11. Mai 2007

Polychrono im Frühjahr (25.5. – 1.6.2006)

Reisebericht von Toralf Bär (toribaer at arcor.de)
zum Frosch Reiseziel Sportclub Hotel Kosmas, Polychrono – Griechenland

Obwohl ich keinerlei Frauenzeitschriften lese, nahm ich einen Tipp meiner Cousine an. Eine Redakteurin einer solchen Zeitschrift hatte Single-Klubs und Sportreisen getestet und dabei habe KOSMAS zu ihren Favoriten gezählt. Zwischen dieser Info und meiner Buchung lagen etwa nur drei Wochen. Gehört, geplant, gebucht – und ich habe es nicht bereut! Durch meine späte Buchung hatte ich wohl das letzte Doppelzimmer erwischt, was ich dann allein bewohnen durfte.

So kam es, dass ich an Himmelfahrt von Hannover nach Thessaloniki flog, mein erster Urlaub allein. Das änderte sich gleich bei Ankunft, als wir zu viert ein Taxi bestiegen. Auf der einstündigen Fahrt konnten wir uns mit dem abenteuerlichen griechischen Fahrstil, aber auch untereinander bekannt machen. Alle vier waren wir erstmals Alleinreisende in Klubs, was uns gleich den Start erleichterte.
Auf unsere Ankunft folgte eine kurze Einweisung von Teamerin Yvonne, danach konnten wir unsere Zimmer beziehen. Die Zimmer sind einfach und sauber, auch groß genug für zwei Leute. Das Bad ist etwas enger, aber mit Dusche (Duschtasse mit Vorhang), WC und Fenster gut ausgestattet. Ablageflächen sind etwas knapp. Für mich ist nur schwer vorstellbar, wie zwei Mädels in diesem Bad auskommen sollen.

Danach gingen wir zum Abendbrot. Gute Gelegenheit, alle Leute zu begrüßen, aber (dank der tollen Lage des Strandrestaurants) auch das erste Mal im Urlaub die Seele baumeln zu lassen. Viele Leute waren wie wir Erstlings-Frösche. In meiner Woche waren übrigens die Damen in der Mehrzahl (20 zu 12).

Am Vormittag des ersten Tages folgte eine kurze Einweisung für alle, danach die ersten Schnupperkurse und -touren. So nach und nach fanden sich die Grüppchen, mittlerweile kannte man sich und wusste, wer welche Interessen und Stärken hat. Aber gerade die gesunde Mischung der Leute macht solch einen Urlaub abwechslungsreich. Egal, ob beim Tisch-Hopping bei den Mahlzeiten, beim Relaxen unterm Sonnenschirm, bei der spontanen Kajak-Tour oder zur Partytime abends – man kommt mit jedem irgendwie mal ins Gespräch und hat Gelegenheit zu plauschen. Durch diese ständige Kommunikation hat man auch das Gefühl, wenig zu verpassen. Hier macht jeder Tipp sofort die Runde. Egal, ob es ein toller Gyrosladen in Polichrono ist oder die Warnung vor verwässerten Drinks in einer Promenadenbar.

Zu den gemeinsamen Aktivitäten haben alle anderen schon geschrieben. Ich möchte das hier nicht wiederholen, sondern nur meine Highlights nennen:

Bootstour: es gibt kaum schöneres, als bei sanftem Wind und lauschiger Musik auf dem Meer zu cruisen. Zarte Frauenhände zum Rückeneincremen finden sich immer! Bei den Pausen springt man direkt von der Reling (Achtung: rutschig!) in kristallklares Wasser, trotz 3 m Tiefe sieht man bis zum Meeresboden. Und in Marmaris unbedingt eine riesige Wassermelone für die Rückfahrt besorgen. Über Kassandra hinweg kann man auch den Olymp aus der Ferne erkennen.

Polychrono

Yoga: wozu man zuhause vielleicht nie kommt, hier kann man es super probieren. Die Entspannung entschädigt alle Male für das frühere Aufstehen.

Delfine: auch wir mussten lange warten und hoffen, aber einen Abend war es soweit, dass wir 2 Delfine entdeckt haben. Nicht allzu groß und sehr dunkel gefärbt, schwammen und sprangen sie keine 100 m vor unserem Strand entlang.

Biken: man kann parallel zur Landstraße bequem bis Polichrono und auch weiter bis Chaniótis fahren. Man ist ungestört vom Auto-Verkehr und bestimmt sein eigenes Tempo. Am frühen Nachmittag, wenn die Leute von den Touren zurückkehren, sind immer Räder verfügbar und bis 19.00 Uhr verbleibt noch genug Zeit. Ansonsten: jede der angebotenen Touren hat ihren Reiz.

Wochenmarkt in Kassandria: hier führte uns eine Radtour hin (es war ein Montag). Es herrscht typische Marktatmosphäre. Von Lebensmitteln, über Klamotten bis Andenken ist alles zu bekommen. Besonders empfehlenswert sind Gewürze, auch als Mitbringsel.

Abends nach Polichrono: einige Restaurants an der Strandpromenade sind durchaus einen Besuch wert. Besonders für die Vorsaison sollte man aber schon vorher peilen, welcher Fahrzeugpark bei dem Restaurant zur Verfügung. Hat man dann möglichst auch noch Mädels dabei, hat man gute Chancen, den Kellner zu überreden, uns später zum Hotel zurück zu fahren. Sehr nett ist so was auf der Ladefläche eines fast ungefederten Pick-Ups. Aber für ca. 6 Leute machen die gastfreundlichen Griechen so was mal.

