20. Dezember 2005

Serefe! Frosch-Urlaub in Dalyan (24. September bis 7. Oktober 2005)

Reisebericht von Brigitte
FROSCH Reiseziel Sportclub Holiday Calbis, Dalyan – Naturparadies in der Türkei

(Serefe = Prost auf türkisch)

ORT & LANDSCHAFT
Dalyan liegt – sicherlich ungewöhnlich für Frosch-Destinationen – nicht am Strand, sondern an einem Flussstück, das den Köycegiz-See mit dem Meer verbindet. Der Fluss ist aber kein „normaler“ Fluss, sondern ein Schilfdelta, ein Labyrinth aus Schilf, wunderschön grün, landschaftlich toll.
Auch um Dalyan herum ist sehr viel grün, ganz anders, als ich die Türkei so in Erinnerung hatte. Das ganze Gebiet rund um Dalyan steht übrigens unter Naturschutz.
Das Örtchen ist charmant, erinnert eher an ein Aussteiger-Dorf als eine Touristen-Destination. Die Leute sind freundlich, aber nicht aufdringlich. Abends ist das Städtchen autofrei, und ein Stadtbummel lohnt sich allemal, um Atmosphäre – oder Raki – zu tanken.
Alle Nicht-Türken treffen sich bei Gerda, die ein nettes CafĂ© im Freien unterhält und den einzig wahren Kaffee im Ort anbietet (allerdings zu deutschen Preisen). An dieser Stelle ein Wort zum Preisniveau: Die Preise in Dalyan sind seit Einführung der neuen Türkischen Lira deutlich gestiegen. Wer sich also auf eine günstige Urlaubsreise freut, ist in Dalyan wohl nicht ganz richtig aufgehoben. Das gilt allerdings nicht fürs Shoppen: In Dalyan wie überall in der Türkei – in allen Geschäften und auf allen Märkten – gibt es „echte“ Markenware von Puma über Joop bis Boss – natürlich zum Schnäppchenpreis.

Dalyan

DAS HOTEL & DIE FRÖSCHE
DalyanDas Hotel bzw. der Frosch Sportclub Hotel Calbis (ist es ein Hotel? Ist es ein Sportclub? Ich hab den Unterschied nicht wirklich verstanden!) ist eine schöne Anlage, mit zwei großen Pools, davon einer nur für Frosch-Gäste, und einem tollen Garten, mit einer Beachvolleyballanlage, die so nicht heißen darf, weil sie nicht am Beach liegt, die aber zur abendlichen Nutzung eine Flutlicht-Beleuchtung hat.

Die Zimmer im Hotel sind zwar relativ einfach, aber immerhin mit kostenfreier Klimaanlage. Wenn man Pech hat (ich hatte Pech), erwischt man die Zimmer zur Straße raus. Dabei ist die Straße nicht wirklich das Problem, sondern – der Hahn! Ich habe noch nie einen Hahn erlebt, der so ausladend schreien kann, und zwar am Stück, ohne Unterbrechung, ab drei Uhr nachts. Aber vielleicht hat sich „dank“ Vogelgrippe das Problem im nächsten Jahr erledigt?
Geführt wird die Hotelanlage von Gökmen, einem in Deutschland aufgewachsenen Türken, der den Laden gut im Griff hat. Gökmen hat übrigens auch einen eigenen Flugplatz und bietet Ultralight-Flüge an, aber dazu später.

DalyanDas Personal im Hotel ist sehr nett, und das Reinigungspersonal macht sich viel Mühe, die Handtücher in immer neuen Formen aufs Bett zu drapieren.
Das Frühstück in Form eines Buffetts (das allerdings spätestens in der zweiten Woche etwas abwechslungsreicher sein könnte) und das Abendessen (kalt-warmes Buffet, ziemlich lecker!) werden auf der Außenterrasse serviert. Achtung: In Dalyan gibt’s blutrünstige Moskitos noch und nöcher, die gerne über hungrige Essensgäste herfallen! Dagegen hilft nur „Zinkoff“, ein undefinierbar stinkendes Anti-Mücken-Spray. Autan oder ähnliches kennen die türkischen Moskitos nämlich nicht.
Die Frosch-Teamer haben sich wirklich viel Mühe gemacht, unseren Aufenthalt so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. So auch das Essen: Zweimal in der Woche wird auswärts gegessen – in Restaurants in der Umgebung oder einfach im Strand beim lecker Barbecue.

DalyanDas alltägliche Nachtprogramm, die Poolparty, findet, wie der Name schon sagt, am Pool statt (damit draußen – ein Pulli kann nicht schaden).Die Preise in der Frosch-Bar könnten nach unserer Ansicht ein wenig günstiger sein. Aber was soll’s: Schließlich sind wir ja im Urlaub! In der Poolbar gibt’s einmal pro Woche einen Wasserpfeifen-Abend.

Und nun zu den Fröschen: Die waren in Dalyan wirklich super! Dank der Tatsache, dass in der ersten Woche 70 Frösche im Hotel waren, war es nahezu unmöglich, alle ausreichend kennen zu lernen. Dafür hatten sich in der zweiten Woche die „Übriggebliebenen“ alle ganz doll lieb, es bildeten sich schöne Freundschaften, und einige neue Pärchen waren natürlich auch darunter. Die meisten Frösche waren zwischen Anfang 30 und Mitte 40 (das war übrigens bei keinem meiner Frosch-Urlaube anders, auch wenn Frosch mit den Fotos in den Katalogen anderes suggerieren will).

WASSER & SONNE
DalyanDalyan liegt wie gesagt nicht gleich am Meer, und auch nicht gleich am Köycegiz-See. Das heißt: Wer ins Wasser will, muss sich irgendwie hinbewegen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die angenehmste, urlaubigste, chilligste ist sicherlich, mit Alis Boot hinzufahren. Ali ist sozusagen der Haus-Kapitän der Frösche, und fast täglich werden Bootstouren mit Ali angeboten – die übrigens meistens schon im Preis enthalten sind.
Ali macht Ausflüge zum Iztuzu-Strand, zum Meer (mit Schwimmstopps) und zum Köycegiz-See. Das Wasser war überall wunderschön warm und klar. Im See zu schwimmen ist wegen der landschaftlich schönen Lage ein besonders tolles Erlebnis.
Auf dem Rückweg vom See kann man sich noch mal eben 10 Jahre verjüngen lassen – durch einen Sprung ins Schlammbad von Sultanye (macht viel Spaß, ist aber wirklich igittigitt – und bei den vielen Touristen frag ich mich, ob das wohl wirklich so gesund ist wie angepriesen :-).
Zum Strand geht es auch mit dem Dolmus, der jede halbe Stunde vom Ortszentrum abfährt, oder mit öffentlichen Booten. Oder mit Mountainbikes, wobei man wissen muss, dass kein Ziel von Dalyan aus wirklich ohne Berge erreichbar ist – und der Anstieg vom Strand zurück ist nicht ohne. Dafür wartet dann oben eine Türkische Mama mit leckeren Pfannkuchen – ein kurzer Zwischenstopp lohnt allemal.
Der Iztuzu-Strand ist 5 km lang, die Boote landen am rechten Ende, die Busse am linken. Wer also Boot und Bus kombinieren möchte, kann sich auf einen schönen Spaziergang am Strand entlang einstellen.
Nachts ist der Strand geschlossen – denn die Caretta-Meeresschildkröten nutzen ihn als Brutplatz.

SPORT & DIE BIENEN

DalyanWie man’s von Frosch nicht anders erwartet, gibt es fast täglich geführte Mountainbike-Touren, gelegentlich auch kombiniert mit Wanderungen oder Bootsfahrten. Die meisten Strecken gehen über Teer, manche auch auf Schotter, jedoch sind die Berge oftmals nicht ohne und die Touren daher nicht immer was für Einsteiger (wie mich).
Wegen der vielen Frösche in Dalyan waren die 20 Bikes etwas zu knapp bemessen, so dass täglich nach dem Abendessen der Run auf die Anmeldelisten losging. Wer kein Bike erwischt hat, konnte stattdessen wandern. Täglich wurde eine Wanderung angeboten, zu netten Zielen in der Region, wie z.B. einem kleinen Wasserfall, in dem man sich natürlich auch erfrischen konnte.
Bei Biketouren und Wanderungen gilt: Vorsicht vor den türkischen Bienen! Diese sind ziemlich aggressiv (vor allem, wenn der Imker in der Nähe ist) – und da die Wanderwege oftmals weit von der Straße entfernt sind, sollten Bienen-Allergiker diese Touren besser meiden. Hier empfiehlt sich als Notfall-Ration eine Kortisonspritze, die es freiverkäuflich für ganz wenig Geld in den Apotheken am Ort gibt.

DalyanWenn Räder übrig sind, kann man natürlich auch auf eigene Faust die Gegend erkunden oder zum Strand fahren (Achtung Berge! Uff, uff).
Auch im Frosch-Hotel gibt’s Sport, nämlich Fitness & Aerobic, Wasseraerobic, Wasserball und Beachvolleyball. Das Fitnessprogramm von unserer Reiseleiterin Vivien war klasse, nicht nur ein bisschen rumhüpfen, wie man das von anderen Anlagen kennt, sondern super choreographiert und richtig anstrengend.

AUSFLÜGE & ATMOSPHÄRE
Ich möchte nicht das umfangreiche Ausflugspaket, das Frosch anbietet, zum x-ten Male wiederholen (die anderen Reisebericht-Schreiber haben darüber schon genug geschrieben), sondern mich auf einige Punkte beschränken:

  • Viele Ausflüge mit Alis Boot – sehr zu empfehlen. Zum Beispiel zum Hausstrand, dem Iztuzu-Beach, aufs Meer hinaus, zum Köycegiz-See, zu diversen Buchten und Stränden, an denen es Picknick oder Barbecue gab.
  • Massage bei Golden Hand Ali – ich hätte nie gedacht, wo man überall verspannt sein kann. Leider hielt der Effekt nicht allzu lange an (liegt’s an den Betten im Hotel Calbis?), und für meinen Geschmack hätte Ali auch ein wenig gesprächiger sein können. Wer mal sehen will, wie ein Türke wohnt, der sich ne goldene Hand verdient hat, oder einfach eine entspannte Massage benötigt – z.B. an einem Regentag (auch die sollen mal vorkommen), ist aber bei Ali gut aufgehoben. Übrigens: Am Sultaniye-Strand, zu dem Frosch Ausflüge zum Picknick oder Barbecue anbietet, hat sich eine Deutsche niedergelassen, die ebenfalls Massagen anbietet, die nach Einschätzung mehrerer Frösche sogar noch empfehlenswerter sind als die von Ali.
  • Wanderung zur Festungsanlage Kaunos – sehr zu empfehlen ist es, auch den Berg zu besteigen, auf den allerdings kein richtiger Weg führt (was zu fiesen Dornen in sonnengebräunten Beinen führen kann) – der Ausblick auf Dalyan und den Strand ist überwältigend.
  • Wild Water Raften: Das Wasser war wirklich wild und das Raften nicht ganz ohne Blessuren (ich durfte mir den Fluss ganze dreimal von unten ansehen) – aber die Schlucht ist überwältigend und der Spaß enorm – das entschädigt auch für manche Blessuren, wie gezerrte Oberschenkel und angeschlagene Gelenke, sowie verlorene Sonnenbrillen und zerrissene Kleidung.
  • Flug mit dem Ultralight-Flieger und Hotelchef Gökmen. Das Teil ist sozusagen ein Fahrrad mit Motor, man bewegt sich völlig im Freien (was den steilen Landeanflug zu einer Mutprobe macht), man gleitet dabei so sanft über den Strand, über Dalyan, über das Hotel dahin, dass einem die 20 Minuten viel länger vorkommen. Dabei moderiert Gökmen, zeigt die eine oder andere Schildkröte aus der Luft. Für mich ein tolles Erlebnis, das den Preis (40 €) in jedem Fall wert war.
Dalyan
Dalyan
Dalyan

NIGHTLIFE
DalyanEinmal in der Woche ist abendessen-frei. Im Städtchen gibt es aber viele gute Alternativen. Hier kann ich nur das „Ali Baba Restaurant“ empfehlen (auf einem kleinen Platz, Eingang schräg gegenüber Gerda’s CafĂ©). Taffy, der Chef, ist immer da, immer ein bisschen muffelig, eigentlich aber sehr nett, mit einer spannenden Lebensgeschichte. Bestellt ihm einen lieben Gruß von mir!. Übrigens: Er hat mir hoch und heilig versprochen, das Kettenrauchen aufzugeben. Ich bin Euch dankbar, wenn Ihr mir berichtet, ob er es auch geschafft hat.

Wie bereits erwähnt, gibt es jeden Abend Pool-Party. Wer stattdessen lieber das Örtchen kennenlernen möchte, für den empfehlen sich zahlreiche Bars, wobei unser Favorite natürlich die Rock Bar war – mit „Psycho“ – dem völlig durchgeknallten DJ und Kellner. Die Discos waren zu unserer Reisezeit (September/ Oktober) schon kaum noch besucht, sicher ist das im Spätsommer anders.
Die Einheimischen, mit denen man sehr schnell ins Gespräch kommt, empfehlen einen Ausflug nach Marmaris. Leider stand das aus Zeitgründen nicht mehr auf unserem Programm.

Dalyan

FAZIT
Lag es am schönen Hotel? Lag es an der tollen Landschaft? Lag es an der Sonne? Oder an den Superfröschen? Nach insgesamt fünf Frosch-Urlauben bin inzwischen schon richtig frosch-erfahren und kann deshalb nur sagen: Dieser Frosch-Urlaub war der schönste! Ich wünsche Euch viel Spaß! Serefe!

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