26. August 2005

Mañana policía!

Reisebericht von Susanne Kammler (Susanne.Kammler at web.de)
FROSCH Reiseziel Hotel Diufain in Conil, Andalusien – Spanien

Nach einem reibungslosen Transfer vom Flughafen Jerez nach Conil ins Hotel Diufain und dem anschließenden Empfang der Frosch Reiseleitung hielt mich wenig in meinem geräumigen Zimmer.

Mich trieb es auf die Dachterrasse des Hotels, die einem einen fabelhaften Blick auf das Meer und die weitläufige Umgebung eröffnet. Fasziniert vom Sonnenuntergang tauchte ich ein in die Gesellschaft der Frosch-Mitreisenden.

Während eines nächtlichen Spaziergangs gelangten wir über einen romantischen Weg, gesäumt von hohem Schilfgras, zu dem langen und breiten Strand, den wir bis in den Ort mit seinen urigen kleinen Gassen entlang schlenderten. Ein Tinto de verano in einer kleinen Straßenbar machte das „Im Urlaub Ankommen“ perfekt. Zwei Wochen Frosch hatten entspannt ihren Auftakt gefunden…

Das Hotelfrühstück genossen, folgte eine Frosch-Inforunde, die ihre Eröffnung in einem Willkommensgetränk fand. Unsere „sprechenden“ Reiseführer informierten uns über das abwechslungsreiche Froschprogramm. Zudem erhielten die Reisenden Tipps und Tricks, um sich vor und von Ort zu bewegen, gefolgt von einer verbindlichen MTB-Einweisung.

AndalusienDie erste Conil-Woche war mit einem fakultativen Aktivitätsprogramm gespickt, das unterschiedlich anspruchsvolle Wanderungen und MTB-Touren mit verschiedenen Highlights, sowie Städtetouren (Jerez, Sevilla, Cádiz, Vejer), die alle mit Transferkosten (zwischen 12.- und 32.- €) verbunden sind (!), Treffen zum gemeinsamen Abendessen (im Frosch-Reisepreis enthalten) und einem romantischen Bottel-Abend in heiterer Froschrunde am „Haus-Strand“ beinhaltete.

Endlich auf dem Rücken des MTB-Esels radelten wir entlang an der geschichtsträchtigen Steilküstenlandschaft bis hin zum Leuchtturm des „Cabo de Trafalgar“. An die englisch, spanisch-französische Seeschlacht (1805) erinnerten die romantischen Badestrände nun gar nicht mehr, sondern luden eher zum Sprung ins kühle Nass ein. Am Leuchtturm selbst faszinierte ein traumhafter Blick auf den Atlantik, um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

AndalusienDem Taxi oder Leihwagen bedienten wir uns, um in die jeweiligen sehenswerten Städte sowie zum Einstieg der Korkeichenwanderung zu gelangen. Zu Beginn des Fußmarsches wanderten wir, mit einer Mischung aus Faszination und Ehrfurcht mit Blick hinauf in die breiten Blätterdächer der kork- und schattenspendenden Eichen, den steinigen Weg entlang. Im weiteren Verlauf eröffnet sich ein unvergesslicher Panoramablick auf Afrika, zum Greifen nah (der Tansfer plus Mittagessen Tarifa-Tanger kostet dich 52.- €, als EU-Bürger benötigst du nur einen gültigen Personalausweis.)! Die Wanderung fand ihren Höhepunkt nicht in der anschließenden Besichtigung der römischen Ausgrabungsstätte (Personalausweis mitnehmen, so kommst du umsonst rein!) „Baelo Claudia“ (gähn!), sondern am weißen, feinsandigen Strand von „Bolonia“. Der Strand bietet denen, die die mittelschwere Wanderung noch nicht genug forderte, die Möglichkeit die dortige weitläufige Wanderdüne zu erklimmen. Meine Empfehlung hingegen, die (auch) innere Harmonie und gelassene Lebensfreude mit sich bringt: Genieße Sonne, die erfrischenden Wellenbewegungen, Café con Leche und den Anblick der knackigen Surfer bei Gitarrenmusik (live), die gewürzt ist mit Herz, Feuer und Fernweh. Sehenswert!

AndalusienJerez, mit seinen zahlreichen, urigen Sherry- und Brandybodegas, bildet mit den Städten Sanlúcar de Barrameda und Puerto de Santa María, das Dreieck des Sherrys und ist ein lohnenswertes Froschziel. In Jerez, wie der gleichnamige Tropfen der Region, besichtigten wir die Bodega Tio Pépe, wo wir nicht nur einen Einblick in die Produktion, sondern auch eine Kostprobe des Crofts und Tapas erhielten. Die Stadt beeindruckt u.a. durch das Live-Erlebnis einer Trainingsstunde der königlichen Reitschule und durch das irre Phänomen der „Camera obscura“, die alltägliche Bilder der Stadt – durch einen Spiegel angebracht – über den Dächern von Jerez auf eine konvexe Leinwand einfängt.

Sevilla besticht durch die drittgrößte Kathedrale der Welt, in der sich u.a. die Überreste von Kolumbus befinden, dem prunkvollen Alcácar (eine von Mauern umgebene Gebäudegruppe, die als Schloss bzw. Festung genutzt wurde), die u.a. von Mauren und Juden erbaut wurde, seine großen Altstadt-Plätze, den Fluss Guadalquivir und vor allem durch seine 43 Grad Celsius, mit denen langsame, bedachte Sightseeing-Bewegungen einhergingen. Hitzeresistenz ist gefragt!