Tagestour mit Motorroller (Scooter): die Inhaber der Vermietung Sousouras in Kriopigi sind ein deutsches Pärchen und holten mich sogar per Auto ab (auch zurück wieder im Auto). Die Scooter sind technisch OK und auch €24,00 für den vollen Tag sind angemessen. Man kann die Küstenstraße entlang düsen und sollte unbedingt durch Afitos und Nea Fokea (Hafenbucht mit Kai) fahren. Alles noch Nordost-Küste. Danach quer über Kassandra rüber nach Sani (Südwest-Küste), hier Hafen mit tollen Yachten. Das angrenzende Hotelressort ist eine künstliche Welt für sich, aber alle Male gut für ein paar Fotos. Und über das Wasser sieht man die Hügelkette des Olymp! Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man in Shorts am Strand steht, Badevolk soweit das Auge reicht und in max. 70 km Luftlinie erheben sich die schneebedeckten Berge der Götter, mit knapp 3000 m Gipfelhöhe. Schwer, sowas mit Worten zu beschreiben, also nicht verpassen! Mag sein, dass das Frühjahr für diesen Blick besser geeignet ist, als der Hochsommer. Aber spätestens bei klarer Luft nach einem Sommergewitter ist der Olymp von Sani aus gut zu sehen.

Polychrono

Sani Hafenausfahrt mit Olymp (zu erkennen rechts neben dem Mast)

Von hier fährt man südlich weiter, der Weg verläuft auch mal abseits der Küste. Die Küste ist hier etwas steiler, viel grüner, allerdings ohne schöne Badestrände. Die Scooter PIAGGIO 80 laufen über 80 Sachen. Da heißt es: gut festhalten und ständig mit tieffliegenden Insekten rechnen, die einem gegen die Sonnenbrille klatschen.
Später kann man in Loutra abbiegen, einige Hügel überqueren, an einer netten Bergkirche bei Agia Paraskevi vorbeifahren.

Polychrono

Bergkirche bei Agia Paraskevi

Dann sieht man schon wieder das Meer auf der anderen Seite. Die Abfahrt zum Ort Pefkochori ist kurvig und schön zu fahren.
Ein anderer Frosch in unserer Woche buchte bei Sousouras eine geführte Motorradtour (glaube, auf einer 500er Enduro), von der er auch sehr begeistert erzählte. Er fuhr allein mit dem deutschen Guide (Vorsaison!), hatte aber umso mehr Spaß, da er viele versteckte Wege fahren konnte, die mir vielleicht verborgen blieben. Kosten: ca. €50.00.

Zum Essen nur soviel: Costas kann kochen! Auch Grillen! Und auch die Frühstücksbuffets lassen keinerlei Wünsche offen. Es schmeckt einfach super, egal ob mit oder ohne Tzatziki. Zwar hatte das Obst noch kein mega-Aroma, aber es war eben erst Frühjahr. Wieviel jeder isst, sollte er selbst wissen. Generell meine ich aber, die Teamer könnten 1-2 Trainingseinheiten Bauch-Workout pro Woche einplanen (für´s gute Gewissen), z. B. unterm Strohdach oberhalb des Restaurants, mit den Strandmatten als Unterlage.
Die Preise waren angemessen. €2.00 für einen Viertel Schoppen Wein, ebenfalls €2.00 für eine Halbliter-Ananasschorle oder Radler und €2.20 für einen halben Liter Bier. Mittagsimbiss zwischen €6.00 und €11.00.
Besonders schön ist es, auf der Terrasse zu frühstücken. Wenn einem die Sonne so nett entgegenblinzelt, vergisst man schnell, dass man eigentlich viel zu müde war zum Aufstehen.

Mein Fazit: ja, ich würde es wieder tun. KOSMAS mit seinem Sportangebot, dem eigenen Strandbereich, den frei verfügbaren Liegen, den Kajaks, dem Volleyballfeld, dem gepflegten Garten, dem großen Pool mit den vielen Liegen – das ist Urlaub, wie man ihn sich wünscht. Auf den Parties war immer Stimmung, auch wenn zu den Themenabenden kaum jemand verkleidet war. Die Vorsaison ist empfehlenswert, da alles noch grün, sauber und irgendwie unverbraucht und das Meer schon warm genug zum Baden ist. Auf Kassandra beeindruckt die Landschaft vor allem, wenn man sie zu Fuß oder per Bike erkundet. Die Orte selbst haben keinen alten Kern, wie man´s sonst von vielen Gebieten Griechenlands kennt.
Manche Reiseführer erwähnen, dass hier viele Osteuropäer Urlaub machen. Stimmt auch: Bulgaren, Tschechen, Slowaken sieht man, manche Lokale werben auch gleich in deren Landessprache. Aber das sorgt auch für ein moderates Preisniveau, von dem vor Ort alle profitieren.

Grüße an alle Leute aus „meiner Woche“, an die Teamerinnen und an Henning, an Costas, Jannis und Tassos sowie an alle Leute, denen mein Bericht ein paar Tipps liefern konnte!

Euer Toralf

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