22. August 2006

Reisebericht Kreta / Bali 22.07.-29.07.2006

Zum Frosch Reiseziel Hotel Xidas Garden, Bali / Kreta

Wie immer buche ich meine Urlaubsreisen sehr spontan – meine letzte lag auch schon lange zurück (mit Frosch Skifahren in Davos im März) – also wurde es wieder Zeit. Ein Grund war sicherlich auch, der Versuch der Hitzewelle in Deutschland zu „entfliehen“.
Nach Kreta wollte ich schon letztes Jahr (war damals ausgebucht), aber diesmal hatte es geklappt. Die Buchung erfolgte zwei Wochen vor Abflug. Dass es nicht das gleiche Hotel und Programm war wie im letzten Jahr habe ich beim Überfliegen der Beschreibung nicht wirklich wahrgenommen, freute mich aber dass die Transferzeit vom Flughafen zum Hotel mit einer Stunde angegeben wurde (stimmte auch).
Auf dem Flughafen in Heraklion kam ich mir dann aber ziemlich verloren vor, kein Frosch zu sehen. Also habe ich eine Reiseleiterin von TUI gefragt, wo denn ihre Frosch-Kollegen zu finden sind. Frosch, nein, kennt sie nicht, aber Moment, eventuell am Schalter 24, denn da sind die „kleinen“ Reiseveranstalter. Tatsächlich, dort fand ich dann auch das Frosch-Logo. Ist übrigens auch in den Reiseunterlagen vermerkt: Wer Lesen kann, ist klar im Vorteil.
Da ich der einzige Reisende aus Frankfurt war, wurde ich in einem Taxi ins Hotel gefahren, hier konnte ich schon die Fahrweise der Kreter kennen lernen. M. Schumacher in seinem Ferrari ist nichts dagegen – nach ca. 45min waren wir im kleinen Ort Bali angekommen. An der Rezeption empfing mich eine deutsch sprechende Deutsche (wie angenehm). Das Hotel ist familiengeführt und Karin ist ihrem griechischen Mann nach Kreta gefolgt und nicht alleine für von Frosch reserviert. Weil ich mich (scherzhaft) weigerte am letzten Tag das Zimmer schon um 12 Uhr zu räumen, brach eine Lawine von Gründen über mich herein. Außerdem solle ich mich nicht so anstellen, denn ich könnte am letzten Tag „in“ der Pool-Toilette duschen. Was auch tatsächlich stimmte, denn wie sich herausstellte ist die Toilette am Pool räumlich nicht von der Dusche getrennt!

Von den Teamern Kerstin (Reiseleitung/Wandern) und Mate (Bike) wurde ich herzlich empfangen und zum Abendessen geleitet. Einige Tische waren zu einer großen Frosch-Tafel zusammen geschoben, prima Idee. In den nächsten Tagen gab es einen regelrechten „Kampf“ um diese Plätze. Wer zu spät kam, der musste außerhalb der Frosch-Community essen und sitzen, was sehr schlimm war. Dieses Schicksal widerfuhr auch mir einmal, daran habe ich heute noch zu knabbern… ;o))

Da ich kurz vor dem Ende der Essenszeit (immer von halb acht bis halb zehn) ankam, hieß es sich zu sputen. Und da kam leider auch schon die erste kleine Enttäuschung: Die Auswahl war nicht gerade überwältigend, an der Vorspeise (Tomaten, Gurken, Feta, Tsatiki, Salat, Oliven) habe ich mich – und auch an den folgenden Tagen – satt gegessen. An Obst gab es die ganze Woche sowie die Woche davor (und wahrscheinlich überhaupt immer) Wassermelonen und Orangen – an einem Tag mal eben so Pfirsiche aus der Dose (eine willkommenen Abwechselung)!
Nach dem üppigen Mahl wurde ich den anderen Neuankömmlingen vorgestellt und siehe da, es waren zunächst nur Frauen anwesend (mein Zimmergenosse kam erst gegen Mitternacht, die Zwei-Wochen-Gäste unterwegs auf einem Weinfest). Alle Namen außer einem konnte ich mir nicht merken, unglücklicherweise habe ich diesen Namen dem falschen Gesicht zugeordnet, so dass die arme Sandra die ganze Woche darunter leiden musste, mit Marion angesprochen zu werden. An dieser Stelle sei nochmals eine Entschuldigung ausgesprochen!

