6. März 2009

Mit „wachsenden“ Ski, Snowboard und Schneeschuhen in Champéry

Reisebericht von Ralf Kempendorff (compri at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Onu in Champéry – Portes du Soleil

Am 03.01.2009, um 01.30 Uhr, begann mein Urlaub – der Bus fuhr los. Ich hatte lediglich Sitzplatz gebucht, aber das war kein Nachteil. Man konnte im besten Fall sogar die Beine ausstrecken. Irgendwann bin ich eingedöst und erst wieder gegen 09.00 Uhr in Champéry richtig aufgewacht. Uns empfingen ein komplettes Frühstücksbuffet und perfekte Schneeverhältnisse.

Den ersten Tag hatte ich noch nicht für die Piste gedacht. Ich wollte es ruhig angehen, mich im Ort umsehen, die Woche planen und noch einige Sachen einkaufen. Aber Champéry ist klein und alles ging so fix, daß ich dann doch um 14.00 Uhr am Lift stand. Allerdings hatte ich mich bei meiner Route zum Schluß völlig verschätzt.

Zum Abendessen, um 19.00 Uhr, war ich immerhin noch fast pünktlich. Das Team stellte sich vor. Angeboten wurden ein Anfängerskikurs und eine Skigebietsführung. Hier wurde auch schon mal geguckt, wer in welchen der Fortgeschrittenenkurse (F1-F3) passte. Die Eigeneinschätzung war jedoch so gut, daß keine Änderung in den Leistungsgruppen erforderlich war. Die meisten sind dann mit ihren Skigruppen die ganze Woche gefahren. Aber es gab auch Individualisten, die eher ihr eigenes Ding machten oder sich nur ab und zu den Gruppen anschlossen.

Für Snowboarder gab es keine Angebote. Auf die Frage, ob ich denn bei der Skigebietsführung vielleicht mit der langsamen Truppe mitfahren könnte, antwortete man verhalten. Es gäbe da u.a. diesen Ziehweg nach Avoriaz … und so langes Warten wolle man eigentlich niemanden zumuten und … und … und …

Ich hatte also die Wahl: Diese Woche allein zu boarden oder endlich Skifahren zu lernen. Ski hielt ich bis dahin noch für Teufelswerk.

Beim Frühstück ging ich zum Skireiseleiter und fragte, ob ich noch beim Anfängerkurs mitmachen könnte. Der zeigte sich überrascht und meinte, daß der Aufwand Skischuhe besorgen, Skiausleihen und anpassen, Skipass kaufen etc. in einer Stunde eigentlich nicht zu schaffen sei, er das aber irgendwie schon hinbekommen würde.

So war es dann auch. Um 09.30 Uhr stand ich mit 5 Anfängern und Skiausrüstung vor der Unterkunft. Später kam dann noch eine Interessentin aus dem ONU hinzu. Skilehrer Frank ist einer von der entspannten lustigen Sorte. Er hat die Ruhe weg und neigt eher zur Untertreibung. Diese Mischung war jedoch für uns perfekt, da er uns so ständig an unsere Grenzen trieb. Wenn wir zögerten kam zumeist: „Ooch, der Hang ist nicht so steil wie er aussieht“ und zeigte uns dann, wie man auch diese Abfahrt sicher bewältigt.

Beginnend auf dem Babyhang probierten wir die ersten Schwünge. Das klappte bei manchen schneller als bei anderen, aber Frank verstand es mit Geduld und Gelassenheit auf alle einzugehen und Hilfestellungen zu leisten. Nach dem Mittag ging es dann schon auf den regulären Nachbarhang. Man mußte zwar heftigst mit dem Berg kämpfen, aber unten sind alle heil angekommen. Den Hang haben wir dann noch einige Male bezwungen und um 16.00 Uhr waren wir pünktlich am ONU zum Apres-Ski an der Schneebar.

Die Idee, Gästen vom Souvenir auch den Frosch-Club ONU vorzustellen und umgekehrt hat Charme. Die meisten Leute kannte man zudem bereits von der Busfahrt.

Montag, nach einem Tag Skikurs, war für uns der Weg in das Schweizer Skigebiet frei. Zuerst nach Les Crosets zum „Weißen Haus“ zum zentralen Aufwärmen mit den Fortgeschrittenenkursen:

Ich bin der Michl und arbeite in einer Froschfabrik,
Eines Tages kommt mein Chef und meint:
Michl, hast Du Zeit? Und ich sag Jooo!
Dann drück den Frosch mit der linken Hand.

