2. November 2007

Reisebericht Landgut Parmenide 06.-13.Oktober 2007

Reisebericht von Verena Kohleick (verena_kohleick at gmx.de)
FROSCH Reiseziel Landgut Parmenide im Cilento, Kampanien – Italien

Eine Woche frische Luft, Sport und nicht an die Arbeit denken….
…mit diesem Ziel haben Hendrik und ich uns in diesem Jahr nach Urlaub umgeschaut.

Wir gehörten zur letzten Gruppe im Landgut Parmenide im Cilento Nationalpark: Ein neues Hotel, zwar mit schönen Fotos im Netz, aber noch ohne Erfahrungsberichte. Weil wir eher Ruhe als Party wollten, haben wir uns für Parmenide entschieden statt für die Alternative Sportclub Il Tempio direkt am Meer.

Am Samstag Abend erwartete und neben Dominik auch ein 3-stündiger Transfer zum Landgut. Nach einer nervigen Reise mit Stau und ausgefallener Bahn zu Hause, verspätetem Flieger und einem dicken Mann neben uns im Flugzeug fand ich den Transfer ziemlich lang. Endlich auf Parmenide angekommen, fing es dann an, aus Kübeln zu schütten und zu gewittern, dass sich die Balken bogen. Andrea und Dominik meinten aber, das Wetter sei an der Küste sehr wechselhaft und alles wird gut (und sie sollten recht behalten). Derart beruhigt konnten wir dann die schönen, geräumigen Zimmer genießen, die nicht nur geschmackvoll eingerichtet, sondern auch sehr sauber und ordentlich waren.

Beim Abendessen stellten wir fest, dass wir eine sehr überschaubare Gruppe von 8 Leutchen waren, der Saisonausklang eben. Hendriks Angst, dass man die anderen Leute die ganze Woche über nicht mehr loswird, erwies sich als unbegründet. So verbrachte ich in der zweiten Wochenhälfte die Abende immer mit der Skatrunde, während mein Mann den Schlaf von 6 Monaten nachholte. Schade war allerdings, dass es nach dem Abendessen keine gemütliche Sitzgelegenheit mehr gab. In den letzten Tagen wurden wir quasi aus dem Restaurant rausgekehrt. Eine gemütliche Bar hat leider gefehlt.

Cilento-Kampanien

Parmenide gehört zum so genannten „Agriturismo“, wo Tourismus mit Landwirtschaft kombiniert wird. Auf dem Gelände findet man sich zwischen Feldern und Gewächsanlagen wieder und es kommt fast nur selbst angebautes Essen auf den Tisch. Und davon reichlich. Das Frühstück fiel sehr italienisch aus, mit Kuchen und Keksen und warmer Milch. Extra für uns gab es auch so was wie Brot, Aufschnitt und Kaffee, man hatte aber den Eindruck, dass den Gastgebern das eher suspekt war.

Am Sonntag fiel leider unsere Schnupper-Radtour buchstäblich ins Wasser, somit haben wir erst mal die Tischtennisplatte in Beschlag genommen und Freistil-Tischtennis im gemischten Doppel gespielt. Unsere Schnupper-Wanderung am Nachmittag nach Marina di Casal Velino fand aber statt. Andrea hat uns gleich in die großartige Eisdiele im Ort geführt, wo wir feststellen mussten, dass wir mit Englisch oder deutsch nicht sehr weit kamen. Italienisch zu improvisieren ist gar nicht so einfach…Am Ende der Woche waren wir aber alle ganz passabel.

Schon bei der ersten Wanderung stellten wir fest, dass unser Urlaubsziel sehr sehr ursprünglich war. In einer hügeligen bis bergigen Landschaft lagen verstreut ein paar Dörfer, genau so, wie man sich Italien vorstellt. Wild romantisch eben. Frei laufende Hunde und Katzen an jeder Ecke, einmal folgte uns sogar ein Eselchen vom Nachbar auf unserer Wanderung nach Casal Velina Paestum. Jeder, dem man begegnete, grüßte freundlich. Die Anwohner ließen extra ihre Gartentore offen, damit die „Frösche“ einmal pro Woche eine Abkürzung nehmen konnten (Andrea mit ihrem Charme hat die Saison eben genutzt!). Man hatte das Gefühl, man ist weit und breit der einzige Tourist. Und wird von der Bevölkerung fast adoptiert.

Cilento-Kampanien

Es folgten Tage mit verschiedenen Rad- und Wandertouren. Für mich waren die Radtouren eher anspruchsvoll, weil der Cilento Nationalpark umgeben ist von Bergen. Und als wir die beiden Strecken mit der sanften Steigung gefahren waren, bin ich ausgestiegen und lieber gewandert. Charmant fand ich, dass man eine gelungene Mischung aus Strand, Wassersport und Berglandschaft vorfand. So konnte man an einem Tag ein ursprüngliches und verschlafenes Bergdorf besuchen und am nächsten Tag im Meer Kajak fahren.

Mein persönliches Highlight war die Hike & Bike Tour auf den Monte Sacro. Zu Fuß einen uralten Pilgerpfad hoch, oben bei 10°C und dichtem Nebel in der Klosteranlage Pasta essen und dann mit dem Mountainbike die Versorgungsstraße runterbrettern. Hätte uns nicht unter der Wolkenschicht ein Platzregen überrascht, wäre das die absolute Königsdisziplin gewesen. So habe ich gelernt, dass Jeans trotz reichlich Fahrtwind nicht schnell trocknen.

Cilento-Kampanien

Außerdem zu empfehlen ist die Kajaktour. Wir sind ein Stück über das Meer und dann in die Flussmündung des Alento gepaddelt. Als Kajakanfänger konnte ich mich zwar nicht so sehr auf die umliegende Natur konzentrieren, die sicherlich mehr als spannend war, sondern musste schauen, dass ich das Paddeln koordiniert kriegte. Aber wir sind alle wohlbehalten wieder beim Wassersportcenter angekommen.

Alles in allem habe ich den Urlaub genossen. Parmenide ist keine Party-Location, sondern eher etwas für Leute, die Erholung, Ruhe und Sport suchen. Zumindest im Oktober, wenn die Italiener keine Ferien mehr haben. Für uns war es genau das richtige. Und nun gucken wir im Winterkatalog, ob wir einen genauso schönen Skiurlaub finden….

Bis bald
Verena

Ein Gedanke zu „Reisebericht Landgut Parmenide 06.-13.Oktober 2007

  1. Andrea

    Schön das Verena es geschafft hat einen so tollen Reisebericht zu schreiben! Ich hatte viel Spaß beim lesen und schöne Erinnerungen kamen wieder in den Kopf 🙂
    Liebe Grüße
    Andrea

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