Am nächsten Morgen (Sonntag) gab es dann die Einführung der beiden Teamer, außer den eigenen Frosch-Aktivitäten (also Wandern und Biken) wurden organisierte Touren angeboten. Da ich bekennender Kulturbanause bin, haben mich weder Knossos noch Museen in Heraklion oder Rethymno interessiert und eine Sechs-Stunden-Tour durch die berühmte Samaria-Schlucht schon gar nicht. Dennoch habe ich an meinem Abreisetag Rethymno besucht und habe es ein wenig bereut: Die Festung „Fortezza“ ist ganz schön aber die Altstadt von Touristengeschäften bevölkert, wirklich typische ursprünglich erhaltenen Gassen findet man seltener. Ich hätte den Tag anderweitig nutzen sollen und meine Ohren besser aufgesperrt… kleine Andeutung für Insider.
Die Mountainbike-Einführung gestaltete sich nicht wirklich als Mountainbike-Einführung, denn da alle schon mal Fahrrad gefahren sind, musste ja nicht viel erklärt werden… ;o))
Die anschließende kleine Bike-Tour war aber sehr schön, hoch auf den Hausberg (der an den folgenden Tagen immer bewältigt werden musste), von dort zu einem Kloster – wieder ein Anstieg, der mit herrlichem Blick über die Bucht belohnt wurde. Die anschließende Schussfahrt über die Hauptstraße nach Bali brachte eine angenehme Abkühlung.

Kreta

Außer dem Hafen und der schönen Strandpromenade ist an Bali nicht viel erwähnenswert. In einer Taverne trafen wir die Wanderer, und haben die ersten frisch gepressten Fruchtsäfte (Pfirsich, Melone, Apfel, Orange) getrunken oder aber das in Griechenland sehr beliebte Frappes (Wasser mit Nescafe-Pulver aufgeschäumt mit Eiswürfel, manchmal mit Vanilleeis garniert) genossen. Es gab sogar bekennende Genießer, die die Frappes beurteilten (Geschmack, Ambiente und natürlich die Bedienung, Ambiente) und fotografierten.

Nach dieser Erfrischung ging es zum ersten Mal ans Meer (knapp 10min vom Hotel eine Anhöhe herunter, einige Treppen zum Strand), die Nutzung der Liegen und Schirme ist nicht kostenlos. Das Hotel stellt aber Matten und Sonnenschirme zur Verfügung, allerdings sind die Schirme schwer in den Sand zu kriegen. Aber da die meisten Frauen einen Sonnenschutzfaktor von mindestens 75 mit hatten, war die Sonne für sie kein Problem (Stichwort: Viel hilft viel). Die Temperaturen um die 30 Grad Celsius ebenfalls, da immer eine Brise vom Meer für Abkühlung sorgte!

Das Frühstück war immer ein Thema und immer gleich: Wahnsinnig süße Marmeladen, Honig, griechischer Joghurt (also Quark), Wurst, Scheibenkäse (mit gutem Willen: Edamer), Fetakäse, Gurken, Tomaten, hart gekochte Eier, Cornflakes und KEIN Müsli. Nicht dass man(n) nicht satt wurde – gilt auch fürs Abendessen – aber irgendwie war man/frau mehrheitlich ein wenig unzufrieden mit dem Essen.

Meine Konzentration galt in den nächsten Tagen den „richtigen“ Mountainbike-Touren. Die Landschaft ist herrlich anzuschauen und erinnert mit viel, viel Fantasie ein bisschen an die Toskana. Einige Schotterpisten kamen auch vor, eine war wirklich super: Leicht bergauf, mit viel Geröll und Steinen – geili! Die Schimpftiraden von einigen Teilnehmern möchte ich hier allerdings nicht wiederholen. Diverse „Highlights“ unterwegs waren eine Straußen-Farm, einige Kohle-Meiler (wo sieht man das heute noch?), ein Töpferdorf (wo es leckeren deutschen Apfelkuchen gab aber keine Touristen weit und breit), eine von einer US Amerikanerin geführte Olivenölfabrik (die mit importierten italienischen Maschinen arbeitet) und eine Tropfsteinhöhle. Hier kam naturgemäß wieder die Frage auf, welche hängen an der Decke, Stalagtiten oder Stalagmiten? Ganz klar, Stalagtiten – denn Tit(t)en hängen immer herunter.

