29. Mai 2018

4 Must-Dos für Ostkanada

Ostkanada mit seinen Atlantikprovinzen ist für viele Reisende immer noch ein grauer Fleck auf der Landkarte. Warum das auf keinen Fall so bleiben sollte – und das nicht nur wegen des kurzen Direktflugs ab Frankfurt – erzählt Euch unsere Kollegin Anna.

Kanadas Osten oder „mal nicht die Rocky Mountains…“

Wer an Kanada denkt, der hat meist die Rocky Mountains und die zahlreichen Nationalparks mit ihren schier endlosen, jahrhundertealten Wäldern und Wildwasserflüssen vor Augen. Doch es gibt auch das „andere“ Kanada – jenseits des „Holzfällerklischees“: Denn an der Ostküste in den Atlantik-Provinzen trifft die üppig-grüne Natur auf die raue, aber trotzdem maritim-romantische Küste.

Ostkanada steht so den Nationalparks im Norden & Westen in nichts nach. Die Provinzen Nova Scotia, Prince Edward Island und New Brunswick sind wunderschön und haben ihren ganz eigenen maritimen Charme. Vier meiner persönlichen „Must Dos“ möchte ich Euch im Folgenden vorstellen. Ihr habt weitere Tipps? Schreibt sie gern in die Kommentare!

1. Room with a view – Zelten an den schönsten Plätzen

Auf einer Rundreise durch Ostkanada eignen sich die vielen Campingmöglichkeiten in den Nationalparks als auch auf privaten Campingplätzen ideal als Übernachtungsquartiere. Warum das so toll ist? Weil man inmitten der Natur ist und u.a. die Möglichkeit hat, ganz nah am Meer sein Zelt aufzuschlagen. Und wer kann schon behaupten, dass er vom Meeresrauschen des Atlantiks in den Schlaf gesungen wurde?

Und wer Netflix zum Einschlafen satt hat, der sollte unbedingt einen Abstecher in den Kejimkujik Nationalpark in Nova Scotia. Der Park ist natürlich auch tagsüber ein wahres Highlight für Naturliebhaber und Wanderer, er ist aber auch eines der wenigen Lichtschutzgebiete der Welt: Die Lichtverschmutzung ist hier so gering, dass man bei klarem Himmel abertausende von Sternen entdecken kann.

Nachts im Kejimkujik Nationalpark

Nachts im Kejimkujik Nationalpark (c) playgroundology.wordpress.com

2. Biken auf dem Cabot Trail

Es ist fast schon unrealistisch, so schön ist die Szenerie: Endlose, sanft geschwungene Straßen schlängeln sich durch die grünen Berge, vorbei an türkisblauen Buchten und durch idyllische Fischerdörfer – am Straßenrand taucht immer wieder ein freundliches Gesicht auf, gezeichnet durch die jahrelange Arbeit auf See, und grüßt uns beim Vorbeifahren.

Der Cabot Trail rühmt sich als eine der malerischsten Straßen Nordamerikas – zu Recht! Entlang der steinigen Küste von Cape Breton windet er sich immer höher in den Cape Breton Nationalpark hinein. Und wir wären nicht auf einer Froschreise, wenn wir diesen nicht einen Tag lang mit dem Bike entlang fahren würden.

3. Mehr als ein Instagram Spot: Peggy’s Point Lighthouse & Peggy’s Cove

Längst kein Insidertipp mehr: Der kleine Leuchtturm von Peggy’s Cove ist wohl weltbekannt und der meist fotografierte Leuchtturm Kanadas. Der klassisch-weiße Leuchtturm war bis 2010 aktiv und ist die Hauptattraktion auf dem Lighthouse Trail.

Der wohl bekannteste Leuchtturm Kanadas – Peggy’s Point Lighthouse

Doch die Gegend rund um Peggy’s Cove bietet noch viel mehr, das nicht nur das Fotografenherz höher schlagen lässt. Das kleine ursprüngliche Fischerdorf hat trotz des Tourismus seinen rustikalen Charme behalten und noch heute fischen seine Bewohner nach Hummern. Die Ortsverwaltung hat strenge Regeln für die Bebauung erlassen, so dass die Ursprünglichkeit nicht verloren gegangen ist.

Beim Spaziergang durch Peggy’s Cove kann man wunderbar die Seele baumeln lassen, durch die kleinen Läden stöbern und den Ausblick auf den Atlantik genießen. Überall entdeckt man die typischen bunten, auf Stelzen gebauten Fischerhäuschen. Das i-Tüpfelchen ist dann die Kaffeepause beim „espresso on deck“ auf der Veranda der Beales‘ Bailiwick Bakery. PS: Noch besser schmeckt er zusammen mit einer Zimtschnecke!

Peggy’s Cove hat bis heute nichts von seinem ursprünglichen, rustikalen Charme verloren.

Ein Stück weiter befindet sich die Mahone Bay mit dem gleichnamigen pittoresken Ort. Der Indian Summer schlägt hier mit voller Wucht zu und die berühmte Bucht mit ihren drei Kirchen und schaut aus wie gemalt: Fischerboote wippen sanft im Hafen, die Sonne glitzert im tiefblauen Wasser und am Ufer reihen sich die leuchtend bunten Häuser aneinander.

Die Farbenpracht der Mahone Bay

Der romantische Fischerort ist auch die Heimat zahlreicher Kunsthandwerker. Überall finden sich kleine Galerien und Shops mit Schmuck, Steppdecken, Teppichen, Töpfer- und Zinnware, die zum Teil schon seit Generationen hier hergestellt werden. Und wer lieber selbst kreativ werden möchte, findet auch dafür ein großes Angebot – angefangen bei Spinnkursen bis hin zum Zinngießen. Zinngießen? Ja richtig, bei Amos Pewter könnt Ihr Euer ganz eigenes Andenken gestalten.

4. Unter dem Meer – oder doch nicht? Fundy Nationalpark

Am Boden des Meeres und das ganz ohne Tauchausrüstung? Das geht in der Bay of Fundy.

Überwältigend: Der Tidenhub kann bis zu 21 Meter sein.

Zweimal täglich vollzieht sich hier wohl eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Welt: Als wäre sie eine riesige Badewanne, fließen mehr als 1.000 Millionen Tonnen Wasser in die Bucht – und wieder zurück. Denn hier kann man den höchsten Gezeitenunterschied weltweit mit erleben! Der Tidenhub beträgt zwischen 13 Meter, bei Springflut 16 Meter. Bei einem Sturm wurden sogar 21 Meter gemessen.

Besonders schön anzusehen, ist das Naturspektakel bei den Hopewell Rocks. Die ehrfurchtgebietenden Gesteinsformationen werden auch liebevoll „Flowerpots“ genannt: Über die Jahrhunderte hinddurch durch die Gezeiten geformt, stehen sie wie Blumentöpfe auf dem Meeresboden in der Bucht verteilt. Bei Flut sehen sie schon ziemlich beeindruckend aus, bei Ebbe kann man dann aber zwischen den hoch aufragenden Hopewell Rocks herumlaufen.

Lust bekommen? Im September startet unsere neue Frosch Fernreise „Unbekanntes Atlantik-Kanada“.  Hier findet Ihr alle Infos.

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