Damit waren wir in den Kreis der „richtigen“ Skifahrer aufgenommen. Die blauen Pisten waren unsere und es lief immer besser. Die Schweizer (Mittags-) Hütte erreichten wir aus eigener Kraft. Am Nachmittag zogen wir weiter im Skigebiet umher. Frank hielt jederzeit die Gruppe unter Kontrolle und gab individuelle Korrekturen.

Dienstag, am dritten und letzten Kurstag, ging es nun auch auf die französische Seite. Hier liegen die eigentlich idealen Strecken für Skianfänger. Endlich konnten wir auch mal durch den Wald fahren. Immer noch großen Respekt hatten wir jedoch vor roten Pisten. Auf dem Rückweg von Frankreich führte uns Frank an eine Piste und meinte, daß diese nur am Anfang ein kurzes Stück steil wäre. Kurz scheint relativ zu sein. Frank später dazu: „Seht es doch mal so: Ihr habt zum Schluß alle sogar eine anspruchsvolle rote Piste ohne Probleme gemeistert und der Lehrgang hat ein bisschen was gebracht.“

Am Mittwoch fand sich die Gruppe ohne Frank zusammen und fuhr zumeist die Strecke vom Vortag ab. Einige hatten längere Ski bekommen, andere fuhren weiter mit den kurzen 1,20m Skiern. Der schrittweise Umstieg bei anwachsenden Skilängen bereitete keine größeren Probleme, da klar ist, wie es grundsätzlich funktioniert. Das Plus an Geschwindigkeit und Stabilität geht zu Lasten der Drehfreudigkeit. Die letzten Ski, die Frank ausgeteilte, waren 1,53 m lang.

Am Donnerstag war Frank von einem Fotografen als Model gebucht und stand uns nicht zur Verfügung. Gern hätte ich hier schon Bilder gezeigt, aber wir müssen alle auf den Frosch-Katalog Winter 2009/10 warten

Unsere Gruppe löste sich weiter auf. Vormittags sind wir noch zusammen in Avoriaz gefahren. Am Nachmittag fuhr dann jeder allein, da wir nun das Gebiet halbwegs kannten und sich die Leistungs- und Interessensunterschiede bemerkbar machten. Zwei waren so schnell geworden, daß sie mit der langsamen F-Truppe mithalten konnten, andere brauchten halt noch etwas mehr Zeit.

Für Freitag konnten wir nochmals Frank für 2 Stunden gewinnen und dann ist jeder allein weiter. Für mich war dann erstmal Ende auf Skiern und am Nachmittag stand ich wieder auf meinem Snowboard.

Schneeschuhwandern hatte für mich immer einen gewissen Reiz. Zufällig bot die Touristeninformation am Freitagabend eine Märchenwanderung – mit Schneeschuhen – an. Von den Sagen rund um das Grand Paradis in Französisch habe ich nicht viel verstanden, aber ich wollte ja unbedingt mal Schneeschuhlaufen ausprobieren.

Samstag war ich mit meinem Brett im Boarderpark von Avoriaz. Kurz zuvor hatte ich in Les Crosets gesehen, daß die Rossignol-Demo-Tour heute hier Station macht. Man konnte die neuesten World Cup Line Ski ausleihen. Ich war kurze Zeit versucht zurückzufahren und meine Skischuhe zu holen.

Der Abreisetag ist ein voller Skitag, da erst gegen 19.00 Uhr der Bus wieder Richtung Frankfurt fährt.

Eine Begebenheit wird mir aus diesem Urlaub im Gedächtnis bleiben:

Skilehrer Michl hatte empfohlen: “Buckelpisten werden richtig entlang einer vorher festgelegten Line bezwungen.“ Daraus entspann sich abends eine Diskussion, wie diese Line am besten zu legen sei. Meine Theorie war, wenn ich mit einer Wahr-scheinlichkeit von 50/50 an jedem Buckel neu entscheide, ob ich links oder rechts mit meinem Snowboard weiter fahre, in der Mehrzahl der Fälle nahe der perfekten Line gefahren bin. Sofort zogen anwesende Lehrer (angeblich das im Frosch-Publikum meist vertretene Berufsbild) diese Behauptung durch allerlei Nebenbedingungen und Bedenken in Zweifel. Die Diskussion war so intensiv, dabei wurde das Essen kalt.
Was ist daraus zu lernen? Keine mathematischen Erörterungen am Abendbrottisch und sich niemals mit Lehrern anlegen. Mehr zur Galton-Box unten.

Ralf Kempendorff

Alle Bilder © Achim Knauff mit freundlicher Genehmigung

Rossignol-Demo-Tour: http://demotour.skisrossignol.com

Galton-Box
http://www.jcu.edu/math/isep/Quincunx/Quincunx.html benötigt Java

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