Kreta

Die Touren waren insgesamt nicht übermäßig anspruchsvoll (stand auch so in der Beschreibung) für manche Fröschr war aber schon nach einer Tour Schluss, Powerbeaching und Powerpooling war dann angesagt.

Kreta

Auch die Wanderungen bewegten sich auf eher auf niedrigem Niveau und waren nicht sehr überfüllt, wir waren nur zu viert mit Kerstin unterwegs (habe eine mitgemacht, weil an diesem Tag Mate frei hatte). Wir sind zu einer minoischen Grabstätte und einer Burgruine gewandert (es ging steil einen Berg hoch, sehr schöne Aussicht). In Rethymno hatten wir das Problem, dass uns kein Taxi zur Grabstätte fahren wollte (hat sich nicht gelohnt für die Taxifahrer). Aber geduldig wie wir sind, ist es uns doch gelungen zwei Taxifahrer dazu zu bewegen. Leider sind im Gegensatz zum Biken alle Wanderungen mit Transferkosten verbunden (Bus und/oder Taxi), da man von Bali aus schlecht landeinwärts wandern kann. Auf dem letzten Wanderabschnitt (der mit wenigen Höhepunkten versehen war), habe ich mich beim Anblick eines Schweinestalles zum Ausspruch „ein Schwein, ein Schwein“ verleiten lassen. Daraufhin erschrak der überaus mächtige Eber so sehr, dass er und die Ferkel fluchtartig davon liefen. Die Lacher hatte ich auf meiner Seite!

Kreta

Der Höhepunkt folgte dann am Freitag mit einer Bike&Boot-Tour. Die Idee finde ich sehr gut: Mit dem Segelschiff hin und mit dem Bike zurück oder umgekehrt. Man konnte aber auch nur Boot&Boot buchen – ich habe Bike&Bike vorgezogen. Es ging nach Panormos (10km von Bali) aber nicht direkt am Meer entlang sondern über einen Umweg im Hinterland (letztlich eine der schönsten Touren, möchte aber nicht verhehlen, dass eine sehr nette weibliche Bikerin dazu beitrug).

Kreta

Zu meiner Überraschung war die Frosch-Gruppe relativ klein – in den Wochen davor aber auch nicht viel größer: 17 Leute (davon 12 Frauen und mindestens 10 Lehrer) und fast alle aus NRW, aber „trotzdem“ eine sehr angenehme und witzige Truppe. Altersmäßig war von Anfang 30 bis Ende 40 alles dabei. Niemand separierte sich wirklich, aber man konnte trotzdem für sich alleine sein, wenn man das Bedürfnis dazu hatte. Zu einigen „Animationen“ konnten wir uns durchringen, gesellige Abende beim Tanz in der Disco, beim Minigolf, beim Kickern oder auch nur auf der Hotelterrasse hatten definitiv. Kerstin war aber entsetzt, dass sie niemand zum Wasserball bewegen konnte, angeblich das erset Mal in der Saison, na ja, det globe ick nich wirklich!

Kreta

Insgesamt fand ich die Woche auf Kreta sehr schön, das Wetter unglaublich, habe einige nette Menschen kennen gelernt und mich sehr gut erholt. Wer einen schönen weißen langen Sandstrand sucht, wir ihn hier nicht finden, größere Sportangebote ebenso wenig. Wer jeden Tag etwas anderes essen möchte ist teilweise gut aufgehoben, beim Frühstück und bei den Vorspeisen gab es keine wirklichen Varianten.

Antonio

2 Gedanken zu „Reisebericht Kreta / Bali 22.07.-29.07.2006

  1. Marco

    Bali gehört nach meiner Erfahrung noch immer zu den besten Urlaubs-Ecken. Zumindest von der Atmosphäre außerhalb der Hotels.

  2. kretadick

    @antonio,
    griechischer jogurt ist jogurt…und nicht quark!!!
    quark ist in GR.unbekannt und man bekommt den höchstens mal(und teuer!!!)beim carefour,in heraklion(richtung amoudara).

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