14. Januar 2013

Reisebericht Dalyan, 28.7.-11.8.2012

Reisebericht von Toralf (toribaer at arcor.de)
FROSCH Reiseziel  Sportclub Holiday Calbis in Dalyan, Türkei

Mein Reisebericht knüpft an die schon vorhandenen an und ergänzt aus aktueller Sicht. Meine Reisezeit war vielleicht nicht die günstigste für Dalyan, jedoch war ich arbeitsmäßig an diese Urlaubswochen gebunden.

Damit wären wir auch schon beim ersten Stichpunkt: Hitze.

Ja, man friert selten in Dalyan, genauer gesagt: nur auf der Dinner-Tour zur Fischfarm am Fluß benötigt man mal eine lange Hose und ein Jäckchen (der Abend ist echt ein Highlight!). Ansonsten schwitzt man fast pausenlos den ganzen Tag lang, gerade auf Touren sollte man ausreichend trinken.

Pause in den Bergen

Wir hatten Spitzen oberhalb 40°C (im Schatten!) und leider wurde es dann abends auch nicht merklich kühler.

Wer die Post in Dalyan besucht, wird merken, daß sich Touristen dort ganz gerne mal zwischendurch aufhalten. Sie haben nichts anderes in dem klimatisierten Raum zu tun, als sich schnell mal runterzukühlen und schauen dem fleissigen Postbeamten bei seiner Arbeit zu. Auch Meer und Pool konnten keine wirkliche Erfrischung bringen bei geschätzt 28°C Wassertemperatur. Lediglich die Flüsse bzw. Wasserfälle haben kühleres Wasser zu bieten.

drei fröhliche Pool-Frösche, dahinter das Gebäude mit unseren Zimmern

Der Ort Dalyan ist immer noch urtümlich und übersichtlich, keine großen Hotels, alles hat höchstens 3 Ebenen. Abgesehen von den Markttagen findet quirliges Leben vor allem abends statt, dann haben Restaurants, Händler und auch Bars Hochbetrieb. Gut ist, daß man vom Hotel zu Fuß in weniger als 10 Minuten zu allen wichtigen Stellen hinkommt (vom Fußweg sind die ersten 6-8 Minuten recht langweilig, dann wird´s interessant). Man hat den Ort in der Nähe, jedoch hat man im Hotel seine Ruhe.

Apropos Hotel: ein großer Garten ist das „Herz“ des Hotels, der sehr schön und auch hoch begrünt ist und in dem verschiedene Häuser verteilt stehen. Alles ordnet sich um die zentrale Bar und den angrenzenden Essbereich an, der sehr schön offen, aber größtenteils überdacht ist. Das ist wirklich gut gemacht, schöne Holzvertäfelung, tolle Bodenfliesen – ich fand sowieso, daß das HOLIDAY CALBIS bezüglich Hotelstandard höher anzusiedeln war, als meine bisherigen FROSCH-Hotels (Polychrono, Korfu, Sarti, Kreta). Auch die beiden Pools sind Klasse. Das Volleyballfeld ist eingerahmt von einer Wiese und hat genug Platz bis zur Mauer. Leider schafften wir es maximal, 3 gegen 3 zu spielen. Hallo FRÖSCHE, hier geht bitte mehr!

In den Zimmern gibt es kleine Mängel, z. B. war unser Zimmer recht eng, mit den Schranktüren stieß man beim Öffnen schon gegen´s Bett (kann nerven, wenn die beiden Insassen zu unterschiedlichen Zeiten aufstehen wollen). Auch daß Möglichkeiten zum Aufhängen von Bügeln oder Klamotten fehlen, wurde schon oft berichtet, jedoch ist es nach wie vor so. Wir hatten 5 m freie Wand im Zimmer, dazu im Bad nur eine 40 cm Handtuchstange für 4 Handtücher und keinen weiteren Haken. Es nervt vor allem, wenn man von Touren zurückkommt und seine Klamotten nicht gleich klamm in den Schrank hängen möchte. Dafür war unser Bad recht modern gemacht und das Fenster (weil Außenwand) half auch, daß es nicht zu feucht wurde. Kleine Mängel wurden aber auch mal schnell behoben, z. B. hatten wir ein Loch im Fliegengitter gemeldet, was abends schon repariert war. In unserem Zimmer lief die Stromversorgung unabhängig davon, ob der Schlüssel in diesem Schlüsselkartenschacht steckte oder nicht. Hatte den Vorteil, daß man die Klimaanlage laufen lassen konnte. Unser Zimmer im Erdgeschoß war über eine kleine Terrasse zu betreten, die man auch zum Aufhängen von Klamotten nutzen kann. Auch Kätzchen statteten uns hier mal Besuche ab.

Parties: meine 2 erlebten Welcome-Abende waren etwas fade, da hatte ich bei FROSCH schon bessere erlebt. Dafür waren die Farewell-Abende besser. Toll waren hier die Fotowettbewerbe in mehreren Kategorien – man hat viel Spaß, wenn man dann nochmal Fotos von Touren sieht, wo man selbst dabei war. Alles in allem waren Maxi und Tom ein gutes Team.

Umgebung: weil das umliegende Gebiet teilweise militärisches Sperrgebiet ist, gibt es nur sehr wenig Kartenmaterial und auch die Ausschilderung auf Strassen und Wegen ist dürftig. Wer alleine auf Tour gehen will, sollte dies bedenken.