Unsere geschäftigen Kaufrausch-Bewegungen hingegen verzeichneten während des ausgiebigen Stadtbummels in den zahlreichen klimatisierten Geschäften jedoch Höchstleistung. „Wer Sevilla nicht gesehen hat, hat noch kein Wunder gesehen.“

Tipp: Es ist durchaus lohnenswert dem Auto der (all-)wissenden Frosch-Leitung zu folgen…das führt schneller zum Ziel.

Um den höchst möglichen energetischen „Sommerurlaub-Erholungseffekt“ zu erlangen empfiehlt es sich das Zeitmanagement in Hinsicht Ferieninhalte gedanklich zu streifen – du hast es in der Hand…

Was den Entspannungsgrad des Froschurlaubs betrifft, so war dieser in der zweiten Woche wesentlich höher als in der ersten. Angesteckt von dem, die Urlaubsstimmung hebende sonnige Wetter, von dem landestypischen Schlenderschritt sowie der andalusischen Gelassenheit konnten mich nur wenig flotte Frosch-Aktion weg von den lauschigen Sonnenbad-Plätzchen an den grandiosen Stränden locken…

AndalusienIch „cruise-ste“ mit dem Mountainbike zum verträumten Hafen von Conil mit dem hautnahen Erleben der interessanten Fischauktion und schloss mich der „Bike and beach“-Tour an, der Name spricht für sich. Sehr empfehlenswert!

Es ist durchaus möglich, anspruchsvollere MTB-Tour zu starten. Vielleicht gen Vejer, die auf jeden Fall die Waden stählert. Ich habe mich jedoch mit dem Reisebus, der in Conil abfährt (ca. 3.-€), den Berg hinauf schaukeln lassen. Das schönste Weiße Dörfchen der Region, Vejer, zählt zu einem hochfrequentierten Touristenziel, das malerisch an 218m Höhe auf einer Felsenklippe über dem Río Barbate liegt.

Während des Streifzugs durch das Gewirr der Gassen macht sich ein Hauch von Geist des Orients breit, der auch dem höchsten Punkt des Ortes, Überreste der Festung, innewohnt.

Ein ideales Plätzchen zum Ausruhen und Entspannen ist die Plaza de España mit ihrem Azulejo-geschmückten Brunnen.

AndalusienDort wirst du deine(n) Froschkönig(in) finden!
Der Besuch der, am Ende einer 9km langen Landzunge im Atlantik liegenden Stadt Cadiz hat mich nachhaltig beeindruckt. Die Stadt hat Charme! Die frische, salzige Atlantikbrise wehte einem beim Durchstreifen der pastellfarbig angestrichenen Altstadt um die Nase. Nach einem Nickerchen am Stadtstrand (Badehandtuch mitnehmen!) in der Siesta besichtigten wir die barocke Kathedrale, die durch ihre edlen Baumaterialien und den geschwungenen dreischiffigen Innenraum überzeugt. Doch mein Weg führte nur bis vor die Kasse der „Catedral Nueva“, denn mich zog der 37m hohe anmutige Glockenturm magisch an. Dort, über den Dächern von Cadiz, verbrachte ich lange Zeit in vollkommener Harmonie. Ein atemberaubender „Rundumblick“ sowie die geschichtliche Erzählung (engl./ spanisch) über Lautsprecher vervollkommnete die traumhafte Stimmung, die unter die Haut ging.

„Vamos a la playa!“ – Doch immer wieder lockte es mich zum langen Strand von Conil, der Beachvolleyball spielen, Sandburgen bauen, mit den Wellen kämpfen und joggen möglich macht.

AndalusienKulinarisch haben Strandfans die Wahl zwischen zahlreichen Strandbars. Empfehlenswert ist die hochwertige Paella am Fuße des o.g. romantischen Strandweges (Nähe des großen Parkplatzes) und die Laola Bar, die köstliche Kleinigkeiten auftischt. In der Laola Bar wird abends der Sonnenuntergang bei klassischer Musik und abschließendem Applaus zelebriert. Mit den Zehen im warmen Sand bei geselligem Essen verzaubert den nachtbringenden Augenblick.

Diese Stimmung wechselt, sobald man sich der Coniler City nähert. Dort pulsiert das Nachtleben! Wir erlebten das prunkvolle, farbenfrohe Fest zu Ehren der Schutzpatronin der Meere, „viva la Carmen“! Doch nicht nur, die im Juli stattfindenden Feste zu Ehren des jeweiligen Ortspatrons erwecken den Fischerort zum Leben. Nach dem Genuss der hohen andalusischen Tapas-Kochkünste zu bezahlbaren Preisen können Nachtschwärmer durchaus in den urigen Bars, Kneipen und Discotheken, oft unter freiem Himmel, die Nacht zum Tag machen.

AndalusienDazu sollte man das Hotel Diufain zur festen Sperrstunde um Punkt 24.00 Uhr verlassen. Das Einhalten dieser wird einem aufgrund des pedantischen Nachtportiers, erleichtert. Überschreitet man die Death line wird man persönlich an der Hotelpforte empfangen, das grimmige Gesicht unterstreicht die lauten Worten des „Sherrifs“: „Mañana policia!“ In diesem Moment verstand ein jeder die Landessprache…

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