22. Oktober 2005

Reisebericht Crans-Montana 01. – 08.10.05

Reisebericht von Sven Schneider (sschnei@web.de)
FROSCH Reiseziel Sportclub Carlton in Crans Montana, Wallis – Schweiz

Eher zufällig von Frosch-Sportreisen gehört, hatte deren Website mich neugierig gemacht. Und da gab es genau das, was ich suchte: Sporturlaub mit netten, lockeren Leuten machen. Wo ist in der ersten Oktoberwoche noch was frei? Sportclub Carlton, Crans-Montana, wandern, biken – das isses. Die Reiseberichte und der Preis stimmten mich auch noch positiv, also wurde gebucht.

Crans Montana

Bei der Anreise mit dem PKW folgte ich jedoch nicht der Frosch-Empfehlung über Bern und den Genfer See sondern nahm alternativ die Route über Kandersteg und den Lötschbergtunnel. Mit dem Autoverladezug ging es 15 Minuten durch den Berg nach Goppenstein und von dort durch das Rhone-Tal nach Sierre und dann hoch nach Crans. Landschaftlich jedenfalls reizvoller als die Tour via Genf, zumal dort dank Nebel und Stau die Fahrerei keinen Spaß machte, wie ich abends von anderen Neuankömmlingen erfahren habe.

Das Hotel aus den 30er Jahren kann sein Alter nicht leugnen, aber es hat einen gewissen Charme, wirkt sehr gemütlich, und viel wichtiger – alles ist sauber! Und die Betten bzw. die Matratzen sind superbequem, kein bisschen durchgelegen, wie man das hin und wieder in Hotelbetten erlebt.

Beim Abendessen gab es dann die erste Gelegenheit, die anderen „Frösche“ (insgesamt 40, im Alter von 5 bis 50 war alles vertreten, die Mehrheit lag zwischen Mitte Zwanzig und Anfang 40) und die Teamer kennen zu lernen. Alles verlief ziemlich unkompliziert und locker, genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Apropos Abendessen – superlecker und man wurde satt bis zum Abwinken. Vier Gänge: Suppe, Salat, Hauptgericht und Dessert. Nur einmal hatte Friedhelm (der Koch) sich geschmacklich ein wenig vergaloppiert – die Gemüsepfanne „asiatisch“ mit Hähnchenbrustfilet war geschmacklich von Asien mindestens genauso weit entfernt wie Bern von Peking – aber alles andere war mördergut (und bei mir als Hobbykoch liegt die Meßlatte wohl noch etwas höher…). Unvergesslich: die Pasta-Party mit fünf unverschämt leckeren Soßen und der Hirschgulasch mit Rotkraut und selbst gemachten Spätzlen. Und wer es fleischlos wollte, für diejenigen hatte Friedhelm immer eine leckere Alternative parat.
Auch das Frühstücksbuffet ließ kaum Wünsche offen: verschiedene Brote, Obst in allen Variationen, diverse Flocken und Müsli, mehrere Sorten Marmelade, Käse Wurst, Säfte, Tee, Kaffee…. Und für die Tagesaktivitäten konnte man sich noch sein Lunchpaket zusammenstellen, sodass man nicht für teueres Geld mittags essen gehen musste.

Crans Montana

Sportlich sollte der Urlaub ja sein, also wurde der Moutain-Bike-Schnupperkurs für den nächsten Morgen gebucht. Blöd nur, dass es ausgerechnet da wie aus Kübeln regnete und es ein ziemlich feuchtes Vergnügen war. Aber alle „Flachlandtiroler“ sollen gewarnt sein: Wer nicht zu 100% topfit ist, den kriegt die Höhenluft konditionell platt, denn die Steigungen sind auch bei kleinster Übersetzung nicht zu unterschätzen. Somit war auch nach kurzer Zeit für mich klar, dass das Biken nicht zu meinen Hauptaktivitäten hier zählen wird. Aber die Biker, die es körperlich drauf hatten, waren von den diversen Touren sehr begeistert.

Die Alternative hieß u.a. wandern, und das kann man rund um Crans recht gut. Besonders schöne Wanderungen waren die entlang der Wasserleitungen „Bisse du Tsittoret“ und der „Bisse du Ro“. Bei letzterer sollte man unbedingt schwindelfrei sein und den Weg möglichst nicht bei Regen begehen, sonst kann es eine sehr rutschige Angelegenheit werden. Und wenn es dann auch noch links so etwa 300 Meter tief runter geht, ist der Puls ein wenig höher als normal. Als ich die Tour mit einer anderen Gruppe ein zweites mal bei Sonnenschein gelaufen bin, war das schon wesentlich angenehmer.
Weiterhin wurde ein Kletterkurs angeboten, von dem die Teilnehmer auch begeistert berichteten. Leider konnte ich nicht teilnehmen, denn der Termin lag zeitgleich mit dem von mir besuchten Golf-Schnupperkurs. André, unser Chef-Teamer, hatte eingeladen, die „am meisten unterschätzteste Sportart“ einmal persönlich zu erkunden. Zuerst ging es auf die Driving Range, wo wir gezeigt bekamen, wie die Körper- und Schlägerhaltung zu sein hat. Dann hieß es Abschläge üben, und am Nachmittag ging es dann auf einen 9-Loch Golfplatz. Dabei habe ich eins gelernt: Nie wieder werde ich sagen, Golf sein ein Sport für alte Leute. Es ist körperlich super anstrengend und wer mal den ganzen Tag den Golfschläger geschwungen hat, der weiß abends, was er geleistet hat. Aber es hat irre viel Spaß gemacht und ich war froh, diese Erfahrung mitnehmen zu können. Und schon zwei Tage später haben ein Teilnehmer des Schnupperkurses und ich die gleiche Prozedur wiederholt, erst zum Abschlag üben auf die Driving-Range und dann zwei Runden auf dem Golfplatz, es kann süchtig machen…

Crans Montana

Die Abende ließ man dann in der Bar ausklingen, wo man sich mit den anderen auf eine oder zwei, drei, vier… Runden am berühmt-berüchtigten Kicker traf, dem ein oder anderen Bier oder leckeren Cocktail ein Schwätzchen hielt und den erlebten Tag noch mal Revue passieren ließ.

Leider ging die eine Woche viel zu schnell vorüber, eine Woche die mir sehr viel Spaß und Kurzweil bereitet hat. Kompliment an dieser Stelle auch noch mal an die Teamer, die ihren Job super erledigt haben. Wer ungezwungen Leute kennen lernen will, der ist im Konzept von Frosch bestens aufgeboben. Jedenfalls werde ich mit Sicherheit wieder eine Frosch-Reise buchen.

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