Weil das Gebiet Richtung Fluß und Strand auch Naturschutzgebiet ist, wird in dieser Gegend kein Wassersport angeboten. Wer also mal Wasserski, Jetski oder Paragliding machen will, müßte es Richtung Fethiye versuchen. (Alles über die Schildkröten wurde schon von anderen berichtet.)

Mücken: ja, hier kann man schnell Kontakt zur einheimischen Tierwelt knüpfen. Klar, es gibt das lokal erhältliche Spray SIN KOV, was auch wirkt. Problem ist nur: man schmiert sich damit abends nach dem Duschen ein und sobald man draußen wieder schwitzt, geht die Wirkung schon enorm zurück. Außerdem riecht es komisch. Wir sprachen daher auch vom „Dalyan-Parfüm“. Speziell beim Essen oder abends an der Poolbar nerven die Mücken fast immer. Würde mir wünschen, daß seitens des Hotels hier mehr getan wird (Sprühen, spezielle Leuchten oder auch Duftkerzen oder sonstwas … ).

Einkaufen: man bekommt sowohl auf Märkten als auch abends im Ort inetwa die gleichen Waren geboten, nur die Auswahl kann sich unterscheiden. Die Markthändler rotieren auch, wer also bis nach Köycegiz oder Ortaca fährt, um etwas anderes zu bekommen, könnte enttäuscht werden. Die angebotenen Klamotten sind qualitativ ganz gut. Heimgereiste berichteten sogar, daß nach dem Waschen Farbe und Form stabil geblieben sind (galt in dem Falle für Poloshirts und auch Shorts). Insofern möchte ich jetzt nicht spekulieren, ob das „Markenkopien“ waren oder einfach nur Überproduktion. Märkte haben auch leckeres Obst: Pfirsiche, Nektarinen, Süßkirschen und Trauben haben super Aroma und man kann alles vor Ort an Wasserhähnen gleich abspülen und hat einen tollen Imbiß.

Touren: möchte hier speziell auf die Tour zum Sultaniye Picknickplatz eingehen. An diesem Plätzchen der Welt ist man abends schön abgeschieden von allem Trubel. Man kann sich bei einem späten Bad im flachen Wasser die Haut von den kleinen Doktorfischen anknabbern lassen, was natürlich in der Gruppe umso mehr Spaß macht. Außerdem laufen einige junge Kätzchen rum, die keine Berührungsängste haben. Ab der Dämmerung kann man hier auch Fledermäuse entdecken, die knapp über unseren Köpfen ihre Bahnen ziehen. Das Grillmenü schmeckt unter freiem Himmel nochmal so gut. Auf der Rückfahrt hatten wir dann Glück (mit dem Datum): es war gerade dunkel geworden, als wir  Alí´s Boot wieder bestiegen und dann schipperten wir heimwärts genau in den tief stehenden, roten Vollmond hinein. Ein herrlicher Anblick, leider nur schwer zu fotografieren.

Rafting: diese Tour kann gebucht werden, ist aber keine FROSH-Tour. Man investiert viel Zeit für Hin- und Rückweg (zusammen ca. 5,5 Std.), um etwa 1,5 Std. Kanufahrt zu erleben. Man fährt vollbesetzt in recht klapprigen Kleinbussen sehr tief ins Landesinnere hinein, passiert hohe Anstiege auf engen Schotterpisten, bis man dann zum Einstiegspunkt kommt. Hier versuchen die Guides, in gebrochenem Englisch das Nötigste bezüglich Einstieg, Ausstieg, Paddeln und Sicherheit zu vermitteln. Boote waren mit 6-8 Mann besetzt, dazu je ein Guide. Der Fluß ist durchaus anspruchsvoll, mit Felsen und Stromschnellen, an unserem Tag ist aber kein Boot gekentert. Es macht viel Spaß, gegen die Naturgewalten zu kämpfen oder in ruhigen Phasen auch mal ein Bad vom Boot aus zu nehmen. Das kühle Wasser und die ruhige Natur im Flußtal sind ein Erlebnis. Da am Ausstiegspunkt ein Staudamm gebaut wird, ist unklar, wie lange diese Touren dort überhaupt noch angeboten werden können. Danach fährt man zurück zur Station, wo wir vorher die Boote geladen hatten und es gibt dort ein recht einfaches Mittagsessen und Fotos der Tour auf CD zu kaufen. Dort überraschte uns dann ein Gewitter, was etwa 2 cm große Hagelkörner mitbrachte. Echt ein Erlebnis! Die Rückfahrt im Kleinbus, mit beschlagenen Scheiben durch die Nebelbänke durch, war dann nochmal sehr erlebnisreich. Dalyan hat von dem Gewitter übrigens nichts mitbekommen, andere Frösche sagten nur, es war an diesem Nachmittag „nicht ganz so warm“ wie sonst.

Alles in allem ist Dalyan keine Location für Parties oder auch für zu junge Leute. In beiden Wochen lag der Altersdurchschnitt etwa bei Mitte 40, jeweils mit hohem Anteil an pädagogischen Berufen. FROSCH ist nur ein „Teil“ des Hotels, es gab aber keinerlei Probleme mit den anderen Gästen (viele Engländer, Holländer, auch viele Familien). Im Vergleich zu meinem Vorjahresurlaub in Side bekommt man in Dalyan vielleicht nicht alles geboten, hat aber ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Pflichtprogram in Dalyan sollte sein: Toparlar Wasserfall, Abendessen auf der Fischfarm, Iztuzu Beach, wenigstens einmal auf dem Markt auf Biegen und Brechen um Preise feilschen, mindestens 1x/Woche Granatapfelsaft trinken und mindestens 1 Schlammbad nehmen – viel Spaß!

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