Weg. Dabei stellte sich die Frage: Wie heißen die Früchte des Erdbeerbaumes? Erdbeeren??? Gegen Mittag erreichten wir die Tenuta, wo kurz darauf auch die Biker eintrafen und wir uns auf ein leckeres Pastaessen freuen durften.

Sizilien

Wanderung „Cozzo Luminario“ (ca. 15 Euro)
Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das oberhalb von Castelbuono gelegene Refugio Crispi. Von hier führte der Weg durch Steineichenwälder, vorbei an Stechpalmen und über kalkige Hochflächen bis zum Cozzo Luminario (1512 m). Während der Wanderung hätten wir Ausblicke zu den anderen Berggipfeln der Madoni und zum Meer haben sollen, wenn es nur nicht so nebelig gewesen wäre… Auf Trampelpfaden und Forststraßen ging es bergab zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Zwischenstopp in Castelbuono ein, wo man bei einem Delikatessenladen Zitronen- und Feigenlikör, sowie verschiedenen Naschereien kostenlos probieren und natürlich auch kaufen konnte.

Palermo (ca. 10 Euro)
Lohnenswert ist ein Tagesausflug nach Palermo, den man gut individuell gestalten kann. Es ging morgens mit dem Bus zum Bahnhof in Cefalù. Nach ca. einer Stunde Zugfahrt erreicht man den Bahnhof Palermo. Ausgestattet mit Stadtplänen, der im Bahnhof angesiedelten Touri-Info, ging es los.
Palermo ist eine Stadt der absoluten Gegensätze! So wirken einige Viertel ziemlich ärmlich und heruntergekommen, während andere Plätze mit wunderschöner italienischer Architektur aufwarten konnten. Es gab Top-Einkaufsstraßen und verwinkelte Gässchen mit bunten Märkten, tosenden Verkehr, Menschenmassen und einsame, stille Kostergärten. Nicht verpassen sollte man die Kathedrale und den riesigen Normannenpalast.

Fazit
Der Samstag war schon wieder der Tag der Abreise. Da einige Gäste bereits früh um 5:00 Uhr Cefalù verlassen mussten, fand die Abschiedsparty am Pool bereits am Freitagabend statt, was sie auch prompt zum „Durchmachen“ verführte.
Die Urlaubswoche ging leider viiiiiiel zu schnell vorbei, und so hieß es auch für mich Abschiednehmen. Auf Sizilien gibt es viel zu erleben, so dass eine Woche Urlaub viel zu kurz für diese Reise ist; egal, ob man nun Meer oder Berge, alte Steine oder italienisches Flair, Power-Beaching oder sportliche Aktivitäten sucht. Das schöne war, dass man sich um fast nichts zu kümmern brauchte, da Frosch ein sehr abwechslungsreiches Programm anbietet und man immer Gleichgesinnte fand mit denen man die ganzen Erlebnisse teilen konnte.

Ines Claussen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere