25. August 2005

Aktiv, sonnig, kurzweilig, kontaktreich – toller Urlaub in Dalyan!

Reisebericht von Björn Bertram (bjoern.bertram at gmx.net)
FROSCH Reiseziel Sportclub Holiday Calbis, Dalyan – Naturparadies in der Türkei

DalyanSamstagnacht, kurz nach zwei Uhr. In eineinhalb Stunden geht mein Flieger nach Dalaman, dann warten zwei Wochen Frosch-Urlaub auf mich. Zum ersten Mal habe ich meinen Sommerurlaub über Frosch gebucht – was mich da wohl erwartet? Wie sind die Miturlauber wohl drauf? Wie frei ist man wirklich in der Programmgestaltung? Bald werde ich Antworten auf diese Fragen haben. Am Flughafen halte ich Ausschau nach möglichen anderen Fröschen: Hat irgendjemand den orangenen Gepäckanhänger am Koffer? Aber ich kann niemanden finden. Nach einem ruhigen Flug komme ich am frühen Morgen am Flughafen in Dalaman an. Direkt hinter der Gepäckausgabe wartet auch schon Vivien, die Reiseleiterin, auf uns. Denn neben mir waren noch zwei weitere Frösche mit in dem Flieger. Vivien erzählt, dass es heute etwas kühler sei als in den vergangenen Tagen: Am Himmel sind einige Wolken und es werden heute „nur“ etwa 30 Grad – nach den 40 Grad in den vergangenen Tagen für die Türkei eine deutliche Abkühlung. Für uns Neuankömmlinge immer noch eine Verdoppelung der Temperatur, denn in Deutschland sind wir bei 15 Grad und Regen gen Süden gestartet.

Auf dem etwa halbstündigen Transfer zum Hotel werden also erste Kontakte geknüpft: Wie heißt du? Wo kommst du her? Bist du zum ersten Mal mit Frosch unterwegs? Neben uns dreien werden heute noch über 20 weitere Frösche anreisen. Mit den noch vor Ort befindlichen werden wir 44 Personen sein, doch ein Großteil der „Neu-Frösche“ wird erst am späten Abend gegen 22 Uhr im Hotel eintreffen.

Dalyan

Bei unserer Ankunft im Hotel haben wir Glück: Wir kommen noch pünktlich zum Frühstück und können uns erst einmal stärken. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, um mit einigen „Alt-Fröschen“ ins Gespräch zu kommen, die viele wertvolle Tipps geben, etwas über den Ablauf der Tage, Ausflugsziele und die Gruppe erzählen. Anschließend können wir unsere Zimmer beziehen, bevor das Schlafdefizit der vergangenen Nacht auf einer Liege am großen Frosch-Pool etwas reduziert wird. Und da der Samstag in Daylan der Markt-Tag ist, bietet sich der Nachmittag an, um eine erste Erkundungstour in den Ort (etwa 10 Minuten Fußmarsch) und über den schönen Markt zu unternehmen. Die offizielle Info-Veranstaltung für die Neu-Frösche findet, wegen der vielen Abend-Anreisenden, erst am nächsten Tag statt. Nach dem Ausflug in den Ort gehört der restliche Tag dem Pool, der als Treffpunkt für alle Frösche, die gerade nicht unterwegs sind, ein guter Ort ist, um mit weiteren Fröschen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Nach dem Abendessen geht es dann an der Frosch-Bar mit Barkeeper Murat weiter. Der „Verdauungs-Raki“ darf natürlich nicht fehlen.

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Der Sonntag ist dann für die meisten Neu-Frösche der erste richtige Urlaubstag. Und so startet der Tag mit einer Info-Veranstaltung bei der uns die beiden Teamerinnen Vivien und Sabine einen Überblick über das geben, was uns so in Daylan erwartet: Welche Ausflüge können wir machen? Was für Aktionen sind im Angebot? Wie läuft das mit der Anmeldung? Kann man sich auch einfach so ein Bike schnappen? – Auf alle Fragen haben die beiden eine Antwort parat. Anschließend geht es dann gemeinsam in den Ort. Dort gibt uns Vivien wichtige Informationen zum Ort: Geldautomat, Post, Dolmus-Station („Busbahnhof“), der Liegeplatz von „Ali’s Boot“(mit dem wir in den kommenden Tagen so manchen Ausflug machen werden), Supermarkt, „Gerda’s Café“ (die ständige Vertretung der deutschen Kaffee- und Kuchenkunst in der Türkei) Evi’s Pancake-Restaurant und vieles mehr…

Dalyan

Doch wo ist denn jetzt der Strand? Auch dieses Rätsel soll gelüftet werden: Daylan liegt am Anfang eines Mündungsdeltas in dem der Daylan-River in das Mittelmeer mündet und liegt daher nicht direkt am Meer. Um zum Strand („Iztuzu-Beach“) zu gelangen, gibt es drei Möglichkeiten: Ein Dolmus fährt halbstündlich an den Strand, mit den Booten, die ständig Daylan mit dem Stand verbinden oder mit dem Fahrrad (12 km pro Strecke, etwa 250 hm). Heute fahren wir mit dem Dolmus an den Strand. Entlang des Mittelmeers erstreckt sich der Iztuzu-Sandstrand etwa fünf Kilometer lang vor dem Delta in einer schönen Bucht. Dieser Strand wird auch „Turtel-Beach“ genannt, denn er dient der unter Naturschutz stehenden „Carette-Caretta“-Riesenschildkröte als Brutgebiet für ihre Eier. Deshalb wird der Strand von 20 bis 8 Uhr für den Menschen gesperrt. Dann kommen den Schildkröten aus dem Meer, legen ihre Eier und vergraben diese im Sand.
Und diese Schildkröte und die Naturschützer sind auch Schuld daran (man muss eher sagen, ihnen gebührt der Dank!), dass Daylan nicht ein Urlaubsort ist, wie viele andere in der Türkei. Denn hier in Daylan gibt es keine großen Hotel-Burgen (die höchste Bebauung ist zweigeschossig), sondern mehrere kleine Anlagen. Dadurch ist Daylan „relativ ursprünglich“ geblieben, wenn gleich der Tourismus auch hier deutliche Spuren hinterlassen hat.
Nach einem erfrischenden Bad im Mittelmeer geht es dann mit Ali’s Boot durch das Delta – vorbei an den Resten der antiken Stadt Kaunos und den Felsengräbern – zurück nach Daylan.

Am Montagmorgen steht dann die MTB-Einsteiger-Tour auf dem Programm – ohne größere Steigungen dafür aber in der prallen Sonne geht’s mit den super gepflegten Bikes on Tour. Ziel ist ein Naturrestaurant. Der Wirt bietet dort leckere Getränke und Kleinigkeiten zu Essen an, für die er alle Zutaten aus seinem Garten frisch erntet – sehr lecker! Anschließend darf natürlich die Erfrischung im und die Erholung am Pool nicht fehlen. An diesem Abend bleibt dann die Küche im Hotel erstmalig kalt. Denn an drei Abenden pro Woche wird außerhalb des Hotels gegessen. Heute in einem typisch türkischen Restaurant auf der Strecke von Daylan zum Iztuzu-Beach direkt an einem kleinen See. Leider ließ hier der Service etwas zu wünschen übrig, sonst wäre dieser Abend noch schöner gewesen.

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DalyanAuch an den folgenden Tagen gibt es ein abwechslungsreiches und von den Teamerinnen liebevoll gestaltetes Programm: MTB-Touren mit verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden, Wanderungen, Wellness-Angebote, Gymnastik, Wasserball- und Beachvolleyball-Turnier, Ausflüge mit Ali’s-Boot,… Dazu dann noch die Möglichkeit, an Angeboten von Fremd-Anbietern teilzunehmen (Rafting, Meeres-Kajak, 12-Insel-Bootstour,…) – langweilig werden musste einem bei dieser Auswahl wahrlich nicht. Doch es bestand immer auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, auf eigene Faust etwas zu unternehmen, in Daylan zu shoppen oder die Kneipen und Bars zu besuchen. Deshalb will ich nicht alle weiteren Aktionen aufzählen, sondern lieber noch auf ein paar Highlights hinweisen:

Die Bacardi-Beach-Tour ist eine der schönsten Wanderungen. Dafür gehts zunächst mit dem Kleinbus ein paar Kilometer Richtung Iztuzu-Beach. Anschließend führt die Strecke teilweise über Ziegen- oder Trampelpfade, teilweise über Schotterstrecken zu einer kleinen, einsamen Bucht ohne andere „Sonnenanbeter“. Durch unterirdische Quellen ist in dieser Bucht das Wasser deutlich kühler und richtig schön erfrischend! Hier treffen wir auch Ali’s Boot, der parallel seine „Spezial-Bootstour“ anbietet und dabei u.a. diese Bucht ansteuert – eine gute Gelegenheit, um an Bord des Schiffchens eine kühle Cola zu trinken. Anschließend geht es dann wieder hinauf in die Berge zu einer kleinen Gaststätte, wo wir uns bei einem Ayran stärken können, bevor es mit dem Bus zurück zum Hotel geht.

Montags ist Markt in Köycegiz. Der Ort liegt am gleichnamigen See und Ali bietet mit seinem Boot einen Tagesausflug an. Der Markt ist größer als der in Daylan und auch viele Einheimische kaufen dort ein. Gemeinsam mit einem anderen Teilnehmer bin ich mit dem Bike nach Köycegiz gefahren (34km, ca. 350hm). Dort hat uns Ali dann an Bord und mit zurück nach Dalyan genommen. Auf dem Rückweg mit dem Boot besteht noch die Möglichkeit zu einem Badestopp auf dem Köycegiz-See und zum Besuch des Sultanje-Schlammbades. Den Erzählungen nach soll ein Besuch des schwefelhaltigen Schlammbades den Besucher um 10 Jahre verjüngern – auf jeden Fall ist der gemeinsame Besuch mit anderen Fröschen eine riesige Gaudi!

Dalyan
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Das wohl romantischste Abendessen ist das BBQ am Iztuzu-Beach: Mit Ali’s Boot geht es Nachmittags an den Strand. Nach dem Baden in der Brandung gibt es dann Gegrilltes und leckere Salate während sich die Sonne hinter den Bergen verabschiedet.

Dalyan
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Samstag und Sonntag sind die Tage, an denen weniger Programm angeboten wird: Der Samstag ist Wechseltag mit An- und Abreise, der Sonntag der Einsteiger-Tag für die Neu-Frösche. Wer also zwei Wochen (oder länger) in Daylan bleibt, hat an diesen Tagen die Möglichkeit, auf eigene Faust Touren zu unternehmen. Nicht verpassen solltet ihr den Besuch von der antiken Stadt Kaunos und der Felsengräber auf der anderen Flussseite. In Kaunos können u.a. die Überreste einer römischen Therme, eines Theaters und einer frühchristlichen Basilika betrachtet werden. Außerdem solltet ihr es euch nicht entgehen lassen, auf den Berg hinaufzuklettern. Vom Gipfel aus habt ihr einen tollen Ausblick über Daylan, das Fluss-Delta und Iztuzu-Beach. Auf den Rückweg nach Daylan bietet sich dann ein Aufstieg zu den Felsengräbern an.

Einen noch besseren Ausblick als von Kaunos aus habt ihr nur – mal abgesehen von den Mikrolight-Flügen über das Delta – von der Radarstation (550m über NN). Eine Radtour dorthin lohnt auf jeden Fall, ist allerdings auch eine recht schweißtreibende Angelegenheit und bedarf einer gewissen Kondition.

Wer es etwas ruhige angehen will, für den gibt es in Daylan einige schöne Bars, Cafés und Restaurant. Auf dem Weg vom Hotel in den Ort liegt Evi’s Pancake-Restaurant. Besonders gemütlich ist es, wenn man sich in den Garten setzt. Dort könnt ihr die leckeren Pancakes verspeisen und dabei die Kühe und Hühner beobachten, deren Produkte in den Pancakes verarbeitet werden.
Ebenso wenig fehlen darf ein Besuch von „Gerdas Café“. Seit vielen Jahren betreibt Gerda ein „deutsches Café“ im Herzen Daylans. Hier bekommt ihr Filterkaffee (eine willkommene Abwechslung zu Instant-Kaffee), hausgemachten Kuchen und frische Waffeln in heimeliger Atmosphäre. Gerda bietet auch ein Frühstück an (vorher anmelden!), wer also mal später und mit einer etwas anderen Auswahl als im Hotel frühstücken will, ist bei Gerda richtig.
Auch zwei türkische Restaurants sind besonders zu empfehlen: Zum einen das Restaurant „Begonvil“ (super Service und leckere Speisen) und eines der vielen Restaurants direkt am Fluss mit Blick auf die (abends illuminierten) Felsengräber. Sehr gut und gemütlich kann man in dem Restaurant essen, dass sich relativ weit am Ende der Hauptstraße, zwei Häuser hinter der „Blues Bar“ befindet – leider habe ich den Namen vergessen. Nach dem Essen könnt ihr dort den Abend mit einer Wasserpfeife ausklingen lassen. Die „Blues Bar“ und eine „Jazz-Bar“ locken mit Live-Musik und gehören zu dem vielfältigen Bar-Angebot in Daylan.

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Auch die Wellness sollte bei einem Aufenthalt in Daylan nicht zu kurz kommen. Gerne vermitteln die Teamerinnen einen Besuch im Hamam: Nach der Sauna geht’s auf den heißen Stein, wo ihr richtig abgerubbelt und eingeseift werdet, die Haare gewaschen bekommt und mit heißem und kaltem Wasser übergossen werdet, bevor ihr dann in einem Ruheraum „abkühlen“ könnt. Entweder im Hamam oder bei „Golden Hand Ali“ gibt’s die Möglichkeit, sich massieren zu lassen.

Bei einem so abwechslungsreichen Programm und den vielen netten Mitreisenden ist die Zeit in Daylan wie im Flug vergangen! Und so war unsere letzte Hoffnung, dass uns doch noch die Schildkröte „Kasiopaia“ (aus Michael Endes „Momo“) über den Weg läuft und uns beim Kampf gegen die grauen Männer, die die Urlaubszeit förmlich aus uns herausgesogen haben, so dass die zwei Wochen viel zu schnell vergangenen sind. Doch scheinbar ist „Kasiopaia“ keine „Caretta-Caretta“-Riesenschildkröte und so sind die zwei Wochen viel zu schnell vergangen.

Fazit: Ein wunderschöner Urlaub in einer tollen Umgebung mit vielen Aktionsmöglichkeiten, zwei super engagierten Teamerinnen und einer tollen Gruppe! So muss Urlaub sein! Und bereits jetzt steht für mich fest, dass es sicherlich nicht mein letzter Urlaub mit Frosch war!

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